EbM-Splitter

Von Februar 2001 bis Mai 2009 wurden in der DZZ von Prof. Dr. Jens Türp und Dr. Gerd Antes in einer Serie zweimonatlich „EbM-Splitter“ publiziert, die Fragestellungen zu diesem Thema aufgegriffen, dargestellt und erklärt haben. Ein großer Teil der EbM-Splitter wurde mit unterschiedlichen und zum jeweiligen Themengebiet passenden Spezialisten (Dr. Thomas Gerds, Edith Motschall, Dr. Antje Timmer, Dr. Imke Mayer-Becker, Dr. Anette Blümle, Dr. Guido Schwarzer, Dr. Jörg Meerpohl, Prof. Dr. Jörg Eberhard, Prof. Dr. Dr. Jören Jepsen, Dr. Jürgen Lenz ) geschrieben, um auch deren Arbeit zu würdigen. Diese 50 Beiträge finden Sie hier nun chronologisch aufgeführt. Sie können sie sich gerne auch als pdf-Datei herunterladen.

Sortieren nach: Datum | Titel
Filter:
EbM-Splitter
Ausgabe: 05/2009
Missverständnisse zur EbM(Teil 2)

Trotz zunehmender Kenntnisse über die Vorteile einer evidenzbasierten (Zahn-) Medizin (EbM/EbZ) halten sich falsche Vorstellungen zu diesem Thema hart-näckig – und zwar bei Niedergelassenen, Hochschulangehörigen und Fachjournalisten gleichermaßen. Typischen Missverständnissen zur EbM/EbZ widmeten wir bereits im August 2003 einen EbM-Splitter [16]. Seitdem sind immerhin 5½ Jahre vergangen, das ist die Dauer eines Zahnmedizinstudiums plus Examenssemester. Geändert hat sich in dieser Zeit in der Zahnmedizin fast nichts. Was wiederum den Verdacht nährt, dass Zahnärzte in der Tat zu wenig Fachliteratur lesen [15] oder aber weiterhin unbekümmert einer Mentalität nach dem Motto „In meinen Händen funktioniert’s – warum soll ich etwas ändern?“ frönen [17].

Ausgabe: 02/2009
Die Friktion – eine Fiktion?!

Ein Chimäre, die einer Prüfung nach evidenzbasierten Kriterien nicht standhält, geistert seit Jahrzehnten durch die deutschsprachige Zahnmedizin, insbesondere durch die zahnärztliche Prothetik: die Friktion. Sie muss, wann immer in der Teleskop- und Geschiebetechnik von Verankerungsprinzipien die Rede ist, als „Terminus technicus“ für die beim jeweiligen Verankerungsphänomen wirksame Kraft herhalten. Und dann werden ihr die wundersamsten Eigenschaften zugeschrieben1. Mal heißt es, dass man unter der Friktion „all jene Kräfte zusammenfasst, die der gleitenden Relativbewegung von teleskopierenden Elementen einen Widerstand entgegensetzen“, mal wird mit ihr die Gesamtheit aller möglichen Phänomene beschrieben, die eine „resultierende Haltewirkung von Geschieben“ bewirken. Besonders nebulös wird es, wenn bei der (zylindrischen) Teleskopkrone „die Größe der Haftkraft zwischen Primär- und Sekundärteil, auf die Dauer gesehen, von der Größe der in Friktion stehenden Fläche abhängen“ oder „aus der geometrischen Gestalt der Primärkrone resultieren“ soll, während es bei der Konuskrone „zu einer Verkeilung der Primärkrone in der Sekundärkrone und somit zu einer Haltewirkung kommen“ bzw. „neben der geringen Haftreibung auch noch eine Keilwirkung zwischen Innen- und Außenkrone entstehen“ soll. Andererseits soll „bei Teleskopen die Friktion mittels Gleitreibung zwischen Primär- und Sekundärkrone“ bzw. „durch eine sog. Übergangspassung zwischen Innen- und Außenteleskop hergestellt und die Haftung mittels Speichelflüssigkeit erreicht werden“. Neben „Haftung durch Reibung“ wird Friktion auch als „Gleitreibung parallelwandiger Flächen“ angesprochen. Zu allem Überfluss wird auch von „primärer und sekundärer Friktion“ gesprochen; neuerdings sogar von einer „satten Friktion“. In der Tat verwirrend!

Ausgabe: 12/2008
Der „Impact Factor" von zahnmedizinischen Zeitschriften

Der Impact Factor (IF) soll ein möglichst objektives Maß für die Bedeutung einer Fachzeitschrift darstellen. Grundlage für die Berechnung sind die Literaturdatenbanken von Thomson Reuters, in denen Literaturzitate mit ihren Referenzen erfasst sind. Der IF einer Zeitschrift wird jährlich neu berechnet und in der lizenzpflichtigen Datenbank „Journal Citation Reports“ (JCR) des Medienkonzerns Thomson Reuters  publiziert [6].

Ausgabe: 10/2008
Die James Lind Library: Verstehen, wie sich „faire Tests“ von medizinischen Behandlungen entwickelt haben

Aderlass wurde für ca. 2000 Jahre, von der Antike bis in das 19. Jahrhundert hinein, bei einer Vielzahl von unterschiedlichen Erkrankungen eingesetzt. Die „pathogenetische“ Überlegung, die dem Aderlass zugrunde liegt, ist ein Ungleichgewicht der vier Körpersäfte: Blut, gelbe Galle, schwarze Galle und Schleim. Durch die Ausleitung bei Blutfülle sollte das Gleichgewicht der vier Säfte wiederhergestellt werden.

Ausgabe: 06/2008
Systematische Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen: Auch in der Zahnmedizin gewinnen sie an Bedeutung

Chronischer Zeitmangel und ein rasant zunehmendes Angebot an medizinischen Informationen erschweren es dem Zahnarzt, für die vielfältigen Aspekte der Zahnheilkunde einen Überblick über den aktuellen Stand der medizinischen Forschung zu behalten. Begrenzt man die Suche nach Fachartikeln in der Datenbank Medline via der Suchoberfläche Pubmed auf zahnärztliche Zeitschriften (Option „Limits“ ® Subsets ® Journal Groups ® Dental journals) und das Jahr 2007, wird man mit der abschreckenden Zahl von über 70.000 Artikeln konfrontiert. Selbst wenn man sich nur auf klinische Studien aus dem Fachgebiet der Zahnmedizin beschränken wollte, müsste man bei mehr als 5000 Artikeln über Studien, die alleine 2007 publiziert wurden, jeden Tag im Jahr mehr als 14 Veröffentlichungen lesen. Dies ist von einem einzelnen Zahnarzt nicht zu leisten. [...]

Ausgabe: 06/2008
„Fullmouth“-Behandlungskonzepte für die chronische Parodontitis: Ein Cochrane-Review

Die Translokation von Bakterien aus unbehandelten parodontalen Taschen und aus oralen Nischen kann zu einer Reinfektion bereits behandelter Parodontien führen und das angestrebte Behandlungsergebnis verschlechtern (Abb. 1). Auf der Grundlage dieser Überlegungen wurde das „Full-mouth-Disinfection“-Konzept entwickelt, welches auf der Behandlung aller infizierter Parodontien innerhalb von 24 Stunden und der adjuvanten Anwendung von Chlorhexidin beruht [6].

Ausgabe: 04/2008
Über Sinn und Unsinn der Zahnfleischmassage – ein vergessener „evidenzbasierter“ Disput aus dem Jahre 1948

Die Massage des Zahnfleischs hat eine lange Tradition; bei eitrigen parodontalen Erkrankungen empfahl sie Pierre Fauchard bereits im Jahre 1746. Bis über die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hinaus sprachen sich in der deutsch- und englischsprachigen zahnärztlichen Fachliteratur anerkannte Autoritäten – darunter Alfred Kantorowicz, Bernhard Gottlieb und Balint Orban – für den Nutzen einer gingivalen Massage aus. Die American Academy of Periodontology [1] formulierte als erste zahnärztliche Fachgesellschaft, dass “in order to preserve the comfort and usefulness of the teeth, it is as necessary to massage the gums as to brush the teeth“.

Ausgabe: 02/2008
Medline & mehr: Welche Datenbank ist für die Literatursuche in der Zahnmedizin geeignet? (Teil 5)

Wir erinnern uns:
• In Teil 1 unserer fünfteiligen Serie Medline & mehr [11] hatten wir mit einer datenbankübergreifenden Suche in MEDPILOT.DE [5, 6] einen Überblick über die Anzahl von Zitaten zu zahnmedizinischen Themen in den einzelnen Datenbanken erhalten.
• In Teil 2 [12] betrachteten wir den Anteil zahnmedizinischer Zeitschriften in Medline und Embase etwas genauer, um abzuschätzen, ob die teure Embase-Datenbank zusätzlich zu Medline bedeutende zahnmedizinische Inhalte liefert.
• In Teil 3 [13] suchten wir in der Cochrane Library nach zahnmedizinischen Inhalten.
• In Teil 4 [14] stellten wir eine Auswahl von Links zu Online-Zeitschriften und (zahn)medizinischen Webseiten vor.

Ausgabe: 12/2007
Medline & mehr: Welche Datenbank ist für die Literatursuche in der Zahnmedizin geeignet? (Teil 4)

Wir erinnern uns: In Teil 1 [6] hatten wir mit einer datenbankübergreifenden Suche in MEDPILOT.DE [2, 3] einen Überblick über die Anzahl von Zitaten zu zahnmedizinischen Themen in den einzelnen Datenbanken erhalten. In Teil 2 [7] betrachteten wir den Anteil zahnmedizinischer Zeitschriften in Medline und Embase etwas genauer, um abzuschätzen, ob die teure Embase-Datenbank zusätzlich zu Medline bedeutende zahnmedizinische Inhalte liefert. In Teil 3 [8] suchten wir in der Cochrane Library nach zahnmedizinischen Inhalten. In dem heutigen EbM-Splitter stellen wir eine Auswahl von Links zu Online-Zeitschriften und (zahn)medizinischen Webseiten vor.

Ausgabe: 10/2007
Medline & mehr: Welche Datenbank ist für die Literatursuche in der Zahnmedizin geeignet? (Teil 3)

Die Zahnmedizin in der Cochrane Library
Wir erinnern uns: In Teil 1 [5] hatten wir mit einer datenbankübergreifenden Suche in MEDPILOT.DE [3, 4] einen Überblick über die Anzahl von Zitaten zu zahnmedizinischen Themen in den einzelnen Datenbanken erhalten. In Teil 2 [6] betrachteten wir den Anteil zahnmedizinischer Zeitschriften in Medline und Embase etwas genauer, um abzuschätzen, ob die teure Embase-Datenbank zusätzlich zu Medline bedeutende zahnmedizinische Inhalte liefert. In diesem EbM-Splitter suchen wir in der Cochrane Library nach zahnmedizinischen Inhalten. Die Cochrane Library setzt sich aus verschiedenen Datenbankkomponenten zusammen und ist gegenwärtig die umfassendste Informationsquelle für die evidenzbasierte Medizin.