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Verankerung der „zahnärztlichen Gesundheitsfrühförderung“ in Mutterpass und Kinderuntersuchungsheft

DOI: 10.3238/dzz.2018.5085

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Schlüsselwörter: Kinderuntersuchungsheft Mutterpass Prävention frühkindliche Karies zahnärztliche Gesundheitsfrühförderung

Einleitung: Die Mütter sind von entscheidender Bedeutung für die gesundheitliche Entwicklung ihrer Kinder. Während der Schwangerschaft können Wechselwirkungen zwischen der oralen Gesundheit der werdenden Mutter und der Gesundheit des ungeborenen Kindes bestehen. In der Familie nehmen Mütter eine zentrale Rolle mit Vorbildfunktion ein, indem sie gesundheitsrelevante Verhaltensweisen an ihre Kinder weitergeben. Ziel dieses Projektes war die Evaluation einer zu Schwangerschaftsbeginn einsetzenden Gesundheitsfrühförderung von Mutter und Kind mit Verankerung prä- und postna­- taler zahnärztlicher Vorsorgeuntersuchungen in Mutterpass und Kinderuntersuchungsheft mithilfe fest integrierter Einlegehefte.

Methoden: Das Projekt gliederte sich in 3 Phasen (Schwangerschaft, nach der Entbindung, nach dem 3. Lebensjahr des Kindes). Schwangere Patientinnen niedergelassener Gynäkologen wurden in das Projekt aufgenommen und einer Einlegeheft (EG)- und Info-Gruppe (IG) zugewiesen. Die Frauen der EG erhielten Einlegehefte für den Mutterpass und das Kinderuntersuchungsheft zur Vorlage beim Zahnarzt. Alle Teilnehmerinnen bekamen Informationen zur Zahn- und Mundgesundheit von Mutter und Kind und wurden zu Zahnarztbesuchen motiviert. Alle Mütter wurden im Verlauf des Projektes um das Ausfüllen von 3 Fragebögen gebeten, die Mütter der EG zudem um die Rückgabe der ausgegebenen Einlegehefte. Nach dem 3. Lebensjahr der Kinder erfolgte eine zahnärztliche Untersuchung von Mutter und Kind. Als Kontrollgruppe (KG) dienten Mütter und ihre 3- bis 4-jährigen Kinder, welche in Kindertagesstätten rekrutiert wurden. Sie wurden ebenfalls schriftlich befragt und zahnärztlich untersucht. Die erhobenen klinischen Parameter waren der DMF-T/dmf-t-Index, der DMF-S/dmf-s-Index sowie der Kariessanierungsgrad.

Ergebnisse: Die Mütter der Projektgruppe wiesen nach Projektteilnahme ein besseres Gesundheitswissen und -verhalten auf als die Mütter der KG. Insbesondere die Mütter der EG, die eines der ausgegebenen Einlegehefte seit Geburt ihres Kindes beim Zahnarzt vorgelegt hatten (dEG), zeigten ein gesundheitsbewusstes Verhalten. Alle zahnärztlich untersuchten Kinder dieser Gruppe waren kariesfrei. Der Anteil von Kindern mit kariösen Läsionen und/oder bereits extrahierten Milchzähnen betrug in den anderen Gruppen zwischen 6,1 % und 15 %.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse des Projektes bekräftigen die Bedeutung zahnärztlicher Vorsorgeuntersuchungen von Mutter und Kind beginnend in der Schwangerschaft und mit fester Verankerung in Mutterpass und Kinderuntersuchungsheft. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit der beteiligten Berufsgruppen sollte weiter ausgebaut werden, um eine optimale Betreuung von Mutter und Kind zu gewährleisten. Die Studie zeigt, dass davon insbesondere auch Risikogruppen profitieren könnten, wie Familien mit Migrationshintergrund oder geringem sozioökonomischem Status.

Schlüsselwörter: zahnärztliche Gesundheitsfrühförderung; frühkindliche Karies; Mutterpass; Kinderuntersuchungsheft; Prävention

Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und Präventive Zahnheilkunde, Hannover: Vanessa Gaarz, Dr. Karen Meyer-Wübbold, Prof. Dr. Werner Geurtsen, Prof. Dr. Hüsamettin Günay

Zitierweise: Gaarz V, Meyer-Wübbold K, Geurtsen W, Günay H: Verankerung der „zahnärztlichen Gesundheitsfrühförderung“ in Mutterpass und Kinderuntersuchungsheft. Dtsch Zahnärztl Z 2019; 74: 376–389

Peer-reviewed article: eingereicht: 29.05.2017, revidierte Fassung akzeptiert: 29.11.2017

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(Stand: 03.12.2019)

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Im Fokus

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