Wissenschaft

Hier können Sie auf alle Originalarbeiten des aktuellen Jahrgangs in chronologischer Sortierung zugreifen.  Alternativ können Sie die Beiträge auch nach dem Titel sortieren.

JAHRGANG: 2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009
SORTIEREN NACH: DATUM | TITEL

STATISTIK
Ausgabe: 08/2012 - S. Wellek, M. Blettner
Vom richtigen Umgang mit dem Crossover-Design in klinischen Studien – Teil 18 der Serie zur Bewertung wissenschaftlicher Publikationen*

Hintergrund: Viele klinische Studien werden nach dem sogenannten Crossover-(Überkreuzungs-)Design durchgeführt. Der wissenschaftliche Wert der Ergebnisse hängt entscheidend davon ab, dass bei der Planung und Auswertung gewisse Besonderheiten dieses Designs beachtet werden, die in standardmäßigen Parallelgruppen-Versuchen keine Rolle spielen.

Methoden: Darstellung der Grundprinzipien und der statistischen Methoden unter Bezugnahme auf statistische Lehrbücher und ausgewählte Originalliteratur.

Ergebnisse: Im einfachsten und häufigsten Fall werden in einem Crossover-Versuch zwei Behandlungen verglichen, die jedem rekrutierten Patienten zeitlich konsekutiv verabreicht werden, wobei die Reihenfolge der Verabreichung variiert wird. Hauptzweck des Designs ist es, sicherzustellen, dass Behandlungs- von Periodeneffekten sauber getrennt werden können. Hierzu müssen die Behandlungseffekte in beiden – per Randomisierung gebildeten – Sequenzgruppen separat berechnet werden. Der anschließende Test auf Behandlungsunterschiede lässt sich durchführen als unverbundener t-Test mit den intraindividuellen Differenzen zwischen den Ergebnissen aus beiden Versuchsperioden als den Einzelwerten. Voraussetzung ist dabei, dass keine sogenannte Carryover- (Überhang-)Effekte existieren, was üblicherweise in einem gesonderten Vorschalttest überprüft wird. Auf das Ersetzen des t-Tests durch nichtparametrische Tests sowie kompliziertere Designs mit mehr als zwei Versuchsperioden und/ oder Behandlungen wird ebenfalls kurz eingegangen.

Schlussfolgerungen: Wenn bei der Auswertung von Cross-over-Studien keine Auftrennung nach Sequenzgruppen erfolgt, sind die Ergebnisse verfälscht und von geringer wissenschaftlicher Aussagekraft. Eine weitere Voraussetzung für eine korrekte Auswertung solcher Studien ist, dass keine Überlagerung (Interaktion) von Behandlungs- mit Carryover-Effekten stattfindet. Falls sich die Annahme, dass solche Interaktionseffekte vernachlässigbar sind, nicht rechtfertigen lässt, muss sich die Evaluierung der Therapieeffekte auf eine Analyse der Daten aus der 1. Versuchsperiode beschränken. Allerdings ist auch dann die statistische Gültigkeit der Resultate nicht ohne weiteres gewährleistet.

(Dtsch Zahnärztl Z 2012, 67: 517–522)

» kompletten Artikel lesen