Wissenschaft

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ÜBERSICHTEN
Ausgabe: 04/2013 - T. Joda, P. Marquardt
Computerbasierter Workflow in der Implantatchirurgie

Einführung: Der Schlüsselfaktor für eine erfolgreiche Implantattherapie ist die prothetisch-orientierte Positionierung. 3D-Röntgendaten in Kombination mit virtueller Planungssoftware ermöglichen diese Umsetzung mit geführter Schienentechnik.

Material und Methode: Zahlreiche Systeme und implantatchirurgische Instrumentarien stehen für die computerassistierte Implantation im konventionellen Workflow oder digitalen Prozess zur Verfügung. Hierbei ist der entscheidende Schritt der Transfer der konstruierten Positionierung aus der Software in die reale Patientensituation. Neuartige Techniken gewährleisten die vollständige digitale Konzeption sowohl von Implantatposition als auch modellfreier Schienenkonstruktion.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Die computerunterstützte Chirurgie bietet dem implantatprothetischen Behandlerteam ein zusätzliches Tool im interdisziplinären Therapiekonzept. Unter Rücksichtnahme der individuellen Patientenanatomie können mit der schienengeführten Implantation präzise und vorhersagbare Ergebnisse realisiert werden. Beim digitalen Workflow ist die Behandlungsdauer verkürzt und zahntechnische Arbeitsschritte können im Vorfeld eingespart werden. Insgesamt ermöglicht der vollständig digitalisierte Prozessablauf nicht nur die Planung und die schienengeführte Implantatinsertion, sondern auch die Herstellung von monolithischen Implantatkronen mit CAD/CAM-Technik.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013, 68: 218–227)

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Ausgabe: 07/2013 - R.B.A. Sanderink, U. Schlagenhauf
Beschleunigen parodontale Entzündungen den Alterungsprozess des menschlichen Körpers? – Das Inflammaging-Konzept

Parodontitiden stellen in der zweiten Lebenshälfte die häufigste orale Erkrankung dar. Sie teilen viele Merkmale mit anderen chronischen Erkrankungen, insbesondere einen aus dem Gleichgewicht geratenen Zytokinhaushalt. Die Beziehungen zwischen oralen und inneren Erkrankungen beruhen auf einer mit dem Alter stetig zunehmenden Akkumulation von Proteinoxidierungen, Radikalen, Schäden am Genom und am Epigenom, der klonalen Verbreitung mutierter mtDNA, Immunoseneszenz, psychosozialem Stress, dem vermehrten Auftreten dysbiotischer Mikrobiome, Metaflammation sowie auf Homotoleranz. Die genannten Phänomene sind beteiligt an einem Prozess, welcher einen menschlichen Organismus entzündungsbedingt vorzeitig altern lässt, dem sogenannten Inflammaging. Klinische Folgen des Inflammagings sind die erhöhte Anfälligkeit für Infekte und Malignome sowie ein vermehrtes Auftreten von Autoimmunerkrankungen. Es ist daher plausibel, dass auch über viele Jahre hinweg persistierende parodontale und periimplantäre Entzündungen zum Inflammaging beitragen und somit die Gesundheitserwartung beeinträchtigen. Inflammaging stellt das zentrale Paradigma der Parodontalen Medizin dar. Seine Kontrolle ist das essenzielle Ziel jeder Parodontitis- und Periimplantitistherapie.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013; 68: 416–425

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Ausgabe: 08/2013 - D. Groß, S. Wolfart, B. Schilling, G. Schäfer
Ethik in der zahnärztlichen Ausbildung – Ergebnisse des deutschen Pilotprojekts „Dental Ethics“

Einführung: Anders als im angloamerikanischen Raum spielt das Lehrfach „Dental Ethics“ in den zahnärztlichen Kurrikula der deutschsprachigen Staaten bisher keine Rolle. In diesem Beitrag wird das erste an einer deutschen Universität initiierte und für alle Studierenden der Zahnmedizin obligate Pilotprojekt im Fach Ethik der Zahnheilkunde vorgestellt. Der Artikel untersucht die grundsätzliche Akzeptanz der Studierendenschaft für das Lehrfach „Dental Ethics“ sowie (a) die Tauglichkeit verschiedenartiger didaktischer Lehrkonzepte und (b) die Eignung von Ethikdozenten mit unterschiedlichen klinischen Vorkenntnissen im Rahmen einer zweisemestrigen Studie.

Methode: Zur Klärung der vorgenannten Fragen wurde ein kombinierter Fragebogen, bestehend aus geschlossenen und offenen Fragen, eingesetzt. Der Fragebogen richtete sich an alle Projektteilnehmer, d.h. an alle Studierende des 8. und9. Fachsemesters (n=60). Zusätzlich wurde nach dem 2. Semester ein weiterer Fragebogen eingesetzt, der ausschließlich aus geschlossenen Fragen bestand; er diente der vergleichenden Evaluation der ersten (=Semester 1) und zweiten (=Semester 2) Projektphase.

Ergebnisse: Die Mehrheit der Studierenden befürwortet eine Verstetigung des Lehrangebots in Dental Ethics. Die Studierenden präferieren eindeutig Lehrinhalte mit Anwendungsbezug und die Arbeit mit klinischen Fallbeispielen (Impulsreferate, Falldiskussion). Ethikdozenten mit zahnärztlichem Hintergrundwissen scheinen eine deutlich höhere Akzeptanz als Dozenten ohne derartige Vorkenntnissen zu erfahren.

Schlussfolgerung: Die Studierenden zeigten ein deutliches Interesse an der Vermittlung ethisch relevanter Fähigkeiten und Fertigkeiten. Zentrale Bedeutung wurde hierbei dem zugrunde gelegten didaktischen Konzept (einführende Erläuterungen, Falldiskussionen) und dem spezifischen klinischen Hintergrundwissen der Dozenten beigemessen.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013, 68: 483–489)

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Ausgabe: 08/2013 - A. Wolowski, C. Runte
Somatische Reaktionen nach restaurativer Therapie – somatisches oder psychosomatisches Krankheitsbild?

Ziel einer restaurativen Maßnahme ist es, verlorene und/oder zerstörte Substanz zu ersetzen. Diese sollte in jeder Hinsicht einerseits so schonend wie möglich erfolgen, andererseits sollte ein funktionell und ästhetisch zufrieden stellendes Ergebnis angestrebt werden. Treten im Verlauf oder nach Abschluss einer solchen Maßnahme Beschwerden auf, gestaltet sich die Ursachensuche insbesondere dann schwierig, wenn offensichtliche wie auch „versteckte“ und eher selten auftretende somatische Aspekte zuverlässig ausgeschlossen werden können und der Verdacht psychosozialer Einflussfaktoren im Rahmen der Primärversorgung abgesichert werden muss.

Beide Aufgaben muss der Zahnarzt leisten bevor die Verdachtsdiagnose „psychosomatische Störung“ gerechtfertigt ist. Die Betroffenen, die in der Erwartungshaltung auf eine somatische Untersuchung und Therapie in die zahnärztliche Praxis kommen, sind bei der Suche nach Ursachen außerhalb des Kauorgans wenig kooperativ, wenn nicht gar in zunehmendem Maße verärgert.

Die Kenntnis hinsichtlich möglicher somatischer Ursachen, typischer „Patientenkarrieren“, Diagnoseinstrumente und Therapiekonzepte kann jedem im Sinne der Primärversorgung tätigen Kollegen diese Aufgabe erleichtern. Ein hilfreicher Leitfaden ist die 2012 fertiggestellte Leitlinie „Nicht-spezifische, funktionelle und somatoforme Körperbeschwerden“ [25], woraus für den zahnmedizinischen Alltag relevante Aspekte vorgestellt werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013, 68: 471–482)

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Ausgabe: 09/2013 - K.W. Alt, R. Garve, J.C. Türp
Ist die Abnutzung der Zahnhartsubstanzen ein pathologischer Prozess? Eine dentalanthropologische Perspektive

Einleitung: Das Gebiss als mechanisch beanspruchter Teil des Kauorgans unterliegt okklusal/inzisal sowie approximal physiologisch bedingten Abnutzungsvorgängen der Zähne. Ursächlich dafür sind Abrasionswirkungen (vor allem Demastikation), Attrition, bedingt durch Zahn-zu-Zahn-Kontakte während des Kauvorgangs und durch Parafunktionen (Zähneknirschen und Kieferpressen), sowie Erosion.

Historische Perspektive: Von Beginn der Menschheitsgeschichte bis über das Mittelalter hinaus finden sich solche Hartgewebsdefekte, meist in ausgeprägter Form, regelhaft im menschlichen Milch- und Dauergebiss. Diese morphologischen Veränderungen führten regelmäßig vom normalen Überbiss, der sich während der Gebissentwicklung ausbildet, zu einem Kopfbiss, der sich (fast) automatisch eingestellt hat.

Befundinterpretation: In der heutigen Zahnmedizin wird dieses weithin bekannte Phänomen als pathologische Erscheinung interpretiert. Diachrone Studien an fossilen/historischen Schädeln machen jedoch deutlich, dass Abrasion und Attrition ein normales, altersabhängiges Adaptationsgeschehen darstellen, das nicht zu pathologischen Veränderungen im Gebiss führt. Abrasion und Attrition waren die längste Zeit unserer Geschichte ein natürlicher Prozess, der erst in den letzten Jahrhunderten durch die unserer „Zivilisation“ eigenen Verhaltensweisen verhindert wird. Aus der dynamischen Okklusion der Vergangenheit ist nunmehr eine weitestgehend statische Okklusion geworden.

Schlussfolgerung: Wir konstatieren, dass das Ausbleiben abnutzungsbedingter Veränderungen klinisch bzw. zahngesundheitlich gesehen Konsequenzen für Menschen der Gegenwart hat. Mesialdrift ist nunmehr weitgehend unmöglich geworden, da die Zähne in ihrer Höcker-Fossa-Stellung „verriegelt“ bleiben. Die Folgen einer derart unveränderlichen Okklusion scheinen vielfältig, z.B. ein erhöhtes Risiko für Fissurenkaries, Frontzahnengstände und Platzmangel für den Durchbruch der dritten Molaren.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013, 68: 550–558)

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Ausgabe: 10/2013 - P. Pospiech
Monolithische Rekonstruktionen aus Zirkoniumdioxid
(ZrO2)

Anfängliche Probleme mit dem Verbundsystem Zirkoniumdioxid/Glaskeramik durch eine erhöhte Chipping-Rate und der Wunsch nach einem robusten, substanzschonenden, biokompatiblen und optisch zahnähnlichen Zahnersatz führten zur Entwicklung der sog. monolithischen Krone auf Zirkoniumdioxidbasis, die insbesondere in den USA millionenfach zunächst ohne klinisch kontrollierte Studien auf den Markt gebracht wurde. Die nunmehr vorliegenden In-vitro-Daten bezüglich Festigkeit und Abrasionsverhalten sowie kurzzeitige klinische Ergebnisse zeichnen ein vielversprechendes Bild dieser oftmals als „Volkskrone“ bezeichneten Versorgung, die als Alternative für die klassische Vollgusskrone angesehen werden kann. Trotz guter Ergebnisse auf niedrigem Evidenzniveau sollten für eine absolute Freigabe Resultate klinischer Studien auf einem höheren Evidenzlevel abgewartet werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013; 68: 628–635)

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Ausgabe: 11/2013 - C. Tennert
Die Desinfektion des Wurzelkanalsystems

Einleitung: Eine erfolgreiche endodontische Behandlung erfordert die Entfernung von Gewebsresten, Mikroorganismen und deren Toxinen aus dem Wurzelkanalsystem. Schwer zugängliche Bereiche des Wurzelkanals werden durch mechanische Bearbeitung nicht vollständig erfasst. Deshalb stellt die Desinfektion des Wurzelkanalsystems einen essenziellen Bestandteil einer endodontischen Behandlung dar.

Material und Methode: Es gibt kein Präparat, das alle Anforderungen an eine endodontische Spüllösung erfüllt. Es gibt viele Bestrebungen, Kombinationspräparate zu entwickeln, um das Wurzelkanalsystems chemisch aufbereiten zu können. Die konventionelle Spülung mit Spritze und Kanüle reduziert zwar Mirkoorganismen des Wurzelkanalsystems, schafft aber keine komplette Eliminierung.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Es stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, um die Wirkung der Spüllösungen im Wurzelkanalsystem zu verbessern. Die Aktivierung der Spülflüssigkeit mittels eines Masterpoints (manuell-dynamisch) und vor allem die Schall- und Ultraschallaktivierung erhöhen die Reinigungswirkung deutlich. Neben der Spülung des Wurzelkanalsystems gibt es weitere Methoden zur Desinfektion, wie photodynamische Therapie, Ozon und Lasersysteme. Diese können adjuvant zu Spüllösungen eingesetzt werden, um besonders in Fällen persistierender Infektionen zusätzliche Effekte zu erzielen.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013; 68: 696–706)

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Ausgabe: 02/2013 J. C. Türp - G. Antes - H.-J. Schindler
Wenn „ZahnRat 72“ zum Knackpunkt wird: Über qualitative Mängel einer Patienteninformation

Einführung: Eine partizipatorische Entscheidungsfindung setzt voraus, dass Patienten zuvor korrekt, adäquat und relevant informiert worden sind. Man sollte erwarten, dass von (zahn)medizinischen Berufsverbänden herausgebrachte Gesundheitsinformationen diese Voraussetzung erfüllen. Diese Annahme bedarf jedoch einer Korrektur.

Methode/Ergebnisse: Eine in diesem Beitrag durchgeführte fachliche Analyse einer von 5 deutschen Zahnärztekammern herausgebrachten Patientenbroschüre zum Thema Kiefergelenkprobleme offenbart derart starke Qualitätsdefizite, dass diese als vertrauenswürdige Quelle ungeeignet ist.

Schlussfolgerung: Daher besteht die Gefahr einer Über- und Fehltherapie der betroffenen Personen.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013, 68: 99–108)

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Ausgabe: 02/2013 G. Iglhaut - H. Schliephake
Soft tissue management and augmentation in implant surgery*

Einführung: Nachdem Innovationen in der Augmentations-chirurgie primär den Fokus des Hartgewebeaufbaus hatten, erkannte man mehr und mehr das Weichgewebe als limitierenden Faktor. Defizitäre Alveolarkammareale mit Knochenaufbauten zu rekonstruieren, kann mit verschiedenen Methoden realisiert werden. Jedoch stellt sich bei umfangreichen Augmentaten der sichere und langfristige Wundverschluss, ein entscheidender Faktor für den Erfolg der operativen Maßnahme, als Problem dar. Das Design und die spannungsfreie Mobilisation von bedeckenden Wundlappen sowie die präzise mikrochirurgische Wundrandadaption unter bestmöglichem Erhalt der Blutversorgung sind von großer Bedeutung für einen vorhersehbaren Therapieerfolg.

Material und Methode: Umfangreiche Inzisionen und Lappenbildungen können jedoch zu teils erheblichen chirurgischen Traumata führen und die Anatomie von Gingiva und Mukosa zerstören. Zur Vermeidung dieser Nachteile bieten sich freie oder gestielte Weichgewebetransplantate als minimal invasive Alternative zur Defektdeckung an. Der Vorteil liegt im Erhalt anatomischer Strukturen und gleichzeitiger gedeckter Hartgewebeheilung.

Diskussion und Schlussfolgerung: Mit Freilegungsoperationen bestehen weitere Optionen, ausreichend dicke, zirkulär keratinisierte Schleimhaut am Durchtrittsprofil des Implantathalses, des Aufbauteils und der Suprakonstruktion zu generieren. Trotzdem muss es das Ziel sein, bereits vor der Freilegung mit Weichgewebetransplantaten eine ausreichende Dicke und Keratinisierung periimplantär aufzubauen. Nach erfolgter Freilegung eines enossalen Implantates sind korrektive Maßnahmen nur noch bedingt möglich und stellen höchste Ansprüche an die chirurgischen Fähigkeiten des Behandlers. Als Therapieansatz zur Deckung von exponierten Implantatoberflächen wird vom Verfasser eine minimal invasive Tunneltechnik aus der plastischen Parodontalchirurgie beschrieben.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013, 68: 86–98)

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Ausgabe: 03/2013 F. Blankenstein - J. Erhati
Der Stumpfpräparations- winkel für konventionelle Zementierung – Definition und Realisierbarkeit

Einführung: Ein geeigneter Präparationswinkel des Kronenstumpfs gilt bei konventioneller Befestigung der Restaurationen als wichtigstes Kriterien für deren ausreichende Retention. Die Angaben und die Definition dieses Winkels sind jedoch unklar und teilweise widersprüchlich.

Methode: Es wurden die prothetischen Lehr- und Fachbücher auf Angaben zur Stumpfpräparation durchgearbeitet, dazu eine Recherche in der Datenbank PubMed nach Veröffentlichungen vorgenommen, welche sich mit der Forderung nach einem konkreten Präparationswinkel sowie dessen Erkennbarkeit und Umsetzbarkeit beschäftigten.

Schlussfolgerung: In der deutschsprachigen Literatur inklusive den Empfehlungen der Fachgesellschaften fehlt eine eindeutige Begriffsdefinition dieses mit entscheidenden Erfolgskriteriums der Stumpfpräparation. Eine Klärung ist geboten, da die Bewertung des Präparationswinkels sowohl in der Lehre als auch bei Begutachtungen eine wesentliche Rolle spielen kann.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013; 68: 170–176)

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