Praxis

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FALLBERICHT
Ausgabe: 01/2013 - D. Panagidis, S. Hufnagel
Wurzelperforationsverschluss mittels Mineral Trioxide Aggregate (MTA) – 36-monatige Nachkontrolle

Einführung: Die Versorgung von Wurzelperforationen stellt für jeden Zahnarzt eine Herausforderung dar. Mit der Einführung von Mineral Trioxid Aggregate (MTA) kam im Jahr 2000 ein Material auf den deutschen Markt, das zur Versorgung von endodontischen Problemsituationen z.B. der Versorgung von Perforationen unterhalb des Limbus alveolaris neue Möglichkeiten eröffnet hat. Die exzellente Biokompatibilität und die Eigenschaft, auch in Gegenwart von Körperflüssigkeiten (z.B. Sulkusflüssigkeit oder Blut) abzubinden, machen MTA zu einem vielfältig einsetzbaren Wurzelkanalreparaturzement.

Material und Methoden: Mit diesem Fallbericht soll eine der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des relativ neuen Materials MTA dargestellt werden. Ein 56-jähriger Patient stellte sich mit Aufbissbeschwerden oben links (regio von Zahn 25) vor. Nach entsprechender klinischer und radiographischer Befunderhebung wurde am Zahn 25 eine symptomatische chronische apikale Parodontitis diagnostiziert. Gleichzeitig bestand der Verdacht auf eine Wurzelperforation, die vermutlich im Rahmen einer alio loco erfolgten Bohrung vor Stiftinsertion entstanden war.

Ergebnisse: Nach minimal invasiver Stiftentfernung mittels ultraschallaktivierter Instrumentenansätze und anschließender Versorgung einer Perforation an diesem Zahn mittels MTA wurde die Situation am Zahn 25 durch regelmäßige Recall-Untersuchungen weiter kontrolliert. Der Zahn wurde vorerst mit einem Langzeitprovisorium versorgt. Drei Jahre nach Stiftentfernung und Wurzelkanalbehandlung zeigt sich ein radiographisch und klinisch stabiles Behandlungsergebnis. Der Patient ist beschwerdefrei.

Schlussfolgerung: Komplexe endodontologische Situationen, wie der vorgestellte Fall, müssen nicht zwingend zur Extraktionsentscheidung führen. Bei sinnvoller Nutzung der heutzutage zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten, in Kombination mit der Verwendung neuer biokompatibler Materialien (wie MTA), kann auch beim Vorliegen komplexer endodontologischer Ausgangssituationen ein erfolgreiches und langfristig stabiles Behandlungsergebnis erzielt werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013, 68: 8–13)

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Ausgabe: 05/2013 - S. Paris, R. Haak, H. Meyer-Lückel
Kariologische Befunddokumentation und Behandlungsplanung am Beispiel einer Patientin mit hohem Kariesrisiko

Einführung: Non- und mikro-invasive therapeutische Ansätze zielen auf eine Arretierung früher kariöser Läsionen ab und erlauben es somit, eine wesentlich invasivere restaurative Therapie zu verzögern oder zu verhindern. Hierdurch ergeben sich aber auch gesteigerte Anforderungen an die Diagnostik und Dokumentation der erhoben Befunde im Vergleich zu rein restaurativ orientierten Behandlungsansätzen. Im vorliegenden Fallbericht wird eine an minimal-intervenierenden Grundsätzen orientierte kariologische Befunderhebung und Therapieplanung am Beispiel der Behandlung einer jugendlichen Patientin mit hohem Kariesrisiko beschrieben.

Methode: Eine 17-jährige Patientin wünschte primär eine ästhetische Rehabilitation vestibulärer kariöser Läsionen, die während einer früheren Behandlung mit einer festsitzenden kieferorthopädischen Apparatur aufgetreten waren. Die Kariesrisiko-analyse ergab eine hohe Wahrscheinlichkeit auch zukünftig kariöse Läsionen zu entwickeln. Neben den von der Patientin bemerkten inzwischen inaktiven vestibulären Läsionen wurden multiple progressive kariöse Läsionen sowie insuffiziente Restaurationen diagnostiziert. Die insuffizienten Restaurationen wurden erneuert und wie auch die kavitierten kariösen Läsionen mittels Komposit restauriert. Approximale Läsionen wurden non- und mikro-invasiv versorgt. Die vestibulären Läsionen wurden mittels Kariesinfiltration und Kompositrestaurationen behandelt.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Die in diesem Fallbericht vorgestellten Befund- und Dokumentationsbögen erlauben eine praktikable Erhebung und Interpretation kariologischer Befunde und bilden somit die Voraussetzung für minimal-intervenierende Behandlungsansätze sowie ein postoperatives Monitoring.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013, 68: 270–277)

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Ausgabe: 08/2013 - P. Brawek, J. S. Schley, S. Wolfart
Zahnerhalt durch forcierte Magnetextrusion – eine Falldarstellung

Einleitung: Stark kariöse und tief zerstörte Zahn-stümpfe sind häufige Befunde nach Entfernung alter (Frontzahn-)Restaurationen und dabei ist der Wunsch des Patienten, die eigenen Zähne zu erhalten, fast immer gegeben. Der Erhalt solcher Zahnstümpfe im ästhetischen Bereich stellt den Zahnarzt oft vor eine schwierige Aufgabe. Einerseits soll der Zahnstumpf durch die neue Restauration ausreichend in gesunder Zahnhartsubstanz gefasst sein, andererseits muss die biologische Breite berücksichtigt werden.

Material und Methode: In solchen Fällen stellt die kieferorthopädische Extrusion der Wurzel eine sehr gute Behandlungsmöglichkeit dar. Diese Option ist im ästhetischen Bereich oft die bessere Alternative zu einer chirurgischen Kronenverlängerung. Anhand eines Fallbeispiels wird eine einfache Möglichkeit zum Erhalt stark zerstörter Zähne durch forcierte Extrusion unter Zuhilfenahme von Magneten dargestellt.

Ergebnis: Mit dieser Methode kann ein optimales Behandlungsergebnis erzielt werden. Es bedarf einer kurzen Behandlungszeit und zudem niedriger Kosten. Aus diesen Gründen wird diese Methode gerne von den Patienten angenommen.

Schlussfolgerung: Die Magnetextrusion ist ein sicheres, einfaches und risikoarmes Verfahren, um stark zerstörte Zähne zu erhalten und eine Implantatversorgung bzw. die konventionelle Brückenversorgung zu umgehen oder zumindest hinauszuzögern.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013, 68: 456–462)

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Ausgabe: 09/2013 - H. Günay*, K. Weinspach*, W. Geurtsen, I. Staufenbiel
Die Rolle des intraläsionalen Granulationsgewebes bei der regenerativen Parodontalchirurgie – Fallberichte

Einführung: Bei der Wundheilung nach parodontalchirurgischen Eingriffen können die Phasen der Inflammation, Proliferation und Maturation unterschieden werden. In der proliferativen Phase entsteht ein gefäß-, kollagen- und zellreiches Granulationsgewebe, das bei der folgenden Gewebedifferenzierung als Leitstruktur dient. Infraalveoläre par-odontale Defekte, die im Rahmen entzündlicher Parodontalerkrankungen entstehen, werden von bakteriell infiziertem Granulationsgewebe ausgefüllt. Bis dato wurde die Entfernung dieses intraläsionalen Granulationsgewebes bei der regenerativen Parodontitistherapie als sinnvoll erachtet. Auch wenn ein Vergleich zwischen diesen 2 unterschiedlichen Arten von Granulationsgeweben nur bedingt möglich ist, stellt sich die Frage, ob bakteriell infiziertes Granulationsgewebe über Eigenschaften verfügt, welche die parodontale Regeneration positiv beeinflussen können.

Material und Methode: Die vorliegende Arbeit beschreibt das parodontologische Behandlungskonzept der Medizinischen Hochschule Hannover und ein neuartiges parodontalchirurgisches Vorgehen, bei dem das intraläsionale Granulationsgewebe zur Regeneration der verloren gegangenen parodontalen Gewebe genutzt wird. Vier Fallberichte veranschaulichen das praktische Vorgehen und belegen die Effektivität und Stabilität der chirurgischen Intervention.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Der Erhalt des intraläsionalen Granulationsgewebes führt bei der regenerativen Parodontitistherapie zu klinisch und röntgenologisch signifikanten Attachmentgewinnen. Untersuchungen der jüngeren Vergangenheit haben gezeigt, dass das Granulationsgewebe parodontaler Defekte pluripotente Stammzellen enthält, die für die parodontale Regeneration unverzichtbar sind. Der Erhalt des Granulationsgewebes bedeutet folglich, dass für die Regeneration erforderliche Zellen und Blutgefäße bewahrt und genutzt werden können.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013; 68: 526–537)

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Ausgabe: 12/2013 - E. Wirsching, P. Meyer-Marcotty
Die interdisziplinäre Behandlung der kongenitalen Nichtanlage lateraler Inzisivi mittels non-invasiver Komposit-Klebebrücken

Einführung: Die Behandlung von Nichtanlagen seitlicher oberer Schneidezähne erfordert ein umfangreiches Therapiekonzept. Während der mehrjährigen Behandlungsdauer ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Kieferorthopäden, Zahnerhaltern und Implantologen je nach gewähltem Therapieweg vonnöten, um ein ästhetisch und funktionell ansprechendes Ergebnis zu erzielen. Der vorliegende Fallbericht beschreibt detailliert das Vorgehen bei der Behandlungsoption der kieferorthopädischen Lückenöffnung mit anschließendem non-invasiven konservierend/prothetischem Lückenschluss anhand dreier Patientenfälle.

Methode: Der erste Patientenfall zeigt das Vorgehen bei einer einseitigen Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, der zweite Patientenfall demonstriert das Verfahren bei beidseitigen Nichtanlagen, der dritte Fall soll veranschaulichen, wie bei unilateraler Nichtanlage und multiplen Restlücken aufgrund hypoplastischer Frontzähne vorgegangen wurde.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die interdisziplinäre Therapie in der ästhetischen Frontzahnregion durch die Zahnerhaltung und Kieferorthopädie bei Nichtanlagen mittels Lückenöffnung und synoptischer Versorgung durch Kompositbrücken stellt einen komplett non-invasiven Therapieweg dar. Damit stellt dieses Therapieregime insbesondere im jugendlichen Gebiss eine neue Alternative dar. Grundsätzlich besteht zum Zeitpunkt eines abgeschlossenen Wachstums weiterhin die Möglichkeit der prothetischen bzw. implantologischen Lückenversorgung. Somit lässt sich das Behandlungsspektrum bei fallgerechter Indikation erweitern und die Behandlungsergebnisse optimieren.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013, 68: 728–735)

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Ausgabe: 02/2013 R. Martin - A. Dmoch
CAD/CAM Abutment bei zweiteiligem Zirkondioxidimplantat – Fallbericht

Einleitung: Der zunehmende Wunsch nach einer metallfreien Rehabilitation erfordert im Einzelfall auch eine Alternative zu den bislang hauptsächlich eingesetzten Titanimplantaten. Zweiteilige Zirkondioxidimplantate könnten zukünftig dabei eine Rolle spielen. Dabei wird neben der erfolgreichen Osseointegration und biomechanischen Belastbarkeit entscheidend sein, ob es in der prothetischen Phase gelingt, Behandlungskonzepte auf Zirkondioxidbasis zu entwickeln, die sich mit den ästhetischen Erfolgen bei Titanimplantaten vergleichen lassen können. Neben der Zweiteiligkeit der Zirkondioxidimplantate spielt dabei vor allem die Ausformung und die anschließende Stützung des Emergenzprofils mittels individueller CAD/CAM Abutments eine entscheidende Rolle.

Material und Methode: In diesem Fallbericht wird die erstmalige Anwendung eines individuellen CAD/CAM Zirkondioxidabutments (CAD/CAM Zirkondioxidbasisabutment verklebt mit einem individuell gefrästen Zirkondioxidaufbau) bei der prothetischen Versorgung eines zweiteiligen Zirkondioxidimplantates beschrieben.

Ergebnis: Nach Ausformung des Emergenzprofils mit provisorischen Abutments ist die definitive Abstützung der periimplantären Weichgewebe mit Rekonstruktion der Papillen auch bei zweiteiligen Zirkondioxidimplantaten möglich. Für ein optimales Ergebnis im Bereich der roten Ästhetik konnte ein individuelles CAD/CAM Zirkondioxidabutment hergestellt und klinisch sicher subgingival geklebt werden.

Schlussfolgerung: Die vorliegende Fallpräsentation zeigt den erstmaligen Versuch, das zweiteilige Zirkondioxidimplantat Zeramex T mittels eines individuell gefertigten CAD/CAM Zirkondioxidabutments prothetisch zu versorgen.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013; 68: 77–82)

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Ausgabe: 03/2013 S. Rieger
Behandlung einer generalisierten schweren chronischen Parodontitis mit adjuvanter photo- dynamischer Therapie – ein Fallbericht*

Einleitung: Der vorliegende Fallbericht zeigt die Therapie einer generalisierten schweren chronischen Parodontitis bei einer 53-jährigen Patientin. Dabei wurde Wert auf maximalen Zahnerhalt gelegt und das gesamte Therapiespektrum ausgenutzt. Im Rahmen der nichtchirurgischen Parodontitistherapie wurde im Anschluss an die subgingivale Instrumentierung die antimikrobielle photodynamische Therapie (aPDT) angewendet. Das Prinzip der aPDT basiert auf der Bindung eines photoaktivierbaren Farbstoffs (Photosensibilisator) an der bakteriellen Zellwand und der Aktivierung desselben mit Licht geeigneter Wellenlänge. Bei diesem sauerstoffabhängigen Prozess entstehen freie Radikale, die eine toxische Wirkung auf die Zielzelle ausüben sollen.

Material und Methode: Der Behandlungsablauf stellte sich wie folgt dar: Nach Initialtherapie und nichtchirurgischer Parodontitistherapie mit adjuvanter aPDT wurden mehrere Stellen chirurgisch regenerativ unter Verwendung von Schmelzmatrixprotein und xenogenem Knochenersatzmaterial behandelt. Im Anschluss an die Parodontitistherapie wurde die ästhetische Situation im Frontzahnbereich mittels vollkeramischer Kronen in regio 11 und 21 sowie direkter Formkorrektur der Zähne 12 und 22 mit Komposit verbessert. Seit Abschluss der aktiven Behandlungsphase befindet sich die Patientin in der regelmäßigen unterstützenden Parodontitistherapie (UPT).

Ergebnisse: Somit konnte ein bisher stabiles und zufriedenstellendes Behandlungsergebnis erreicht werden (SSO Qualitätsstandard A+). Dabei kam es zu keinerlei Nebenwirkungen bei Anwendung der aPDT.

Schlussfolgerung: Die aPDT ist eine potentiell hilfreiche antimikrobielle Therapiestrategie in der Parodontologie, deren klinischer Nutzen durch weitere kontrollierte Studien verifiziert werden muss.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013; 68: 139–148)

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Ausgabe: 04/2013 N. Enkling - J. Katsoulis
Herausnehmbare CAD/CAM-Restaurationen im digitalen Workflow

Einführung: Die Fortschritte in der digitalen Implantatplanung und in der CAD/CAM-Technologie haben die Diagnostik, Planung und Herstellung von implantatgetragenen Restaurationen weit vorangetrieben. Hochpräzise Herstellungsverfahren ermöglichen den Einsatz von biokompatiblen und stabilen Materialien in der festsitzenden und abnehmbaren Prothetik.

Material und Methode: Anhand von Fallbeispielen wird der Umgang mit aktuellen CAD/CAM-Systemen und modernen Materialien in der abnehmbaren Implantatprothetik bei zahnlosen Patienten zur Rehabilitation mit steggetragenen Konstruktionen dargestellt. Mit Hilfe der digitalen Implantatplanung und entsprechenden chirurgischen Schienen zur Informationsübertragung der Planungsposition auf den Patienten können Implantate aus prothetischer Sicht optimal positioniert werden. CAD/CAM-gefertigte Stege aus Zirkonoxid oder Titan gewährleisten die Herstellung von spannungsfreien Rekonstruktionen mit hoher Präzision. Dieses ist insbesondere von Vorteil bei Versorgungen mit mehreren Implantaten.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Gegenwärtig stehen noch Langzeituntersuchungen mit Stegkonstruktionen auf der Basis von Zirkonoxid aus. Daher müssen die vorhandenen Möglichkeiten zur Rehabilitation von zahnlosen Patienten mit CAD/CAM-gestützten Stegversorgungen hinsichtlich der Materialwahl sorgfältig abgewogen und wissenschaftlich untersucht werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013; 68: 206–212)

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Ausgabe: 06/2013 S. Frucht - S. Pieger
Kieferorthopädisch-
prothetische Kombinationstherapie nach iatrogener Verletzung der
Biologischen Breite

Einleitung: Subgingival platzierte Präparationsränder ohne ausreichenden Abstand zum crestalen Knochenrand können zur Verletzung der Biologischen Breite führen. Der dadurch hervorgerufene chronisch-entzündliche Prozess im marginalen Parodontium kann insbesondere im Frontzahnbereich zu ästhetischen Beeinträchtigungen führen. Zur Therapie nach Verletzung der Biologischen Breite stehen die chirurgische Kronenverlängerung und die kieferorthopädische Extrusion zur Verfügung. In diesem Fallbericht wird der kieferorthopädisch-prothetische Behandlungsablauf zur Therapie einer solchen Komplikation dargestellt.

Material und Methode: Eine 29-jährige Patientin erschien mit dem Wunsch nach einer Neuversorgung der Oberkieferfront. Nach eingehender Befundung und Planung wurde eine kieferorthopädische Extrusion der Zähne 12, 11 und 22 zur Wiederherstellung der Biologischen Breite mit anschließender prothetischer Versorgung der Oberkieferfrontzähne durchgeführt.

Ergebnisse: Durch die kieferorthopädische Vorbehandlung konnte der Abstand von Knochenrand zum Kronenrand wiederhergestellt werden. Dies ermöglichte die anschließende Neuversorgung der Zähne 12–22 mit einer vollkeramischen Brücke. Dadurch konnten die unzureichend versorgten Oberkieferfrontzähne prothetisch und ästhetisch rehabilitiert werden.

Schlussfolgerung: Zur Wiederherstellung der Biologischen Breite im Frontzahnbereich ist die kieferorthopädische Extrusion das Mittel der Wahl, wenn – wie im vorliegenden Fall – eine chirurgische Intervention seitens des Patienten abgelehnt oder im Vorfeld kein ästhetisch vorhersagbarer Erfolg gewährleistet werden kann.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013, 68: 330–336)

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Ausgabe: 10/2013 P. Kohorst
Innovative Materialien
und Fertigungstechniken
in aktuellen prothetischen Versorgungskonzepten

Einführung: Die Etablierung computergestützter Herstellungsverfahren hat in den vergangenen Jahren im Bereich der prothetischen Zahnmedizin zu einem Wandel der Versorgungskonzepte geführt. Neben neuartigen Fertigungstechniken stehen dabei insbesondere innovative Materialien im Fokus.

Material und Methode: Fallbeispiele sowohl für festsitzende als auch herausnehmbare Restaurationen sollen veranschaulichen, welche Möglichkeiten die computergestützte Fertigung heute in der Patientenversorgung bietet. Zum einen wird die Rehabilitation mit monolithischen Keramikrestaurationen dargestellt, die nicht nur eine verbesserte Langzeitstabilität, sondern auch gesteigerte Behandlungs- und Kosteneffektivität versprechen. Zum anderen stehen herausnehmbare, teleskopverankerte Versorgungen im Fokus, die durch Nutzung innovativer Materialien und Techniken auch bei schwierigen Ausgangssituationen ein erfolgreiches prothetisches Konzept darstellen.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Auch wenn klinische Langzeitergebnisse für zahlreiche aktuelle Versorgungskonzepte noch ausstehen, wird deutlich, welches Potenzial innovative Materialien und Fertigungstechniken in der prothetischen Zahnmedizin bieten. Die zur Verfügung stehenden Technologien gewährleisten inzwischen in nahezu allen Indikationsbereichen eine patientenindividuelle Rehabilitation, für die ein weites Spektrum geeigneter Restaurationsmaterialien genutzt werden kann.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013; 68: 588–597)

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