Wissenschaft

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ÜBERSICHTEN
Ausgabe: 02/2017 Falk Schwendicke - Christian Splieth - Andreas Schulte
Behandlung kariöser Läsionen: Konsensempfehlungen zu Terminologie und Entfernung kariösen Gewebes*

Zusammenfassung: Basierend auf einer internationalen kariologischen Konsensuskonferenz werden hier Empfehlungen zur Terminologie und zum Vorgehen bei der Entfernung kariösen Gewebes (Kariesexkavation) zusammengefasst. Kern jeder Kariesbehandlung sollte die Prävention kariöser Läsionen sein. Für existierende Läsionen steht ebenfalls die Kontrolle der kariesverursachenden Faktoren im Vordergrund, nicht die Entfernung kariösen Gewebes. Hierdurch werden Zahnhartgewebe erhalten, der restaurative Zyklus unterbunden und Zähne länger erhalten. Erst wenn Läsionen kavitiert und somit nicht mehr reinigungsfähig bzw. kontrollierbar sind, sollten restaurative Maßnahmen erwogen werden. Vor der Restauration wird kariöses Dentin entfernt. Dies dient der Herstellung einer stabilen Grundlage für die Restauration sowie der Bereitstellung von Kavitätenwänden, an denen die Restauration adhäsiv verankert werden kann. Die Entfernung von Bakterien oder von demineralisiertem Dentin steht hingegen heute weniger im Vordergrund. Bei der Exkavation in tiefen kariösen Läsionen in Zähnen mit vitaler, asymptomatischer Pulpa sollte die Integrität und das Überleben der Pulpa in den Vordergrund gestellt werden: Es wird daher nur so viel exkaviert, wie ohne Schädigung der Pulpa möglich ist. Peripher verbleibt nach der Exkavation hartes Dentin, pulpanah kann auch erweichtes Dentin zurückgelassen werden, um eine Pulpaexposition zu verhindern (selektive Exkavation bis zum weichen Dentin). Bei tiefen Läsionen an bleibenden Zähnen ist auch eine schrittweise Exkavation möglich. Bei flachen oder mitteltiefen Läsionen kann hingegen die Restaurationsstabilität priorisiert werden und weiches Dentin überall in der Kavität entfernt werden (selektive Exkavation bis zum festen Dentin). Die Autoren dieses Artikels würden es sehr begrüßen, wenn die hier behandelte Thematik und der bereits erzielte internationale Konsensus auch in einer nationalen Stellungnahme berücksichtigt werden würde.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017; 72: 156–162)

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Ausgabe: 03/2017 Martin Karrer
ZÄHNE

Wie konnte gegenüber den Vorbehalten, die wir im Abschnitt über das Früh- und Hochmittelalter kennenlernten, die Freude an den Zähnen und unser beliebter Bildtypus des sich zum Lächeln öffnenden Mundes entstehen? Ausschlaggebend für den Wandel wurde die Epoche zwischen Gotik und Renaissance. Denn die Stimmung für neue Entdeckungen war damals günstig. Kulturgeschichtlich korrespondieren die neuen Bildformen zur Suche nach Entdeckungen in der Welt. Schätzen wir daher auch das oft missachtete Spätmittelalter hoch. Zugleich entstand durch die vielen Neuerungen in der Kunst von der Wahl der Farben über die Zeichnung bis hin zu thematischen Aspekten ein fließender Übergang in die Frührenaissance. Gerade der Epochenumbruch, der Schmelztiegel zwischen christlichem Denken, Wiederentdeckung der Antike und Neugier auf ferne Welten bot die für unseren Bereich fruchtbarsten Möglichkeiten.

Näherhin lockerte sich zwischen Mittelalter und Renaissance spielerisch und durch eine Ästhetik des Heiligen die alte Strenge der Darstellung. An einigen Stellen wurde erlaubt, Zähne zu zeigen und eine rot-weiße Ästhetik zu versuchen. Hoch- und Spätrenaissance entwickelten diese Ansätze weiter. Sie werteten das Profane im und neben dem Heiligen auf und wagten Abbildungen von Zähnen bei alltäglichen Personen. Sie skizzierten durch Zähne gerne den Verfall, in der Regel an Personen der niedrigen Schichten, bemerkten aber auch die Erotik der Zähne und deren Ausstrahlung von Stärke. Einen Zugang zu erotischen Zähnen gestattete vor allem die Freude an Mythen. In der Darstellung von Personen höherer Schichten griffen Künstler die Mitteilung von Stärke durch sichtbare Zähne auf, gesteuert durch ein Anliegen an Perfektion.

Trotz der faszinierenden Experimente und Durchbrüche blieben die alten Bedenken gegen Niedrigkeit, Gewalt und Verfall des Gebisses bestehen. Das verzögerte die Darstellung des sich freundlich – und nicht primär erotisch oder kraftvoll bissig – zum Lächeln öffnenden Mundes.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017; 72: 232–253)

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Ausgabe: 04/2017 Frank A. Spitznagel - Sonja Ganz
Komposit-Matrix- Keramiken: Klinik und Wissenschaft

Zusammenfassung: Die Gruppe der dentalen CAD/CAM-Werkstoffe wurde kürzlich um eine weitere Werkstoffklasse, die Resin-Matrix-Keramiken oder auch Komposit-Matrix-Keramiken, erweitert. Komposit-Matrix-Keramiken sollen die positiven Eigenschaften von Keramiken mit denen von Kunststoffen in einem Werkstoff in sich vereinen. Komposit-Matrix-Keramiken eigen sich für alle Arten von Einzelzahnversorgungen bis hin zur Implantatkrone und ermöglichen dem Zahnarzt diese in nur einer Sitzung chairside herzustellen. Ziel dieser Übersicht ist es, einen Überblick über die derzeit verfügbaren monolithischen CAD/CAM-Komposit-Matrix-Keramiken und deren Eigenschaften zu geben, sowie deren klinische Möglichkeiten und Grenzen basierend auf der aktuellen wissenschaftlichen Literatur zu diskutieren.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017; 72: 326–331)

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Ausgabe: 04/2017 Frank A. Spitznagel - Johannes Boldt
Lithiumdisilikat: Indikationen und wissenschaftliche Evidenz

Zusammenfassung: Vollkeramische, hochfeste Lithiumdisilikatrestaurationen haben sich mittlerweile in der täglichen klinischen Anwendung bei Einzelzahnrestaurationen als Alternative zum metallkeramischen Goldstandard erwiesen. Aufgrund der mechanischen Beständigkeit der Lithiumdisilikatkeramik können heute minimalinvasive Präparationsformen für defektbezogene Restaurationen und Kronen erfolgreich umgesetzt werden. Durch die monolithische Anwendungsweise des Werkstoffs und vor allem in Kombination mit der CAD/CAM-Technologie, kann dieser auch in der Implantatprothetik eine zeit- und kosteneffiziente Behandlungsoption darstellen. Ziel dieses Artikels soll sein, einen Überblick über die Einsatzmöglichkeiten des glaskeramischen Werkstoffes Lithiumdisilikat zu geben, dessen klinische Indikationen zu diskutieren und die Langzeitdaten anhand der wissenschaftlichen Literatur zu beschreiben.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017: 72: 319–325)

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Ausgabe: 04/2017 Sebastian D. Horvath - Maximilian A. Vollmer
Monolithische Restaurationen auf Implantaten – Eine Übersicht

Einführung: Der festsitzende Ersatz fehlender Zähne mit implantatgetragenen Restaurationen hat sich als vorhersagbare Therapieoption in der Zahnmedizin etabliert. Unter den technischen Komplikationen zeigen sich Frakturen der Verblendkeramik als häufigstes Problem. Mit dem Ziel ästhetischerer Restaurationen bei gleichzeitig weniger auftretenden technischen Problemen erfolgt eine kontinuierliche Weiterentwicklung vollkeramischer Systeme in der Zahnmedizin. Hierbei haben sich sogenannte „monolithische“ Restaurationen, bei denen die gesamte Restauration aus einem Guss hergestellt wird, als sehr vorteilhaft gezeigt. Die systemimmanenten Probleme, die durch mehrere Schichten von Materialien entstehen, lassen sich somit verhindern.

Methode: In dieser Übersicht werden aktuell auf dem Markt erhältliche Restaurationsmaterialien für monolithische Restaurationen auf Implantaten vorgestellt. Dabei soll auf die werkstoffkundlichen Eigenschaften, sowie vorhandene klinische Ergebnisse eingegangen und verschiedene Arbeitsabläufe anhand von Fallbeispielen dargestellt werden.

Ergebnisse: Aufgrund der relativen Neuigkeit dieser Technik im Bereich der Implantologie liegen derzeit noch keine klinischen Langzeitdaten zu monolithischen Restaurationen auf Implantaten vor. Die klinische Evidenz aus Studien mit kurzen und mittleren Beobachtungszeiträumen sind jedoch vielversprechend.

Diskussion: Die klinische Anwendung monolithischer Restaurationen auf Implantaten aus Lithium-Disilikat und Zirkonoxid im Seitenzahnbereich erweist sich basierend auf ersten klinischen Daten als zuverlässig, und kann somit als zeit- und kosteneffiziente Alternative zu metallkeramischen Restaurationen in Betracht gezogen werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017; 72: 332–340)

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Ausgabe: 06/2017 Matthis Krischel - Enno Schwanke - Thorsten Halling - Jens Westemeier - Dominik Groß
Zum Stand der Aufarbeitung der Geschichte der Zahnmedizin im Nationalsozialismus

Zusammenfassung: Die Verbindung der zahnärztlichen Profession mit den Verbrechen und der Gewalt des Nationalsozialismus ist bisher nur ansatzweise strukturiert dokumentiert. Die Erinnerung an vertriebene, aus dem Beruf gedrängte oder ermordete Zahnärztinnen und Zahnärzte erfolgt bislang schwerpunktmäßig auf lokaler Ebene. Gleichzeitig wird in der Literatur zur Medizin und ihrer Vertreter im Nationalsozialismus die Berufsgruppe der Zahnärzte nicht systematisch mitbehandelt. Dieser Beitrag gibt einen kurzen Überblick über die Aufarbeitung der Geschichte der Zahnmedizin im Nationalsozialismus und weist auf ein im Sommer 2016 begonnenes medizinhistorisches Aufarbeitungsprojekt hin.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017; 72: 477–480)

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ORIGINALARBEITEN
Ausgabe: 01/2017 Sven Timo Schreiber - Mozhgan Bizhang - Stefan Zimmer
In-vitro-Studie zum Über-/Unterschussverhalten von chairside hergestellten Versorgungen

Einleitung: Der Patientenwunsch nach einer langlebigen, naturidentischen und möglichst kostengünstigen Wiederherstellung verloren gegangener Zahnhartsubstanz hat in der heutigen Zeit stark an Bedeutung gewonnen. Um diesem Wunsch gerecht zu werden, bedarf es neben zahnfarbenen hochfesten Materialien einer möglichst harmonischen, spalt- und überschussfreien Randintegrität zwischen Restauration und Zahn. In einer In-vitro-Studie wurden verschiedene im Chairside-Verfahren hergestellte Versorgungen nach Eingliederung bezüglich ihres Über-/Unterschussverhaltens mittels einer visuell-taktilen Methode untersucht.

Material und Methoden: In 60 extrahierte kariesfreie menschliche Molaren wurden standardisierte Klasse-II MOD-Kavitäten mit approximalen Kästen jeweils 1,5mm unterhalb der Schmelz-Zement-Grenze präpariert. Diese wurden in modifizierte Phantommodelle (KaVo, Biberach an der Riß, Deutschland) platziert und mit menschlichen, unversehrten Nachbarzähnen versehen. Die Proben wurden randomisiert 3Gruppen (n=20/Gruppe) zugeordnet. Die Kavitäten in GruppeI wurden mit indirekten Kompositinlays (GrandioSO, VOCO, Cuxhaven, Deutschland), welche extraoral auf einem Silikon-Modell (Die silicone, VOCO, Cuxhaven, Deutschland) hergestellt wurden, restauriert. Die Kavitäten in GruppeII wurden mit CAD/CAM (CEREC 3D, Sirona, Wals,Österreich) Keramikinlays (IPS Empress CAD, Ivoclar Vivadent, Schaan, Lichtenstein) und die Kavitäten der GruppeIII mit inkrementell geschichteten direkten Kompositfüllungen (GrandioSO) versorgt. Die Inlays wurden mit einem dualhärtenden Befestigungskomposit (BiFix QM, VOCO, Cuxhaven, Deutschland) eingesetzt. Nach Ausarbeitung und Politur wurde der zervikale Rand visuell-taktil mithilfe einer zahnärztlichen Sonde (DA458R, Aesculap, Tuttlingen, Deutschland) untersucht und nach folgendem Schema bewertet: Marginal Quality1 (MQ1): perfekter Rand (Score 0), MQ2: Über-/Unterschuss 1/3 der Randlänge (Score 1), MQ3: Über-/Unterschuss 2/3 der Randlänge (Score 2), MQ4: Über-/Unterschuss 2/3 der Randlänge (Score 3), MQ5: kompletter Über-/Unterschuss (Score 4). Die statistische Analyse erfolgte mit dem Mann-Whitney-U-Test (p?0,05).

Ergebnisse: Der Gesamt-Score (MQ1 bis MQ5; Median, 1. und 3. Quartil) für alle Auswertungsbereiche in GruppeI betrug 19,5 (14,5–24,0) in GruppeII 11,5 (8,3–16,0) und in GruppeIII 12,0 (6,3–16,0). Die Ergebnisse für GruppeI waren statistisch signifikant schlechter als für GruppeII und III (p?0,05), zwischen GruppeII und III bestand kein signifikanter Unterschied.

Schlussfolgerung: Unter Berücksichtigung der Limitationen dieser Studie deuten die Ergebnisse auf eine bessere zervikale Randbeschaffenheit der CAD/CAM Inlays und der direkten Kompositfüllungen im Vergleich zu den indirekten Kompositinlays nach Eingliederung hin. Die aus der vorliegenden Studie gewonnenen Erkenntnisse können für Hersteller hilfreich sein, ihre Systeme zur Anfertigung von indirekten Kompositrestaurationen zu verbessern. Gleichzeitig wird der Praktiker auf mögliche Schwachstellen solcher Systeme aufmerksam gemacht und kann diese bei zukünftiger Indikationsstellung stärker berücksichtigen.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017; 72: 24–33)

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Ausgabe: 01/2017 Mike Jacob - Dominik Groß
Gutachterliche Anforderungen an die Beurteilung von Behandlungsfällen unter Berücksichtigung professionsethischer Standards

Einleitung: Der vorliegende Beitrag verfolgt das Ziel, die dilemmatischen Aspekte in der zahnärztlichen Begutachtung von Misserfolgsfällen systematisch zu analysieren sowie deren Grundlagen, Begleitumstände und Folgen professionsethisch wie theoretisch zu hinterfragen.

Methode: Der Beitrag fußt methodisch (1) auf einer prototypischen Fallanalyse und (2) einer professionstheoretisch erweiterten Fallanalyse.

Ergebnisse: Im Sachverständigengutachten zur Klärung eines zahnmedizinischen Misserfolgs bedarf es der Berücksichtigung aller relevanten Faktoren, die zu einem erfolgreichen Behandlungsablauf beitragen und somit das gleichzeitige Berücksichtigen von fachlichen, ethischen sowie Beziehungsaspekten bedingen. Ein Gutachterwesen, das den Fokus allein auf die „handwerklich-technische“ Perspektive eines strittigen Falles richtet, wird modernen professionellen und berufsethischen Ansprüchen nicht gerecht.

Schlussfolgerungen: Rein handwerklich ausgerichtete Gutachten wirken als juristisch legitimierte Handlungsanweisung. Es entsteht ein Paradoxon, wenn die gutachterliche Bewertung eines zahnmedizinischen Misserfolgs auf eine lediglich technisch kompetent ausgeführte Handlung reduziert wird, während die (gleichermaßen bedeutsame) Arzt-Patienten-Beziehung unbeachtet bleibt. Die Berücksichtigung ebendieser Zusammenhänge ist folglich von großer Bedeutung für den Patienten wie auch für den Zahnarzt.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017; 72: 34–45)

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Ausgabe: 01/2017 Karen Meyer - Hüsamettin Günay - Ingmar Staufenbiel - Kira Niehus - Werner Geurtsen
Effektivität einer modifizierten Zahnbürste mit kontinuierlicher Wasserzufuhr auf die Plaquekontrolle

Einführung: Den Erkrankungen des Zahnhalteapparates und der Zahnhartsubstanzen aufgrund von mikrobiellen Belägen kann bis dato nicht ausreichend vorgebeugt werden. Neben zahnärztlichen Maßnahmen zur Verbesserung der häuslichen Mundhygiene wie Motivation und Instruktion wird deshalb versucht, effizientere Mundhygienehilfsmittel zu entwickeln. In der vorliegenden Pilotstudie sollte der Einfluss einer kontinuierlichen Wasserzufuhr bei manuellen und elektrischen Zahnbürsten auf die orale Plaquekontrolle geprüft werden.

Methode: Es wurden insgesamt 26Probanden einbezo-gen und auf 2Gruppen verteilt (Gruppe 1: 14Probanden, Alter 22,9±5,8Jahre; Gruppe 2: 12Probanden, Alter 72,1±3,9Ja-hre). Nach einer 48-stündigen Plaqueakkumulationsphase wurden je eine manuelle und elektrische Zahnbürste mit (Waschzahnbürste) und ohne kontinuierliche Wasserzufuhr in einer einmaligen Anwendung getestet. Zur Beurteilung der Plaquereduktion wurden der Quigley-Hein-Index nach Turesky sowie der Approximale-Plaque-Index nach Lange jeweils vor und nach dem Zähneputzen erhoben.

Ergebnisse: Die durchschnittliche Reinigungseffektivität auf den Glattflächen erwies sich bei der manuellen und elektrischen Waschzahnbürste verglichen mit den konventionellen Zahnbürsten in beiden Gruppen als größer. Die Reduktion des Plaqueindexwertes betrug bei der manuellen Waschzahnbürste 65,4–66,7% und bei der elektrischen Waschzahnbürste 62,5–68,0% (konventionelle Handzahnbürste 52,4–62,5%; konventionelle elektrische Zahnbürste 51,9–60,9%). Die mittlere approximale Reinigungsleistung war für die manuelle Waschzahnbürste in beiden Gruppen signifikant besser (Reduktion des approximalen Plaqueindexwertes manuelle Waschzahnbürste 18,9–24,7% vs. konventionelle Handzahnbürste 8,9–9,9%), auf die elektrische Waschzahnbürste traf dies lediglich in der ersten Gruppe zu (Reduktion des approximalen Plaqueindexwertes elektrische Waschzahnbürste 19,1% vs. konventionelle elektrische Zahnbürste 11,7%). Innerhalb der zweiten Gruppe wurde mit der elektrischen Waschzahnbürste nur eine marginal verbesserte approximale Plaqueentfernung erzielt (Reduktion des approximalen Plaqueindexwertes elektrische Waschzahnbürste 20,4% vs. konventionelle elektrische Zahnbürste 19,9%).

Schlussfolgerung: Eine kontinuierliche Wasserzufuhr zeigt sowohl bei jüngeren als auch bei älteren Probanden einen positiven Effekt im Hinblick auf die Plaquekontrolle.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017; 72: 46–52)

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Ausgabe: 02/2017 Rugzan Jameel Hussein - Thomas Schneller
Einflussfaktoren auf die zahnärztliche Prophylaxe seitens des Zahnarztes, des Patienten sowie des Gesundheitssystems:

Einführung: Die Inanspruchnahme der Prophylaxe hängt z.B. von der finanziellen Situation des Patienten, vom Interesse des zahnärztlichen Teams sowie von der Kostenübernahme durch die Krankenkassen ab. Diese Faktoren beeinflussen die Inanspruchnahme der Prophylaxe in unterschiedlichem Maß.

Methode: Die Einflussfaktoren seitens des Zahnarztes, des Patienten sowie des Gesundheitswesens wurden mittels einer schriftlichen Befragung niedergelassener Zahnärzte in Niedersachsen und Bremen im Jahr 2009 (Rücklauf 33%, n=685) und einer aktualisierten systematischen Literaturrecherche im Jahr 2015 untersucht. Die Ergebnisse beider Methoden werden miteinander verglichen, um Ergänzungen zu den Einflussfaktoren zu identifizieren.

Ergebnisse: 660Fragebögen waren auswertbar. Weibliche Zahnärzte machten 44,2% der Stichprobe (n=289) aus. Im Durchschnitt waren die Zahnärzte 46Jahre alt. Seitens des Zahnarztes waren die präventiven Kompetenzen (89,3%) und die Einstellungen der Zahnärzte (98,0%) unter den wichtigsten Einflussfaktoren. Die Ausbildung und die kontinuierliche Fortbildung des Praxispersonals (94,8%) zählten ebenfalls mit zu den wichtigsten Einflussfaktoren. Seitens des Patienten nannten die Zahnärzte das Interesse des Patienten an Prävention (98,5%) als wichtigen Einflussfaktor. Die finanzielle Situation (ca. 90%) spielte ebenfalls eine große Rolle bei der Inanspruchnahme der Prophylaxe. Seitens des Gesundheitssystems zählte die Kostenübernahme als wichtiger Einflussfaktor. Die Literaturrecherche ergab insgesamt 20Studien, die sich mit den Einflussfaktoren auf die zahnärztliche Prophylaxe befassen. Alle in der Befragung aus dem Jahr 2009 untersuchten Faktoren fanden sich in der systematischen Literaturrecherche wieder. Weiterhin zählten die Präventionsorientierung der Praxis, die sozioökonomische Situation des Patienten sowie die Kostenerstattung durch die Krankenkassen zu den wichtigsten Determinanten für Prophylaxe. Mehr neue Faktoren wurden seitens des Patienten im Vergleich zu den anderen 2Gruppen identifiziert, z.B. das Alter des Patienten. Auf Seiten des Zahnarztes wurde dessen Motivation zur Prävention durch vorherigen Erfolg als neuer Faktor identifiziert. Seitens des Gesundheitswesens konnten keine neuen Faktoren gefunden werden.

Diskussion und Schlussfolgerung: Nach wie vor sind Präventionsorientierung der Zahnarztpraxis, Zahlungsbereitschaft und die Einstellungen des Patienten sowie eine Kostenübernahme entscheidend für die Prophylaxe. Prophylaxe ist nur wirksam und medizinisch sinnvoll, wenn sie als Praxisphilosophie und Gesamtkonzept betrachtet wird. Eine klare, erkennbare Präventionsorientierung vermittelt dem Patienten den Stellenwert des vorbeugenden Vorgehens und den Wert der Gesunderhaltung, was wiederum sein Verhalten und seine Einstellungen verändern kann. Das Gesundheitssystem sollte sich verstärkt für eine präventive Orientierung zahnärztlicher Versorgung, besonders für bestimmte Risikogruppen, einsetzen und z.B. durch verstärkte Aufklärung mehr Anreize für Prophylaxe geben.

(Dtsch Zahnärztl Z 2017; 72: 134–146)

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