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06.09.2017 Karen Meyer-Wübbold - Alexander Rahman - Anastasia Stepura-Breunig - Ayse Alagöz - Werner Geurtsen - Hüsamettin Günay
Kenntnisstand von Frauen mit Migrationshintergrund über zahnärztliche Frühprävention

Einführung: Menschen mit Migrationshintergrund scheinen eine schlechtere Mundgesundheit als Menschen ohne Migrationshintergrund zu haben. Vor allem bei Kindern mit Migrationshintergrund ist eine höhere Kariesprävalenz zu beobachten. Das Gesundheitswesen steht somit vor der Aufgabe, Personen mit Migrationshintergrund effektiver in die zahnärztliche Versorgung einzubinden. Diese Studie sollte den aktuellen Kenntnisstand von Müttern 3– bis 4-jähriger Kinder mit russischem und türkischem Migrationshintergrund über die Zahn- und Mundgesundheit und Möglichkeiten der zahnärztlichen Gesundheitsfrühförderung evaluieren und diesen mit einer 10Jahre zurückliegenden Befragung vergleichen. Es sollte evaluiert werden, ob in dieser Bevölkerungsgruppe innerhalb von 10Jahren ein Informationszuwachs stattgefunden hat.

Methode: Mithilfe eines selbstkonzipierten Multiple-Choice-Fragebogens erfolgte in Form eines Face-to-Face-Interviews 2007 und 2016 eine Befragung von Müttern 3– bis 4-jähriger Kinder in Kindergärten, Kinderarztpraxen und sozialen Einrichtungen.

Ergebnisse: 2007 wurden insgesamt 300 (150 mit russischem und 150 mit türkischem Migrationshintergrund) und 2016 insgesamt 153Frauen (59 mit russischem und 94 mit türkischem Migrationshintergrund) befragt. 2007 zeigten sich bei beiden Gruppen ein unzureichendes Präventionsverhalten, sowie ein unzureichender Kenntnisstand über die Zahn- und Mundgesundheit ihrer Kinder und über die Möglichkeiten zahnärztlicher Frühpräventionsprogramme. Sowohl das Präventionsverhalten als auch der Kenntnisstand waren 2016 zwar höher, stellten sich allerdings noch immer als gering dar.

Schlussfolgerung: Um den Kenntnisstand bei Frauen mit Migrationshintergrund über die Zahn- und Mundgesundheit zu erhöhen, sollten spezielle zielgruppenorientierte Strategien entwickelt werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017; 72: ?-?)

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18.09.2017 Anne Susan Lauenstein - Gehane El Chafei - Katharina Nagel
Ästhetische Rehabilitation mit Zirkonoxidkronen für das Milchgebiss

Einführung: Stahlkronen gelten in der Kinderzahnheilkunde seit jeher als Mittel der Wahl zur Versorgung mittel bis stark zerstörter Milchzähne. Aktuell wird vermehrt der erfolgreiche Einsatz im Sinne der simplen Hall-Technik basierend auf randomisierten Studien diskutiert.

Material und Methode: Es werden retrospektiv erlangte, nicht personenbezogene Daten im Sinne einer Karteikartenstudie über inserierte Vollzirkonoxidkronen im Vergleich zu Stahlkronen über einen Zeitraum von 20Monaten aus einer deutschen Kinderzahnarztpraxis vorgestellt.

Ergebnisse: Von 171 inserierten Stahlkronen wurden 6Kronen rezementiert (3,5%). Von 34eingegliederten Vollzirkonoxidkronen wurden 9 rezementiert (26,5%). Die Vollzirkonoxidkronen zeigen eine signifikant höhere Misserfolgsrate als die Stahlkronen (p-Wert: 0,002).

Diskussion: Die Vollzirkonoxidkrone für das Milchgebiss überzeugt aufgrund der hervorragenden Ästhetik. Sie erfordert allerdings eine weitaus invasivere Präparation, Werte zu Erfolgsraten sind aktuell noch nicht verfügbar und die Materialkosten sind weitaus höher. Darüber hinaus löst sie scheinbar mehr gingivale Probleme aus. In unserer Praxis zeigten Sie eine Misserfolgsrate hinsichtlich der Haltbarkeit auf dem Zahnstumpf von 26,5%.

Fazit: Es gilt zu überlegen, ob auf die Anwendung im Milch-seitenzahnbereich aufgrund einer „Übertherapie“ verzichtet werden und ihr Einsatz lediglich für den Milchfrontzahnbereich empfohlen werden soll.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017: 72: ?-?)

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16.01.2018 Vanessa Gaarz - Karen Meyer-Wübbold - Werner Geurtsen - Hüsamettin Günay
Verankerung der „zahnärztlichen Gesundheitsfrühförderung“ in Mutterpass und Kinderuntersuchungsheft

Einleitung: Die Mütter sind von entscheidender Bedeutung für die gesundheitliche Entwicklung ihrer Kinder. Während der Schwangerschaft können Wechselwirkungen zwischen der oralen Gesundheit der werdenden Mutter und der Gesundheit des ungeborenen Kindes bestehen. In der Familie nehmen Mütter eine zentrale Rolle mit Vorbildfunktion ein, indem sie gesundheitsrelevante Verhaltensweisen an ihre Kinder weitergeben. Ziel dieses Projektes war die Evaluation einer zu Schwangerschaftsbeginn einsetzenden Gesundheitsfrühförderung von Mutter und Kind mit Verankerung prä- und postnataler zahnärztlicher Vorsorgeuntersuchungen in Mutterpass und Kinderuntersuchungsheft mithilfe fest integrierter Einlegehefte.

Methoden: Das Projekt gliederte sich in 3Phasen (Schwangerschaft, nach der Entbindung, nach dem 3.Lebensjahr des Kindes). Schwangere Patientinnen niedergelassener Gynäkologen wurden in das Projekt aufgenommen und einer Einlegeheft (EG)- und Info-Gruppe (IG) zugewiesen. Die Frauen der EG erhielten Einlegehefte für den Mutterpass und das Kinderuntersuchungsheft zur Vorlage beim Zahnarzt. Alle Teilnehmerinnen bekamen Informationen zur Zahn- und Mundgesundheit von Mutter und Kind und wurden zu Zahnarztbesuchen motiviert. Alle Mütter wurden im Verlauf des Projektes um das Ausfüllen von 3Fragebögen gebeten, die Mütter der EG zudem um die Rückgabe der ausgegebenen Einlegehefte. Nach dem 3.Lebensjahr der Kinder erfolgte eine zahnärztliche Untersuchung von Mutter und Kind. Als Kontrollgruppe (KG) dienten Mütter und ihre 3- bis 4-jährigen Kinder, welche in Kindertagesstätten rekrutiert wurden. Sie wurden ebenfalls schriftlich befragt und zahnärztlich untersucht. Die erhobenen klinischen Parameter waren der DMF-T/dmf-t-Index, der DMF-S/dmf-s-Index sowie der Kariessanierungsgrad.

Ergebnisse: Die Mütter der Projektgruppe wiesen nach Projektteilnahme ein besseres Gesundheitswissen und -verhalten auf als die Mütter der KG. Insbesondere die Mütter der EG, die eines der ausgegebenen Einlegehefte seit Geburt ihres Kindes beim Zahnarzt vorgelegt hatten (dEG), zeigten ein gesundheitsbewusstes Verhalten. Alle zahnärztlich untersuchten Kinder dieser Gruppe waren kariesfrei. Der Anteil von Kindern mit kariösen Läsionen und/oder bereits extrahierten Milchzähnen betrug in den anderen Gruppen zwischen 6,1% und 15%.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse des Projektes bekräftigen die Bedeutung zahnärztlicher Vorsorgeuntersuchungen von Mutter und Kind beginnend in der Schwangerschaft und mit fester Verankerung in Mutterpass und Kinderuntersuchungsheft. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit der beteiligten Berufsgruppen sollte weiter ausgebaut werden, um eine optimale Betreuung von Mutter und Kind zu gewährleisten. Die Studie zeigt, dass davon insbesondere auch Risikogruppen profitieren könnten, wie Familien mit Migrationshintergrund oder geringem sozioökonomischem Status.

(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: ?-?)

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02.02.2018 Karim Elhennawy - Paul-Georg Jost-Brinkmann - Paul Zaslansky - Ralf J. Radlanski - Falk Schwendicke
Was wissen wir über MIH-Schmelz? Eine systematische Literaturübersicht

Zusammenfassung: Ein besseres Verständnis der strukturellen, mechanischen und chemischen Eigenschaften von Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation-(MIH-)Schmelz kann helfen, zukünftige Studien zu entwickeln und klinische Empfehlungen abzuleiten. Die vorliegende Arbeit fasst Erkenntnisse einer kürzlich publizierten Übersichtsarbeit zu den Veränderungen von MIH-Schmelz – im Vergleich mit gesundem Schmelz – zusammen und leitet entsprechende Empfehlungen ab. MIH-Schmelz ist durch eine Verringerung der Mineralmenge und -qualität sowie eine reduzierte Härte und einen verringerten Elastizitätsmodul gekennzeichnet. MIH-Schmelz ist zudem poröser, Kohlenstoff-, Karbonat- und Protein-haltiger als normaler Schmelz. Auch lässt sich bei MIH-Schmelz schlechter ein retentives Ätzmuster erreichen. Für zukünftige laboranalytische Studien ist der Einsatz standardisierter Methoden, wenn möglich in Kombination miteinander, sowie die Verknüpfung histologisch-mechanisch-chemischer Eigenschaften mit klinischen Parametern (Schweregrad, Symptomatik) sinnvoll. Klinisch könnten eine Extension der Präparation in den (scheinbar) gesunden Schmelz, die Entfernung auch überhängender MIH-Schmelzareale, der Einsatz biegefesterer Materialien und eine modifizierte Konditionierung des MIH-Schmelzes die Prognose von Restaurationen in MIH-Zähnen verbessern.

(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: ?-?)

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10.04.2018 Steffen Müller - Stefan Rupf - Natalia Umanskaja - Matthias Hannig
Nachweis der Aktivität von Matrix-Metalloproteinasen (MMP‘s) im Wurzeldentin humaner Zähne

Einführung: Matrix-Metalloproteinasen (MMP‘s) spielen eine wichtige Rolle bei der Zahnhartsubstanzbildung. Sie sind als proteolytische Enzyme an der Degradation von Proteinen der extrazellulären Matrix in der oralen Umgebung einschließlich der dentalen Hartgewebe beteiligt. Ihre unregulierte Aktivität steht mit Krankheitsprozessen in Verbindung. Seit einiger Zeit wird eine Beteiligung der MMP‘s an der Ausbreitung kariöser Läsionen diskutiert. Lokalisation und Verteilung der MMP‘s im Dentin nach abgeschlossener Zahnentwicklung sind bisher nicht aufgeklärt und sollen in dieser Studie untersucht werden.

Material und Methode: Als Untersuchungsmaterial wurde Wurzeldentin von 30humanen Zähnen verwendet. Insgesamt wurden 3Untersuchungsgruppen mit jeweils 10Zähnen gebildet: UG1: endodontisch behandelte Zähne, UG2: nicht endodontisch behandelte Zähne und UG3: noch nicht in der Mundhöhle exponierte Zähne. Die enzymatische Aktivitätsmessung wurde mit einem Gelatinase-/Kollagenase-Assay an 90Dentin-Scheiben, die jeweils aus dem koronalen, medialen und apikalen Wurzeldentin gewonnen wurden, über 2h jeweils zum Zeitpunkt 0min, 30min, 60min, 120min, durchgeführt. Die Mittelwerte der MMP-Aktivität über 2h in µU/mg Dentin wurden mit dem Shapiro-Wilk-Test auf Normalverteilung geprüft. Der Vergleich der koronalen, medialen und apikalen Werte innerhalb der Gruppen erfolgte mit dem gepaarten T-Test, während die Unterschiede der Mittelwerte zwischen den Untersuchungsgruppen mit dem ungepaarten T-Test überprüft wurden. Als Signifikanzniveau wurde ein Wert von p?0,05 definiert.

Ergebnisse: An allen Dentin-Scheiben konnte enzyma-tische Aktivität nachgewiesen werden. Bezogen auf das Dentin der gesamten Zahnwurzel wurden über 2h für UG1 (endodontisch behandelt) im Mittel 4,8×10-1µU/mg, für UG2 (nicht endodontisch behandelt) 4,7×10-1µU/mg und für die Zähne der UG3 (noch nicht in der Mundhöhle exponiert) 4,8×10-1µU/mg enzymatischer Aktivität ermittelt. Die Ergebnisse der UG1, UG2 und UG3 unterschieden sich statistisch nicht voneinander. Innerhalb der Untersuchungsgruppen konnten von koronal nach apikal für UG1 mit Aktivitätswerten von 4,4×10-1µU/mg für die koronale Schnittebene, 4,7×10-1µU/mg für die mediale Schnittebene und 5,4×10-1µU/mg für die apikale Schnittebene statistisch signifikante Unterschiede gemessen werden. Für UG2 wurden für die koronale Ebene mit 4,2×10-1µU/mg, für die mediale mit 4,7×10-1µU/mg und für die apikale Ebene mit 5,1×10-1µU/mg Aktivität ebenfalls statistisch signifikante Unterschiede gemessen. In UG3 unterschieden sich die Werte aller Ebenen, 3,8×10-1µU/mg für die koronale Schnittebene, 4,5×10-1µU/mg für die mediale Schnittebene und 6,0×10-1µU/mg für die apikale Schnittebene, statistisch signifikant voneinander.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse dieser Studie wiesen erstmals MMP-Aktivität am Dentin-Hartmaterial nach. In allen Untersuchungsgruppen nahm die MMP-Aktivität von koronal nach apikal zu. Die generell bestehende Aktivierbarkeit von MMP‘s, die seit ihrer Synthetisierung und Sezernierung in die mineralisierte Dentin-Matrix bei der Dentinogenese eingeschlossen waren, zeigt die außerordentliche Stabilität und Langlebigkeit dieser Enzyme.(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: ?-?)

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