Loading...

Digitale Therapieplanung und Versorgung eines Patienten mit generalisiertem Zahnhartsubstanzverlust*

DOI: 10.3238/dzz.2020.0144-0153

PDF

, , , , ,

Schlüsselwörter: Bisshebung CAD/CAM Therapieplanung digitaler Workflow „backward planning“

Einführung: Festsitzende, implantat-prothetische Rehabilitationen von Patienten mit massiven Zahnhartsubstanzverlusten erfordern häufig eine verti­kale Neueinstellung und sind meist im Hinblick auf die Materialauswahl sowie den Behandlungsablauf sehr komplex. Um den klinischen und laborseitigen Aufwand sowie die Notwendigkeit intraoraler Anproben und Anpassungen auf ein Minimum zu reduzieren, steht mittlerweile diverse Hard- und Software zur Datenakquise, -verarbeitung und Therapieplanung zur Verfügung, welche in Kombination mit einem prothetisch-orientierten „backward planning“ zu einer gesteigerten Planungssicherheit, auch im Rahmen der Implantation, führen kann. Entsprechend der aktuellen Datenlage können jedoch noch keine evidenzbasierten Behandlungsrichtlinien bezüglich der komplexen prothetischen Rehabilitation von Patienten mit ausgeprägten Zahnhartsubstanzdefekten formuliert werden, was die individuell zugeschnittene Auswahl der geeigneten Materialien und Behandlungsabläufe zusätzlich erschwert.

Behandlungsmethoden: Ein 68-jähriger Patient stellte sich mit einem prothetisch insuffizient versorgten Lückengebiss, einem generalisierten Zahnhartsubstanzverlust sowie einem daraus resultierenden Deckbiss im Frontzahnbereich und dem Wunsch nach einem ästhetischen wie funktionell befriedigenden Zahnersatz vor. Da eine adäquate prothetische Rehabilitation nur in Kombination mit einer Bisshebung möglich und sinnvoll erschien, wurde eine provisorische Phase zur Testung der angestrebten Bisshöhe von ca. 6 Monaten vorangestellt. Vor Durchführung der vertikalen Neueinstellung wurde die Oberkieferposition dreidimensional erfasst und ein Gesichtsscan sowie ein intraoraler Oberflächenscan vorgenommen. Anhand dieser Daten fand ein prothetisch-orientiertes „backward planning“ statt, auf dessen Grundlage eine non-invasive, zahnfarbene adjustierte Schiene im Oberkiefer und Schalenprovisorien im Unterkiefer hergestellt und zur Testung der angestrebten Bisslage für 6 Monate provisorisch getragen wurden. Parallel wurde in den Regionen 23 und 24 navigiert implantiert. Nach Abschluss der provisorischen Phase wurden die Zähne im Oberkiefer präpariert und mit direkten Provisorien versorgt. Die Abformung wurde sowohl über einen intraoralen Oberflächen-Scan als auch konventionell mit einem Polyether vorgenommen. Die Eingliederung der monolithischen ZrO2-Kronen und -Brücken erfolgte adhäsiv. Nach Behandlungsabschluss wurde eine Michigan-Schiene digital entworfen und gefräst.

Ergebnisse: Bedingt durch die geringe Notwendigkeit funktioneller und ästhetischer Anproben reduzierte die digitale Erfassung der o.g. Daten die Behandlungs- und Laborzeit signifikant. Durch eine provisorische Phase konnte eine Adaptation des stomatognathen Systems an die vertikale Neueinstellung sichergestellt werden.

Schlussfolgerungen: Das präsentierte Vorgehen stellt eine vorhersagbare und effiziente Methode zur Versorgung eines Lückengebisses mit ausgeprägten generalisierten Zahnhartsubstanzverlusten dar.

Marie-Elise Jennes, Jürgen Mehrhof, Frank Peter Strietzel, Falk Schwendicke, Sascha Herbst, Benedikt Spies

Charité – Universitätsmedizin Berlin, Abt. für Zahnärztliche Prothetik, Alterszahnmedizin und Funktionslehre: Marie-Elise Jennes

Universitätsklinikum Freiburg, Department für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Klinik für Zahnärztliche Prothetik: Prof. Dr. Benedikt Spies

Zahntechnik Mehrhof GmbH, Reuchlinstr. 11, 10553 Berlin–Tiergarten: Jürgen Mehrhof, ZTM

Charité – Universitätsmedizin Berlin,...


(Stand: 05.06.2020)

Als Abonnent können Sie die vollständigen Artikel gezielt über das Inhaltsverzeichnis der jeweiligen Ausgabe aufrufen. Jeder Artikel lässt sich dann komplett auf der Webseite anzeigen oder als PDF herunterladen.

Aktuelle Ausgabe 3/2020

Im Fokus

  • „Einmal um die ganze Welt …“. Unaufgeforderte Kongresseinladungen via E-Mail
  • Healthcare Avoidance – Ein Phänomen in der (zahn-)medizinischen Versorgung
  • Digitale Therapieplanung und Versorgung mit generalisiertem Zahnhartsubstanzverlust

Wichtiger Hinweis

In Folge der Neugestaltung unserer Webpräsenz ist eine Neu-Registrierung für alle Nutzer erforderlich, um sämtliche Funktionen der Webseite im vollen Umfang nutzen zu können. Dies betrifft auch diejenigen Nutzer die sich vor dem Relaunch bereits registriert haben. Nach erfolgreicher Registrierung verläuft der Anmeldeprozess wie gewohnt über den Button „Login“ mit den von Ihnen hinterlegten Benutzerdaten. 

>> Zur Registrierung


EBM-Splitter

Hier finden Sie die 50 EbM-Splitter, die in einer zweimonatlichen Serie von Februar 2001 bis Mai 2009 in der DZZ publiziert wurden sowie die in 2013 neu publizierten EbM-Splitter.

>> Übersicht aller EbM-Splitter ansehen

>> Zum EbM-Splitter Archiv vor 2008

 

Abstractheft DGZ-Tagung

Hier finden Sie die Abstracts der Vorträge des 4. DGZ-Tages der Wissenschaft/Universitäten, der am 13.06.2019 in der Charité Berlin stattgefunden hat.

>> Weiter zum Abstractheft (PDF)

 


ABSTRACTHEFT DGET TAGUNG

Hier finden Sie die Abstracts der Vorträge der 9. Jahrestagung der DGET, die am 14.–16.11.2019 in Stuttgart stattgefunden hat.

>> Weiter zum Abstractheft (PDF)

 

ABSTRACTHEFT AGKI, AKOPOM

Hier finden Sie die Abstracts der Vorträge und Posterdemonstrationen der 68. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Kieferchirurgie und der 39. Jahrestagung des Arbeitskreises für Oralpathologie und Oralmedizin, die vom 10. bis 11. Mai 2018 in Bad Homburg stattgefunden hat.

>> Weiter zum Abstractheft (PDF)

Owidi - dem Wissensportal der Zahnmedizin

Hier geht‘s zu Owidi - dem Wissensportal der Zahnmedizin.

owidi ist orales wissen digital im vollen Wortsinn: der gemeinsame Webauftritt von DGZMK und APW bietet Ihnen Information, Fortbildung, und mehr.

https://secure.owidi.de