Praxis

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FALLBERICHT
Ausgabe: 06/2015 Torsten Mundt - Christian Lucas - Reiner Biffar - Friedhelm Heinemann
Stabilisierung von Teilprothesen mit Mini-Implantaten – 2 Fallberichte

Einführung: Die Verwendung konventioneller Dentalimplantate zur strategischen Pfeilervermehrung für vorhandene Teilprothesen ist aufwendig und erfordert eine ausreichende Alveolarkammbreite. Als Alternative in dieser Indikation bieten sich einteilige Mini-Implantate (Durchmesser 2,8mm) an.

Behandlungsmethode: Ein Therapieschema für strategische Mini Dental Implants (MDI, 3M ESPE Dental GmbH, Seefeld, Deutschland) sieht pro Oberkiefer-Quadrant 3Pfeiler (Zähne + Implantate) und pro Unterkiefer-Quadrant 2Pfeiler vor.

Ergebnisse: Im 1.Fallbericht verlor eine Patientin im Unterkiefer einen von 2Eckzahn-Konuskronenpfeilern. Dafür wurden 2MDIs mit ausreichender primärer Stabilität (Eindrehmoment 35Ncm) inseriert, die mittels intraoraler Polymerisation sofort mit den Matrizen belastet wurden. Bei einer 2.Patientin mit 2 verbliebenen Molaren im Oberkiefer wurde nach Insertion von 4MDIs (Eindrehmoment 20–25Ncm) die vorhandene Konuskronenprothese zunächst weichbleibend unterfüttert. Nach 4Monaten erfolgte die Einpolymerisation der Matrizen über eine Abformung im Dentallabor.

Schlussfolgerung: Strategische Pfeilervermehrungen mit MDIs erfordern die Umsetzung der Empfehlungen zu Anzahl, Position und zum Belastungsmodus der MDIs, anatomische Kenntnisse und chirurgische Erfahrung, insbesondere im Umgang mit dem Knochen sowie ausreichend prothetische Routine.

(Dtsch Zahnärztl Z 2015; 70: 416–424)

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Ausgabe: 01/2015 M. Karl - N. Beck - J. R. Kelly
Fraktur einer Lithium-Disilikat Krone bei der Zementierung

Einführung: Lithium-Disilikat Keramik wird weitläufig für die Anfertigung vollkeramischer Versorgungen angewendet und weist vielversprechende Erfolgsraten auf. Kritisch für die Anwendung vollkeramischer Systeme scheint die Einhaltung herstellerspezifischer Vorgaben hinsichtlich labortechnischer Verarbeitung, Design und Befestigung zu sein.

Material/Behandlungsmethode: Nach zirkulärer Hohlkehlpräparation eines Zahnes 27 erfolgte die Anfertigung einer Krone aus Lithium-Disilikat Keramik. Während der Zementierung mit selbstadhäsivem Zement frakturierte die Krone. Die Bruchstücke wurden anschließend fraktographisch im Rasterelektronenmikroskop untersucht.

Ergebnisse: Am Ausgangspunkt der Fraktur lag eine Schichtstärke der Krone von lediglich 0,4mm vor. Frakturbegünstigend dürften die enge Kurvatur, eine mögliche manuelle Nachbearbeitung in diesem Bereich sowie Porositäten in der Glasurmasse gewirkt haben.

Schlussfolgerung: Zur Realisierung erfolgreicher Vollkeramik-Restaurationen ist von zahnärztlicher Seite die strikte Einhaltung materialspezifischer Präparationsrichtlinien unabdingbar. Oftmals geforderte minimal-invasive Restaurationen mit geringen Materialschichtstärken bedürfen der adhäsiven Befestigung bevor sie belastet werden können.

(Dtsch Zahnärztl Z 2015; 70: 20–24)

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Ausgabe: 03/2015 C.-P. Ernst
Keramikteilkronen als Versorgungsoption von Zähnen mit Infraktionen

Einführung: Bei Zähnen mit Infraktionen und klinischer Symptomatik ist ein abgestufter Therapieplan empfehlenswert, der es erlaubt eine Prognoseabschätzung hinsichtlich der Reduktion des klinischen Beschwerdebildes vorzunehmen.

Material und Methode: Ergibt sich der Befund „Infraktion“ als Nebenbefund im Rahmen der Exkavation bzw. Präparation, sollte angestrebt werden, den Zahn zu stabilisieren und zu immobilisieren. Hierfür bieten sich hochfeste Keramikmaterialien an, die es zudem erlauben substanzschonender zu präparieren.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Im Folgenden werden zwei Fallberichte vorgestellt, bei denen bei klinisch symptomlosen Zähnen eine Infraktionsproblematik diagnostiziert wurde und die in Folge chairside in einer Sitzung mit einer Teilkrone versorgt wurden. Das chairside-Vorgehen in einer Sitzung reduziert hierbei das Risiko einer Bewegung im Dentin während der Tragezeit des Provisoriums, was zu einer Risspropagierung in die Tiefe unter möglicher Pulpabeteiligung führen könnte.

(Dtsch Zahnärztl Z 2015; 70: 165–173)

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Ausgabe: 05/2015 Nicole Passia - Martin Sasse - Matthias Kern
Minimalinvasive Behandlungskonzepte: Die einflügelige Adhäsivbrücke im Frontzahnbereich und das mittige Einzelimplantat im zahnlosen Unterkiefer

Einleitung: Implantatprothetische Versorgungen stellen in vielen Bereichen der Zahnmedizin eine wertvolle Therapieoption dar. Allerdings können patientenspezifische Gründe, beispielsweise Alter oder Kosten, gegen eine aufwendige Implantattherapie sprechen. In diesen Fällen können minimalinvasive Behandlungskonzepte eine sinnvolle Alternative sein.

Material und Methode: In diesem Artikel werden die Versorgung eines zahnlosen Unterkiefers mit einem mittigen Einzelimplantat sowie die Versorgung einer jungen Patientin bei Nichtanlage der seitlichen Schneidezähne mit Adhäsivbrücken exemplarisch dargestellt.

Ergebnis: Durch die minimalinvasiven Versorgungskonzepte konnten beide Patientinnen zu ihrer vollen Zufriedenheit versorgt werden.

Schlussfolgerung: Bei entsprechender Indikation bieten minimalinvasive Therapieansätze erfolgversprechende Behandlungsalternativen zu etablierten, aber aufwendigeren implantatprothetischen Behandlungsmethoden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2015; 70: 330–337)

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EVIDENZBASIERTE ZAHNMEDIZIN
Ausgabe: 04/2015 Freiburg - Stefanie Feierabend
Evidence-based Dentistry – Tipps für die Praxis. Fall 10: (Zahnärztliche) Interventionen im Kindes- und Jugendalter bei Anomalien der Zähne zur Prävention einer Stigmatisierung

„Seen but not heard“ war im viktorianischen Zeitalter eine Beschreibung dafür, welches Verhalten von Kindern und Jugendlichen erwartet wurde. Angepasst, folgsam, ohne echte eigene Bedürfnisse. Heute ist dies in vielen Ländern dieser Welt ganz anders: Die Kindheit dauert insgesamt länger, die Rechte der Kinder wurden in der UN-Kinderrechtskonvention festgelegt [37], und manche Erziehungsansätze stellen gar jegliche Bedürfnisse des Kindes über die der Eltern („attachment parenting“). Im Jahr 2014 feierte diese Kinderrechtskonvention ihr 25-jähriges Bestehen. Im weltweiten Kontext beinhaltet diese Konvention jedoch viele Aspekte, die leider noch weit davon entfernt sind, sie als durchgesetzt oder etabliert betrachten zu können. Auch in Deutschland besteht in einigen Punkten noch Handlungsbedarf. Generell aber war die Inauguration der Kinderrechtskonvention ein Meilenstein. Insbesondere ist im Zusammenhang mit diesem Beitrag hervorzuheben, dass in Artikel 2, Absatz 2, die Verpflichtung der Vertragsstaaten festgehalten ist, Kindern und Jugendlichen den Schutz und die Fürsorge zu gewährleisten, die zu ihrem Wohlergehen notwendig sind. Die Begriffe Wohlergehen und Wohlbefinden dürfen sicherlich synonym verwendet werden – und somit an die Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezüglich Gesundheit erinnern [38]. Dort ist festgehalten, dass Gesundheit ein Zustand des vollkommenen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens und nicht die bloße Abwesenheit von Krankheit und Gebrechen ist.

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EBM-SPLITTER
Ausgabe: 05/2015 Freiburg i. Br. - Edith Motschall
Literatursuche mit PubMed – Grundlagen und Tipps: Konserve oder eigene Kreation?

Über die Literatursuche mit PubMed haben wir in früheren EbM-Splittern schon ausführlich berichtet [1–7]. Die Grundlagen haben immer noch Gültigkeit. Der Hersteller von PubMed, die National Library of Medicine (NLM), ändert aber hin und wieder etwas an der Suchoberfläche, z.B. werden Links zu bestimmten Suchfunktionen umbenannt oder erscheinen an anderer Stelle. Wer sich genauer mit den Suchfunktionen bei PubMed befassen möchte, findet über Help auf der PubMed-Startseite www.pubmed.gov ausführliche Informationen über den aktuellen Stand. An dieser Stelle haben wir den derzeitigen Stand (August 2015) der wichtigsten Suchmöglichkeiten zusammengefasst. Auf den ersten Blick erscheint die Nutzung von PubMed sehr einfach. Auf den zweiten Blick erkennt man PubMed-interne Übersetzungen der Sucheingabe, die automatisch ablaufen. Diese Automatismen lassen sich mit mehr Kenntnissen der Suchfunktionen variieren und optimieren, je nach Anspruch und gewünschter Vollständigkeit oder Genauigkeit des Suchergebnisses. Literatursuche lässt sich gut mit dem Kochen vergleichen: Manchmal genügt es, eine Konserve zu öffnen, das geht einfach und schnell, aber je nach Anspruch möchten Sie Ihr Gericht selber zubereiten und entscheiden, welche Zutaten verwendet werden sollen. Das erfordert Grundkenntnisse im Kochen und etwas Zeit. Ob die Konserve ausreicht, kann man von Fall zu Fall entscheiden je nach Thema, Zweck und Anspruch. Wir stellen Ihnen hier die Grundkenntnisse für die Literatursuche zusammen.

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Ausgabe: 04/2015 Jens C. Türp - Basel - Prof. Dr. - Freiburg i. Br. - Gerd Antes
Der Zeitschriften- Impact-Faktor

Der Journal-Impact-Faktor (JIF), meist – ungenau – schlicht „Impact-Faktor“ genannt, ist eine bibliometrische Maßzahl, die zum Zwecke der Zitationsanalyse verwendet wird. (Zur Geschichte des JIF siehe Garfield [6], Archambault und Larivière [2] sowie Smith [17].) Mit ihr wird angegeben, wie häufig in einem definierten Jahr ein in einer bestimmten Fachzeitschrift publizierter wissenschaftlicher Fachartikel im Durchschnitt in bzw. von anderen Fachzeitschriften zitiert wurde. Die Betonung auf „im Durchschnitt“ ist wichtig, denn es bestehen zum Teil erhebliche Schwankungen bezüglich der Zitierhäufigkeit einzelner Beiträge einer Zeitschrift, weil fast immer eine relativ kleine Zahl von Artikel überdurchschnittlich oft zitiert wird: „Die allermeisten Artikel, die in einer als ,gut’ gerankten Zeitschrift publiziert werden, profitieren als Trittbrettfahrer von den wenigen Artikeln, die eine große Zahl von Zitaten auf sich ziehen.“ [14].

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Ausgabe: 01/2015 Berlin - Falk Schwendicke
Die Nutzung verschiedener Kriterien und Methoden bei der Exkavation kariöser Läsionen: Eine Netzwerk-Metaanalyse

Nachdem sich ein EbM-Splitter vor Kurzem mit der Kostenwirksamkeit verschiedener Exkavationsstrategien bei der Behandlung tiefer Karies beschäftigte [16], wird der thematische Faden in diesem Splitter aufgegriffen. In einem jüngst veröffentlichten Fachartikel [20] wurde die klinische Evidenz zu verschiedenen Exkavationskriterien und -methoden dargestellt. Die Ergebnisse dieser Studie werden im Folgenden zusammengefasst.

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Ausgabe: 06/2015 Freiburg i. Br. - Edith Motschall
Literatursuche mit PubMed – Grundlagen und Tipps: Konserve oder eigene Kreation?

In Teil 1 [1] haben wir die wichtigsten PubMed-Funktionen für eine Recherche zusammengestellt. In Teil 2 nutzen wir diese Funktionen für den kreativen Aufbau einer Suchstrategie. Bleiben wir beim Vergleich mit der Kochkunst: wir öffnen keine Konserve, sondern stellen unser eigenes Gericht nach unseren Ansprüchen zusammen.

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PRAXISLETTER
Ausgabe: 03/2015 Hannover - Silke Jacker-Guhr
Dentale Erosionen

Dentale Erosionen sind chemisch durch Säuren oder Chelatoren induzierte irreversible Zahnhartsubstanzverluste ohne die Beteiligung von Mikroorganismen [9]. Diese beginnen zunächst im Schmelz auf einer plaquefreien Oberfläche und breiten sich bei bestehender Demineralisation bis in das Dentin aus. Hier geht die Demineralisation im Gegensatz zur Karies mit einem vollständigen Substanzverlust in dem geschädigten Bereich einher, sodass eine Erhöhung der Säureresistenz im Vordergrund stehen sollte, nicht die Remineralisation [13]. Die geringe Oberflächenhärte hat zur Folge, dass mechanische Einwirkungen wie beispielsweise eine falsche Zahnputztechnik zu einem weiteren Substanzverlust führen können. Die Geschwindigkeit des Voranschreitens der Erosion und die Geschwindigkeit der Dentinexposition hängen unter anderem von der Schmelzdicke also der Lokalisation des Defekts ab. Zudem schreiten Erosionen schneller in der Breite als in der Tiefe fort. Eine sehr häufige Folge von bis in das Dentin vorangeschrittenen erosiven Defekten sind schmerzhafte Hypersensibilitäten, die durch das Eröffnen der Dentintubuli verursacht werden.

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