Wissenschaft

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STATISTIK
Ausgabe: 05/2013 - C. Spix, M. Blettner
Screening – Teil 19 der Serie zur Bewertung wissenschaftlicher Publikationen

Hintergrund: Die Früherkennung von Erkrankungen, insbesondere von Krebs, gilt allgemein als sinnvoll. Es gibt jedoch auch immer wieder Indizien, die bei einzelnen Erkrankungen dagegen sprechen. Die Kenntnis des Prinzips des Screenings hilft, die Gründe dafür zu verstehen.

Methode: Ausgehend von der allgemeinen Definition und den Bedingungen für erfolgreiches Screening wird das Prinzip erläutert. Dabei werden Beispiele aus der deutschen gesetzlichen Vorsorge erläutert und exemplarisch wird aktuelle Literatur, insbesondere zum Mammographie-Screening, zu einzelnen Aspekten herangezogen.

Ergebnisse: Screening kann nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen den gewünschten Nutzen – meist eine Mortalitätssenkung – erzielen. Dazu gehört neben guter Qualität des Screeningverfahrens auch eine gute Anpassung der -intervalle an die Verteilung der präklinischen Phase. Neben dem möglichen Nutzen muss auch der mögliche Schaden, vor allem in der großen Gruppe der falschpositiv getesteten Patienten, betrachtet werden. Dem Anspruchsberechtigten sollen nach den gesetzlichen Vorgaben die Informationen, die für eine informierte Entscheidung für oder gegen ein Screening notwendig sind, in einer neutralen Beratung vermittelt werden.

Schlussfolgerung: Eine Screeningmaßnahme sollte vor Einführung analog zur Vorgehensweise in einer klinischen Studie überprüft, zumindest aber begleitend gründlich evaluiert werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013, 68: 303–308)

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ÜBERSICHTEN
Ausgabe: 04/2013 - T. Joda, P. Marquardt
Computerbasierter Workflow in der Implantatchirurgie

Einführung: Der Schlüsselfaktor für eine erfolgreiche Implantattherapie ist die prothetisch-orientierte Positionierung. 3D-Röntgendaten in Kombination mit virtueller Planungssoftware ermöglichen diese Umsetzung mit geführter Schienentechnik.

Material und Methode: Zahlreiche Systeme und implantatchirurgische Instrumentarien stehen für die computerassistierte Implantation im konventionellen Workflow oder digitalen Prozess zur Verfügung. Hierbei ist der entscheidende Schritt der Transfer der konstruierten Positionierung aus der Software in die reale Patientensituation. Neuartige Techniken gewährleisten die vollständige digitale Konzeption sowohl von Implantatposition als auch modellfreier Schienenkonstruktion.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Die computerunterstützte Chirurgie bietet dem implantatprothetischen Behandlerteam ein zusätzliches Tool im interdisziplinären Therapiekonzept. Unter Rücksichtnahme der individuellen Patientenanatomie können mit der schienengeführten Implantation präzise und vorhersagbare Ergebnisse realisiert werden. Beim digitalen Workflow ist die Behandlungsdauer verkürzt und zahntechnische Arbeitsschritte können im Vorfeld eingespart werden. Insgesamt ermöglicht der vollständig digitalisierte Prozessablauf nicht nur die Planung und die schienengeführte Implantatinsertion, sondern auch die Herstellung von monolithischen Implantatkronen mit CAD/CAM-Technik.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013, 68: 218–227)

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Ausgabe: 07/2013 - R.B.A. Sanderink, U. Schlagenhauf
Beschleunigen parodontale Entzündungen den Alterungsprozess des menschlichen Körpers? – Das Inflammaging-Konzept

Parodontitiden stellen in der zweiten Lebenshälfte die häufigste orale Erkrankung dar. Sie teilen viele Merkmale mit anderen chronischen Erkrankungen, insbesondere einen aus dem Gleichgewicht geratenen Zytokinhaushalt. Die Beziehungen zwischen oralen und inneren Erkrankungen beruhen auf einer mit dem Alter stetig zunehmenden Akkumulation von Proteinoxidierungen, Radikalen, Schäden am Genom und am Epigenom, der klonalen Verbreitung mutierter mtDNA, Immunoseneszenz, psychosozialem Stress, dem vermehrten Auftreten dysbiotischer Mikrobiome, Metaflammation sowie auf Homotoleranz. Die genannten Phänomene sind beteiligt an einem Prozess, welcher einen menschlichen Organismus entzündungsbedingt vorzeitig altern lässt, dem sogenannten Inflammaging. Klinische Folgen des Inflammagings sind die erhöhte Anfälligkeit für Infekte und Malignome sowie ein vermehrtes Auftreten von Autoimmunerkrankungen. Es ist daher plausibel, dass auch über viele Jahre hinweg persistierende parodontale und periimplantäre Entzündungen zum Inflammaging beitragen und somit die Gesundheitserwartung beeinträchtigen. Inflammaging stellt das zentrale Paradigma der Parodontalen Medizin dar. Seine Kontrolle ist das essenzielle Ziel jeder Parodontitis- und Periimplantitistherapie.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013; 68: 416–425

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Ausgabe: 08/2013 - D. Groß, S. Wolfart, B. Schilling, G. Schäfer
Ethik in der zahnärztlichen Ausbildung – Ergebnisse des deutschen Pilotprojekts „Dental Ethics“

Einführung: Anders als im angloamerikanischen Raum spielt das Lehrfach „Dental Ethics“ in den zahnärztlichen Kurrikula der deutschsprachigen Staaten bisher keine Rolle. In diesem Beitrag wird das erste an einer deutschen Universität initiierte und für alle Studierenden der Zahnmedizin obligate Pilotprojekt im Fach Ethik der Zahnheilkunde vorgestellt. Der Artikel untersucht die grundsätzliche Akzeptanz der Studierendenschaft für das Lehrfach „Dental Ethics“ sowie (a) die Tauglichkeit verschiedenartiger didaktischer Lehrkonzepte und (b) die Eignung von Ethikdozenten mit unterschiedlichen klinischen Vorkenntnissen im Rahmen einer zweisemestrigen Studie.

Methode: Zur Klärung der vorgenannten Fragen wurde ein kombinierter Fragebogen, bestehend aus geschlossenen und offenen Fragen, eingesetzt. Der Fragebogen richtete sich an alle Projektteilnehmer, d.h. an alle Studierende des 8. und9. Fachsemesters (n=60). Zusätzlich wurde nach dem 2. Semester ein weiterer Fragebogen eingesetzt, der ausschließlich aus geschlossenen Fragen bestand; er diente der vergleichenden Evaluation der ersten (=Semester 1) und zweiten (=Semester 2) Projektphase.

Ergebnisse: Die Mehrheit der Studierenden befürwortet eine Verstetigung des Lehrangebots in Dental Ethics. Die Studierenden präferieren eindeutig Lehrinhalte mit Anwendungsbezug und die Arbeit mit klinischen Fallbeispielen (Impulsreferate, Falldiskussion). Ethikdozenten mit zahnärztlichem Hintergrundwissen scheinen eine deutlich höhere Akzeptanz als Dozenten ohne derartige Vorkenntnissen zu erfahren.

Schlussfolgerung: Die Studierenden zeigten ein deutliches Interesse an der Vermittlung ethisch relevanter Fähigkeiten und Fertigkeiten. Zentrale Bedeutung wurde hierbei dem zugrunde gelegten didaktischen Konzept (einführende Erläuterungen, Falldiskussionen) und dem spezifischen klinischen Hintergrundwissen der Dozenten beigemessen.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013, 68: 483–489)

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Ausgabe: 08/2013 - A. Wolowski, C. Runte
Somatische Reaktionen nach restaurativer Therapie – somatisches oder psychosomatisches Krankheitsbild?

Ziel einer restaurativen Maßnahme ist es, verlorene und/oder zerstörte Substanz zu ersetzen. Diese sollte in jeder Hinsicht einerseits so schonend wie möglich erfolgen, andererseits sollte ein funktionell und ästhetisch zufrieden stellendes Ergebnis angestrebt werden. Treten im Verlauf oder nach Abschluss einer solchen Maßnahme Beschwerden auf, gestaltet sich die Ursachensuche insbesondere dann schwierig, wenn offensichtliche wie auch „versteckte“ und eher selten auftretende somatische Aspekte zuverlässig ausgeschlossen werden können und der Verdacht psychosozialer Einflussfaktoren im Rahmen der Primärversorgung abgesichert werden muss.

Beide Aufgaben muss der Zahnarzt leisten bevor die Verdachtsdiagnose „psychosomatische Störung“ gerechtfertigt ist. Die Betroffenen, die in der Erwartungshaltung auf eine somatische Untersuchung und Therapie in die zahnärztliche Praxis kommen, sind bei der Suche nach Ursachen außerhalb des Kauorgans wenig kooperativ, wenn nicht gar in zunehmendem Maße verärgert.

Die Kenntnis hinsichtlich möglicher somatischer Ursachen, typischer „Patientenkarrieren“, Diagnoseinstrumente und Therapiekonzepte kann jedem im Sinne der Primärversorgung tätigen Kollegen diese Aufgabe erleichtern. Ein hilfreicher Leitfaden ist die 2012 fertiggestellte Leitlinie „Nicht-spezifische, funktionelle und somatoforme Körperbeschwerden“ [25], woraus für den zahnmedizinischen Alltag relevante Aspekte vorgestellt werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013, 68: 471–482)

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Ausgabe: 09/2013 - K.W. Alt, R. Garve, J.C. Türp
Ist die Abnutzung der Zahnhartsubstanzen ein pathologischer Prozess? Eine dentalanthropologische Perspektive

Einleitung: Das Gebiss als mechanisch beanspruchter Teil des Kauorgans unterliegt okklusal/inzisal sowie approximal physiologisch bedingten Abnutzungsvorgängen der Zähne. Ursächlich dafür sind Abrasionswirkungen (vor allem Demastikation), Attrition, bedingt durch Zahn-zu-Zahn-Kontakte während des Kauvorgangs und durch Parafunktionen (Zähneknirschen und Kieferpressen), sowie Erosion.

Historische Perspektive: Von Beginn der Menschheitsgeschichte bis über das Mittelalter hinaus finden sich solche Hartgewebsdefekte, meist in ausgeprägter Form, regelhaft im menschlichen Milch- und Dauergebiss. Diese morphologischen Veränderungen führten regelmäßig vom normalen Überbiss, der sich während der Gebissentwicklung ausbildet, zu einem Kopfbiss, der sich (fast) automatisch eingestellt hat.

Befundinterpretation: In der heutigen Zahnmedizin wird dieses weithin bekannte Phänomen als pathologische Erscheinung interpretiert. Diachrone Studien an fossilen/historischen Schädeln machen jedoch deutlich, dass Abrasion und Attrition ein normales, altersabhängiges Adaptationsgeschehen darstellen, das nicht zu pathologischen Veränderungen im Gebiss führt. Abrasion und Attrition waren die längste Zeit unserer Geschichte ein natürlicher Prozess, der erst in den letzten Jahrhunderten durch die unserer „Zivilisation“ eigenen Verhaltensweisen verhindert wird. Aus der dynamischen Okklusion der Vergangenheit ist nunmehr eine weitestgehend statische Okklusion geworden.

Schlussfolgerung: Wir konstatieren, dass das Ausbleiben abnutzungsbedingter Veränderungen klinisch bzw. zahngesundheitlich gesehen Konsequenzen für Menschen der Gegenwart hat. Mesialdrift ist nunmehr weitgehend unmöglich geworden, da die Zähne in ihrer Höcker-Fossa-Stellung „verriegelt“ bleiben. Die Folgen einer derart unveränderlichen Okklusion scheinen vielfältig, z.B. ein erhöhtes Risiko für Fissurenkaries, Frontzahnengstände und Platzmangel für den Durchbruch der dritten Molaren.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013, 68: 550–558)

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Ausgabe: 10/2013 - P. Pospiech
Monolithische Rekonstruktionen aus Zirkoniumdioxid
(ZrO2)

Anfängliche Probleme mit dem Verbundsystem Zirkoniumdioxid/Glaskeramik durch eine erhöhte Chipping-Rate und der Wunsch nach einem robusten, substanzschonenden, biokompatiblen und optisch zahnähnlichen Zahnersatz führten zur Entwicklung der sog. monolithischen Krone auf Zirkoniumdioxidbasis, die insbesondere in den USA millionenfach zunächst ohne klinisch kontrollierte Studien auf den Markt gebracht wurde. Die nunmehr vorliegenden In-vitro-Daten bezüglich Festigkeit und Abrasionsverhalten sowie kurzzeitige klinische Ergebnisse zeichnen ein vielversprechendes Bild dieser oftmals als „Volkskrone“ bezeichneten Versorgung, die als Alternative für die klassische Vollgusskrone angesehen werden kann. Trotz guter Ergebnisse auf niedrigem Evidenzniveau sollten für eine absolute Freigabe Resultate klinischer Studien auf einem höheren Evidenzlevel abgewartet werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013; 68: 628–635)

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Ausgabe: 11/2013 - C. Tennert
Die Desinfektion des Wurzelkanalsystems

Einleitung: Eine erfolgreiche endodontische Behandlung erfordert die Entfernung von Gewebsresten, Mikroorganismen und deren Toxinen aus dem Wurzelkanalsystem. Schwer zugängliche Bereiche des Wurzelkanals werden durch mechanische Bearbeitung nicht vollständig erfasst. Deshalb stellt die Desinfektion des Wurzelkanalsystems einen essenziellen Bestandteil einer endodontischen Behandlung dar.

Material und Methode: Es gibt kein Präparat, das alle Anforderungen an eine endodontische Spüllösung erfüllt. Es gibt viele Bestrebungen, Kombinationspräparate zu entwickeln, um das Wurzelkanalsystems chemisch aufbereiten zu können. Die konventionelle Spülung mit Spritze und Kanüle reduziert zwar Mirkoorganismen des Wurzelkanalsystems, schafft aber keine komplette Eliminierung.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Es stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, um die Wirkung der Spüllösungen im Wurzelkanalsystem zu verbessern. Die Aktivierung der Spülflüssigkeit mittels eines Masterpoints (manuell-dynamisch) und vor allem die Schall- und Ultraschallaktivierung erhöhen die Reinigungswirkung deutlich. Neben der Spülung des Wurzelkanalsystems gibt es weitere Methoden zur Desinfektion, wie photodynamische Therapie, Ozon und Lasersysteme. Diese können adjuvant zu Spüllösungen eingesetzt werden, um besonders in Fällen persistierender Infektionen zusätzliche Effekte zu erzielen.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013; 68: 696–706)

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ORIGINALARBEITEN
Ausgabe: 08/2013 - J. Esch
Lachgas in der Kinderzahnheilkunde

Einleitung: Der Umgang mit Schmerzen und Ängsten ist in der Zahnmedizin von vorrangiger Bedeutung. Deshalb ist die Lachgassedierung oder auch Inhalationssedierung ein wichtiges Hilfsmittel bei ängstlichen Patienten in fast jedem Lebensalter.

Material und Methode: Die Inhalationssedierung wird dabei mit einer Lokalanästhesie kombiniert. Oft ist auch die Gabe eines lokalen Anästhetikums erst durch die Lachgassedierung möglich. Patienten mit ausgeprägtem Würgereiz können gerade mit der Lachgassedierung leichter behandelt werden. Längere Eingriffszeiten lassen sich sowohl für den Patienten als auch für das zahnärztliche Team komfortabler bewältigen. Kinder sind besonders dankbare Patienten, wobei Lachgas ca. ab dem 4.ten Lebensjahr eingesetzt werden kann.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Lachgas ist eine gut steuerbare und risikoarme Sedierungsmaßnahme, die die Angst reduziert, das Verhalten der Kinder während der Behandlung verbessert und dadurch eine leichtere Durchführung, sowie eine angemessene Qualität der zahnärztlichen Versorgung gewährleistet. Damit stellt die Lachgassedierung eine Alternative zur Intubationsnarkose dar.

(Dtsch Zahnarztl Z 2013, 68: 464–470)

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TAGUNGSBEITRAG
Ausgabe: 12/2013 - S. Hahnel, V. Preis, R. Lang
Biofilmbildung auf Materialien zur Herstellung von provisorischem Kronen- und Brückenzahnersatz

Einführung: In letzter Zeit sind Materialien zur Herstellung von provisorischem Kronen- und Brückenzahnersatz auf den Markt gekommen, die keiner Politur mehr bedürfen, sondern lediglich durch Abwischen mit einem in Alkohol getränkten Tuch ausgearbeitet werden. Ziel der vorliegenden Arbeit war es zu untersuchen, wie sich die Bildung von Biofilmen von Streptococcus sobrinus auf verschiedenen Werkstoffen zur Herstellung von provisorischem Zahnersatz in Abhängigkeit von der Ausarbeitungsmethodik verhält und inwieweit Unterschiede in der Entfernbarkeit der Biofilme in Abhängigkeit von der Ausarbeitungsmethodik bestehen.

Material und Methoden: Standardisierte Prüfkörper verschiedener kommerzieller Werkstoffe zur Herstellung von provisorischem Kronen- und Brückenzahnersatz wurden entweder mittels abrasivem Verfahren poliert oder durch Abwischen mittels einem in Alkohol getränkten Tuch ausgearbeitet; die mittlere Oberflächenrauigkeit Ra der generierten Oberflächen wurde profilometrisch bestimmt. Die Bildung eines Biofilmes wurde nach Simulation der Bildung eines Speichelpellikels durch Inkubation der Prüfkörper mit Streptococcus sobrinus simuliert. Die relative Anzahl adhärenter viabler Zellen wurde mittels einem MTT-basierten Verfahren bestimmt; ferner wurde untersucht, inwieweit sich die Biofilme durch Bearbeitung mittels elektrischer Zahnbürste von der Oberfläche der verschiedenen Prüfkörper entfernen lassen.

Ergebnisse: Für polierte Prüfkörper zeigte sich eine signifikant niedrigere mittlere Oberflächenrauigkeit als für lediglich mit Alkohol bearbeitete Prüfkörper. Signifikante Unterschiede in der Biofilmbildung zeigten sich sowohl zwischen den verschiedenen Werkstoffen als auch den beiden unterschiedlichen Ausarbeitungsmethoden. Bei Prüfkörpern, bei denen die Ausarbeitung durch Abwischen mit einem in Alkohol getränkten Tuch erfolgte, zeigte sich eine signifikant niedrigere Biofilmbildung als bei polierten Prüfkörpern, wohingegen die Entfernung der Biofilme bei polierten Prüfkörpern effektiver war als bei mit Alkohol abgewischten.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse dieser Untersuchung deuten darauf hin, dass hinsichtlich der Biofilmbildung auf Werkstoffen zur Herstellung von provisorischem Zahnersatz, die nur durch Abwischen mit einem in Alkohol getränkten Tuch ausgearbeitet werden, zumindest vergleichbare Ergebnisse zur klassischen Ausarbeitung mittels abrasivem Verfahren erzielt werden können. Eine definitive Aussage sollte allerdings erst nach dem Vorliegen klinischer Daten getroffen werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013; 68: 744–751)

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