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17.05.2017 Marcus Stoetzer - Valeh Mirzabayli - Andreas Kampmann - Juliane Lemound - Nils-Claudius Gellrich - Constantin von See
Auswirkung eines piezo- gesteuerten Periost- präparationsinstrumentes auf die Expression von BMP-2 und VEGF-A165 unter begleitender Bisphosphonattherapie an der Ratte

Einleitung: Das Periost spielt eine wesentliche Rolle bei der Knochenregeneration. Die Piezotechnologie ist besonders schonend bei chirurgischen Eingriffen am Knochen. Bei Patienten mit einer begleitenden Therapie mit Bisphosphonaten, kommt es leider oftmals zu den Bisphosphonat-assoziierten Nekrosen des Kiefers, wenn ein chirurgischer Eingriff am Kiefer notwendig ist. Dabei ist der Mechanismus der Bisphosphonat-assoziierten Kiefernekrose bis heute noch nicht hinreichend geklärt. Inwieweit die piezogesteuerte Periostdissektion die Faktoren BMP-2 und VEGF-A165 beeinflusst, soll in dieser Studie geklärt werden.

Material und Methode: Adulte Lewis-Ratten wurden randomisiert in 5Gruppen eingeteilt. Zwei Gruppen wurden mit Zolendronsäure über 6Wochen angereichert, die anderen 3Gruppen erhielten keine Zolendronsäure. Nach den 6Wochen wurde im Oberkiefer ein Defekt gesetzt und dieser mittels eines Mukoperiostlappens, entweder konventionell mit dem Raspatorium oder mittels der Piezotechnologie präpariert, verschlossen. Nach 4Wochen erfolgte die Bestimmung des BMP-2 und VEGF-A165 mittels der qRT-PCR.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Die qRT-PCR Auswertung zeigt, dass die BMP-2-Expression in den Gruppen Piezoinstrument mit Bisphosphonaten, Raspatorium mit und ohne Bisphosphonate und in der Kontrollgruppe annähernd vergleichbar sind. Ein signifikanter Unterschied zeigt sich in der Gruppe Piezoinstrument ohne Bisphosphonate. Betrachtet man die Freisetzung von VEGF-A165, so zeigt sich, dass die Kontrollgruppe vergleichbar mit den Gruppen Raspatorium und Piezoinstrument mit Bisphosphonaten ist. Ein signifikanter Unterschied besteht in der Gruppe Piezoinstrument ohne Bisphosphonate mit dem höchsten Ausschlag. Eine etwas höhere Freisetzung an VEGF-A165 zeigt sich in der Gruppe Raspatorium ohne Bisphosphonate. Die Ergebnisse zeigen, dass sich zwar unter der Therapie mit Bisphosphonaten kein Periostpräparationsinstrument durchsetzen konnte; hier gibt es keinen Vorteil, allerdings konnte gezeigt werden, dass die Freisetzung der Faktoren BMP-2 und VEGF-A165 in der Anwendung der Piezotechnologie deutlich gesteigert wird. Dieses könnte einen positiven Effekt bei ausgedehnten Eingriffen bewirken, sei es bei der Augmentation oder bei ausgedehnten Rekonstruktionen in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017; 72: ?–?)

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06.09.2017 Karen Meyer-Wübbold - Alexander Rahman - Anastasia Stepura-Breunig - Ayse Alagöz - Werner Geurtsen - Hüsamettin Günay
Kenntnisstand von Frauen mit Migrationshintergrund über zahnärztliche Frühprävention

Einführung: Menschen mit Migrationshintergrund scheinen eine schlechtere Mundgesundheit als Menschen ohne Migrationshintergrund zu haben. Vor allem bei Kindern mit Migrationshintergrund ist eine höhere Kariesprävalenz zu beobachten. Das Gesundheitswesen steht somit vor der Aufgabe, Personen mit Migrationshintergrund effektiver in die zahnärztliche Versorgung einzubinden. Diese Studie sollte den aktuellen Kenntnisstand von Müttern 3– bis 4-jähriger Kinder mit russischem und türkischem Migrationshintergrund über die Zahn- und Mundgesundheit und Möglichkeiten der zahnärztlichen Gesundheitsfrühförderung evaluieren und diesen mit einer 10Jahre zurückliegenden Befragung vergleichen. Es sollte evaluiert werden, ob in dieser Bevölkerungsgruppe innerhalb von 10Jahren ein Informationszuwachs stattgefunden hat.

Methode: Mithilfe eines selbstkonzipierten Multiple-Choice-Fragebogens erfolgte in Form eines Face-to-Face-Interviews 2007 und 2016 eine Befragung von Müttern 3– bis 4-jähriger Kinder in Kindergärten, Kinderarztpraxen und sozialen Einrichtungen.

Ergebnisse: 2007 wurden insgesamt 300 (150 mit russischem und 150 mit türkischem Migrationshintergrund) und 2016 insgesamt 153Frauen (59 mit russischem und 94 mit türkischem Migrationshintergrund) befragt. 2007 zeigten sich bei beiden Gruppen ein unzureichendes Präventionsverhalten, sowie ein unzureichender Kenntnisstand über die Zahn- und Mundgesundheit ihrer Kinder und über die Möglichkeiten zahnärztlicher Frühpräventionsprogramme. Sowohl das Präventionsverhalten als auch der Kenntnisstand waren 2016 zwar höher, stellten sich allerdings noch immer als gering dar.

Schlussfolgerung: Um den Kenntnisstand bei Frauen mit Migrationshintergrund über die Zahn- und Mundgesundheit zu erhöhen, sollten spezielle zielgruppenorientierte Strategien entwickelt werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017; 72: ?-?)

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11.05.2017 Rugzan Jameel Hussein - Robert Krohn - Gerald Wilms
Systemische adjuvante Antibiotikagabe bei Wurzelkanalbehandlungen, Zahnextraktionen und Notfallleistungen in der zahnärztlichen Versorgung bei gesetzlich Versicherten in Deutschland

Einführung: In der zahnärztlichen Versorgung sind systemische Antibiotika bei bestimmten klinischen Konstellationen indiziert, z.B. bei Patienten mit einem Risiko für eine postoperative Infektion oder Ausbreitungszeichen einer lokalen, odontogenen Infektion. Laut zahnärztlichen Fachgesellschaften sind die Penicilline die Mittel der ersten Wahl in der Behandlung odontogener Infektionen.

Methode: In der Analyse wurden die Häufigkeit zahnärztlicher Antibiotikaverordnungen b ei Wurzelkanalbehandlungen (BEMA: 28, 29, 31, 32, 34, 35), Zahnextraktionen (BEMA: 43, 44) und Notfallbehandlungen (BEMA: 03) und die in diesem Zusammenhang verordneten Antibiotikawirkstoffe untersucht. Datengrundlage für die Analyse waren pseudonymisierte Abrechnungs- und Verordnungsdaten von gesetzlich Versicherten, die die genannten Leistungen im Jahr 2013 erhielten. Für die BEMA-Leistungen wurde auf Ebene der Patienten geprüft, ob ihnen im Rahmen ihrer zahnärztlichen Behandlung ein systemisches Antibiotikum vom Zahnarzt verordnet wurde. Die Antibiotikaverordnungen wurden nach der ATC-Klassifikation (J01) auf Ebene 4 und 5 analysiert.

Ergebnisse: Ca. 15% der Patienten mit einer Wurzelkanalbehandlung, 6,8% der Patienten mit einer Zahnextraktion und 21,5% der Patienten mit einer Notfallleistung erhielten im Jahr 2013 zusätzlich ein systemisches Antibiotikum. Das am häufigsten verordneten Antibiotikum bei den o.g. Leistungen ist Clindamycin (44,5–51,05%).

Diskussion und Schlussfolgerung: Die verordneten Antibiotika bei den o.g. Behandlungen können in bestimmten Ausnahmefällen gerechtfertigt sein. Wenn keine dieser Ausnahmen vorliegt, ist dies als ein möglicher Hinweis auf eine Überversorgung mit systemischen Antibiotika zu interpretieren. Zukünftige Studien sollten deshalb die zahnärztlichen Verordnungen zur Antibiotikagabe genauer untersuchen, z.B. bei welchen Diagnosen und bei welchem Risikoprofil der Patienten systemische Antibiotika verordnet werden und ob Unsicherheiten bei den Zahnärzten zur Antibiotikaindikation bestehen. Der vermehrte Einsatz des Ausweichantibiotikums Clindamycin in der zahnärztlichen Versorgung stellt eine Fehlversorgung mit Antibiotika dar. Gründe für den übermäßigen Einsatz von Clindamycin sollten in zukünftigen Studien untersucht werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017; 72: ?–?)

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11.05.2017 Hüsamettin Günay - Maren Brückner - Kerstin Böhm - Alina Beyer - Marco Tiede - Karen Meyer-Wübbold
Effekt des doppelten Putzens auf die Wurzelkaries-Inzidenz und den parodontalen Zustand bei Senioren

Einführung: Die Prävalenz von Wurzel- und Kronenrandkaries sowie marginaler Parodontitis steigen mit dem Alter an. Wurzeloberflächenkaries und Parodontitis sind die Hauptgründe für Zahnverlust, was wiederum negative Auswirkungen auf die Lebensqualität hat. Um Zahnverluste zu vermeiden und eine hohe Lebensqualität im Alter zu erhalten, ist neben professionellen Maßnahmen eine optimale effektive häusliche Mundhygiene notwendig. Das Ziel der vorliegenden Studie war es deshalb zu untersuchen, ob eine Modifikation bei der häuslichen Mundhygiene (doppeltes Zähneputzen) effizient bezüglich der parodontalen Gesundheit und der Verhinderung von Wurzeloberflächen- und Kronenrandkaries bei älteren Menschen während der unterstützenden Parodontitistherapie ist.

Methode: Es wurden insgesamt 56Teilnehmer unseres Recall-Systems (unterstützende Parodontitistherapie) in die Studie einbezogen und diese zufällig 2Gruppen zugeordnet (Test-Gruppe [„Doppelputzer“ – DP]; Kontroll-Gruppe [„Einfachputzer“ – EP]). Beide Gruppen sollten im Rahmen ihrer häuslichen Mundhygiene ihre Zähne systematisch putzen (alle Zahnflächen, anschließend gesondert die Zahnzwischenräume und den Zungenrücken). Die Teilnehmer der DP wurden instruiert, abends nach der Reinigung noch einmal gesondert mit einer erbsengroßen Menge fluoridierter Zahnpasta mindestens eine Minute lang die bereits gereinigten Zahnoberflächen und das Zahnfleisch systematisch in kleinen kreisenden Bewegungen zu putzen. Alle Patienten wurden zu Beginn und nach 3Jahren untersucht. Es wurden folgende Parameter erhoben und statistisch ausgewertet: DMF-T, Hygiene-Index (HI), Periodontal Screening Index (PSI), Quigley-Hein-Index (QHI), Approximalraum-Plaque-Index (API), Root-Caries-Index (RCI), Neubildung von Wurzeloberflächen- und Kronenrandkaries nach Zahnanzahl und Fläche.

Ergebnisse: Die DP setzte sich aus 27 (16männlich; 11weiblich, durchschnittliches Alter 66,1±5,5Jahre) und die EP aus 29Teilnehmern (18männlich; 11weiblich; durchschnittliches Alter 66,0±6,2Jahre) zusammen. Nach 3Jahren zeigte sich in der DP eine signifikante Verbesserung des PSI im Vergleich zum Projektbeginn. In der EP gab es nach 3Jahren eine leichte, jedoch nicht statistisch signifikante Verbesserung des PSI. Die Teilnehmer der DP entwickelten signifikant weniger kariöse Läsionen als die Probanden der EP. In der DP zeigten sich nach 3Jahren im Mittel an 0,2±0,5Zähnen eine Kronenrand- und an 0,4±0,8Zähnen eine Wurzeloberflächenkaries. In der EP war dies dagegen an 0,9±1,3 bzw. an 2,3±2,2Zähnen der Fall.

Schlussfolgerung: Durch eine Modifikation der häuslichen Mundhygiene in Form eines zweimaligen Auftragens fluoridhaltiger Zahnpasta kombiniert mit einer effizienten regelmäßigen parodontalprophylaktischen Nachsorge kann die Neubildung von Wurzeloberflächen- und Kronenrandkaries bei älteren Menschen deutlich verringert werden, die parodontalen Verhältnisse lassen sich stabilisieren bzw. verbessern.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017; 72: ?-?)

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26.05.2017 Khaled Hamadi - Alexandra Paschka - Roland Göbel - Florentine Jahn
Verbundfestigkeit von 4 Glasfaserstiftsystemen bei Verwendung verschiedener Befestigungsmaterialien – eine In-vitro-Studie

Einführung: Der adhäsive Verbund von Glasfaserstiften zum Dentin ist ein wissenschaftlich gut belegtes Thema. Untersuchungen zum Verbund des Befestigungsmateriales mit dem Stift selbst sind allerdings rar. Ziel dieser Studie war es, die Verbundfestigkeit von 6 verschiedenen Befestigungsmaterialien mit 4 verschiedenen Glaserfaserstiftsystemen unter Laborbedingungen zu untersuchen.

Methode: Für die vorliegende Studie wurden die Stiftsysteme ER DentinPost Coated (ER), X-Post (XP), FRC Postec Plus (FRC) und Panavia Post (PP) sowie die Befestigungskomposite DentinBuild Evo (DB), Core X-Flow (CXF), Multilink Automix (ML), Panavia F 2.0 (PF), Variolink II (VL) und Rely X Unicem (RX) verwendet. Die Stifte und adhäsiven Befestigungssysteme wurden in allen möglichen Kombinationen einschließlich der jeweils vom Hersteller empfohlenen korrespondierenden Adhäsivsysteme getestet. Es ergaben sich 24Versuchsgruppen. Für jede der 24Gruppen wurden 16Probekörper hergestellt, wobei die Hälfte der jeweiligen Probekörper vor dem Abzugsversuch einer Thermowechsellast mit 25.000Zyklen zwischen 5°C und 55°C unterzogen wurden (n=192), während bei der anderen Hälfte der Abzugsversuch ohne vorherige Thermowechsellast durchgeführt wurde (n=192).

Ergebnisse: Das ER-Stiftsystem erzielte in Kombination mit dem Befestigungsmaterial CXF die höchsten Haftkraftwerte (39,3MPa). Die signifikant geringsten Werte wurden für das ER-System bei Verwendung des vom Hersteller empfohlenen Komposites DB beobachtet (p=0,001). Interessanterweise zeigten die Kombinationen der Stiftsysteme mit dem vom jeweiligen Hersteller empfohlenen Befestigungssystemen nie die bestmögliche Verbundfestigkeit. Unter den Befestigungsmaterialen wies RelyX mit durchschnittlich 27,2±9,2MPa die höchsten Haftwerte auf. Die der Thermowechsellast ausgesetzten Proben zeigten im Durchschnitt niedrigere Verbundfestigkeiten als jene ohne Thermowechsellast. Die Rangfolge im Hinblick auf die Verbundfestigkeiten der Stift-Befestigungsmaterial-Kombinationen blieb auch nach Thermowechsellast unverändert.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse dieser In-vitro-Studie zeigen, dass signifikante Unterschiede der Verbundfestigkeiten zwischen den verschiedenen Stift-Befestigungsmaterial-Kombinationen vorliegen. Dabei verfügte das ER-Stiftsystem in Kombination mit CXF über die höchste Verbundfestigkeit und sollte daher Anwendung in der klinischen Routine finden. Des Weiteren zeigte RelyX bei allen Stiftsystemen eine verlässliche Verbundfestigkeit (22,5–36,5MPa) und kann aufgrund seiner einfachen und zeitsparenden Verarbeitung ebenfalls für die klinische Anwendung empfohlen werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017; 72: ?–?)

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05.07.2017 Hüsamettin Günay - Karen Meyer-Wübbold
Effekt des zweimaligen Zähneputzens auf die dentale Plaqueentfernung bei jungen Senioren

Einführung: Bei der Prävention von Karies und Parodontitis spielt die effiziente Entfernung des Biofilms eine große Rolle, welche neben professionellen zahnärztlichen Maßnahmen durch eine effektive häusliche Mundhygiene erfolgen sollte. Die Qualität der häuslichen Plaqueentfernung ist jedoch in weiten Teilen der Bevölkerung unzureichend. Das Ziel der vorliegenden Pilotstudie war es zu untersuchen, ob eine einfache Modifikation bei der häuslichen Mundhygiene (zweimaliges Zähneputzen) unter Einhaltung einer Systematik effizient bezüglich der Plaqueentfernung bei älteren Menschen mit parodontal saniertem Gebiss ist.

Methode: Es wurden insgesamt 36Teilnehmer unseres Recall-Systems (unterstützende Parodontitistherapie) in die Studie einbezogen und diese wurden in 2Gruppen (Gruppe 1: 24Teilnehmer; 13männlich, 11weiblich; durchschnittliches Alter: 69,67±5,58Jahre; Gruppe 2: 12Teilnehmer; 10männlich, 2weiblich; durchschnittliches Alter: 71,17±5,81Jahre) aufgeteilt. Bei den Patienten wurde zu Beginn der Untersuchung (t0) der Approximalraumplaqueindex (API) und der modifizierte Quigley-Hein-Plaqueindex (QHI) erhoben. Anschließend wurden die Teilnehmer gebeten, mit ihren eigenen mitgebrachten Mundhygieneartikeln ihre übliche häusliche Mundhygiene nach einer speziellen Systematik (KIAZZ) durchzuführen. Daraufhin wurde erneut bei allen Teilnehmern der API und QHI erhoben (t1). Danach wurden die Teilnehmer beider Gruppen instruiert, sich noch einmal gesondert mit einer erbsengroßen Menge fluoridierter Zahnpasta mindestens eine Minute lang die bereits gereinigten Zahnoberflächen und das Zahnfleisch systematisch in kleinen kreisenden Bewegungen zu putzen (KIAZZPlus). Die Teilnehmer der Gruppe 2 sollten zusätzlich nach diesem Vorgang die Zahnzwischenräume nach vorheriger Instruktion mit einer elastischen, metallfreien Interdentalbürste mit Gummiborsten reinigen. Danach wurde wiederum bei allen Teilnehmern der API und QHI erhoben (t2).

Ergebnisse: In beiden Gruppen reduzierte sich der durchschnittliche API und QHI nach dem ersten Putzdurchgang im Vergleich zum Ausgangswert, was sich jedoch als nicht statistisch signifikant herausstellte (Gruppe 1 APIt0–t1: 3,95±7,63%; QHIt0–t1: 22,64%; Gruppe 2 APIt0–t1: 7,32±9,47%; QHIt0–t1: 25,00%). Nach dem zweiten Putzvorgang (t2) wurde der API und QHI in beiden Gruppen weiter verringert, was sich im Vergleich zum Zeitpunkt t1 als statistisch signifikant herausstellte (Gruppe 1 APIt1–t2: 24,69±20,26%; QHIt1–t2: 54,72%; Gruppe 2 APIt1–t2: 32,67±19,57%; QHIt1–t2: 48,57%). In Gruppe 2 konnte zu t2 im Vergleich zu Gruppe 1 eine höhere Reduktion des API erreicht werden, was sich jedoch nicht statistisch signifikant darstellte.

Schlussfolgerung: Durch eine Modifikation der häuslichen Mundhygiene in Form eines zweimaligen Zähneputzens unter Einhaltung einer Systematik wird im Vergleich zum einmaligen Zähneputzen eine höhere Reduktion der Plaqueindexwerte erreicht.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017; 72: ?-?)

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19.07.2017 Moritz Zimmermann - Christina Koller - Albert Mehl - Jan Kühnisch - Reinhard Hickel
CAD/CAM-Restaurationen aus hochgefülltem Komposit: erste klinische Ergebnisse nach 12 Monaten

Einführung: Indirekte Restaurationen, die mit der CAD/CAM-Technologie hergestellt wurden, weisen eine hohe klinische Erfolgsrate auf. Diese Studie untersucht das klinische Verhalten von indirekten Lava Ultimate-Restaurationen nach 12Monaten in Form einer einarmigen Kohortenstudie.

Methode: Die Restaurationen wurden mit dem indirekten CEREC-Verfahren (ACBluecam, MCXL) hergestellt. 60 indirekte Restaurationen wurden adhäsiv befestigt (Syntac, Variolink II). Nach 12Monaten konnten 55 indirekte Restaurationen ausgewertet werden (22Teilkronen, 18Endocrowns, 6Inlays, 7Kronen). Als Bewertungskriterien wurden modifizierte FDI-Kriterien angewandt. Die statistische Analyse zwischen Baseline- und Follow-up-Kriterien wurde mit dem Wilcoxon-Test (p0,05) durchgeführt.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Die Erfolgsrate der indirekten Lava Ultimate-Restaurationen nach 12Monaten betrug 96,4%. Zwei Restaurationen scheiterten klinisch in Folge von Debonding (Ausfallrate 3,6%). Diese Studie zeigt, dass indirekte Restaurationen aus Lava Ultimate eine hohe klinische Erfolgsrate aufweisen. Ein längerer klinischer Bewertungszeitraum scheint notwendig, um weitere Schlussfolgerungen zu ziehen.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017; 72: ?–?)

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18.09.2017 Anne Susan Lauenstein - Gehane El Chafei - Katharina Nagel
Ästhetische Rehabilitation mit Zirkonoxidkronen für das Milchgebiss

Einführung: Stahlkronen gelten in der Kinderzahnheilkunde seit jeher als Mittel der Wahl zur Versorgung mittel bis stark zerstörter Milchzähne. Aktuell wird vermehrt der erfolgreiche Einsatz im Sinne der simplen Hall-Technik basierend auf randomisierten Studien diskutiert.

Material und Methode: Es werden retrospektiv erlangte, nicht personenbezogene Daten im Sinne einer Karteikartenstudie über inserierte Vollzirkonoxidkronen im Vergleich zu Stahlkronen über einen Zeitraum von 20Monaten aus einer deutschen Kinderzahnarztpraxis vorgestellt.

Ergebnisse: Von 171 inserierten Stahlkronen wurden 6Kronen rezementiert (3,5%). Von 34eingegliederten Vollzirkonoxidkronen wurden 9 rezementiert (26,5%). Die Vollzirkonoxidkronen zeigen eine signifikant höhere Misserfolgsrate als die Stahlkronen (p-Wert: 0,002).

Diskussion: Die Vollzirkonoxidkrone für das Milchgebiss überzeugt aufgrund der hervorragenden Ästhetik. Sie erfordert allerdings eine weitaus invasivere Präparation, Werte zu Erfolgsraten sind aktuell noch nicht verfügbar und die Materialkosten sind weitaus höher. Darüber hinaus löst sie scheinbar mehr gingivale Probleme aus. In unserer Praxis zeigten Sie eine Misserfolgsrate hinsichtlich der Haltbarkeit auf dem Zahnstumpf von 26,5%.

Fazit: Es gilt zu überlegen, ob auf die Anwendung im Milch-seitenzahnbereich aufgrund einer „Übertherapie“ verzichtet werden und ihr Einsatz lediglich für den Milchfrontzahnbereich empfohlen werden soll.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017: 72: ?-?)

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01.12.2017 Joachim Enax - Matthias Epple
Die Charakterisierung von Putzkörpern in Zahnpasten

Zusammenfassung: Putzkörper sind essenziell für die Reinigungsleistung einer Zahnpasta und unterstützen damit die Mundgesundheit. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Putzkörper, die vor allem auf Silica und calciumhaltigen Verbindungen basieren. Insbesondere Silica-Putzkörper haben eine große Marktbedeutung, da die Abrasions- und Reinigungseigenschaften durch unterschiedliche Synthesebedingungen gezielt angepasst werden können. Außerdem sind sie innerhalb der Zahnpastenformulierung weitgehend inert, beispielsweise gegenüber Fluoriden. Die mechanische Charakterisierung von Putzkörpern (z.B. ihre Härte) ist aufgrund ihrer Größe (im µm-Bereich) und ihrer Form nur indirekt möglich. Hierzu gibt es unterschiedliche In-vitro-Methoden, wobei die RDA-Messung (Radioactive Dentin Abrasion) am Bekanntesten ist. Allerdings sind RDA-Messungen aufgrund ihrer Komplexität und der hohen Kosten keine Routineanalysen. Die Kombination des RDA-Werts mit weiteren Methoden wie Radioactive Enamel Abrasion (REA), Pellicle Cleaning Ratio (PCR), Profilometrie und Kupferabrasion verbessert die Aussagekraft. Grundsätzlich liefern alle diese Methoden Hinweise auf Abrasion und Reinigungsleistung von Putzkörpern in Zahnpasten. Aufgrund der Streuung der Ergebnisse sowie vielfältigen (individuell unterschiedlichen) Effekten wie der Art der Zahnbürste und des ausgeübten Drucks beim Zähneputzen lassen sich die im Labor gemessenen Ergebnisse nicht direkt auf die tägliche klinische Anwendung übertragen. Durch optimierte chemische Syntheseprozesse lässt sich aber insgesamt ein Trend zu effektiveren Putzkörpern feststellen (verbessertes RDA/PCR-Verhältnis).

(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: ?-?)

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