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Immanuel Kant: Selbst denken!

EbM-Splitter Ausgabe 06/2004

Immanuel Kant: Selbst denken!

 

In einem früheren Splitter haben wir hervorgehoben, wie wichtig die Bereitschaft zum kritischen Denken als Grundlage für evidenzbasiertes Handeln ist [7]. Die Forderung, selbst zu denken, statt „beinahe willenlos öffentliches Gerede durch den eigenen Mund rauschen“ zu lassen [6], ist allerdings eine sehr alte. Richtungsweisend war in diesem Zusammenhang der im Jahre 1784 veröffentlichte Aufsatz „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?“ [3] des deutschen Philosophen und Aufklärers Immanuel Kant (1724-1804), dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 200. Mal jährte.
Im Folgenden geben wir die ersten vier Paragraphen aus dieser Publikation wieder. Wie dem Leser nach kurzer Reflexion rasch deutlich wird, sind Kants Gedanken auch heute noch hochaktuell – sicherlich in der Wissenschaft ebenso wie in Gesellschaft und Politik.

Immanuel Kant:
„Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?“

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.
Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen (naturaliter maiorennes), dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es Anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt, u.s.w., so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen.

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(Stand: 11.06.2004)

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