Praxis

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FALLBERICHT
Ausgabe: 12/2013 - E. Wirsching, P. Meyer-Marcotty
Die interdisziplinäre Behandlung der kongenitalen Nichtanlage lateraler Inzisivi mittels non-invasiver Komposit-Klebebrücken

Einführung: Die Behandlung von Nichtanlagen seitlicher oberer Schneidezähne erfordert ein umfangreiches Therapiekonzept. Während der mehrjährigen Behandlungsdauer ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Kieferorthopäden, Zahnerhaltern und Implantologen je nach gewähltem Therapieweg vonnöten, um ein ästhetisch und funktionell ansprechendes Ergebnis zu erzielen. Der vorliegende Fallbericht beschreibt detailliert das Vorgehen bei der Behandlungsoption der kieferorthopädischen Lückenöffnung mit anschließendem non-invasiven konservierend/prothetischem Lückenschluss anhand dreier Patientenfälle.

Methode: Der erste Patientenfall zeigt das Vorgehen bei einer einseitigen Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, der zweite Patientenfall demonstriert das Verfahren bei beidseitigen Nichtanlagen, der dritte Fall soll veranschaulichen, wie bei unilateraler Nichtanlage und multiplen Restlücken aufgrund hypoplastischer Frontzähne vorgegangen wurde.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die interdisziplinäre Therapie in der ästhetischen Frontzahnregion durch die Zahnerhaltung und Kieferorthopädie bei Nichtanlagen mittels Lückenöffnung und synoptischer Versorgung durch Kompositbrücken stellt einen komplett non-invasiven Therapieweg dar. Damit stellt dieses Therapieregime insbesondere im jugendlichen Gebiss eine neue Alternative dar. Grundsätzlich besteht zum Zeitpunkt eines abgeschlossenen Wachstums weiterhin die Möglichkeit der prothetischen bzw. implantologischen Lückenversorgung. Somit lässt sich das Behandlungsspektrum bei fallgerechter Indikation erweitern und die Behandlungsergebnisse optimieren.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013, 68: 728–735)

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Ausgabe: 09/2013 - H. Günay*, K. Weinspach*, W. Geurtsen, I. Staufenbiel
Die Rolle des intraläsionalen Granulationsgewebes bei der regenerativen Parodontalchirurgie – Fallberichte

Einführung: Bei der Wundheilung nach parodontalchirurgischen Eingriffen können die Phasen der Inflammation, Proliferation und Maturation unterschieden werden. In der proliferativen Phase entsteht ein gefäß-, kollagen- und zellreiches Granulationsgewebe, das bei der folgenden Gewebedifferenzierung als Leitstruktur dient. Infraalveoläre par-odontale Defekte, die im Rahmen entzündlicher Parodontalerkrankungen entstehen, werden von bakteriell infiziertem Granulationsgewebe ausgefüllt. Bis dato wurde die Entfernung dieses intraläsionalen Granulationsgewebes bei der regenerativen Parodontitistherapie als sinnvoll erachtet. Auch wenn ein Vergleich zwischen diesen 2 unterschiedlichen Arten von Granulationsgeweben nur bedingt möglich ist, stellt sich die Frage, ob bakteriell infiziertes Granulationsgewebe über Eigenschaften verfügt, welche die parodontale Regeneration positiv beeinflussen können.

Material und Methode: Die vorliegende Arbeit beschreibt das parodontologische Behandlungskonzept der Medizinischen Hochschule Hannover und ein neuartiges parodontalchirurgisches Vorgehen, bei dem das intraläsionale Granulationsgewebe zur Regeneration der verloren gegangenen parodontalen Gewebe genutzt wird. Vier Fallberichte veranschaulichen das praktische Vorgehen und belegen die Effektivität und Stabilität der chirurgischen Intervention.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Der Erhalt des intraläsionalen Granulationsgewebes führt bei der regenerativen Parodontitistherapie zu klinisch und röntgenologisch signifikanten Attachmentgewinnen. Untersuchungen der jüngeren Vergangenheit haben gezeigt, dass das Granulationsgewebe parodontaler Defekte pluripotente Stammzellen enthält, die für die parodontale Regeneration unverzichtbar sind. Der Erhalt des Granulationsgewebes bedeutet folglich, dass für die Regeneration erforderliche Zellen und Blutgefäße bewahrt und genutzt werden können.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013; 68: 526–537)

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Ausgabe: 05/2013 - S. Paris, R. Haak, H. Meyer-Lückel
Kariologische Befunddokumentation und Behandlungsplanung am Beispiel einer Patientin mit hohem Kariesrisiko

Einführung: Non- und mikro-invasive therapeutische Ansätze zielen auf eine Arretierung früher kariöser Läsionen ab und erlauben es somit, eine wesentlich invasivere restaurative Therapie zu verzögern oder zu verhindern. Hierdurch ergeben sich aber auch gesteigerte Anforderungen an die Diagnostik und Dokumentation der erhoben Befunde im Vergleich zu rein restaurativ orientierten Behandlungsansätzen. Im vorliegenden Fallbericht wird eine an minimal-intervenierenden Grundsätzen orientierte kariologische Befunderhebung und Therapieplanung am Beispiel der Behandlung einer jugendlichen Patientin mit hohem Kariesrisiko beschrieben.

Methode: Eine 17-jährige Patientin wünschte primär eine ästhetische Rehabilitation vestibulärer kariöser Läsionen, die während einer früheren Behandlung mit einer festsitzenden kieferorthopädischen Apparatur aufgetreten waren. Die Kariesrisiko-analyse ergab eine hohe Wahrscheinlichkeit auch zukünftig kariöse Läsionen zu entwickeln. Neben den von der Patientin bemerkten inzwischen inaktiven vestibulären Läsionen wurden multiple progressive kariöse Läsionen sowie insuffiziente Restaurationen diagnostiziert. Die insuffizienten Restaurationen wurden erneuert und wie auch die kavitierten kariösen Läsionen mittels Komposit restauriert. Approximale Läsionen wurden non- und mikro-invasiv versorgt. Die vestibulären Läsionen wurden mittels Kariesinfiltration und Kompositrestaurationen behandelt.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Die in diesem Fallbericht vorgestellten Befund- und Dokumentationsbögen erlauben eine praktikable Erhebung und Interpretation kariologischer Befunde und bilden somit die Voraussetzung für minimal-intervenierende Behandlungsansätze sowie ein postoperatives Monitoring.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013, 68: 270–277)

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Ausgabe: 01/2013 - D. Panagidis, S. Hufnagel
Wurzelperforationsverschluss mittels Mineral Trioxide Aggregate (MTA) – 36-monatige Nachkontrolle

Einführung: Die Versorgung von Wurzelperforationen stellt für jeden Zahnarzt eine Herausforderung dar. Mit der Einführung von Mineral Trioxid Aggregate (MTA) kam im Jahr 2000 ein Material auf den deutschen Markt, das zur Versorgung von endodontischen Problemsituationen z.B. der Versorgung von Perforationen unterhalb des Limbus alveolaris neue Möglichkeiten eröffnet hat. Die exzellente Biokompatibilität und die Eigenschaft, auch in Gegenwart von Körperflüssigkeiten (z.B. Sulkusflüssigkeit oder Blut) abzubinden, machen MTA zu einem vielfältig einsetzbaren Wurzelkanalreparaturzement.

Material und Methoden: Mit diesem Fallbericht soll eine der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des relativ neuen Materials MTA dargestellt werden. Ein 56-jähriger Patient stellte sich mit Aufbissbeschwerden oben links (regio von Zahn 25) vor. Nach entsprechender klinischer und radiographischer Befunderhebung wurde am Zahn 25 eine symptomatische chronische apikale Parodontitis diagnostiziert. Gleichzeitig bestand der Verdacht auf eine Wurzelperforation, die vermutlich im Rahmen einer alio loco erfolgten Bohrung vor Stiftinsertion entstanden war.

Ergebnisse: Nach minimal invasiver Stiftentfernung mittels ultraschallaktivierter Instrumentenansätze und anschließender Versorgung einer Perforation an diesem Zahn mittels MTA wurde die Situation am Zahn 25 durch regelmäßige Recall-Untersuchungen weiter kontrolliert. Der Zahn wurde vorerst mit einem Langzeitprovisorium versorgt. Drei Jahre nach Stiftentfernung und Wurzelkanalbehandlung zeigt sich ein radiographisch und klinisch stabiles Behandlungsergebnis. Der Patient ist beschwerdefrei.

Schlussfolgerung: Komplexe endodontologische Situationen, wie der vorgestellte Fall, müssen nicht zwingend zur Extraktionsentscheidung führen. Bei sinnvoller Nutzung der heutzutage zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten, in Kombination mit der Verwendung neuer biokompatibler Materialien (wie MTA), kann auch beim Vorliegen komplexer endodontologischer Ausgangssituationen ein erfolgreiches und langfristig stabiles Behandlungsergebnis erzielt werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013, 68: 8–13)

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Ausgabe: 08/2013 - P. Brawek, J. S. Schley, S. Wolfart
Zahnerhalt durch forcierte Magnetextrusion – eine Falldarstellung

Einleitung: Stark kariöse und tief zerstörte Zahn-stümpfe sind häufige Befunde nach Entfernung alter (Frontzahn-)Restaurationen und dabei ist der Wunsch des Patienten, die eigenen Zähne zu erhalten, fast immer gegeben. Der Erhalt solcher Zahnstümpfe im ästhetischen Bereich stellt den Zahnarzt oft vor eine schwierige Aufgabe. Einerseits soll der Zahnstumpf durch die neue Restauration ausreichend in gesunder Zahnhartsubstanz gefasst sein, andererseits muss die biologische Breite berücksichtigt werden.

Material und Methode: In solchen Fällen stellt die kieferorthopädische Extrusion der Wurzel eine sehr gute Behandlungsmöglichkeit dar. Diese Option ist im ästhetischen Bereich oft die bessere Alternative zu einer chirurgischen Kronenverlängerung. Anhand eines Fallbeispiels wird eine einfache Möglichkeit zum Erhalt stark zerstörter Zähne durch forcierte Extrusion unter Zuhilfenahme von Magneten dargestellt.

Ergebnis: Mit dieser Methode kann ein optimales Behandlungsergebnis erzielt werden. Es bedarf einer kurzen Behandlungszeit und zudem niedriger Kosten. Aus diesen Gründen wird diese Methode gerne von den Patienten angenommen.

Schlussfolgerung: Die Magnetextrusion ist ein sicheres, einfaches und risikoarmes Verfahren, um stark zerstörte Zähne zu erhalten und eine Implantatversorgung bzw. die konventionelle Brückenversorgung zu umgehen oder zumindest hinauszuzögern.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013, 68: 456–462)

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PRAXISLETTER
Ausgabe: 03/2013
Antibiotikaverordnungsverhalten und Resistenzen in der zahnärztlichen Niederlassung

Die nicht-indizierte Verordnung von Antibiotika führt zu zwei wesentlichen Problemen: Sie stellt erstens die primäre Ursache der Zunahme von weltweiten Antibiotikaresistenzen dar. Zweitens führt sie zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen sowie Wechselwirkungen. Beides hat vordergründig vermeidbare Gesundheitsausgaben zur Folge, limitiert aber vor allem nachhaltig die zahnärztlichen Behandlungsoptionen [5]. Die aktuelle Literatur zeigt, dass Zahnärzte international – und auch in Deutschland – zu den unnötigen Antibiotikaverordnungen beitragen.

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Ausgabe: 05/2013
Aphthen und aphthoide Läsionen

Aphten sind einzelne oder multiple, weißgelbliche, erhabene, lentikulär umschriebene, stecknadelkopf- bis münzstückgroße Schleimhautläsionen mit zentraler fibrinös-speckig belegter Erosion bis hin zur Ulzeration mit erythematösem entzündlichem Randsaum [4, 10]. Aphten und aphtoide Läsionen können primär als sogenannte solitäre Aphthen und die rezidivierende benigne Aphthosis auftreten aber auch orale Manifestation schwerwiegender Krankheitsbilder wie Morbus Behçet, HIV, Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sein. Die Behandlung in der zahnärztlichen Praxis wird im Wesentlichen die primären rezidivierenden Läsionen betreffen. Wir sprechen dann von rezidivierender benigner Aphthosis (RBA); Synonyme: habituelle Aphthen, chronisch rezidivierende Aphthen.

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Ausgabe: 11/2013
Aufbissbehelfe mit anteriorem okklusalen Stopp/Jig-Schienen

Das „Lexikon der Zahnmedizin“ von Hoffmann-Axthelm [11] definiert den Begriff „Jig“ folgendermaßen: „(Ein) Frontzahnreiter als schiefe Ebene aus Kunststoff, wird auf die mittleren Schneidezähne des Oberkiefers aufgesetzt zur vorrübergehenden Disklusion der Seitenzähne als Voraussetzung für die Einstellung der Kieferlage in eine retrale Kontaktposition“. Seit vielen Jahrzehnten nutzen Zahnmediziner zur Entspannung der Kaumuskulatur vor einer Bissregistrierung anterior im Bereich der Schneidezähne kurzfristig eingebrachte Aufbissbehelfe [7, 15, 19, 27]. Dies kann im einfachsten Fall eine Watterolle sein bis hin zu konfektionierten oder individuell gefertigten Aufbissen aus Kunststoff.

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Ausgabe: 12/2013
Kariesinfiltration zur Behandlung von Approximalkaries

Seit jeher stellt der Zugang zum Approximalkontakt ein klinisches Problem dar. Um Karies im Bereich des Approximalkontaktes zu entfernen, muss nach den von Black vor über 100 Jahren eingeführten Regeln fast immer die Randleiste – also gesunde Zahnhartsubstanz – entfernt werden. Einen großen Fortschritt in der Kariestherapie stellte die Einführung moderner Komposite und Dentinhaftvermittler dar. Jedoch muss auch hierbei überwiegend ein Zugang zur Approximalkaries über die Randleiste gewählt werden. Um dies zu vermeiden und um dennoch die Progression einer Approximalkaries zu stoppen, wurde die sogenannte Karies-infiltration entwickelt. In der Literatur liegen aktuell bereits In-vitro- und In-vivo-Studien vor, an denen im Folgenden der aktuelle Stand des Verfahrens vorgestellt werden soll.

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ZEITSCHRIFTENREFERAT
Ausgabe: 08/2013
Der Nutzen von Aufzeichnungen von Unterkieferbewegungen für Verlaufskontrollen kraniomandibulärer Dysfunktionen

Die medizinische Sinnhaftigkeit von instrumentellen Funktionsanalysen zur Diagnostik von kraniomandibulären Dysfunktionen (= CMD) wird in der nationalen und internationalen Fachliteratur kontrovers diskutiert [1–4]. Die Datengrundlage dieser Diskussion ist sehr schmal [vgl. 4] und der Evidenzgrad der zugrunde gelegten Publikationen bewegt sich in vielen Fällen nur auf dem Niveau IV (= Expertenmeinung). Nur selten wird bei der Beurteilung zwischen verschiedenen technischen Möglichkeiten der Bewegungsaufzeichnung und verschiedenen Formen der CMD differenziert. Green [3] weist in seiner Einleitung zu den Leitlinien der American Association for Dental Research zur Diagnostik und Therapie der kraniomandibulären Dysfunktionen auch darauf hin, dass Leitlinien wissenschaftlicher Fachgesellschaften in einigen Fällen in der Vergangenheit nicht nur durch wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern auch durch standespolitische und/oder wirtschaftliche Interessen beeinflusst wurden.

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