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ORIGINALARBEITEN
Ausgabe: 04/2011 - D. Nolte, K. Hinrichs, S. Lange
Die autogene Zahntransplantation: ein aktueller evidenzbasierter systematischer Review*

Einführung: Die autogene Zahntransplantation stellt eine in der Zahnmedizin bekannte Methode für den Zahnerhalt/Zahnersatz dar, insbesondere im jugendlichen Gebiss. Der letzte aktuelle Review zu dem Thema stammt aus dem Jahre 1970 von Natiella et al. [100] und lieferte bereits damals eine mittlere Zehn-Jahres-Überlebensrate von 70%. Durch die Verbesserung der antibiotischen Therapie, aber auch der chirurgischen Technik ist mit einer weiteren Verbesserung der Überlebensraten zu rechnen, die in der vorliegenden Arbeit evidenzbasiert bestimmt werden sollte.

Ziel: In dem vorliegenden systematischen Review wurden vornehmlich die folgenden Fragestellungen untersucht: 1. Wie groß ist die Zehn-Jahres-Überlebensrate der autogenen Zahntransplantation heute? 2. Ist diese Methode beschränkt auf jugendliche Patienten (mit noch nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum) oder ist die Methode auch beim erwachsenen Patienten (mit abgeschlossenem Wurzelwachstum) erfolgreich anzuwenden? Wenn ja, mit welchen Überlebensraten ist beim erwachsenen Patienten zu rechnen? 3. Ist eine Wurzelbehandlung der transplantierten Zähne eine conditio sine qua non oder kann darauf auch verzichtet werden?

Methode: Im Rahmen eines systematischen Reviews wurden sämtliche von 1955 bis einschließlich 2003 wissenschaftlich publizierten Daten in deutscher, englischer und französischer Sprache erfasst. Insgesamt gingen 6064 Zähne in die Auswertung ein. „Erfolg“ wurde dabei definiert als Anteil „überlebender“ Zähne an der Gesamtheit aller transplantierten Zähne und wird daher im Folgenden mit dem Begriff „Überlebens“-Rate versehen.

Ergebnisse: Die Zehn-Jahres-„Überlebens“-Rate der autogenen Zahntransplantation für die neueren Studien (1986 bis 2003) beträgt im Mittel 83,9%, die mittleren Überlebensraten für alle Studien (1955 bis 2003) im Mittel 75,6%. In den neueren Studien haben Zähne mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum eine (nur) um 7,6% bessere Prognose (87,2%) als Zähne mit abgeschlossener Wurzelentwicklung (79,6%). Jugendliche Zähne mit offenem Apex bedürfen keiner Wurzelfüllung. Bei Zähnen mit abgeschlossenem Wurzelwachstum ergeben sich annähernd die gleichen Überlebensraten, ob die Zähne mit oder ohne Wurzelfüllung behandelt worden sind. Für den Fall einer Wurzelfüllung ergeben sich die besten Erfolge für die elektive postoperative Wurzelfüllung sowie die Wurzelfüllung bei klinischer Symptomatik, die schlechtesten Erfolge für die intraoperative Wurzelfüllung.

Schlussfolgerung: Die autogene Zahntransplantation hat seit den 70er Jahren eine weitere Verbesserung der mittleren Zehnjahres-Überlebensraten von 70% auf 84% erzielt. Die Überlebensrate von ausgewachsenen Zähnen ist so gut, dass die Methode auch für Patienten mit abgeschlossenem Wurzelwachstum empfohlen werden kann. Diese Aussage kann jedoch unter dem Aspekt eines niedrigen Evidenzgrades (lediglich Fallserien) nur als „schwache Empfehlung“ verstanden werden. Eine direkt vergleichende, möglichst randomisierte Studie zum Vergleich der autogenen Zahntransplantation mit der Zahnimplantation unter Berücksichtigung auch funktioneller Aspekte sowie von Aspekten der Lebensqualität scheint dringend geboten.

(Dtsch Zahnärztl Z 2011, 66: 279–294)

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Ausgabe: 02/2011 A. Zöllner - A. Dietzel
Zur Lagebestimmung des Unterkiefers in zentrischer Relation mit dem DIR-System

Einleitung: Ziel dieser Studie war die Registriergenauigkeit der Unterkieferposition mit dem DIR-System im Vergleich zu 2 weiteren Verfahren (Wachs-, Kunststoffplatte) zu untersuchen.

Material und Methoden: An 6 vollbezahnten, kariesfreien Probanden ohne Leitsymptome einer Funktionsstörung wurde an 2 Untersuchungszeitpunkten mit 3 Registrierverfahren durch 2 Zahnärzte die zentrische bzw. habituelle Relation registriert. Danach wurden 132 Modellpaare in einem Messartikulator dreidimensional mit einer Genauigkeit von 0,01mm vermessen. 3960 Messwerte wurden im Anschluss daran statistisch ausgewertet.

Ergebnisse/Schlussfolgerung: Die Kieferrelationsbestimmung (KRB) mit dem DIR-Verfahren ist ebenso reproduzierbar wie Zentrikregistrate auf Kunststoffplattenbasis und habituelle Wachsplattenregistrierungen. Der Einfluss des Registriermaterials auf die Registriergenauigkeit ist signifikant. Die Zahnärzte haben keinen signifikanten Einfluss auf die Registriergenauigkeit. Der Registrierzeitpunkt beeinflusst die Genauigkeit der Registrierungen signifikant.

(Dtsch Zahnärztl Z 2011, 65: 100–111)

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Ausgabe: 02/2011 H.-P. Jöhren - P. Lindner
Klinischer Vergleich zur Angstbeeinflussung bei nicht-phobischen Patienten mittels Informationsvermittlung und Muskelentspannung nach Jacobson

Einführung: Angst vor der Zahnbehandlung ist ein weltweit anzutreffendes Problem. Nur wenige Untersuchungen zielen auf das Erkennen und die Therapie von ängstlichen, nicht phobischen Patienten. Ziel dieser Untersuchung war es, diesen Patienten (Bewertung im Hierarchischen Angstfragebogen [HAF] 30 und 38) eine einfachere Therapieform als die zeit- und kostenintensive psychologische Betreuung zu bieten und somit eine erfolgreiche und abgeschlossene Zahnbehandlung zu ermöglichen.Material und Methode: 37 mittelängstliche Patienten erhielten eine DVD, die Informationen über die Behandlung und die Zahnklinik vermittelt, sowie Anleitungen für die progressive Muskelentspannung nach Jacobson zur häuslichen Anwendung und Vorbereitung auf den Zahnarztbesuch. Darüber hinaus wurde ein Video mit Wellenspielen zur Entspannung ausgehändigt. Alle Probanden erhielten eine Patientenbroschüre, die im Allgemeinen über die Zahnbehandlungsangst und Therapiemöglichkeiten aufklärt. Die Patienten der Kontrollgruppe wurden im Erstgespräch ausführlich aufgeklärt und beraten. Der klinische Erfolg wurde in Form der Anzahl von eingehaltenen zahnärztlichen Behandlungsterminen und der Abnahme der Zahnbehandlungsangst gemessen.

Ergebnisse: Sowohl die Teilnehmer der Studien-, wie auch der Kontrollgruppe, zeigten eine signifikante Abnahme der Zahnbehandlungsangst nach mindestens 3 wahrgenommenen Behandlungen. 65% der Teilnehmer der Studiengruppe konnten die Behandlung erfolgreich abschließen, in der Kontrollgruppe waren es 46% (p0,05).

Schlussfolgerung: Die zusätzliche Vorbereitung mittelängstlicher Patienten auf die Zahnbehandlung durch videovermittelte Muskelentspannung nach Jacobson führt zu einem erhöhten Behandlungsabschluss der zahnärztlichen Therapie. Jüngere Patienten weisen eine höhere Abbrecherquote auf als ältere Patienten. Auch durch die routinemäßige Behandlung, die eine gute Aufklärung des Patienten inkludiert, wird eine signifikante Abnahme der Zahnbehandlungsangst erreicht.

(Deutsche Zahnärztl Z 2011, 66: 112–118)

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Ausgabe: 04/2011 P.C. Dartsch - H. Mett
In-vitro-Untersuchung der antioxidativen und entzündungshemmenden Wirkung einer Zahnpasta mit pflanzlichen Inhaltsstoffen

Einführung: Zahnpasta gehört mit der Zahnbürste zu den wichtigsten Hilfsmitteln in der Zahnpflege. Die hier untersuchte Zahnpasta enthält aktive Inhaltsstoffe, welche für ihre entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt sind.

Material und Methode: Da es bisher zu Zahnpasta noch keine uns bekannten In-vitro-Untersuchungen zum Nachweis eines antioxidativen und entzündungshemmenden Potenzials gab, wurde untersucht, ob sich die aus klinischen Studien für die untersuchte Zahnpasta bekannte entzündungshemmende Wirkung auch im Labor experimentell verifizieren lässt. Die Untersuchungen wurden sowohl in einem zellfreien (antioxidative Wirkung) als auch in einem zellbasierten Testsystem (entzündungshemmende Wirkung) durchgeführt.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Die Ergebnisse haben gezeigt, dass die Zahnpasta sowohl eine deutliche antioxidative Wirkung gegenüber freien Radikalen besitzt als auch ausgeprägte entzündungshemmende Eigenschaften, die sowohl an unstimulierten als auch an stimulierten funktionalen neutrophilen Granulozyten nachgewiesen werden konnten. Damit hat sich auch in diesem experimentellen Ansatz die bekannte entzündungshemmende Wirkung der untersuchten Zahnpasta bestätigen lassen. Zudem haben die Untersuchungen gezeigt, dass die Kombination von zellfreiem und zellbasiertem Testsystem ein effizientes tierversuchsfreies physiologisches Screeningverfahren für die Untersuchung von Zahnpasten oder Mundspüllösungen darstellt.

(Dtsch Zahnärztl Z 2011, 66: 265–270)

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Ausgabe: 04/2011 G. Richter - U. Range - B. Reitemeier - K. Böning - A. Schubert - H. Meißner
Verbundfestigkeit von Titan und Titankeramiken bei Nutzung von amorphem Titan-Silizium

Einführung: Diese Studie sollte den Einfluss einer aufgesputterten amorphen Titan-Siliziumschicht auf die Verbundfestigkeit von Titan bzw. Titanlegierung und Titankeramiken untersuchen.

Material und Methode: Zum Einsatz gelangte das Magnetronsputterverfahren mit Hilfe dessen eine bis zu 1µm dicke Ti-Si-Schicht unterschiedlicher Konzentration auf der Titanoberfläche abgeschieden wurde. An der Studie beteiligten sich verschiedene Dentalfirmen mit im Handel befindlichen Werkstoffen (Titan/Titanlegierung und Titankeramiken).

Ergebnisse: Bei allen Versuchsserien mit je 10 Proben wurden die Ergebnisse für die besputterten und unbesputterten Teile nach einer thermochemischen Belastung mit 10.000 Zyklen sowohl im Dreipunktbiegetest nach Schwickerath (ISO 9693) als auch durch die Elementverläufe der EDX-Analysen im Übergangsbereich Titan/Titankeramik gegenübergestellt.

Schlussfolgerung: Das Sputtern mit einer amorphen Ti-Si-Schicht bewirkte bei allen geprüften Varianten eine Erhöhung der Verbundfestigkeit von Titan und Titankeramik. Die Festigkeitssteigerung zwischen den unbesputterten und besputterten Proben betrug maximal 60%.

(Dtsch Zahnärztl Z 2011, 66: 271–278)

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Ausgabe: 05/2011 M. Schmitter - P. Rammelsberg - K. Mußotter - J. Beck-Mußotter
HeiCuDent – ein moderner Studiengang auf dem Weg zur neuen AppO-Z

Einführung: Ziel unserer Arbeit und der Einführung von HeiCuDent, dem Heidelberger Curriculum Dentale, war es, einen modernen Reformstudiengang der Zahnmedizin zu entwickeln und am Novellierungsentwurf der AppO-Z orientiert die Studierbarkeit zu prüfen. Vor allem die Einführung interdisziplinärer und integrierter Kurse sollte die synoptische Diagnose und Therapieplanung gewährleisten und die Praxisrelevanz steigern.

Methode: Die Evaluation des gesamten HeiCuDent-Programms sollte die Einschätzung und Akzeptanz der Studierenden zeigen. Das neue Curriculum mit integrierten Kursen sollte im Rahmen einer Absolventenbefragung mit den traditionellen, fächerzentrierten Kursen verglichen werden.

Ergebnisse: Die Ergebnisse der Evaluationen unterstreichen die Akzeptanz von HeiCuDent, zeigen aber auch den Bedarf ständiger dynamischer Weiterentwicklungen und Verbesserungen auf. Die Überlegenheit integrierter Kurse und interdisziplinärer Veranstaltungen für die Vorbereitung auf den Berufsalltag wurde von den Absolventen in ihren Bewertungen signifikant deutlich gemacht. Beispielhaft für eine Operationalisierung der Curriculumsentwicklung unter Gültigkeit der bestehenden AppO-Z wird die interdisziplinäre Umsetzung dargestellt, die eine Weichenstellung hinsichtlich der neuen AppO-Z einschließt und studierbar gestaltet ist.

(Dtsch Zahnärztl Z 2011, 66: 355–365)

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Ausgabe: 05/2011 H. Tschernitschek - U. Schnaidt - M. Kahlstorf
Vergleichende Untersuchung zur Verweildauer von Teilkronen-, Extensions- und Endpfeilerbrücken

Einführung: Ziel der vorliegenden Studie war es zu analysieren, ob Teilkronen- und Extensionsbrücken im Seitenzahnbereich ein gleichwertiges therapeutisches Mittel im Vergleich zu konventionellen Endpfeilerbrücken hinsichtlich ihrer Verweildauer und Verlustanfälligkeit darstellen. Der prognostische Einfluss folgender Kofaktoren auf die Überlebenswahrscheinlichkeit wurde geprüft: Geschlecht, Parodontalerkrankungen, Lokalisation der Brücke, Anordnung der Extension sowie Stiftaufbauten.

Methode: Anhand von Patientenakten wurden die Daten unseres Untersuchungsgutes (n= 434, 38,5% Frauen, 61,5 % Männer) bestehend aus 292 Endpfeiler-, 79 Teilkronen-, und 63 Extensionsbrücken ermittelt. Die statistische Auswertung erfolgte mittels SPSS-Softwaresystem/Version 9.0. Die kumulierten Überlebensraten wurden nach Kaplan-Meier berechnet. Der Einfluss der Kovariablen auf die Überlebenszeit wurde mittels der Cox-Regression geprüft.

Ergebnisse: Nach 10 Jahren ergaben sich folgende Überlebenswahrscheinlichkeiten: Endpfeilerbrücken 85,5 %, Extensionsbrücken 77,2 %, Teilkronenbrücken 77,0 %. Die Unterschiede zwischen Teilkronen- und Endpfeilerbrücken (p = 0,90) bzw. zwischen Extensions- und Endpfeilerbrücken (p= 0,30) waren statistisch nicht signifikant. Die häufigsten Erneuerungsgründe waren endodontische Komplikationen (21,0 %), Retentionsverluste (17,7 %) und Karies (14,5 %). Die Faktoren Geschlecht (p = 0,013), Parodontalerkrankung(p = 0,027) sowie Stiftaufbauten (p = 0,056) wurden in der Cox-Regression als signifikante Einflussgrößen auf das Überleben ermittelt. Das Vorhandensein von Stiftaufbauten bei Extensionsbrücken reduzierte signifikant die Überlebenszeit (p = 0,003). Bezüglich der Haltbarkeit aller Brückenarten wurden bei Frauen signifikant niedrigere Verweildauern (p = 0,02) festgestellt.

Schlussfolgerung: Basierend auf unseren Daten liefern die Teilkronen-und Extensionsbrücken befriedigende Langzeitergebnisse. Somit können diese verschiedenen Brückenarten für ihre jeweilige Indikationsstellung empfohlen werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2011, 66: 348–354)

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Ausgabe: 01/2011 M. Eisenburger - J. Haworth - G.B. Gray - D.C. Jagger
Änderung der Kavitätengröße bei Füllungsentfernung – eine In-vitro-Untersuchung

Einleitung: In einer In-vitro-Studie wurde die Änderung der Kavitätengröße bei der Entfernung von Klasse II Füllungen aus Komposit oder Amalgam an Prämolaren gemessen.

Material und Methode: Die Bestimmung der Kavitätengröße erfolgte volumetrisch mit Hilfe von Silikonabformungen. Insgesamt wurden 24 Füllungen von 6 Zahnärzten entfernt.

Ergebnisse: Dabei zeigte sich, dass die Entfernung von Kompositrestaurationen zu einer statistisch signifikant höheren Größenzunahme der Kavität (29%) führte als die Entfernung von Amalgamfüllungen (12%) (p= 0,041). Die Lokalisation der Füllung (Oberkiefer oder Unterkiefer) hatte keinen signifikanten Einfluss auf die Änderung der Kavitätengröße (p=0,573). Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass eine Füllungsrevision insbesondere bei einer Kompositfüllung mit einer Füllungsvergrößerung einhergeht.

Schlussfolgerung: Daher sollte die Indikation kritisch gestellt werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2011, 66: 30–36)

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Ausgabe: 01/2011 F. Beuer - W. Gernet - S. Brandl - J.-F. Güth
Evaluation der Hygiene von herausnehmbarem Zahnersatz

Einführung: Der demographische Wandel führt dazu, dass der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung stetig zunimmt. Die steigende Lebenserwartung kann eine Verlängerung der Lebensphase, in der Patienten Zahnersatz tragen, bewirken. Umso wichtiger ist es, dass Zahnersatz adäquat gepflegt wird.

Methode: In der vorliegenden Untersuchung wurde die Prothesenhygiene der Patienten der Ambulanz der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik der LMU München evaluiert. Dazu wurde der herausnehmbare Zahnersatz von 100 ausgewählten Patienten visuell untersucht. Der Hygienegrad wurde in vier Stufen eingeteilt.

Ergebnisse: Dabei hatten 44 Patienten saubere Prothesen (Grad 1).

Schlussfolgerung: Frauen betrieben signifikant bessere Prothesenhygiene als Männer, wobei die Frequenz der Zahnarztbesuche sowie das Alter der Patienten keinen Einfluss auf die Prothesenhygiene hatten. Die Selbsteinschätzung der eigenen Prothesenhygiene wich in vielen Fällen – wiederum statistisch signifikant – von der Realität ab. (Dtsch Zahnärztl Z 2011, 66: 24–29)

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Ausgabe: 07/2011 - K. Lorenz, Th. Hoffmann, M.A. Puhan, A. Mombelli
Klinische Entscheidungen für parodontale Behandlung – eine Umfrage in Deutschland und in der Schweiz

Ziel: Beurteilung von Sichtweisen, Wissensstand und Präferenzen deutscher Zahnärzte für parodontologische Fragestellungen und Vergleich der Ergebnisse mit einer Umfrage unter Schweizer Zahnärzten.

Methode: Ein Fragebogen zu demographischen Daten, zum parodontalen Interesse und zu Behandlungsoptionen von gingivalen Rezessionen und parodontal kompromittierten Zähnen wurde an 10.585 Zahnärzte in Deutschland verschickt. Den gleichen Fragebogen hatten vorher 3.780 Schweizer Kollegen erhalten. Beide Fragebögen wurden bezüglich der Antworten verglichen.

Ergebnisse: Die Antwortrate betrug in Deutschland 11,7%, in der Schweiz 31,8%. Deutsche Zahnärzte entschieden sich bevorzugt für okklusale Adjustierung, Schienentherapie und chirurgische Rezessionsbehandlung. Schweizer Zahnärzte dagegen schlugen Zahnbürstenwechsel vor und würden Klasse III Rezessionen häufiger zu einem Spezialisten überweisen. Das Bewusstsein für eine Therapie stark parodontal geschädigter Zähne war in beiden Ländern schwach ausgeprägt. Zahnärzte mit Interesse und Zufriedenheit an Parodontalbehandlungen sowie Zahnärzte in urbanen Regionen entschieden sich eher gegen die Extraktion.

Schlussfolgerung: Die Zahnarztwahl scheint ein entscheidender Faktor für den Patienten zu sein, wenn es um den Erhalt parodontal schwer geschädigter Zähne geht.

(Dtsch Zahnärztl Z 2011, 66: 500–509)

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