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16.04.2018 Dominik Groß
Zahnärzte als Täter

Zusammenfassung: Der vorliegende Beitrag präsentiert und diskutiert die Zwischenergebnisse des Aufarbeitungsprojekts zur Rolle der deutschen Zahnärzte im „Dritten Reich“. Dabei setzt er seinen Schwerpunkt bewusst auf Zahnärzte als Täter. Den Ausgangspunkt des Aufsatzes bilden Erklärungsansätze für die vergleichsweise späte Aufarbeitungsinitiative. Anschließend gilt es das Verhältnis der zeitgenössischen Zahnärzteschaft zum aufstrebenden Nationalsozialismus am Ende der Weimarer Republik sowie die strukturellen und organisatorischen Veränderungen der deutschen Zahnärzteschaft nach der Machtergreifung Hitlers zu umreißen. Es folgen eine konzise Darstellung zu den Zahnärzten, die als Opfer der Nationalsozialisten anzusehen sind, sowie eine kritische Diskussion von Fällen, die weder in die Täter- noch in die Opferkategorie zu passen scheinen. Im Mittelpunkt des Beitrags steht jedoch die Gruppe der Zahnärzte, die im „Dritten Reich“ eindeutig als Täter hervortraten. Dabei werden einzelne Täterrollen differenziert und die jeweilige Verstrickung der Zahnärzte erläutert. Schließlich gilt es zu klären, inwieweit es den Betreffenden gelang, ihre Karrieren nach 1945 fortzusetzen.

Der Beitrag dokumentiert eine erhebliche Verstrickung deutscher Zahnärzte und Kieferchirurgen in das politische System – im Bereich der Waffen-SS, in den Konzentrationslagern, im Diskurs um die Zwangssterilisationen von Spaltträgern, bei der „Säuberung“ der Hochschulen sowie bei der Verbreitung rassenhygienischer und antisemitischer Ideen im Rahmen der „Biologischen Zahnheilkunde“ und der „arteigenen“ Ernährung. Zudem ist festzuhalten, dass die Mehrheit der Täter ihre Karrieren nach 1945 fortsetzen oder sogar ausbauen konnte.

(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: ??–??)

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18.09.2017 Anne Susan Lauenstein - Gehane El Chafei - Katharina Nagel
Ästhetische Rehabilitation mit Zirkonoxidkronen für das Milchgebiss

Einführung: Stahlkronen gelten in der Kinderzahnheilkunde seit jeher als Mittel der Wahl zur Versorgung mittel bis stark zerstörter Milchzähne. Aktuell wird vermehrt der erfolgreiche Einsatz im Sinne der simplen Hall-Technik basierend auf randomisierten Studien diskutiert.

Material und Methode: Es werden retrospektiv erlangte, nicht personenbezogene Daten im Sinne einer Karteikartenstudie über inserierte Vollzirkonoxidkronen im Vergleich zu Stahlkronen über einen Zeitraum von 20Monaten aus einer deutschen Kinderzahnarztpraxis vorgestellt.

Ergebnisse: Von 171 inserierten Stahlkronen wurden 6Kronen rezementiert (3,5%). Von 34eingegliederten Vollzirkonoxidkronen wurden 9 rezementiert (26,5%). Die Vollzirkonoxidkronen zeigen eine signifikant höhere Misserfolgsrate als die Stahlkronen (p-Wert: 0,002).

Diskussion: Die Vollzirkonoxidkrone für das Milchgebiss überzeugt aufgrund der hervorragenden Ästhetik. Sie erfordert allerdings eine weitaus invasivere Präparation, Werte zu Erfolgsraten sind aktuell noch nicht verfügbar und die Materialkosten sind weitaus höher. Darüber hinaus löst sie scheinbar mehr gingivale Probleme aus. In unserer Praxis zeigten Sie eine Misserfolgsrate hinsichtlich der Haltbarkeit auf dem Zahnstumpf von 26,5%.

Fazit: Es gilt zu überlegen, ob auf die Anwendung im Milch-seitenzahnbereich aufgrund einer „Übertherapie“ verzichtet werden und ihr Einsatz lediglich für den Milchfrontzahnbereich empfohlen werden soll.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017: 72: ?-?)

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