Wissenschaft

Hier können Sie auf alle Originalarbeiten des aktuellen Jahrgangs in chronologischer Sortierung zugreifen.  Alternativ können Sie die Beiträge auch nach dem Titel sortieren.

TAGUNGSBEITRAG
Ausgabe: 12/2013 - S. Hahnel, V. Preis, R. Lang
Biofilmbildung auf Materialien zur Herstellung von provisorischem Kronen- und Brückenzahnersatz

Einführung: In letzter Zeit sind Materialien zur Herstellung von provisorischem Kronen- und Brückenzahnersatz auf den Markt gekommen, die keiner Politur mehr bedürfen, sondern lediglich durch Abwischen mit einem in Alkohol getränkten Tuch ausgearbeitet werden. Ziel der vorliegenden Arbeit war es zu untersuchen, wie sich die Bildung von Biofilmen von Streptococcus sobrinus auf verschiedenen Werkstoffen zur Herstellung von provisorischem Zahnersatz in Abhängigkeit von der Ausarbeitungsmethodik verhält und inwieweit Unterschiede in der Entfernbarkeit der Biofilme in Abhängigkeit von der Ausarbeitungsmethodik bestehen.

Material und Methoden: Standardisierte Prüfkörper verschiedener kommerzieller Werkstoffe zur Herstellung von provisorischem Kronen- und Brückenzahnersatz wurden entweder mittels abrasivem Verfahren poliert oder durch Abwischen mittels einem in Alkohol getränkten Tuch ausgearbeitet; die mittlere Oberflächenrauigkeit Ra der generierten Oberflächen wurde profilometrisch bestimmt. Die Bildung eines Biofilmes wurde nach Simulation der Bildung eines Speichelpellikels durch Inkubation der Prüfkörper mit Streptococcus sobrinus simuliert. Die relative Anzahl adhärenter viabler Zellen wurde mittels einem MTT-basierten Verfahren bestimmt; ferner wurde untersucht, inwieweit sich die Biofilme durch Bearbeitung mittels elektrischer Zahnbürste von der Oberfläche der verschiedenen Prüfkörper entfernen lassen.

Ergebnisse: Für polierte Prüfkörper zeigte sich eine signifikant niedrigere mittlere Oberflächenrauigkeit als für lediglich mit Alkohol bearbeitete Prüfkörper. Signifikante Unterschiede in der Biofilmbildung zeigten sich sowohl zwischen den verschiedenen Werkstoffen als auch den beiden unterschiedlichen Ausarbeitungsmethoden. Bei Prüfkörpern, bei denen die Ausarbeitung durch Abwischen mit einem in Alkohol getränkten Tuch erfolgte, zeigte sich eine signifikant niedrigere Biofilmbildung als bei polierten Prüfkörpern, wohingegen die Entfernung der Biofilme bei polierten Prüfkörpern effektiver war als bei mit Alkohol abgewischten.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse dieser Untersuchung deuten darauf hin, dass hinsichtlich der Biofilmbildung auf Werkstoffen zur Herstellung von provisorischem Zahnersatz, die nur durch Abwischen mit einem in Alkohol getränkten Tuch ausgearbeitet werden, zumindest vergleichbare Ergebnisse zur klassischen Ausarbeitung mittels abrasivem Verfahren erzielt werden können. Eine definitive Aussage sollte allerdings erst nach dem Vorliegen klinischer Daten getroffen werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013; 68: 744–751)

» kompletten Artikel lesen