Praxis

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ZEITSCHRIFTENREFERAT
Ausgabe: 06/2014
Der Einsatz anteriorer „Korbkronen“ in entlegenen Gemeinden Amazoniens

Der Autor dieses Artikels beschreibt die in entlegenen Gemeinden Amazoniens übliche Versorgungen von Frontzähnen mit Einzelkronen in Form von „Korbkronen“. Auch nach Frontzahnverlust werden Brücken dort oft mit „Korbkronen“ verankert. Die „Korbkrone“ ist dadurch charakterisiert, dass sie den Zahn auf drei Seiten weitgehend umschließt aber vestibulär ein offenes Fenster hat, durch das der natürliche Zahn sichtbar ist, und so die Krone keiner Verblendung bedarf. Der dadurch im sichtbaren Bereich entstehende „Goldrahmen“ um den natürlichen Zahn wird in einigen Kulturen als „ästhetisch“ und dekorativ empfunden. In Amazonien wird als Gerüstmaterial für diese Kronen meist „Oropel“ verwendet, was als „Rauschgold“ übersetzt werden könnte. Es handelt sich dabei um eine Messinglegierung, die ein goldähnliches Aussehen hat. Die „Korbkronen“ werden meist von „Back Street Dentists“, also schlecht ausgebildeten Zahnärzten ohne offizielle Zulassung, eingesetzt. Solche „Street Dentists“ praktizieren in vielen Ländern von Indien über Brasilien bis Marokko. Trotz ihrer Bedeutung für viele ärmere Patienten in den Entwicklungs- und Schwellenländern findet ihre Existenz und ihr Vorgehen in der wissenschaftlichen Fachliteratur meist keine Erwähnung.

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Ausgabe: 09/2014
Strafgefangene als Studienpatienten: aktuelle Praxis und Sichtweise im Vereinigten Königreich

Die Autoren des Beitrags weisen darauf hin, dass in der Vergangenheit Gefangene immer wieder als Probanden für medizinische Experimente benutzt wurden. Sie führen dafür beispielhaft das Vorgehen in den deutschen Konzentrationslagern während des Nationalsozialismus an, betonen aber auch, dass beispielsweise in den USA noch in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts nahezu 85% der Probanden aller Phase-1 Studien Strafgefangene waren. Es wurden deshalb in vielen Ländern große Anstrengungen unternommen, die Gefangenen vor Missbrauch zu schützen. Dies führte im Vereinigten Königreich zu strikten Regularien bezüglich der Einbindung von Gefangenen in medizinische Studien.

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Ausgabe: 10/2014
In-vitro-Untersuchung zur antifungalen Wirkung von sieben verschiedenen Desinfektionsmitteln auf Akrylatoberflächen

Aufgrund der weltweit steigenden Lebenserwartung vergrößert sich auch die Zahl der älteren Patienten mit herausnehmbaren Teil- oder Totalprothesen. Laut Fachliteratur leiden zwischen 11und 67% der Totalprothesenträger an Candida-Infektionen, die meist auf schlechte Mundhygiene zurückzuführen sind. Die Mund- und Prothesenhygieneinstruktionen, die diese Patienten erhalten, sind oft ungenügend. Außerdem herrscht keine Einigkeit darüber, welche Reinigungsmittel beispielsweise gegen Candida albicans besonders gut wirken.

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Ausgabe: 10/2014
Diagnostische Kriterien für die klinische und wissenschaftliche Anwendung bei kraniomandibulären Dysfunktionen: Empfehlungen des International RDC/TMD Consortium Network und der Orofacial Pain Special Interest Group

Seit ihrer Erstveröffentlichung im Jahr 1992 werden die „Research Diagnostic Criteria for Temporomandibular Disorders“ (= RDC/TMD) in 18 Sprachen übersetzt, weltweit verwendet und galten über einen längeren Zeitraum als „Goldstandard“ für die wissenschaftliche Beschäftigung mit kraniomandibulären Dysfunktionen (= CMD). Bei den RDC/TMD wird ein sogenannter Achse I-Algorithmus (= rein medizinisch-somatische Symptomatik) durch einen Achse II-Algorithmus (= schmerzassoziierte psychische und psychosoziale Aspekte) ergänzt.

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Ausgabe: 01/2014
Hepatitis B-Virusübertragung in Verbindung mit einer mobilen Zahnklinik, West Virginia, 2009

Es ist seit langem bekannt, dass eine Reihe von Infektionskrankheiten durch zahnärztliche Behandlungen übertragen werden kann [2]. Insbesondere Infektionen durch Viren stellen für das gesamte Personal der Zahnarztpraxis ein gegenüber der Durchschnittsbevölkerung deutlich erhöhtes Gesundheitsrisiko dar. Darüber hinaus besteht bei der zahnärztlichen Behandlung die Möglichkeit, dass Viren von Patient zu Patient oder auch vom Personal auf Patienten übertragen werden [2]. Die Kausalzusammenhänge von zahnärztlicher Behandlung und Infektion können wegen der oft langen Inkubationszeiten (für Hepatitis B z.B. 60–120 Tage [1]) nicht immer sicher festgestellt werden. Da außerdem die Infektionsgefahr durch die umfangreichen Hygienemaßnahmen und der Möglichkeiten der Prophylaxe durch aktive Immunisierung (Impfung gegen Hepatitis B) drastisch reduziert wurde, ist die Sensibilität der Zahnärzteschaft gegenüber den Risiken einer Hepatitis B-Infektion deutlich gesunken. Dass trotzdem ein reales Infektionsrisiko besteht, zeigen die Autoren dieses Beitrags durch die Schilderung folgender Begebenheiten:

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Ausgabe: 04/2014 H. Tschernitschek - Hannover
Übereinstimmung zwischen klinischer Praxis und publizierter Evidenz

Die American Dental Association beschäftigt sich in der Cover Story ihrer ersten Ausgabe des Jahres 2014 mit dem Problem, dass offensichtlich zwischen der täglichen zahnmedizinischen Behandlung und den Stellungnahmen, Forderungen und Leitlinien der evidenzbasierten Zahnmedizin Unterschiede bestehen. Die Autoren dieses Beitrags machten es sich zur Aufgabe, die Größe dieser Lücke zu bestimmen.

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