Wissenschaft

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ORIGINALARBEITEN
Ausgabe: 04/2011 G. Richter - U. Range - B. Reitemeier - K. Böning - A. Schubert - H. Meißner
Verbundfestigkeit von Titan und Titankeramiken bei Nutzung von amorphem Titan-Silizium

Einführung: Diese Studie sollte den Einfluss einer aufgesputterten amorphen Titan-Siliziumschicht auf die Verbundfestigkeit von Titan bzw. Titanlegierung und Titankeramiken untersuchen.

Material und Methode: Zum Einsatz gelangte das Magnetronsputterverfahren mit Hilfe dessen eine bis zu 1µm dicke Ti-Si-Schicht unterschiedlicher Konzentration auf der Titanoberfläche abgeschieden wurde. An der Studie beteiligten sich verschiedene Dentalfirmen mit im Handel befindlichen Werkstoffen (Titan/Titanlegierung und Titankeramiken).

Ergebnisse: Bei allen Versuchsserien mit je 10 Proben wurden die Ergebnisse für die besputterten und unbesputterten Teile nach einer thermochemischen Belastung mit 10.000 Zyklen sowohl im Dreipunktbiegetest nach Schwickerath (ISO 9693) als auch durch die Elementverläufe der EDX-Analysen im Übergangsbereich Titan/Titankeramik gegenübergestellt.

Schlussfolgerung: Das Sputtern mit einer amorphen Ti-Si-Schicht bewirkte bei allen geprüften Varianten eine Erhöhung der Verbundfestigkeit von Titan und Titankeramik. Die Festigkeitssteigerung zwischen den unbesputterten und besputterten Proben betrug maximal 60%.

(Dtsch Zahnärztl Z 2011, 66: 271–278)

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Ausgabe: 05/2011 M. Schmitter - P. Rammelsberg - K. Mußotter - J. Beck-Mußotter
HeiCuDent – ein moderner Studiengang auf dem Weg zur neuen AppO-Z

Einführung: Ziel unserer Arbeit und der Einführung von HeiCuDent, dem Heidelberger Curriculum Dentale, war es, einen modernen Reformstudiengang der Zahnmedizin zu entwickeln und am Novellierungsentwurf der AppO-Z orientiert die Studierbarkeit zu prüfen. Vor allem die Einführung interdisziplinärer und integrierter Kurse sollte die synoptische Diagnose und Therapieplanung gewährleisten und die Praxisrelevanz steigern.

Methode: Die Evaluation des gesamten HeiCuDent-Programms sollte die Einschätzung und Akzeptanz der Studierenden zeigen. Das neue Curriculum mit integrierten Kursen sollte im Rahmen einer Absolventenbefragung mit den traditionellen, fächerzentrierten Kursen verglichen werden.

Ergebnisse: Die Ergebnisse der Evaluationen unterstreichen die Akzeptanz von HeiCuDent, zeigen aber auch den Bedarf ständiger dynamischer Weiterentwicklungen und Verbesserungen auf. Die Überlegenheit integrierter Kurse und interdisziplinärer Veranstaltungen für die Vorbereitung auf den Berufsalltag wurde von den Absolventen in ihren Bewertungen signifikant deutlich gemacht. Beispielhaft für eine Operationalisierung der Curriculumsentwicklung unter Gültigkeit der bestehenden AppO-Z wird die interdisziplinäre Umsetzung dargestellt, die eine Weichenstellung hinsichtlich der neuen AppO-Z einschließt und studierbar gestaltet ist.

(Dtsch Zahnärztl Z 2011, 66: 355–365)

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Ausgabe: 05/2011 H. Tschernitschek - U. Schnaidt - M. Kahlstorf
Vergleichende Untersuchung zur Verweildauer von Teilkronen-, Extensions- und Endpfeilerbrücken

Einführung: Ziel der vorliegenden Studie war es zu analysieren, ob Teilkronen- und Extensionsbrücken im Seitenzahnbereich ein gleichwertiges therapeutisches Mittel im Vergleich zu konventionellen Endpfeilerbrücken hinsichtlich ihrer Verweildauer und Verlustanfälligkeit darstellen. Der prognostische Einfluss folgender Kofaktoren auf die Überlebenswahrscheinlichkeit wurde geprüft: Geschlecht, Parodontalerkrankungen, Lokalisation der Brücke, Anordnung der Extension sowie Stiftaufbauten.

Methode: Anhand von Patientenakten wurden die Daten unseres Untersuchungsgutes (n= 434, 38,5% Frauen, 61,5 % Männer) bestehend aus 292 Endpfeiler-, 79 Teilkronen-, und 63 Extensionsbrücken ermittelt. Die statistische Auswertung erfolgte mittels SPSS-Softwaresystem/Version 9.0. Die kumulierten Überlebensraten wurden nach Kaplan-Meier berechnet. Der Einfluss der Kovariablen auf die Überlebenszeit wurde mittels der Cox-Regression geprüft.

Ergebnisse: Nach 10 Jahren ergaben sich folgende Überlebenswahrscheinlichkeiten: Endpfeilerbrücken 85,5 %, Extensionsbrücken 77,2 %, Teilkronenbrücken 77,0 %. Die Unterschiede zwischen Teilkronen- und Endpfeilerbrücken (p = 0,90) bzw. zwischen Extensions- und Endpfeilerbrücken (p= 0,30) waren statistisch nicht signifikant. Die häufigsten Erneuerungsgründe waren endodontische Komplikationen (21,0 %), Retentionsverluste (17,7 %) und Karies (14,5 %). Die Faktoren Geschlecht (p = 0,013), Parodontalerkrankung(p = 0,027) sowie Stiftaufbauten (p = 0,056) wurden in der Cox-Regression als signifikante Einflussgrößen auf das Überleben ermittelt. Das Vorhandensein von Stiftaufbauten bei Extensionsbrücken reduzierte signifikant die Überlebenszeit (p = 0,003). Bezüglich der Haltbarkeit aller Brückenarten wurden bei Frauen signifikant niedrigere Verweildauern (p = 0,02) festgestellt.

Schlussfolgerung: Basierend auf unseren Daten liefern die Teilkronen-und Extensionsbrücken befriedigende Langzeitergebnisse. Somit können diese verschiedenen Brückenarten für ihre jeweilige Indikationsstellung empfohlen werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2011, 66: 348–354)

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Ausgabe: 01/2011 M. Eisenburger - J. Haworth - G.B. Gray - D.C. Jagger
Änderung der Kavitätengröße bei Füllungsentfernung – eine In-vitro-Untersuchung

Einleitung: In einer In-vitro-Studie wurde die Änderung der Kavitätengröße bei der Entfernung von Klasse II Füllungen aus Komposit oder Amalgam an Prämolaren gemessen.

Material und Methode: Die Bestimmung der Kavitätengröße erfolgte volumetrisch mit Hilfe von Silikonabformungen. Insgesamt wurden 24 Füllungen von 6 Zahnärzten entfernt.

Ergebnisse: Dabei zeigte sich, dass die Entfernung von Kompositrestaurationen zu einer statistisch signifikant höheren Größenzunahme der Kavität (29%) führte als die Entfernung von Amalgamfüllungen (12%) (p= 0,041). Die Lokalisation der Füllung (Oberkiefer oder Unterkiefer) hatte keinen signifikanten Einfluss auf die Änderung der Kavitätengröße (p=0,573). Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass eine Füllungsrevision insbesondere bei einer Kompositfüllung mit einer Füllungsvergrößerung einhergeht.

Schlussfolgerung: Daher sollte die Indikation kritisch gestellt werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2011, 66: 30–36)

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Ausgabe: 01/2011 F. Beuer - W. Gernet - S. Brandl - J.-F. Güth
Evaluation der Hygiene von herausnehmbarem Zahnersatz

Einführung: Der demographische Wandel führt dazu, dass der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung stetig zunimmt. Die steigende Lebenserwartung kann eine Verlängerung der Lebensphase, in der Patienten Zahnersatz tragen, bewirken. Umso wichtiger ist es, dass Zahnersatz adäquat gepflegt wird.

Methode: In der vorliegenden Untersuchung wurde die Prothesenhygiene der Patienten der Ambulanz der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik der LMU München evaluiert. Dazu wurde der herausnehmbare Zahnersatz von 100 ausgewählten Patienten visuell untersucht. Der Hygienegrad wurde in vier Stufen eingeteilt.

Ergebnisse: Dabei hatten 44 Patienten saubere Prothesen (Grad 1).

Schlussfolgerung: Frauen betrieben signifikant bessere Prothesenhygiene als Männer, wobei die Frequenz der Zahnarztbesuche sowie das Alter der Patienten keinen Einfluss auf die Prothesenhygiene hatten. Die Selbsteinschätzung der eigenen Prothesenhygiene wich in vielen Fällen – wiederum statistisch signifikant – von der Realität ab. (Dtsch Zahnärztl Z 2011, 66: 24–29)

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Ausgabe: 07/2011 - K. Lorenz, Th. Hoffmann, M.A. Puhan, A. Mombelli
Klinische Entscheidungen für parodontale Behandlung – eine Umfrage in Deutschland und in der Schweiz

Ziel: Beurteilung von Sichtweisen, Wissensstand und Präferenzen deutscher Zahnärzte für parodontologische Fragestellungen und Vergleich der Ergebnisse mit einer Umfrage unter Schweizer Zahnärzten.

Methode: Ein Fragebogen zu demographischen Daten, zum parodontalen Interesse und zu Behandlungsoptionen von gingivalen Rezessionen und parodontal kompromittierten Zähnen wurde an 10.585 Zahnärzte in Deutschland verschickt. Den gleichen Fragebogen hatten vorher 3.780 Schweizer Kollegen erhalten. Beide Fragebögen wurden bezüglich der Antworten verglichen.

Ergebnisse: Die Antwortrate betrug in Deutschland 11,7%, in der Schweiz 31,8%. Deutsche Zahnärzte entschieden sich bevorzugt für okklusale Adjustierung, Schienentherapie und chirurgische Rezessionsbehandlung. Schweizer Zahnärzte dagegen schlugen Zahnbürstenwechsel vor und würden Klasse III Rezessionen häufiger zu einem Spezialisten überweisen. Das Bewusstsein für eine Therapie stark parodontal geschädigter Zähne war in beiden Ländern schwach ausgeprägt. Zahnärzte mit Interesse und Zufriedenheit an Parodontalbehandlungen sowie Zahnärzte in urbanen Regionen entschieden sich eher gegen die Extraktion.

Schlussfolgerung: Die Zahnarztwahl scheint ein entscheidender Faktor für den Patienten zu sein, wenn es um den Erhalt parodontal schwer geschädigter Zähne geht.

(Dtsch Zahnärztl Z 2011, 66: 500–509)

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Ausgabe: 07/2011 - H.J. Staehle
Weiterqualifikationsziele von Zahnmedizinstudenten

Einführung: Diese Arbeit beschäftigt sich mit Weiterqualifikationszielen von Zahnmedizinstudenten.

Material und Methode: In einer Fragebogenaktion äußerten sich 110 Zahnmedizinstudenten der Universität Heidelberg im klinischen Studienabschnitt zu Fragen der späteren Berufsausübung.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Die Mehrzahl der Studierenden wünscht sich nach dem Examen eine selbstständige Vollzeittätigkeit in einer Mehrbehandlerpraxis. Die Präferenz einer Spezialisierung erscheint etwas größer als jene einer Generalistentätigkeit. Ein Großteil der Studierenden würde eine Ausweitung der bisherigen Fachzahnarztbezeichnungen (Kieferorthopädie, Oralchirurgie, Öffentliches Gesundheitswesen) in Richtung Prothetik, Zahnerhaltung und Parodontologie begrüßen. Echte Fachzahnarztweiterbildungen würden gegenüber Masterausbildungen oder Fortbildungsmaßnahmen eindeutig bevorzugt. Auch Zusatzbezeichnungen (z.B. Kinder- und Jugendzahnheilkunde, Alterszahnheilkunde, Endodontologie, Implantologie oder Zahnärztliche Psychosomatik) würden bei den Studierenden auf Interesse stoßen. Unter dem Vorbehalt der in der Diskussion erörterten Limitationen dieser Erhebung kann festgestellt werden, dass der zahnärztliche Nachwuchs einer Ausweitung von Fachzahnarztqualifikationen und Zusatzbezeichnungen wesentlich offener gegenübersteht als die etablierten Standesvertreter. Kostenpflichtige Masterprogramme und Fortbildungen sind aus dieser Sicht gegenüber einer echten Weiterbildung eindeutig „zweite Wahl“.

(Deutsch Zahnärztl Z 2011, 66: 492–498)

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Ausgabe: 08/2011 T. Schöttker-Königer - N. Lüttig - R. Gewissen - M. Stehl - M. Trocha
Zuverlässigkeit der instrumentellen Analyse temporomandibularer Bewegungen mit dem Jaw Motion Analyser

Einführung: 3-dimensionale, elektronische Registrierverfahren am Kausystem zur Bestimmung der Einstellparameter von Artikulatoren finden in der Zahnmedizin zunehmend Anwendung. Es liegen zur Reliabilität dieser Verfahren bisher wenige Erkenntnisse aus Messungen am Menschen vor. Diese Studie untersuchte die Intrarater-Reliabilität der 3-dimensionalen Kieferregistrierung mit dem Jaw Motion Analyser zur Bestimmung der Artikulatoreinstellparameter und zur temporomandibularen Bewegungsanalyse.

Methode: An 11 Menschen ohne wesentliche Einschränkungen in der mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität wurde im Abstand von jeweils sieben Tagen von einem Untersucher fünfmal eine elektronische Registrierung der Mandibulabewegungen vorgenommen. Daraus wurden die auf die kinematische Achse bezogenen Einstellparameter zur Artikulatorprogrammierung und das Bewegungsausmaß ermittelt. Die kleberfreie Durchführung mit einem Messzyklus je Bewegungsrichtung orientierte sich an einem in der Praxis häufig angewandten Prozedere. Als Kennwerte der Reliabilität wurden die Intraklassen Korrelation (engl.: intraclass correlation, ICC), der Standardfehler der Messung (engl.: standard error of measurement, SEM) und die Nachweisgrenze (engl.: minimal detectable change, MDC) als absoluter (MDC95) und relativer (MDC(%)95) Wert berechnet.

Ergebnisse: Die ICCs der Artikulatoreinstellparameter sind für die sagittale Gelenkbahnneigungen rechts und links gut bis exzellent (0,74 bzw. 0,81), für Bennett Winkel und Fronttellerneigungen moderat bis gut (0,44–0,79) und für Seitenversatz des Mediotrusionskondylus (engl.: initial sideshift, ISS) und Retrusion schwach bis gut (0,27–0,76). SEM und MDC(%)95 der sagittalen Gelenkbahnneigung liegen bei 4,5° bzw. 25%. Für den Bennett Winkel liegt der SEM bei 3,2° (3,7°), für die Fronttellerneigungen 8,9°–11,4°. MDC(%)95 dieser Größen reicht von 55–79%. Der MDC(%)95 von ISS und Retrusion ist größer als 100%. Die ICCs für die verschiedenen Bewegungsausmaße sind schwach bis exzellent (0,49–0,96). MDC(%)95 liegen zwischen 16–42%. MDC(%)95 des Ausmaßes der retralen Bewegungsrichtung liegt über 100%.

Schlussfolgerung: Für die meisten Parameter liegt gute bis exzellente Intraklassen Korrelation vor. Die relative Nachweisgrenze MDC(%)95 weist auf eine große intraindividuelle Variabilität der Bewegungen hin. Wiederholte Mundbewegungen derselben Person fallen also deutlich unterschiedlich aus. Aufgrund der gefundenen Variabilität empfehlen die Autoren zur Erhöhung der Reproduzierbarkeit die Verwendung eines Gewebeklebers zur starren Sensor-Unterkiefer-Verbindung und die Aufzeichnung von mindestens drei Messzyklen je Bewegungsrichtung.

(Dtsch Zahnärztl Z 2011, 66: 580–589)

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Ausgabe: 08/2011 J.M. Setz - C. Lautenschläger - V. Szentpétery
Bewährung von Friktionsteleskopen im stark reduzierten Restgebiss – 5-Jahresergebnisse einer klinischen Studie

Einführung: Die Studie untersucht die Bewährung von Friktionsteleskopen (FTK) ausschließlich im stark reduzierten Restgebiss (SRR) und beurteilt Überleben der Pfeilerzähne und Primärteleskope und die Pfeilerbeweglichkeit mit Periotestwerten (PTW).

Methode: 74 Patienten mit 1–3 Restzähnen je Kiefer erhielten 82 auf 173 FTK abgestützte Prothesen. Untersucht wurde bei Eingliederung und 12-mal danach. Begleittherapien erfolgten bei Bedarf.

Ergebnisse: 72 Teleskope (drop out) von 38 Patienten waren nicht über die gesamte Zeit untersuchbar. Nach fünf Jahren betrug die Überlebensrate nach Kaplan-Meier für Pfeilerzähne 90% und für Primärteleskope 81%. Die Überlebensraten für Primärteleskope wurden von den Faktoren Geschlecht, Vitalität und End-Periotestwert signifikant sowie von den Faktoren Kiefer und Teleskopzahl im Trend signifikant beeinflusst. Das Verlustrisiko der Primärteleskope hing signifikant von den Faktoren Geschlecht, Kiefer, Vitalität und Pfeilerverteilung ab. Die PTW der 101 Pfeilerzähne mit vollständigen Daten nahmen im Zeitverlauf signifikant ab (p=0,001). 15,6% der Pfeiler frakturierten. Extrahiert wurden 7,5 % der Pfeiler. Die Patientenzufriedenheit war hoch.

Schlussfolgerung: Bei intensiver Nachsorge erscheint die Teleskopprothese als geeignetes Therapiemittel im SRR mit guter Aufwand-Nutzen-Relation. Eine generelle Überlastung der Pfeilerzähne durch FTK wird nicht bestätigt.

(Dtsch Zahnärztl Z 2011, 66: 570–579)

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Ausgabe: 09/2011 M.H. Walter - U. Schütte - M. Rädel - S.R. Rehm
Einfluss der Einführung des Festzuschusssystems auf das Versorgungs- spektrum einer Universitätsklinik*

Einführung: Im Jahr 2005 wechselten die deutschen Gesetzlichen Krankenversicherungen von einem Prozentualen Bezuschussungssystem (PBS) zu einem befundorientierten Festzuschusssystem (FZS) für Zahnersatz. Ziel dieser Studie war die Bestimmung des Einflusses auf das prothetische Therapiespektrum einer Universitätszahnklinik.

Methode: Basis der retrospektiven Analyse waren Heil- und Kostenpläne von Zahnersatzneuversorgungen gesetzlich Versicherter an der Universitätszahnklinik Dresden. Die Studiengruppe bildeten Heil- und Kostenpläne, die zwischen dem 1. Juli 2005 und dem 30. Juni 2006 im FZS abgerechnet worden waren. Heil- und Kostenpläne, die zwischen dem1. Juli 2003 und dem 30. Juni 2004 im PBS abgerechnet worden waren, wurden als Kontrollgruppe zusammengefasst. Zur Vermeidung von Überlagerungseffekten wurde der Zeitraum ein halbes Jahr vor und nach der unmittelbaren Systemumstellung ausgespart. Um Vergleiche zu ermöglichen, wurden die Befunde und Versorgungen des PBS den Befundklassen im FZS zugeordnet. Versorgungsarten, -formen und Befundklassen wurden mit Methoden der deskrip-tiven Statistik analysiert.

Ergebnisse: Die Zahl der Heil- und Kostenpläne im FZS (n = 379) war um 20,2 % geringer als im Vergleichszeitraum des PBS (n = 475). Der gleiche Trend war bei den 1834 einzelnen Zahnersatzversorgungen ablesbar, die in diesen Plänen enthalten waren (FZS: 784; PBS: 1050). In der Anzahl der Versorgungsformen und im prothetischen Spektrum waren insgesamt nur geringe Veränderungen festzustellen. Die größten Unterschiede zeigten sich bei Kronenversorgungen (– 5,4 %) und bei implantatprothetischen Versorgungen (+ 3,8 %).

Schlussfolgerung: Änderungen im Bezuschussungssystem haben einen potentiellen Einfluss auf Therapieentscheidungen und Inanspruchnahme. In der Studie konnte das Inanspruchnahmeverhalten bei prothetischen Leistungen als relativ stabile Größe identifiziert werden. Insbesondere die nur geringe Zunahme der implantatprothetischen Versorgungen war überraschend. Das universitäre Umfeld und die spezielle Patientenklientel sind als wesentliche Limitationen bei der Bewertung der Ergebnisse zu berücksichtigen. Die Forderung nach wissenschaftlicher Begleitung einschneidender Veränderungen im Versorgungssystem wird uneingeschränkt aufrechterhalten.

(Dtsch Zahnärztl Z 2011, 66: 647–653)

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