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ORIGINALARBEITEN
Ausgabe: 06/2018 Maximilian Gahr - Bernhard J. Connemann - Carlos Schönfeldt-Lecuona - Roland W. Freudenmann - Jamal M. Stein - Anna-Katharina Hawlik
Subjektive Bewertung der Relevanz zahnmedizinisch relevanter unerwünschter Arzneimittelwirkungen von Psychopharmaka: Ergebnisse einer Befragung von Zahn- und Nervenärzten

Einleitung: Psychopharmaka gehören zu den am häufigsten verordneten Medikamenten und können zu erheblichen Beeinträchtigungen im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich führen. Dies wird im klinischen Kontext häufig nicht ausreichend berücksichtigt. Gegenwärtig fehlen pharmakoepidemiologische Daten hierzu.

Material und Methode: Es wurde eine fragebogengestützte Querschnittbefragung von zwei nicht-repräsentativen Stichproben von Nerven- (n=134/517; Teilnahmequote 25,9%) und Zahnärzten (n=236/664; Teilnahmequote 35,5 %) durchgeführt.

Ergebnisse: Die meisten Nerven- (79,7 %) und Zahnärzte (76,5 %) gaben an zu glauben, dass Psychopharmaka Beeinträchtigungen im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich verursachen können; in beiden Gruppen gab es einen etwa gleich großen, nicht unerheblichen Anteil, der nicht an das Risiko für zahnmedizinisch relevante unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) von Psychopharmaka glaubte (Nervenärzte 20,3 %; Zahnärzte 23,5 %). Etwa ein Drittel der Teilnehmer beider Stichproben (Nervenärzte 34,9 %; Zahnärzte 35,9 %) hielt zahnmedizinisch relevante UAW von Psychopharmaka für ein ernst zu nehmendes Gesundheitsproblem, während die Mehrheit beider Stichproben dies verneinte. In beiden Gruppen gab die Mehrheit an (Nervenärzte 97,8 %; Zahnärzte 97,0 %), noch nie eine zahnmedizinisch relevante UAW eines Psychopharmakons offiziell gemeldet zu haben.

Diskussion und Schlussfolgerungen: Die meisten Nerven- und Zahnärzte scheinen sich des Risikos für zahnmedizinische UAW durch Psychopharmaka bewusst zu sein, während die Minderheit dies für ein ernst zu nehmendes Gesundheitsproblem hält. Ein nicht unerheblicher Teil beider Gruppen scheint Psychopharmaka in Bezug auf zahnmedizinisch relevante UAW für irrelevant zu erachten, sodass in beiden Gruppen diesbezüglich Informationsbedarf zu bestehen scheint. Bei Nerven- und Zahnärzten scheint die Bereitschaft für das offizielle Melden von zahnmedizinisch relevanten UAW von Psychopharmaka gering zu sein; die Beurteilung der tatsächlichen Relevanz dieses arzneimittelassoziierten Risikos wird durch das Fehlen offizieller Meldungen entsprechender UAW erschwert.

(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: 428–435)

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ÜBERSICHTEN
Ausgabe: 02/2018 Joachim Enax - Matthias Epple
Die Charakterisierung von Putzkörpern in Zahnpasten

Zusammenfassung: Putzkörper sind essenziell für die Reinigungsleistung einer Zahnpasta und unterstützen damit die Mundgesundheit. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Putzkörper, die vor allem auf Silica und calciumhaltigen Verbindungen basieren. Insbesondere Silica-Putzkörper haben eine große Marktbedeutung, da die Abrasions- und Reinigungseigenschaften durch unterschiedliche Synthesebedingungen gezielt angepasst werden können. Außerdem sind sie innerhalb der Zahnpastenformulierung weitgehend inert, beispielsweise gegenüber Fluoriden. Die mechanische Charakterisierung von Putzkörpern (z.B. ihre Härte) ist aufgrund ihrer Größe (im µm-Bereich) und ihrer Form nur indirekt möglich. Hierzu gibt es unterschiedliche In-vitro-Methoden, wobei die RDA-Messung (Radioactive Dentin Abrasion) am Bekanntesten ist. Allerdings sind RDA-Messungen aufgrund ihrer Komplexität und der hohen Kosten keine Routineanalysen. Die Kombination des RDA-Werts mit weiteren Methoden wie Radioactive Enamel Abrasion (REA), Pellicle Cleaning Ratio (PCR), Profilometrie und Kupferabrasion verbessert die Aussagekraft. Grundsätzlich liefern alle diese Methoden Hinweise auf Abrasion und Reinigungsleistung von Putzkörpern in Zahnpasten. Aufgrund der Streuung der Ergebnisse sowie vielfältigen (individuell unterschiedlichen) Effekten wie der Art der Zahnbürste und des ausgeübten Drucks beim Zähneputzen lassen sich die im Labor gemessenen Ergebnisse nicht direkt auf die tägliche klinische Anwendung übertragen. Durch optimierte chemische Syntheseprozesse lässt sich aber insgesamt ein Trend zu effektiveren Putzkörpern feststellen (verbessertes RDA/PCR-Verhältnis).

(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: 100–108)

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Ausgabe: 06/2018 Christine Gornig - Peer W. Kämmerer
Die zahnärztlichchirurgische Behandlung bei Patienten unter oraler Blutgerinnungshemmung – sicherer Umgang unter Vermeidung thrombembolischer Komplikationen

Zusammenfassung: Derzeit nehmen in Deutschland mehr als 1% der Bevölkerung Substanzen zur oralen Antikoagulation/Thrombozytenaggregationshemmung ein [20]. Bei zunehmend älter werdender Gesellschaft ist mit einem Anstieg der Patientenzahl unter oraler Antikoagulation/Thrombozytenaggregationshemmung zu rechnen. Wie ist aber mit dieser Patientengruppe umzugehen? Wie werden thromembolische Ereignisse vermieden unter gleichzeitiger Durchführung notwendiger Therapien? In dem vorliegenden Artikel werden, basierend auf der aktuellen S3-Leitlinie „Zahnärztliche Chirurgie unter oraler Antikoagulation/Thrombozytenaggregationshemmung“ (AWMF-Registriernummer: 083–018; http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/083–018.html), die Empfehlungen für Vorbereitung, Therapie und Nachbereitung zahnärztlich-chirurgischer Eingriffe bei betroffenen Patienten aufgearbeitet.

(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: 405–411)

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Ausgabe: 06/2018 Christoph Schindler
Relevante Arzneimittelwechselwirkungen in der zahnärztlichen Praxis

Zusammenfassung: Zahnärzte in Deutschland rezeptieren jährlich durchschnittlich rund 7Mio. Arzneiverordnungen. Das zahnärztliche Verordnungsspektrum ist schmal und umfasst hauptsächlich Analgetika, Lokalanästhetika, Antibiotika und Antiinfektiva. Unter dem Begriff „Arzneimittelinteraktionen“ werden im heutigen Sprachgebrauch unerwünschte gegenseitige Beeinflussungen von Pharmaka verstanden, die in der Folge entweder zu Überdosierung und Toxizität oder aber zu Unwirksamkeit eines Pharmakons führen können. Das klassische Nebenwirkungsspektrum zahnärztlich verordneter Arzneimittel ist gut überschaubar. Für den Zahnarzt relevante Probleme in der Pharmakotherapie ergeben sich aber zunehmend durch hausärztlich bzw. internistisch verordnete Dauermedikation, die mit zahnärztlich verordneten Arzneimitteln interagiert. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über pharmakologische Arzneimittelinteraktionen unter besonderer Berücksichtigung der klinisch relevanten zahnärztlichen Praxis.

(Dtsch Zahnärztl Z 2018: 73: 412–419)

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Ausgabe: 03/2018 Dominik Groß
Zahnärzte als Täter

Zusammenfassung: Der vorliegende Beitrag präsentiert und diskutiert die Zwischenergebnisse des Aufarbeitungsprojekts zur Rolle der deutschen Zahnärzte im „Dritten Reich“. Dabei setzt er seinen Schwerpunkt bewusst auf Zahnärzte als Täter. Den Ausgangspunkt des Aufsatzes bilden Erklärungsansätze für die vergleichsweise späte Aufarbeitungsinitiative. Anschließend gilt es das Verhältnis der zeitgenössischen Zahnärzteschaft zum aufstrebenden Nationalsozialismus am Ende der Weimarer Republik sowie die strukturellen und organisatorischen Veränderungen der deutschen Zahnärzteschaft nach der Machtergreifung Hitlers zu umreißen. Es folgen eine konzise Darstellung zu den Zahnärzten, die als Opfer der Nationalsozialisten anzusehen sind, sowie eine kritische Diskussion von Fällen, die weder in die Täter- noch in die Opferkategorie zu passen scheinen. Im Mittelpunkt des Beitrags steht jedoch die Gruppe der Zahnärzte, die im „Dritten Reich“ eindeutig als Täter hervortraten. Dabei werden einzelne Täterrollen differenziert und die jeweilige Verstrickung der Zahnärzte erläutert. Schließlich gilt es zu klären, inwieweit es den Betreffenden gelang, ihre Karrieren nach 1945 fortzusetzen.

Der Beitrag dokumentiert eine erhebliche Verstrickung deutscher Zahnärzte und Kieferchirurgen in das politische System – im Bereich der Waffen-SS, in den Konzentrationslagern, im Diskurs um die Zwangssterilisationen von Spaltträgern, bei der „Säuberung“ der Hochschulen sowie bei der Verbreitung rassenhygienischer und antisemitischer Ideen im Rahmen der „Biologischen Zahnheilkunde“ und der „arteigenen“ Ernährung. Zudem ist festzuhalten, dass die Mehrheit der Täter ihre Karrieren nach 1945 fortsetzen oder sogar ausbauen konnte.

(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: 164–178)

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Ausgabe: 04/2018 Martin Karrer
ZÄHNE

Zusammenfassung: Das barocke Interesse für die Gefühle und die Suche der Aufklärung nach neuem Wissen zeitigten Studien der Anatomie des Gesichts und der Gesichtsausdrücke. Die Zahnmedizin machte im 18. Jh. Fortschritte, und erstmals deutete sich der moderne Berufsstand an. Die Gesellschaft wandelte sich. Liberale Ideen erfassten Nobilität und Bürgertum. Der dritte Stand rief nach Aufmerksamkeit. Mitten in diesem vielfachen Wandel kam das freundliche Lächeln auf, bei dem Zähne im halboffenen Mund sichtbar werden. Das vorliegende Kapitel analysiert die Wurzeln dieser Neuerung und ihre Entwicklung bis zum Ausbruch der Französischen Revolution 1789. Wissenschaftliche Illustrationen, die Darstellung des Mundes unter den fünf Sinnen, das Lachen der Armen, das Lächeln liebender Geneigtheit, die Ironie und das Selbstbewusstsein der Künstler und Künstlerinnen tragen zu einer faszinierenden Entwicklung bei, der Entstehung des modernen Lächelns.

(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: 276–286)

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Ausgabe: 03/2018 Martin Karrer
ZÄHNE

Zusammenfassung: Das Europa des 17. und 18. Jahrhunderts versteht sich als Zentrum der Welt. Der Horizont öffnet sich zur neuen Welt, achtet aber die indigene Bevölkerung der neuen Kontinente, deren Kultur und Ästhetik gering. Die alte Welt kultiviert die Gefühle im Leben und im Sterben. Die alte Tradition, den Mund edel zu schließen, setzt sich fort. Doch gibt es viele Anlässe, mit der edlen Zurückhaltung zu brechen: Die Menschen leiden unter Zahnschmerzen; Genrebilder zeigen den Schmerz und die Unfähigkeit der Dentisten. Die Erotik fasziniert, und Künstler deuten über ein Öffnen des Mundes zu den Zähnen sexuelle Bereitwilligkeit ebenso an wie einen Mangel an sexueller Zurückhaltung. Karikaturen demaskieren Verfehlungen edler wie niederer Personen; verzerrte Mienen machen Zähne sichtbar. Die Menschen suchen Hilfe bei den Heiligen, und die Heiligen präsentieren Zähne in himmlischem Kontext (das ist die stärkste Aufwertung der Zähne in unserer Zeit). Der Tod ist allgegenwärtig, und die Kunst benutzt Zähne zur Symbolik der „vanitas“. So ist die Barockzeit sehr reich an Perspektiven, und keine dieser Perspektiven ist neutral. Zähne transportieren Bedeutungen.

(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: 180–196)

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ORIGINALARBEITEN
Ausgabe: 04/2018 Khaled Hamadi - Alexandra Paschka - Roland Göbel - Florentine Jahn
Verbundfestigkeit von 4 Glasfaserstiftsystemen bei Verwendung verschiedener Befestigungsmaterialien – eine In-vitro-Studie

Einführung: Der adhäsive Verbund von Glasfaserstiften zum Dentin ist ein wissenschaftlich gut belegtes Thema. Untersuchungen zum Verbund des Befestigungsmateriales mit dem Stift selbst sind allerdings rar. Ziel dieser Studie war es, die Verbundfestigkeit von 6 verschiedenen Befestigungsmaterialien mit 4 verschiedenen Glaserfaserstiftsystemen unter Laborbedingungen zu untersuchen.

Methode: Für die vorliegende Studie wurden die Stiftsysteme ER DentinPost Coated (ER), X-Post (XP), FRC Postec Plus (FRC) und Panavia Post (PP) sowie die Befestigungskomposite DentinBuild Evo (DB), Core X-Flow (CXF), Multilink Automix (ML), Panavia F 2.0 (PF), Variolink II (VL) und Rely X Unicem (RX) verwendet. Die Stifte und adhäsiven Befestigungssysteme wurden in allen möglichen Kombinationen einschließlich der jeweils vom Hersteller empfohlenen korrespondierenden Adhäsivsysteme getestet. Es ergaben sich 24Versuchsgruppen. Für jede der 24Gruppen wurden 16Probekörper hergestellt, wobei die Hälfte der jeweiligen Probekörper vor dem Abzugsversuch einer Thermowechsellast mit 25.000Zyklen zwischen 5°C und 55°C unterzogen wurden (n=192), während bei der anderen Hälfte der Abzugsversuch ohne vorherige Thermowechsellast durchgeführt wurde (n=192).

Ergebnisse: Das ER-Stiftsystem erzielte in Kombination mit dem Befestigungsmaterial CXF die höchsten Haftkraftwerte (39,3MPa). Die signifikant geringsten Werte wurden für das ER-System bei Verwendung des vom Hersteller empfohlenen Komposites DB beobachtet (p=0,001). Interessanterweise zeigten die Kombinationen der Stiftsysteme mit dem vom jeweiligen Hersteller empfohlenen Befestigungssystemen nie die bestmögliche Verbundfestigkeit. Unter den Befestigungsmaterialen wies RelyX mit durchschnittlich 27,2±9,2MPa die höchsten Haftwerte auf. Die der Thermowechsellast ausgesetzten Proben zeigten im Durchschnitt niedrigere Verbundfestigkeiten als jene ohne Thermowechsellast. Die Rangfolge im Hinblick auf die Verbundfestigkeiten der Stift-Befestigungsmaterial-Kombinationen blieb auch nach Thermowechsellast unverändert.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse dieser In-vitro-Studie zeigen, dass signifikante Unterschiede der Verbundfestigkeiten zwischen den verschiedenen Stift-Befestigungsmaterial-Kombinationen vorliegen. Dabei verfügte das ER-Stiftsystem in Kombination mit CXF über die höchste Verbundfestigkeit und sollte daher Anwendung in der klinischen Routine finden. Des Weiteren zeigte RelyX bei allen Stiftsystemen eine verlässliche Verbundfestigkeit (22,5–36,5MPa) und kann aufgrund seiner einfachen und zeitsparenden Verarbeitung ebenfalls für die klinische Anwendung empfohlen werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: 262–269)

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Ausgabe: 01/2018 Monika Daubländer - Claudia Welte-Jzyk - Gerlinde Uslu
Anwendung von Phentolaminmesilat in zahnmedizinischen Praxen in Deutschland

Einführung: Für die meisten zahnmedizinischen Routinebehandlungen werden Lokalanästhesielösungen verwendet, die Adrenalin als Vasokonstriktor enthalten. Ein häufig als störend empfundener Nebeneffekt der Lokalanästhesie ist die über die Dauer der eigentlichen Behandlung hinaus anhaltende Betäubung der Oropharyngealregion, was mit Problemen beim Essen, Trinken und Sprechen sowie einem erhöhten Risiko der Selbstverletzung durch Bisse in Lippe oder Zunge einhergeht. OraVerse (Phentolaminmesilat) ist seit 2011 in Deutschland zur Aufhebung der Lokalanästhesie nach zahnmedizinischen Routineeingriffen zugelassen. Bislang liegen allerdings nur wenige Daten über die Anwendung von OraVerse bei zahnärztlichen Routineeingriffen in Deutschland vor. In Abstimmung mit der Zulassungsbehörde wurde der vorliegende „Prescription Survey“ durchgeführt, um weitere Daten zur Anwendung in der Routine zu gewinnen.

Methode: In dieser nicht-interventionellen Studie wurden bundesweit von niedergelassenen Zahnärzten retrospektiv die Anzahl der innerhalb von 3Monaten mit OraVerse behandelten Patienten sowie die jeweiligen Behandlungsumstände für max. 6Patienten pro Zentrum dokumentiert.

Ergebnisse: OraVerse wurde in 91Zentren mit einer Gesamtzahl von 523Patienten im Alter zwischen 6 und 97Jahren verabreicht; die Mehrzahl (96,6%) war ?18Jahre alt. Den meisten dieser Patienten (68,3%) wurde OraVerse im Zusammenhang mit der Präparation von Kavitäten zum Einsetzen von Füllungen oder Kronen verabreicht. Im Durchschnitt wurde eine Menge von 474±246?g (entspricht 2,01±1,05ml) OraVerse injiziert. Die Compliance mit der Fachinformation betrug 100% hinsichtlich des Alters der Patienten und 99,8% hinsichtlich der verabreichten Lokalanästhetika; bezüglich der empfohlenen Dosis von OraVerse im Verhältnis zum verwendeten Lokalanästhetikum wurde zwar eine etwas niedrigere Compliance beobachtet (77,9%), wobei aber in den meisten Fällen eine geringere Menge injiziert wurde, als in der Fachinformation empfohlen.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die Querschnittsstudie vermittelt einen Überblick über die Anwendung von OraVerse bei Routinebehandlungen im zahnmedizinischen Praxisalltag in Deutschland. Die Ergebnisse spiegeln insbesondere die Behandlung erwachsener Patienten wider. Die Ergebnisse deuten auf eine hohe Compliance mit der Fachinformation für OraVerse in zahnärztlichen Routinebehandlungen in Deutschland hin.

(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: 38–44)

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Ausgabe: 01/2018 Marcus Stoetzer - Valeh Mirzabayli - Andreas Kampmann - Juliane Lemound - Nils-Claudius Gellrich - Constantin von See
Auswirkung eines piezo- gesteuerten Periost- präparationsinstrumentes auf die Expression von BMP-2 und VEGF-A165 unter begleitender Bisphosphonattherapie an der Ratte

Einleitung: Das Periost spielt eine wesentliche Rolle bei der Knochenregeneration. Die Piezotechnologie ist besonders schonend bei chirurgischen Eingriffen am Knochen. Bei Patienten mit einer begleitenden Therapie mit Bisphosphonaten, kommt es leider oftmals zu den Bisphosphonat-assoziierten Nekrosen des Kiefers, wenn ein chirurgischer Eingriff am Kiefer notwendig ist. Dabei ist der Mechanismus der Bisphosphonat-assoziierten Kiefernekrose bis heute noch nicht hinreichend geklärt. Inwieweit die piezogesteuerte Periostdissektion die Faktoren BMP-2 und VEGF-A165 beeinflusst, soll in dieser Studie geklärt werden.

Material und Methode: Adulte Lewis-Ratten wurden randomisiert in 5Gruppen eingeteilt. Zwei Gruppen wurden mit Zolendronsäure über 6Wochen angereichert, die anderen 3Gruppen erhielten keine Zolendronsäure. Nach den 6Wochen wurde im Oberkiefer ein Defekt gesetzt und dieser mittels eines Mukoperiostlappens, entweder konventionell mit dem Raspatorium oder mittels der Piezotechnologie präpariert, verschlossen. Nach 4Wochen erfolgte die Bestimmung des BMP-2 und VEGF-A165 mittels der qRT-PCR.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Die qRT-PCR Auswertung zeigt, dass die BMP-2-Expression in den Gruppen Piezoinstrument mit Bisphosphonaten, Raspatorium mit und ohne Bisphosphonate und in der Kontrollgruppe annähernd vergleichbar sind. Ein signifikanter Unterschied zeigt sich in der Gruppe Piezoinstrument ohne Bisphosphonate. Betrachtet man die Freisetzung von VEGF-A165, so zeigt sich, dass die Kontrollgruppe vergleichbar mit den Gruppen Raspatorium und Piezoinstrument mit Bisphosphonaten ist. Ein signifikanter Unterschied besteht in der Gruppe Piezoinstrument ohne Bisphosphonate mit dem höchsten Ausschlag. Eine etwas höhere Freisetzung an VEGF-A165 zeigt sich in der Gruppe Raspatorium ohne Bisphosphonate. Die Ergebnisse zeigen, dass sich zwar unter der Therapie mit Bisphosphonaten kein Periostpräparationsinstrument durchsetzen konnte; hier gibt es keinen Vorteil, allerdings konnte gezeigt werden, dass die Freisetzung der Faktoren BMP-2 und VEGF-A165 in der Anwendung der Piezotechnologie deutlich gesteigert wird. Dieses könnte einen positiven Effekt bei ausgedehnten Eingriffen bewirken, sei es bei der Augmentation oder bei ausgedehnten Rekonstruktionen in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie.

(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: 29–37)

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