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11.04.2017
Umkehrplastik mit simultaner Implantation im atrophierten zahnlosen Unterkiefer – ein Fallbericht

Einleitung: Der vorliegende Fallbericht zeigt eine Therapiemöglichkeit zur Schaffung eines ausreichenden Implantatlagers im zahnlosen, atrophierten Unterkiefer. Eine digitale Implantatplanung, basierend auf zuvor gewonnenen, dreidimensionalen, radiologischen Daten, ermöglicht dabei ein vorhersagbares, chirurgisches Vorgehen. Durch eine Spitzkammplastik, als spezielle Form der Alveolarkammresektion, sollte bei einer zahnlosen Patientin mit spitz zulaufendem Kieferkamm und starker Atrophie im Unterkiefer ein ausreichend dimensioniertes Implantatbett zur Aufnahme von 2 Implantaten geschaffen werden.

Methode: Nach ausführlicher Befundung und Therapieplanung wurde zur Diagnostik der Knochenverhältnisse im Unterkiefer eine digitale Volumentomografie (DVT) in Form eines Dualscans angefertigt. Nach Hygienephase und Vorbehandlung erfolgte der chirurgische Eingriff. Die digital geplante Implantation wurde in der gleichen Operation wie die Augmentation vorgenommen. Die Einheilung der Implantate erfolgte geschlossen.

Ergebnisse: Durch eine vorangegangene, digitale Implantatplanung kann ein vorhersagbarer, chirurgischer Eingriff gewährleistet werden. Unter den verschiedenen Möglichkeiten zur Augmentation stellt die Umkehrplastik beim krestal spitz zulaufenden Kieferkamm eine mögliche Therapieoption dar.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017; 72: ?-?)

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31.03.2017 - Verena Struckmann - Uta Augustin - Dimitra Panteli - Reinhard Busse
Erfahrungen deutscher Zahnärzte mit grenzüberschreitender zahnärztlicher Versorgung*

Einführung: Die grenzüberschreitende zahnärztliche Versorgung gewinnt mit dem Inkrafttreten der Richtlinie 2011/24/EU zunehmend an Bedeutung. Die Richtlinie legt neue Rahmenbedingungen für die Ausübung der Patientenrechte bei grenzüberschreitender Leistungsinanspruchnahme fest. Während die Erfahrungen mit grenzüberschreitender medizinischer Versorgung von Patienten bereits in Studien untersucht wurden, gibt es diesbezüglich bisher kaum Informationen aus der Perspektive der Zahnärzte.

Methode: Mittels semi-strukturierter Interviews wurden praktizierende Zahnärzte aus dem gesamten Bundesgebiet bezüglich ihrer Erfahrungen mit der zahnärztlichen Versorgung von Patienten aus dem Ausland und Patienten, die zur Behandlung im Ausland gewesen sind, befragt. Die Stichprobenziehung erfolgte über Selbstselektion der Teilnehmer. Die Auswertung der Transkripte wurde mittels der qualitativen Inhaltsanalyse durchgeführt.

Ergebnisse: Die Zahnärzte gaben an, dass deutsche Patienten sich am häufigsten aus Kostengründen oder aufgrund einer wohnortnahen Versorgung in Grenzregionen zahnärztlich im Ausland behandeln lassen. Hingegen ließ sich die Mehrheit der Patienten aus dem Ausland aufgrund von Notfallsituationen zahnärztlich in Deutschland behandeln. Häufigster Kritikpunkt der Zahnärzte war die Qualität der erhaltenen Behandlung im Ausland. Überwiegend bewerteten die befragten Zahnärzte die grenzüberschreitende zahnärztliche Versorgung in Deutschland als ein Randphänomen.

Schlussfolgerung: Die befragten Zahnärzte sehen einen Regulierungsbedarf in Bezug auf die Kontinuität der Behandlung sowie für rechtliche Aspekte grenzüberschreitender zahnärztlicher Versorgung. Bezüglich des deutschen Kontextes stützen unsere Ergebnisse nicht die Annahme, dass eine steigende Anzahl von Patienten für die zahnärztliche Versorgung ins Ausland geht.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017; 72: ?-?)

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31.03.2017 - A. Rainer Jordan - Regine Chenot - Jörg Schmidt
Informationsbedürfnisse und Stellenwert von Leitlinien im Praxisalltag: eine qualitative Studie

Einführung: Dieser Beitrag gibt einen Einblick in die Einstellungen niedergelassener Zahnärzte zu evidenzbasierten Leitlinien sowie zu möglichen Hindernissen und Anreizen für die Anwendung der Leitlinienempfehlungen im Versorgungsalltag.

Material und Methode: Wir führten 2Gruppendiskussionen mit 14 niedergelassenen Zahnärzten in Berlin und München durch. Die Gruppendiskussionen wurden digital aufgezeichnet und vollständig transkribiert. Die Daten wurden inhaltsanalytisch ausgewertet, um die zentralen Themen zu erschließen.

Ergebnisse: Die von den Teilnehmern geäußerten Themen wurden zu 3Dimensionen zusammengefasst: 1) Erleben und Relevanz von EbM und Leitlinien im Praxisalltag, bei der Beratung und Patientenbehandlung 2) Anreize und Barrieren für die Nutzung von Leitlinien und 3) Informationsbedürfnisse der potenziellen Nutzer von Leitlinien. Aktualität und Sicherheit werden als wichtige Aspekte von Leitlinien erlebt. Barrieren für die Nutzung von Leitlinien können in Informationsfülle und mangelnder Integration in den Praxisalltag bestehen. Anreize, sich mehr mit Leitlinien zu beschäftigen, liegen in der Verbesserung der Patientenversorgung und der Compliance. Medien der Verbreitung können sowohl Fortbildungsangebote als auch Fachpublikationen sein. Dabei sollten regelmäßig Neuigkeiten vorgestellt werden. Für den Wissenstransfer von Leitlinien wird das Internet als geeignet eingeschätzt, aber auch fachliche Informationen in Printform werden wahrgenommen und können das Thema Leitlinien verstärkt ins Bewusstsein bringen.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die kognitive Integrationsleistung von externem Wissen (Leitlinien), täglicher

Praxisarbeit und Patientenerwartungen bei der Akzeptanz bzw. Nicht-Akzeptanz von Leitlinien scheint deshalb nicht zustande zu kommen, weil die bisher verfügbaren Leitlinien in diesem Sinne von den Teilnehmern als wenig praxisrelevant eingeschätzt werden und im Zahnarzt-Patienten-Verhältnis auch (noch) keine wichtige Rolle spielen. Die verstärkte Kommunikation der „Stärken“ von Leitlinien könnte dazu führen, die Akzeptanz und den Nutzen von Leitlinien bei den Zahnärzten spürbar zu erhöhen.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017; 72: ?-?)

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31.03.2017 - Dominik Groß - Ralf Vollmuth
Zwischen Gütesiegel und Scheinargument:

Einführung: Die Professionelle Zahnreinigung (PZR) ist seit Jahren Gegenstand kontroverser Diskussionen. Sie gehört bislang aufgrund ihrer (vermeintlich) fehlenden Evidenz nicht zum Leistungskatalog der Krankenkassen, wird jedoch in nahezu allen Zahnarztpraxen als zuzahlungspflichtige zahnärztliche Leistung angeboten. Der vorliegende Beitrag geht am Beispiel PZR der Frage nach, welche Rolle der (ihrerseits umstrittenen) Evidenzbasierten Medizin bzw. Zahnmedizin (EbM/EbZ) bei der Einordnung und Bewertung zahnärztlicher Leistungen zukommen sollte und welche anderen Einflussgrößen – auch aus ethischer Sicht – in die Entscheidungsprozesse einzubeziehen sind.

Methode: Methodische Grundlagen des vorliegenden Beitrages sind (1) eine Analyse der einschlägigen Fachliteratur sowie (2) eine theoretische Erörterung der Möglichkeiten, Grenzen und Fallstricke der Evidenzbasierten Medizin (EbM) unter besonderer Berücksichtigung normativer Argumentationslinien.

Ergebnis/Schlussfolgerung: Auch wenn der Stellenwert der Evidenzbasierten Medizin bzw. Zahnmedizin für eine qualitativ hochwertige Versorgung der Patienten im Grundsatz unbestritten ist, ist die Bewertung der externen Evidenz nicht immer frei von Deutungen und interessengestützten Einflüssen. Sie ist überdies abhängig von der jeweiligen Studienlage – und letztere wiederum von den spezifischen Rahmenbedingungen und Besonderheiten des betreffenden Fachgebietes. Insofern bedarf jede Behandlungsmaßnahme immer auch der individuellen klinischen Expertise des behandelnden Arztes oder Zahnarztes. Dieser muss unter Einbeziehung und Abwägung der Indikationen, Kontraindikationen und Kosten-Nutzen-Relationen, seines Erfahrungsschatzes (Empirie) sowie einer individuellen ethischen Bewertung zu einer Einzelfallentscheidung kommen, die dem jeweiligen Patienten und seinen gesundheitlichen Interessen gerecht wird.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017; 72: ?-?)

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31.03.2017 - Stefan Zimmer - Fabian Kreimendahl - Cornelia Blaich - Reinhard Rychlik
Kariesprävention durch zuckerfreien Kaugummi – ein Kosten-Vergleich auf der Grundlage der DMS V

Einführung: Karies ist die weltweit häufigste Erkrankung überhaupt. Die Ausgaben für ihre Behandlung lagen Schätzungen zufolge im Jahr 2012 in Deutschland bei ca. 8,2Mrd.Euro. Gleichzeitig ist eine rückläufige Kariesprävalenz erkennbar, was u.a. auf ein umfangreiches, aber auch kostenintensives System der Kariesprävention zurückzuführen ist. Der Konsum von zuckerfreiem Kaugummi ist eine mögliche Prophylaxemaßnahme auf Individualebene. Der Nutzen von zuckerfreiem Kaugummi in der Kariesprophylaxe ist durch klinische Studien belegt. Die vorliegende Arbeit evaluiert Gesundheitsgewinne und die Kosten-Effektivität von zuckerfreiem Kaugummi aus Sicht der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) über den gesamten Lebenszyklus eines Menschen.

Methoden: Die Entwicklung des Kariesverlaufes in Deutschland wurde auf der Grundlage der aktuellen Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMSV) über einen Zeitraum von 62Jahren projiziert (Szenario „Derzeitiger Konsum“). Vergleichend hierzu wurde die Karies-Entwicklung bei einem Alternativ-Szenario mit höherem Konsum von zuckerfreiem Kaugummi (Szenario „Erhöhter Konsum“) berechnet. Dabei diente Finnland, das einen im Vergleich zu Deutschland 1,82-fach höheren Konsum an zuckerfreiem Kaugummi aufweist, als Referenzland. Potenzielle Kosteneinsparungen sowie eine Verbesserung der Zahngesundheit wurden bei Übertragung des finnischen Niveaus auf Deutschland berechnet (Approximation). Finnland diente wegen des erhöhten Konsums an zuckerfreiem Kaugummi sowie der Vergleichbarkeit der Gesundheitssysteme als Referenz. Der Einfluss des erhöhten Konsums von zuckerfreiem Kaugummi auf die gesamte Therapieabfolge bis zum Alter von 75Jahren wurde analysiert. Dazu wurde ein Behandlungspfad definiert und die Übergangswahrscheinlichkeiten von einem Zahnzustand in den nächsten (z.B. von „gesund“ zu „einflächige Füllung“) auf Basis der DMFT-Werte der aktuellen bevölkerungsrepräsentativen Untersuchung des Institutes der Deutschen Zahnärzte aus dem Jahre 2016 (DMSV) ermittelt. Die Therapiekosten der Karies und ihrer Folgen wurde auf Basis der Ausgaben für zahnmedizinische Leistungen seitens der GKV ermittelt.

Ergebnisse: Bei einer Erhöhung des Konsums von zuckerfreiem Kaugummi auf das finnische Niveau würden als Hauptergebnis bis zum Alter von 75Jahren 3Zähne weniger verloren gehen und ein Zahn mehr komplett gesund bleiben. Bei den lebenslangen kariesbedingten Therapiekosten würde sich eine Einsparung für die GKV in Höhe von ca. 4400Euro je Patient ergeben. Die jährlichen Einsparungen lägen bei ca. 70Euro je Patient und bei 313Mio.Euro für die gesetzlichen Krankenversicherungen insgesamt.

Diskussion und Schlussfolgerung: Auf Basis der getroffenen Annahmen und bei Berücksichtigung der systembedingten Limitationen des Modells kann die Erhöhung des Konsums von zuckerfreiem Kaugummi zu einer Verbesserung der Mundgesundheit und zu erheblichen Kosteneinsparungen für die gesetzlichen Krankenversicherungen führen.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017; 72: ?-?)

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11.04.2017 - Dominik Groß - Matthis Krischel - Enno Schwanke - Thorsten Halling - Jens Westemeier
Zum Stand der Aufarbeitung der Geschichte der Zahnmedizin im Nationalsozialismus

Zusammenfassung: Die Verbindung der zahnärztlichen Profession mit den Verbrechen und der Gewalt des Nationalsozialismus ist bisher nur ansatzweise strukturiert dokumentiert. Die Erinnerung an vertriebene, aus dem Beruf gedrängte oder ermordete Zahnärztinnen und Zahnärzte erfolgt bislang schwerpunktmäßig auf lokaler Ebene. Gleichzeitig wird in der Literatur zur Medizin und ihrer Vertreter im Nationalsozialismus die Berufsgruppe der Zahnärzte nicht systematisch mitbehandelt. Dieser Beitrag gibt einen kurzen Überblick über die Aufarbeitung der Geschichte der Zahnmedizin im Nationalsozialismus und weist auf ein im Sommer 2016 begonnenes medizinhistorisches Aufarbeitungsprojekt hin.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017; 72: ?–?)

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13.04.2017 - Peter Rammelsberg - Khaled Hamadi - Daniel Farhan - Marc Schmitter
Klinische Bewährung von zwei verschiedenen aufbauverankernden Elementen – 5-Jahres- Ergebnisse einer prospektiven Studie

Einführung: In vielen Fällen ist ein Stift-verankerter Aufbau zur Wiederherstellung von Substanzdefekten stark zerstörter und endodontisch behandelter Zähne vor einer prothetischen Versorgung notwendig. Ziel dieser klinischen, prospektiven, randomisierten Studie war der Vergleich der Überlebens- und Komplikationsraten zweier Stiftsysteme nach 5Jahren.

Material und Methode: Für diese Studie wurden insgesamt 100Patienten rekrutiert und mittels Blockrandomisierung in 2Gruppen eingeteilt; 50Patienten wurden mit glasfaserverstärkten Wurzelstiften (ER-DentinPost, Brasseler, D-Lemgo) und 50Patienten mit Titanschrauben (BKS, Brasseler, D-Lemgo) versorgt. Recalls wurden nach einem und nach 5Jahren durchgeführt. Bei den Recallterminen wurden Zahnregion, klinischer Befund, Art der definitiven Restauration, antagonistische Kontakte und Komplikationen dokumentiert. Wurzelfrakturen, Stiftfrakturen oder -dezementierungen sowie Zahnverluste wurden als Misserfolg gewertet. Die statistische Analyse zur Beurteilung von Risikofaktoren auf das Überleben der Stiftsysteme wurde mittels einer Cox-Regressionsanalyse vorgenommen. Zusätzlich wurden Kaplan-Meier-Überlebenskurven generiert und die Überlebensraten mittels Log-Rank-Tests verglichen.

Ergebnisse: Nach einem Beobachtungszeitraum von einem Jahr war die Überlebensrate der ER mit 93,5% signifikant höher als die der BKS mit 75,6% (P=0,049). Dabei wurden in der BKS-Schrauben-Gruppe mehr ungünstige und irreparable Misserfolge festgestellt. Nach einem 5-Jahres-Beobachtungszeitraum traten insgesamt 32Misserfolge auf. Elf Misserfolge wurden in der ER-Gruppe beobachtet und 21 in der BKS-Gruppe. Die Überlebensrate der ER und BKS lag bei rund 72% bzw. 50%, was einen signifikanten Unterschied darstellte (P=0,026).

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen, dass lange BKS-Schrauben nach 5Jahren Tragedauer signifikant höhere Versagensraten aufweisen als Glasfaserstifte. Dennoch sind die Überlebensraten beider Gruppen nach 5-jähriger Beobachtungsdauer relativ gering. Lange Metallschrauben (Schraube entspricht 50% der Wurzellänge) sollten daher im klinischen Alltag nicht eingesetzt werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017; 72: ?-?)

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