SORTIEREN NACH: DATUM | TITEL

ONLINE FIRST
06.09.2017 Karen Meyer-Wübbold - Alexander Rahman - Anastasia Stepura-Breunig - Ayse Alagöz - Werner Geurtsen - Hüsamettin Günay
Kenntnisstand von Frauen mit Migrationshintergrund über zahnärztliche Frühprävention

Einführung: Menschen mit Migrationshintergrund scheinen eine schlechtere Mundgesundheit als Menschen ohne Migrationshintergrund zu haben. Vor allem bei Kindern mit Migrationshintergrund ist eine höhere Kariesprävalenz zu beobachten. Das Gesundheitswesen steht somit vor der Aufgabe, Personen mit Migrationshintergrund effektiver in die zahnärztliche Versorgung einzubinden. Diese Studie sollte den aktuellen Kenntnisstand von Müttern 3– bis 4-jähriger Kinder mit russischem und türkischem Migrationshintergrund über die Zahn- und Mundgesundheit und Möglichkeiten der zahnärztlichen Gesundheitsfrühförderung evaluieren und diesen mit einer 10Jahre zurückliegenden Befragung vergleichen. Es sollte evaluiert werden, ob in dieser Bevölkerungsgruppe innerhalb von 10Jahren ein Informationszuwachs stattgefunden hat.

Methode: Mithilfe eines selbstkonzipierten Multiple-Choice-Fragebogens erfolgte in Form eines Face-to-Face-Interviews 2007 und 2016 eine Befragung von Müttern 3– bis 4-jähriger Kinder in Kindergärten, Kinderarztpraxen und sozialen Einrichtungen.

Ergebnisse: 2007 wurden insgesamt 300 (150 mit russischem und 150 mit türkischem Migrationshintergrund) und 2016 insgesamt 153Frauen (59 mit russischem und 94 mit türkischem Migrationshintergrund) befragt. 2007 zeigten sich bei beiden Gruppen ein unzureichendes Präventionsverhalten, sowie ein unzureichender Kenntnisstand über die Zahn- und Mundgesundheit ihrer Kinder und über die Möglichkeiten zahnärztlicher Frühpräventionsprogramme. Sowohl das Präventionsverhalten als auch der Kenntnisstand waren 2016 zwar höher, stellten sich allerdings noch immer als gering dar.

Schlussfolgerung: Um den Kenntnisstand bei Frauen mit Migrationshintergrund über die Zahn- und Mundgesundheit zu erhöhen, sollten spezielle zielgruppenorientierte Strategien entwickelt werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017; 72: ?-?)

» kompletten Artikel lesen

26.05.2017 Khaled Hamadi - Alexandra Paschka - Roland Göbel - Florentine Jahn
Verbundfestigkeit von 4 Glasfaserstiftsystemen bei Verwendung verschiedener Befestigungsmaterialien – eine In-vitro-Studie

Einführung: Der adhäsive Verbund von Glasfaserstiften zum Dentin ist ein wissenschaftlich gut belegtes Thema. Untersuchungen zum Verbund des Befestigungsmateriales mit dem Stift selbst sind allerdings rar. Ziel dieser Studie war es, die Verbundfestigkeit von 6 verschiedenen Befestigungsmaterialien mit 4 verschiedenen Glaserfaserstiftsystemen unter Laborbedingungen zu untersuchen.

Methode: Für die vorliegende Studie wurden die Stiftsysteme ER DentinPost Coated (ER), X-Post (XP), FRC Postec Plus (FRC) und Panavia Post (PP) sowie die Befestigungskomposite DentinBuild Evo (DB), Core X-Flow (CXF), Multilink Automix (ML), Panavia F 2.0 (PF), Variolink II (VL) und Rely X Unicem (RX) verwendet. Die Stifte und adhäsiven Befestigungssysteme wurden in allen möglichen Kombinationen einschließlich der jeweils vom Hersteller empfohlenen korrespondierenden Adhäsivsysteme getestet. Es ergaben sich 24Versuchsgruppen. Für jede der 24Gruppen wurden 16Probekörper hergestellt, wobei die Hälfte der jeweiligen Probekörper vor dem Abzugsversuch einer Thermowechsellast mit 25.000Zyklen zwischen 5°C und 55°C unterzogen wurden (n=192), während bei der anderen Hälfte der Abzugsversuch ohne vorherige Thermowechsellast durchgeführt wurde (n=192).

Ergebnisse: Das ER-Stiftsystem erzielte in Kombination mit dem Befestigungsmaterial CXF die höchsten Haftkraftwerte (39,3MPa). Die signifikant geringsten Werte wurden für das ER-System bei Verwendung des vom Hersteller empfohlenen Komposites DB beobachtet (p=0,001). Interessanterweise zeigten die Kombinationen der Stiftsysteme mit dem vom jeweiligen Hersteller empfohlenen Befestigungssystemen nie die bestmögliche Verbundfestigkeit. Unter den Befestigungsmaterialen wies RelyX mit durchschnittlich 27,2±9,2MPa die höchsten Haftwerte auf. Die der Thermowechsellast ausgesetzten Proben zeigten im Durchschnitt niedrigere Verbundfestigkeiten als jene ohne Thermowechsellast. Die Rangfolge im Hinblick auf die Verbundfestigkeiten der Stift-Befestigungsmaterial-Kombinationen blieb auch nach Thermowechsellast unverändert.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse dieser In-vitro-Studie zeigen, dass signifikante Unterschiede der Verbundfestigkeiten zwischen den verschiedenen Stift-Befestigungsmaterial-Kombinationen vorliegen. Dabei verfügte das ER-Stiftsystem in Kombination mit CXF über die höchste Verbundfestigkeit und sollte daher Anwendung in der klinischen Routine finden. Des Weiteren zeigte RelyX bei allen Stiftsystemen eine verlässliche Verbundfestigkeit (22,5–36,5MPa) und kann aufgrund seiner einfachen und zeitsparenden Verarbeitung ebenfalls für die klinische Anwendung empfohlen werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017; 72: ?–?)

» kompletten Artikel lesen

19.07.2017 Moritz Zimmermann - Christina Koller - Albert Mehl - Jan Kühnisch - Reinhard Hickel
CAD/CAM-Restaurationen aus hochgefülltem Komposit: erste klinische Ergebnisse nach 12 Monaten

Einführung: Indirekte Restaurationen, die mit der CAD/CAM-Technologie hergestellt wurden, weisen eine hohe klinische Erfolgsrate auf. Diese Studie untersucht das klinische Verhalten von indirekten Lava Ultimate-Restaurationen nach 12Monaten in Form einer einarmigen Kohortenstudie.

Methode: Die Restaurationen wurden mit dem indirekten CEREC-Verfahren (ACBluecam, MCXL) hergestellt. 60 indirekte Restaurationen wurden adhäsiv befestigt (Syntac, Variolink II). Nach 12Monaten konnten 55 indirekte Restaurationen ausgewertet werden (22Teilkronen, 18Endocrowns, 6Inlays, 7Kronen). Als Bewertungskriterien wurden modifizierte FDI-Kriterien angewandt. Die statistische Analyse zwischen Baseline- und Follow-up-Kriterien wurde mit dem Wilcoxon-Test (p0,05) durchgeführt.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Die Erfolgsrate der indirekten Lava Ultimate-Restaurationen nach 12Monaten betrug 96,4%. Zwei Restaurationen scheiterten klinisch in Folge von Debonding (Ausfallrate 3,6%). Diese Studie zeigt, dass indirekte Restaurationen aus Lava Ultimate eine hohe klinische Erfolgsrate aufweisen. Ein längerer klinischer Bewertungszeitraum scheint notwendig, um weitere Schlussfolgerungen zu ziehen.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017; 72: ?–?)

» kompletten Artikel lesen

18.09.2017 Anne Susan Lauenstein - Gehane El Chafei - Katharina Nagel
Ästhetische Rehabilitation mit Zirkonoxidkronen für das Milchgebiss

Einführung: Stahlkronen gelten in der Kinderzahnheilkunde seit jeher als Mittel der Wahl zur Versorgung mittel bis stark zerstörter Milchzähne. Aktuell wird vermehrt der erfolgreiche Einsatz im Sinne der simplen Hall-Technik basierend auf randomisierten Studien diskutiert.

Material und Methode: Es werden retrospektiv erlangte, nicht personenbezogene Daten im Sinne einer Karteikartenstudie über inserierte Vollzirkonoxidkronen im Vergleich zu Stahlkronen über einen Zeitraum von 20Monaten aus einer deutschen Kinderzahnarztpraxis vorgestellt.

Ergebnisse: Von 171 inserierten Stahlkronen wurden 6Kronen rezementiert (3,5%). Von 34eingegliederten Vollzirkonoxidkronen wurden 9 rezementiert (26,5%). Die Vollzirkonoxidkronen zeigen eine signifikant höhere Misserfolgsrate als die Stahlkronen (p-Wert: 0,002).

Diskussion: Die Vollzirkonoxidkrone für das Milchgebiss überzeugt aufgrund der hervorragenden Ästhetik. Sie erfordert allerdings eine weitaus invasivere Präparation, Werte zu Erfolgsraten sind aktuell noch nicht verfügbar und die Materialkosten sind weitaus höher. Darüber hinaus löst sie scheinbar mehr gingivale Probleme aus. In unserer Praxis zeigten Sie eine Misserfolgsrate hinsichtlich der Haltbarkeit auf dem Zahnstumpf von 26,5%.

Fazit: Es gilt zu überlegen, ob auf die Anwendung im Milch-seitenzahnbereich aufgrund einer „Übertherapie“ verzichtet werden und ihr Einsatz lediglich für den Milchfrontzahnbereich empfohlen werden soll.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017: 72: ?-?)

» kompletten Artikel lesen

19.12.2017 Maximilian Gahr - Bernhard J. Connemann - Carlos Schönfeldt-Lecuona - Roland W. Freudenmann - Jamal M. Stein - Anna-Katharina Hawlik
Subjektive Bewertung der Relevanz zahnmedizinisch relevanter unerwünschter Arzneimittelwirkungen von Psychopharmaka: Ergebnisse einer Befragung von Zahn- und Nervenärzten

Einleitung: Psychopharmaka gehören zu den am häufigsten verordneten Medikamenten und können zu erheblichen Beeinträchtigungen im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich führen. Dies wird im klinischen Kontext häufig nicht ausreichend berücksichtigt. Gegenwärtig fehlen pharmakoepidemiologische Daten hierzu.

Material und Methode: Es wurde eine fragebogengestützte Querschnittbefragung von zwei nicht-repräsentativen Stichproben von Nerven- (n=134/517; Teilnahmequote 25,9%) und Zahnärzten (n=236/664; Teilnahmequote 35,5 %) durchgeführt.

Ergebnisse: Die meisten Nerven- (79,7 %) und Zahnärzte (76,5 %) gaben an zu glauben, dass Psychopharmaka Beeinträchtigungen im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich verursachen können; in beiden Gruppen gab es einen etwa gleich großen, nicht unerheblichen Anteil, der nicht an das Risiko für zahnmedizinisch relevante unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) von Psychopharmaka glaubte (Nervenärzte 20,3 %; Zahnärzte 23,5 %). Etwa ein Drittel der Teilnehmer beider Stichproben (Nervenärzte 34,9 %; Zahnärzte 35,9 %) hielt zahnmedizinisch relevante UAW von Psychopharmaka für ein ernst zu nehmendes Gesundheitsproblem, während die Mehrheit beider Stichproben dies verneinte. In beiden Gruppen gab die Mehrheit an (Nervenärzte 97,8 %; Zahnärzte 97,0 %), noch nie eine zahnmedizinisch relevante UAW eines Psychopharmakons offiziell gemeldet zu haben.

Diskussion und Schlussfolgerungen: Die meisten Nerven- und Zahnärzte scheinen sich des Risikos für zahnmedizinische UAW durch Psychopharmaka bewusst zu sein, während die Minderheit dies für ein ernst zu nehmendes Gesundheitsproblem hält. Ein nicht unerheblicher Teil beider Gruppen scheint Psychopharmaka in Bezug auf zahnmedizinisch relevante UAW für irrelevant zu erachten, sodass in beiden Gruppen diesbezüglich Informationsbedarf zu bestehen scheint. Bei Nerven- und Zahnärzten scheint die Bereitschaft für das offizielle Melden von zahnmedizinisch relevanten UAW von Psychopharmaka gering zu sein; die Beurteilung der tatsächlichen Relevanz dieses arzneimittelassoziierten Risikos wird durch das Fehlen offizieller Meldungen entsprechender UAW erschwert.

(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: ?-?)

» kompletten Artikel lesen

05.01.2018 Friedrich Müller - Janine Müller - Maximilian Schmidt-Breitung
Entstehung und Nachweis von Nanopartikeln durch Abrieb von Titanimplantaten

Hintergrund und Forschungsfrage: Die Osseointegration dentaler Titanimplantate hängt maßgeblich von der Mikrostruktur und Rauigkeit der Implantatoberfläche ab. Die in der Literatur beschriebene Phagozytose von Titannanopartikeln und die damit einhergehenden Entzündungsreaktionen können sich ungünstig auf die Osseointegration auswirken. Das Ziel dieser In-vitro-Pilotstudie ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob und in welcher Größenordnung bei der Insertion von Titanimplantaten Nanopartikel durch Abrieb entstehen können. Es handelt sich um eine deskriptive Machbarkeitsstudie zur Problemdarstellung und Evaluation des Detektionslimits.

Material und Methoden: Nach Implantatinsertion in D1-Kunstknochen wurden die Bohrprofile anhand Rasterelektronenmikroskopie (REM) und energiedispersiver Röntgenspektroskopie (EDX) auf die Präsenz von Titannanopartikeln untersucht. Als Positivkontrolle dienten Titannanopartikel in zuvor hergestellten Suspensionen. Nicht verwendetes Kunstknochenmaterial und Implantatbohrer dienten als Negativkontrolle. Die vorliegende Pilotuntersuchung wurde an CONELOG-Implantaten der Firma CAMLOG durchgeführt. Es wurden 4Implantate mit zwei unterschiedlichen Durchmessern (3,8mm und 4,3mm) und einer Länge von 13mm verwendet.

Ergebnis: In den als Positivkontrollen verwendeten Suspensionen konnten Titannanopartikel bis zu einer Größe von 50–80nm nachgewiesen werden. Die Untersuchung eines nicht verwendeten Bohrers ergab eine homogene Legierungszusammensetzung mit nur vereinzelten Spuren von Titan. Ebenso konnte in der Analyse des Kunstknochenmaterials Titan nur in sehr geringen Mengen nachgewiesen werden. Die Größe der im Kunstknochenmaterial detektierten Titanpartikel betrug 100–150nm und machte zwischen 0,17 und 0,47 Atomprozent aus.

Schlussfolgerung: Das Entstehen von Abriebpartikeln bei der Insertion von Titanimplantaten in D1-Kunstknochen konnte anhand von REM- und EDX-Analysen mit dieser Machbarkeitsstudie nachgewiesen werden. Dabei war die Wahrscheinlichkeit des Auffindens von Titanpartikeln in der Tiefe der Gewindegänge im Bohrstollen höher als im Gewindegrund. Als Ursache wird der innigere Kontakt der Gewindespitze mit dem Kunstknochenmaterial im Vergleich zum Gewindegrund des Implantates angenommen. Die Limitation dieser Untersuchung liegt in der durch Aufladungsartefakte bedingten Bildverzerrung bei sehr großen Vergrößerungen, sodass Partikel, deren Durchmesser weniger als 100nm betrug, mittels REM oder EDX nicht mehr detektierbar waren.

(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: ?-?)

» kompletten Artikel lesen

16.01.2018 Vanessa Gaarz - Karen Meyer-Wübbold - Werner Geurtsen - Hüsamettin Günay
Verankerung der „zahnärztlichen Gesundheitsfrühförderung“ in Mutterpass und Kinderuntersuchungsheft

Einleitung: Die Mütter sind von entscheidender Bedeutung für die gesundheitliche Entwicklung ihrer Kinder. Während der Schwangerschaft können Wechselwirkungen zwischen der oralen Gesundheit der werdenden Mutter und der Gesundheit des ungeborenen Kindes bestehen. In der Familie nehmen Mütter eine zentrale Rolle mit Vorbildfunktion ein, indem sie gesundheitsrelevante Verhaltensweisen an ihre Kinder weitergeben. Ziel dieses Projektes war die Evaluation einer zu Schwangerschaftsbeginn einsetzenden Gesundheitsfrühförderung von Mutter und Kind mit Verankerung prä- und postnataler zahnärztlicher Vorsorgeuntersuchungen in Mutterpass und Kinderuntersuchungsheft mithilfe fest integrierter Einlegehefte.

Methoden: Das Projekt gliederte sich in 3Phasen (Schwangerschaft, nach der Entbindung, nach dem 3.Lebensjahr des Kindes). Schwangere Patientinnen niedergelassener Gynäkologen wurden in das Projekt aufgenommen und einer Einlegeheft (EG)- und Info-Gruppe (IG) zugewiesen. Die Frauen der EG erhielten Einlegehefte für den Mutterpass und das Kinderuntersuchungsheft zur Vorlage beim Zahnarzt. Alle Teilnehmerinnen bekamen Informationen zur Zahn- und Mundgesundheit von Mutter und Kind und wurden zu Zahnarztbesuchen motiviert. Alle Mütter wurden im Verlauf des Projektes um das Ausfüllen von 3Fragebögen gebeten, die Mütter der EG zudem um die Rückgabe der ausgegebenen Einlegehefte. Nach dem 3.Lebensjahr der Kinder erfolgte eine zahnärztliche Untersuchung von Mutter und Kind. Als Kontrollgruppe (KG) dienten Mütter und ihre 3- bis 4-jährigen Kinder, welche in Kindertagesstätten rekrutiert wurden. Sie wurden ebenfalls schriftlich befragt und zahnärztlich untersucht. Die erhobenen klinischen Parameter waren der DMF-T/dmf-t-Index, der DMF-S/dmf-s-Index sowie der Kariessanierungsgrad.

Ergebnisse: Die Mütter der Projektgruppe wiesen nach Projektteilnahme ein besseres Gesundheitswissen und -verhalten auf als die Mütter der KG. Insbesondere die Mütter der EG, die eines der ausgegebenen Einlegehefte seit Geburt ihres Kindes beim Zahnarzt vorgelegt hatten (dEG), zeigten ein gesundheitsbewusstes Verhalten. Alle zahnärztlich untersuchten Kinder dieser Gruppe waren kariesfrei. Der Anteil von Kindern mit kariösen Läsionen und/oder bereits extrahierten Milchzähnen betrug in den anderen Gruppen zwischen 6,1% und 15%.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse des Projektes bekräftigen die Bedeutung zahnärztlicher Vorsorgeuntersuchungen von Mutter und Kind beginnend in der Schwangerschaft und mit fester Verankerung in Mutterpass und Kinderuntersuchungsheft. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit der beteiligten Berufsgruppen sollte weiter ausgebaut werden, um eine optimale Betreuung von Mutter und Kind zu gewährleisten. Die Studie zeigt, dass davon insbesondere auch Risikogruppen profitieren könnten, wie Familien mit Migrationshintergrund oder geringem sozioökonomischem Status.

(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: ?-?)

» kompletten Artikel lesen

16.01.2018 Constanze Olms - Lisa Charlott Behrendt - Rainer Haak
Vergleich zur Verbundfestigkeit von Resin-Nano-Keramikkronen auf einteiligen ZrO2- und Ti-Implantaten – eine Pilotstudie

Einführung: Resin-Nano-Keramiken haben eine duale Netzwerkstruktur und vereinen potenziell die Vorteile von Keramiken und Kompositen. Sie können nur adhäsiv befestigt werden. Es gibt in der Literatur bislang keine Studien, die sich mit dem Verbund von Komposit-Matrix-Keramiken auf einteiligen Implantaten befassen. Ziel dieser Studie war es, die Wirksamkeit der Vorbehandlung von Implantatoberflächen bezüglich des adhäsiven Verbundes mit einer Resin-Nano-Keramik zu untersuchen.

Material und Methode: 20 einteilige Versuchsimplantate (VI) (ZrO2 n=10/Ti n=10) wurden randomisiert in 4Gruppen aufgeteilt. Je 5VI beider Materialgruppen wurden sandgestrahlt (sb) (?30?m, 1Bar) und alle mit einer Krone aus Lava Ultimate (LU, 3M Espe) versorgt. Alle Kronen (Zahn 14) wurden mittels CAD/CAM-Verfahren identisch hergestellt und adhäsiv mit RelyX Ultimate (3M Espe) befestigt. Nach den Abzugsversuchen (Z010, Zwick GmbH Co.KG) wurden bei 0,65-facher Vergrößerung lichtmikroskopische Abbildungen zur Verteilung des adhäsiven Befestigungsmaterials auf den Kroneninnenflächen und der Implantatoberflächen angefertigt. Die statistische Auswertung erfolgte deskriptiv.

Ergebnisse: Die Haftfestigkeit an sb-Implantatoberflächen war höher als an nsb. Bei Ti (sb) lag der Mittelwert bei M= 589,51±87,8N. Bei ZrO2 (sb) war M=731,41±93,7N. Die nsb-Implantatoberflächen zeigten für Ti M=157,55 ±36,4N und für ZrO2 M=44,69±13,51N. Das Befestigungsmaterial befand sich nach dem Abziehen fast ausschließlich in den Kroneninnenflächen.

Schlussfolgerung: Sandgestrahltes Zirkoniumdioxid zeigt einen festeren Verbund zur Resin-Nano-Keramik. Somit führt die Vorbehandlung der Implantatoberflächen von einteiligen Implantaten insgesamt zu einer höheren Haftkraft der Restaurationen und sollte im klinischen Einsatz berücksichtigt werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: ?-?)

» kompletten Artikel lesen

02.02.2018 Karim Elhennawy - Paul-Georg Jost-Brinkmann - Paul Zaslansky - Ralf J. Radlanski - Falk Schwendicke
Was wissen wir über MIH-Schmelz? Eine systematische Literaturübersicht

Zusammenfassung: Ein besseres Verständnis der strukturellen, mechanischen und chemischen Eigenschaften von Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation-(MIH-)Schmelz kann helfen, zukünftige Studien zu entwickeln und klinische Empfehlungen abzuleiten. Die vorliegende Arbeit fasst Erkenntnisse einer kürzlich publizierten Übersichtsarbeit zu den Veränderungen von MIH-Schmelz – im Vergleich mit gesundem Schmelz – zusammen und leitet entsprechende Empfehlungen ab. MIH-Schmelz ist durch eine Verringerung der Mineralmenge und -qualität sowie eine reduzierte Härte und einen verringerten Elastizitätsmodul gekennzeichnet. MIH-Schmelz ist zudem poröser, Kohlenstoff-, Karbonat- und Protein-haltiger als normaler Schmelz. Auch lässt sich bei MIH-Schmelz schlechter ein retentives Ätzmuster erreichen. Für zukünftige laboranalytische Studien ist der Einsatz standardisierter Methoden, wenn möglich in Kombination miteinander, sowie die Verknüpfung histologisch-mechanisch-chemischer Eigenschaften mit klinischen Parametern (Schweregrad, Symptomatik) sinnvoll. Klinisch könnten eine Extension der Präparation in den (scheinbar) gesunden Schmelz, die Entfernung auch überhängender MIH-Schmelzareale, der Einsatz biegefesterer Materialien und eine modifizierte Konditionierung des MIH-Schmelzes die Prognose von Restaurationen in MIH-Zähnen verbessern.

(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: ?-?)

» kompletten Artikel lesen

10.04.2018 Steffen Müller - Stefan Rupf - Natalia Umanskaja - Matthias Hannig
Nachweis der Aktivität von Matrix-Metalloproteinasen (MMP‘s) im Wurzeldentin humaner Zähne

Einführung: Matrix-Metalloproteinasen (MMP‘s) spielen eine wichtige Rolle bei der Zahnhartsubstanzbildung. Sie sind als proteolytische Enzyme an der Degradation von Proteinen der extrazellulären Matrix in der oralen Umgebung einschließlich der dentalen Hartgewebe beteiligt. Ihre unregulierte Aktivität steht mit Krankheitsprozessen in Verbindung. Seit einiger Zeit wird eine Beteiligung der MMP‘s an der Ausbreitung kariöser Läsionen diskutiert. Lokalisation und Verteilung der MMP‘s im Dentin nach abgeschlossener Zahnentwicklung sind bisher nicht aufgeklärt und sollen in dieser Studie untersucht werden.

Material und Methode: Als Untersuchungsmaterial wurde Wurzeldentin von 30humanen Zähnen verwendet. Insgesamt wurden 3Untersuchungsgruppen mit jeweils 10Zähnen gebildet: UG1: endodontisch behandelte Zähne, UG2: nicht endodontisch behandelte Zähne und UG3: noch nicht in der Mundhöhle exponierte Zähne. Die enzymatische Aktivitätsmessung wurde mit einem Gelatinase-/Kollagenase-Assay an 90Dentin-Scheiben, die jeweils aus dem koronalen, medialen und apikalen Wurzeldentin gewonnen wurden, über 2h jeweils zum Zeitpunkt 0min, 30min, 60min, 120min, durchgeführt. Die Mittelwerte der MMP-Aktivität über 2h in µU/mg Dentin wurden mit dem Shapiro-Wilk-Test auf Normalverteilung geprüft. Der Vergleich der koronalen, medialen und apikalen Werte innerhalb der Gruppen erfolgte mit dem gepaarten T-Test, während die Unterschiede der Mittelwerte zwischen den Untersuchungsgruppen mit dem ungepaarten T-Test überprüft wurden. Als Signifikanzniveau wurde ein Wert von p?0,05 definiert.

Ergebnisse: An allen Dentin-Scheiben konnte enzyma-tische Aktivität nachgewiesen werden. Bezogen auf das Dentin der gesamten Zahnwurzel wurden über 2h für UG1 (endodontisch behandelt) im Mittel 4,8×10-1µU/mg, für UG2 (nicht endodontisch behandelt) 4,7×10-1µU/mg und für die Zähne der UG3 (noch nicht in der Mundhöhle exponiert) 4,8×10-1µU/mg enzymatischer Aktivität ermittelt. Die Ergebnisse der UG1, UG2 und UG3 unterschieden sich statistisch nicht voneinander. Innerhalb der Untersuchungsgruppen konnten von koronal nach apikal für UG1 mit Aktivitätswerten von 4,4×10-1µU/mg für die koronale Schnittebene, 4,7×10-1µU/mg für die mediale Schnittebene und 5,4×10-1µU/mg für die apikale Schnittebene statistisch signifikante Unterschiede gemessen werden. Für UG2 wurden für die koronale Ebene mit 4,2×10-1µU/mg, für die mediale mit 4,7×10-1µU/mg und für die apikale Ebene mit 5,1×10-1µU/mg Aktivität ebenfalls statistisch signifikante Unterschiede gemessen. In UG3 unterschieden sich die Werte aller Ebenen, 3,8×10-1µU/mg für die koronale Schnittebene, 4,5×10-1µU/mg für die mediale Schnittebene und 6,0×10-1µU/mg für die apikale Schnittebene, statistisch signifikant voneinander.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse dieser Studie wiesen erstmals MMP-Aktivität am Dentin-Hartmaterial nach. In allen Untersuchungsgruppen nahm die MMP-Aktivität von koronal nach apikal zu. Die generell bestehende Aktivierbarkeit von MMP‘s, die seit ihrer Synthetisierung und Sezernierung in die mineralisierte Dentin-Matrix bei der Dentinogenese eingeschlossen waren, zeigt die außerordentliche Stabilität und Langlebigkeit dieser Enzyme.(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: ?-?)

» kompletten Artikel lesen