Wissenschaft

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ÜBERSICHTEN
Ausgabe: 02/2013 J. C. Türp - G. Antes - H.-J. Schindler
Wenn „ZahnRat 72“ zum Knackpunkt wird: Über qualitative Mängel einer Patienteninformation

Einführung: Eine partizipatorische Entscheidungsfindung setzt voraus, dass Patienten zuvor korrekt, adäquat und relevant informiert worden sind. Man sollte erwarten, dass von (zahn)medizinischen Berufsverbänden herausgebrachte Gesundheitsinformationen diese Voraussetzung erfüllen. Diese Annahme bedarf jedoch einer Korrektur.

Methode/Ergebnisse: Eine in diesem Beitrag durchgeführte fachliche Analyse einer von 5 deutschen Zahnärztekammern herausgebrachten Patientenbroschüre zum Thema Kiefergelenkprobleme offenbart derart starke Qualitätsdefizite, dass diese als vertrauenswürdige Quelle ungeeignet ist.

Schlussfolgerung: Daher besteht die Gefahr einer Über- und Fehltherapie der betroffenen Personen.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013, 68: 99–108)

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Ausgabe: 02/2013 G. Iglhaut - H. Schliephake
Soft tissue management and augmentation in implant surgery*

Einführung: Nachdem Innovationen in der Augmentations-chirurgie primär den Fokus des Hartgewebeaufbaus hatten, erkannte man mehr und mehr das Weichgewebe als limitierenden Faktor. Defizitäre Alveolarkammareale mit Knochenaufbauten zu rekonstruieren, kann mit verschiedenen Methoden realisiert werden. Jedoch stellt sich bei umfangreichen Augmentaten der sichere und langfristige Wundverschluss, ein entscheidender Faktor für den Erfolg der operativen Maßnahme, als Problem dar. Das Design und die spannungsfreie Mobilisation von bedeckenden Wundlappen sowie die präzise mikrochirurgische Wundrandadaption unter bestmöglichem Erhalt der Blutversorgung sind von großer Bedeutung für einen vorhersehbaren Therapieerfolg.

Material und Methode: Umfangreiche Inzisionen und Lappenbildungen können jedoch zu teils erheblichen chirurgischen Traumata führen und die Anatomie von Gingiva und Mukosa zerstören. Zur Vermeidung dieser Nachteile bieten sich freie oder gestielte Weichgewebetransplantate als minimal invasive Alternative zur Defektdeckung an. Der Vorteil liegt im Erhalt anatomischer Strukturen und gleichzeitiger gedeckter Hartgewebeheilung.

Diskussion und Schlussfolgerung: Mit Freilegungsoperationen bestehen weitere Optionen, ausreichend dicke, zirkulär keratinisierte Schleimhaut am Durchtrittsprofil des Implantathalses, des Aufbauteils und der Suprakonstruktion zu generieren. Trotzdem muss es das Ziel sein, bereits vor der Freilegung mit Weichgewebetransplantaten eine ausreichende Dicke und Keratinisierung periimplantär aufzubauen. Nach erfolgter Freilegung eines enossalen Implantates sind korrektive Maßnahmen nur noch bedingt möglich und stellen höchste Ansprüche an die chirurgischen Fähigkeiten des Behandlers. Als Therapieansatz zur Deckung von exponierten Implantatoberflächen wird vom Verfasser eine minimal invasive Tunneltechnik aus der plastischen Parodontalchirurgie beschrieben.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013, 68: 86–98)

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Ausgabe: 03/2013 F. Blankenstein - J. Erhati
Der Stumpfpräparations- winkel für konventionelle Zementierung – Definition und Realisierbarkeit

Einführung: Ein geeigneter Präparationswinkel des Kronenstumpfs gilt bei konventioneller Befestigung der Restaurationen als wichtigstes Kriterien für deren ausreichende Retention. Die Angaben und die Definition dieses Winkels sind jedoch unklar und teilweise widersprüchlich.

Methode: Es wurden die prothetischen Lehr- und Fachbücher auf Angaben zur Stumpfpräparation durchgearbeitet, dazu eine Recherche in der Datenbank PubMed nach Veröffentlichungen vorgenommen, welche sich mit der Forderung nach einem konkreten Präparationswinkel sowie dessen Erkennbarkeit und Umsetzbarkeit beschäftigten.

Schlussfolgerung: In der deutschsprachigen Literatur inklusive den Empfehlungen der Fachgesellschaften fehlt eine eindeutige Begriffsdefinition dieses mit entscheidenden Erfolgskriteriums der Stumpfpräparation. Eine Klärung ist geboten, da die Bewertung des Präparationswinkels sowohl in der Lehre als auch bei Begutachtungen eine wesentliche Rolle spielen kann.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013; 68: 170–176)

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Ausgabe: 04/2013 T. Joda - M. Müller - R. Buser
Intraorale optische Implantatabformung

Einführung: Die intraorale Scannertechnologie ist die entscheidende Schnittstelle zwischen den chirurgischen und prothetischen Behandlungsphasen zur Rehabilitation implantatprothetischer Versorgungen. Die digitale Abformung ermöglicht den Transfer der 3D-Implantatposition von der realen Patientensituation in eine virtuelle Matrix.

Material und Methode: Eine Vielzahl optischer Intraoral-scanner von diversen Systemherstellern wird aktuell zum Themenbereich der digitalisierten Abformung angeboten. Die Grundlage der physikalischen Aufnahmetechnologie ist die Triangulation oder die konfokale Mikroskopie. Weiterhin können Geräte mit Foto- und Videomodus unterschieden werden. Die Systeme generieren Datensätze von 3D-Ober-flächenscans im STL-Format. Diese beschreiben analog zum konventionellen Prozess eine digitale Patientensituation. Nach systemspezifischer Datenaufbereitung erfolgt die CAD/CAM-basierte Konstruktion und die Herstellung von plastischen Modellen, falls benötigt, und die definitive Fertigung der implantären Suprakonstruktion isoliert für Abutment und Coping oder als einteilige Variante.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Zum gegenwärtigen Zeitpunkt können implantatprothetische Kronen- und Brückenrekonstruktionen reproduzierbar und mit hoher Qualität im digitalen Workflow angefertigt werden. Jedoch stellen einzelne Prozessabläufe (noch) „Insellösungen“ mit in sich geschlossenen Systemen dar. Für eine ubiquitäre Verbreitung des digitalen Workflows mit Vereinfachung der Prozesskette wären herstellerunabhängige offene Schnittstellen zum Austausch von digital generierten Datensätzen wünschenswert.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013, 68: 228–236)

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Ausgabe: 05/2013 J. Kratzenstein - B.Wöstmann
Werkstoffkundliche Untersuchung zur bleibenden Deformation nach Dehnung von Typ-3 Abformwerkstoffen

Einführung: Ziel dieser Arbeit war es, klinisch relevante Einflussfaktoren auf die bleibende Deformation nach Dehnung von Typ-3 Abformmaterialien zu untersuchen.

Material und Methode: Es wurden 3 Materialien, ein Polyether- und 2 Hybridabformmaterialien untersucht (EXA’lence Light, Identium Light, Impregum Garant L DuoSoft). Die Abformmaterialien wurden in eine Edelstahl-Prüfkörperform eingebracht und bei 37°C in einem Wasserbad ausgehärtet. Die Dehnung der Prüfkörper mit einer Universal-Prüfmaschine (Typ1454, Zwick/Roell, Ulm) schloss sich an. Die Einflussfaktoren Dehnlänge, Dehngeschwindigkeit und Verweildauer der Prüfkörper im Wasserbad wurden variiert. Nach der Dehnung wurden die Prüfkörper an 3 verschiedenen Zeitpunkten mithilfe eines Messmakroskops vermessen und die bleibende Deformation bestimmt.

Ergebnisse: Bei allen Materialien konnte eine signifikante Verringerung der bleibenden Deformation durch Verlängerung der Wasserbadverweildauer festgestellt werden. Bei 2 Materialien (EXA’lence Light, Impregum Garant L DuoSoft) kann die resultierende Verringerung als klinisch relevant angesehen werden, das dritte Material (Identium Light) wies durchweg sehr niedrige bleibende Deformationen auf. Höhere Dehnlängen ergaben höhere bleibende Deformationen. Die Dehngeschwindigkeit zeigte in manchen Prüfgruppen einen signifikanten Einfluss, dieser war jedoch in keinem Fall von klinischer Relevanz.

Schlussfolgerung: Bei manchen Materialien kann eine Verlängerung der Mundverweildauer, mit dem Ziel der Verringerung der bleibenden Deformation, als empfehlenswert angesehen werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013, 68: 296–302)

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Ausgabe: 06/2013 H. Meyer-Lückel - M. Naumann - M. Kölpin
Postendodontische Restauration mit glasfaserverstärkten Aufbaustiften: 10-Jahres-Ergebnisse*

Einführung: In der zahnärztlichen Praxis werden glasfaserverstärkte Stifte in Kombination mit Kompositaufbauten regelmäßig eingesetzt, um endodontisch behandelte, koronal zerstörte Zähne zu restaurieren. Neben zahlreichen In-vitro-Untersuchungen liegen mittlerweile klinische Daten von kurzer bis mittlerer Beobachtungsdauer zur Überlebenswahrscheinlichkeit dieser Versorgungen vor. Das Ziel der vorliegenden Studie war es, Langzeitdaten zur Überlebenswahrscheinlichkeit von 3 verschiedenen glasfaserverstärkten Aufbaustiften unter Beachtung weiterer beeinflussender Faktoren zu erheben.

Material und Methode: Einhundertneunundvierzig adhäsiv befestigte Glasfaserstifte wurden bei 119 Patienten bis zu 120 Monate nachuntersucht. Ein chemisch initiiertes polymerisierendes Kompositmaterial wurde für den Stumpfaufbau verwendet. Entsprechend des spezifischen prothetischen Behandlungsplanes erfolgte die definitive Versorgung. Unter Anwendung der Cox-Regressionsanalyse wurde die Beziehung zwischen relevanten Faktoren und der Zeit bis zum Versagen evaluiert.

Ergebnisse: Fünfundfünfzig Restaurationen versagten im Verlauf von 10 Jahren (jährliche Versagensrate: 4,6%). Häufigste Versagensereignisse waren die Fraktur und der Retentionsverlust des Aufbaustiftes (jeweils n=17) sowie endodontische Komplikationen (n=7). Zahnextraktionen waren in 10 Fällen notwendig. Sechzig mit Glasfaserstiften versorgte Zähne konnten bis zu 120 Monate nachverfolgt werden, während 34 Zähne als „lost-to-follow up“ kategorisiert wurden. Die mittlere Überlebenszeit (Standardabweichung) lag bei 74 (43) Monaten. Die bivariate Analyse zeigte für die Vari-ablen Zahntyp (Hazard ratio [95%KI]: 2,2 [1,3–3,7]; p=0,004) sowie Anzahl verbliebener Kavitätenwände (HR [95%KI]: 1,9 [1,1–3,4]; p=0,031) einen signifikanten Zusammenhang mit der Versagensrate. Die Cox-Regressionsanalyse ergab nur für die Variable Zahntyp ein signifikantes, 2-faches Versagensrisiko für Front-/Eck- im Vergleich zu Seitenzähnen (HR [95%Kl]: 2,0 [1,1–3,5]; p=0,021).

Schlussfolgerung: Bei der postendodontischen Restauration mit glasfaserverstärkten Aufbaustiften von Zähnen mit nur einer oder gar keiner verbliebenen Kavitätenwand – insbesondere bei stark zerstörten Frontzähnen – ist die Überlebenswahrscheinlichkeit verringert.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013, 68: 358–365)

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Ausgabe: 06/2013 M. Behr - M. Rosentritt - C. Kolbeck
Schäden an der Verblendung bei Metallkeramik und Zirkoniumdioxid – eine Analyse klinischer Daten

Einführung: Metallkeramische Restaurationen werden seit Jahrzehnten erfolgreich in der Zahnmedizin angewendet. An ihre Stelle treten mehr und mehr keramisch verblendete Versorgungen mit einem Gerüst aus Zirkoniumdioxid. Die Arbeit geht der Frage nach, ob Kronen/Brücken aus Zirkoniumdioxid häufiger Schäden an der Verblendung aufweisen als metallgestützte Versorgungen.

Material und Methode: Anhand einer Literaturrecherche (Pub Med, Medline) wurden systematische Reviews undMeta-Analysen zu Versorgungen aus Vollkeramik und Metallkeramik hinsichtlich der Frage durchleuchtet, wie häufig Schäden an der Verblendkeramik, zumeist „ Chipping“ genannt, auftreten.

Ergebnisse: Während sich zahlreiche Studien über Zirkoniumdioxid finden lassen, sind Studien zu Metallkeramik, die sich mit dem Thema „ Chipping“ beschäftigen, sehr wenige vorhanden. Bei Zirkoniumdioxid gibt es mittlerweile viele prospektive Studien, die aber sehr stark divergierende Angaben zu Schäden an der Verblendung machen (0–30%). Die wenigen metallkeramischen Studien sind meist retrospektiv, haben aber längere Beobachtungszeiten und höhere Fallzahlen. Ungenaue Angaben zu den klinischen Begleitumständen, verschiedene Studiendesigns, zweifelhafte Quellen, wie Nutzung von Abstracts, finden sich mehr oder weniger in allen von den Übersichtsarbeiten genutzten Studien.

Schlussfolgerung: Aufgrund der derzeitigen Datenlage kann die Frage, ob Kronen/Brücken aus Zirkoniumdioxid häufiger Schäden an der Verblendung aufweisen als metallgestützte Versorgungen, nicht beantwortet werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013; 68: 353–357)

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Ausgabe: 07/2013 U. Schlagenhauf
Parodontal hoffnungslose Zähne – stimmen die alten Konzepte noch?

Einleitung: Parodontal schwer vorgeschädigte Zähne mit hoffnungsloser Prognose werden üblicherweise bereits vor Beginn der systematischen Parodontaltherapie entfernt. Der adjunktive Gebrauch systemischer Antibiotika in der antiinfektiösen, systematischen Therapie parodontaler Erkrankungen hat jedoch die langfristige Erhaltungsfähigkeit selbst parodontal schwer vorgeschädigter Zähne neu definiert.

Material und Methoden: An einem Kollektiv von 61 Patienten im Alter von 22–81 Jahren mit schwerer chronischer oder aggressiver Parodontitis wurde über einen Zeitraum von 3 Jahren nach systematischer nichtchirurgischer PAR-Therapie und adjunktiver systemischer Antibiose das Wundheilungspotenzial von insgesamt 441 Zähnen evaluiert, denen aufgrund eines sondierbaren Attachmentniveau (PAL) ?8mm bislang in der Regel eine hoffnungslose parodontale Prognose zugeordnet wurde. Erfasste Parameter waren das Sondierbare Attachmentniveau (PAL), die Sondierbare Taschentiefe (TT) sowie die Blutung/Suppuration auf Sondierung (BoP).Ergebnisse: Die Analyse der Daten enthüllte, dass im 3-jährigen Beobachtungszeitraum nach erfolgter Therapie 71 (16%) der experimentellen Zähne zu Verlust gingen. Drei Jahre nach Abschluss der antiinfektiösen, nichtchirurgischen Par-odontaltherapie waren 340 (92%) der insgesamt 370 verbliebenen Zähne ohne Blutung auf Sondierung. 333 von ihnen (90%) zeigten Taschensondierungstiefen ?5mm, die keine weitere parodontalchirurgische Intervention erforderten.Schlussfolgerung: Die Indikationsstellung zur Entfernung parodontal hoffnungslos eingeschätzter Zähne bereits vor Beginn der systematischen Parodontaltherapie sollte überdacht und eine definitive perioprothetische Therapieentscheidung vor Abschluss der nur langsam ablaufenden knöchernen Heilung möglichst vermieden werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013; 68: 405–410)

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Ausgabe: 07/2013 S. Fickl
Parodontale Regeneration – die Einbettung der Parodontalchirurgie in ein praxisorientiertes Parodontalkonzept

Die grundlegende Ursache jeder parodontalen Erkrankung ist in einer individuell unterschiedlich ausgeprägten Disposition der Betroffenen zur Entwicklung chronischer Entzündungen im Parodont zu suchen. Diese zeigt eine starke Abhängigkeit von Risikofaktoren wie spezifischen Mikroorganismen, Systemerkrankungen oder schädlichen Angewohnheiten wie etwa dem Rauchen. In vielen Fällen kann die vollständige Kontrolle über eine manifeste parodontale Erkrankung bereits durch eine nicht-chirurgische antiinfektiöse Therapie erreicht werden. Lediglich bei schweren und aggressiven Formen der Parodontitis können darüber hinaus selektiv parodontalchirurgische Interventionen erforderlich werden. Dabei sollten minimal-invasive Techniken mit schadensgerechten, kleinen operativen Zugängen gewählt werden, die weg vom traditionell resektiven Vorgehen einen gewebserhaltenden, regenerativen Ansatz verfolgen.

(Dtsch Zahnärztl Z 2013; 68: 411–415

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Ausgabe: 10/2013 J. C. Türp
Orofacial pain care
in 2020: A prediction*

Orofazialer Schmerz im Jahre 2020:
Eine Vorhersage*


J. C. Türp1

Introduction: The diagnosis and management of both acute and long-lasting orofacial pain (OFP) is a clinical challenge. OFP care for chronic problems differs from strategies employed in acute pain conditions, while therapeutic goals are, in comparison, often relatively modest.

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