Wissenschaft

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ÜBERSICHTEN
Ausgabe: 02/2018 Joachim Enax - Matthias Epple
Die Charakterisierung von Putzkörpern in Zahnpasten

Zusammenfassung: Putzkörper sind essenziell für die Reinigungsleistung einer Zahnpasta und unterstützen damit die Mundgesundheit. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Putzkörper, die vor allem auf Silica und calciumhaltigen Verbindungen basieren. Insbesondere Silica-Putzkörper haben eine große Marktbedeutung, da die Abrasions- und Reinigungseigenschaften durch unterschiedliche Synthesebedingungen gezielt angepasst werden können. Außerdem sind sie innerhalb der Zahnpastenformulierung weitgehend inert, beispielsweise gegenüber Fluoriden. Die mechanische Charakterisierung von Putzkörpern (z.B. ihre Härte) ist aufgrund ihrer Größe (im µm-Bereich) und ihrer Form nur indirekt möglich. Hierzu gibt es unterschiedliche In-vitro-Methoden, wobei die RDA-Messung (Radioactive Dentin Abrasion) am Bekanntesten ist. Allerdings sind RDA-Messungen aufgrund ihrer Komplexität und der hohen Kosten keine Routineanalysen. Die Kombination des RDA-Werts mit weiteren Methoden wie Radioactive Enamel Abrasion (REA), Pellicle Cleaning Ratio (PCR), Profilometrie und Kupferabrasion verbessert die Aussagekraft. Grundsätzlich liefern alle diese Methoden Hinweise auf Abrasion und Reinigungsleistung von Putzkörpern in Zahnpasten. Aufgrund der Streuung der Ergebnisse sowie vielfältigen (individuell unterschiedlichen) Effekten wie der Art der Zahnbürste und des ausgeübten Drucks beim Zähneputzen lassen sich die im Labor gemessenen Ergebnisse nicht direkt auf die tägliche klinische Anwendung übertragen. Durch optimierte chemische Syntheseprozesse lässt sich aber insgesamt ein Trend zu effektiveren Putzkörpern feststellen (verbessertes RDA/PCR-Verhältnis).

(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: 100–108)

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Ausgabe: 03/2018 Dominik Groß
Zahnärzte als Täter

Zusammenfassung: Der vorliegende Beitrag präsentiert und diskutiert die Zwischenergebnisse des Aufarbeitungsprojekts zur Rolle der deutschen Zahnärzte im „Dritten Reich“. Dabei setzt er seinen Schwerpunkt bewusst auf Zahnärzte als Täter. Den Ausgangspunkt des Aufsatzes bilden Erklärungsansätze für die vergleichsweise späte Aufarbeitungsinitiative. Anschließend gilt es das Verhältnis der zeitgenössischen Zahnärzteschaft zum aufstrebenden Nationalsozialismus am Ende der Weimarer Republik sowie die strukturellen und organisatorischen Veränderungen der deutschen Zahnärzteschaft nach der Machtergreifung Hitlers zu umreißen. Es folgen eine konzise Darstellung zu den Zahnärzten, die als Opfer der Nationalsozialisten anzusehen sind, sowie eine kritische Diskussion von Fällen, die weder in die Täter- noch in die Opferkategorie zu passen scheinen. Im Mittelpunkt des Beitrags steht jedoch die Gruppe der Zahnärzte, die im „Dritten Reich“ eindeutig als Täter hervortraten. Dabei werden einzelne Täterrollen differenziert und die jeweilige Verstrickung der Zahnärzte erläutert. Schließlich gilt es zu klären, inwieweit es den Betreffenden gelang, ihre Karrieren nach 1945 fortzusetzen.

Der Beitrag dokumentiert eine erhebliche Verstrickung deutscher Zahnärzte und Kieferchirurgen in das politische System – im Bereich der Waffen-SS, in den Konzentrationslagern, im Diskurs um die Zwangssterilisationen von Spaltträgern, bei der „Säuberung“ der Hochschulen sowie bei der Verbreitung rassenhygienischer und antisemitischer Ideen im Rahmen der „Biologischen Zahnheilkunde“ und der „arteigenen“ Ernährung. Zudem ist festzuhalten, dass die Mehrheit der Täter ihre Karrieren nach 1945 fortsetzen oder sogar ausbauen konnte.

(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: 164–178)

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Ausgabe: 03/2018 Martin Karrer
ZÄHNE

Zusammenfassung: Das Europa des 17. und 18. Jahrhunderts versteht sich als Zentrum der Welt. Der Horizont öffnet sich zur neuen Welt, achtet aber die indigene Bevölkerung der neuen Kontinente, deren Kultur und Ästhetik gering. Die alte Welt kultiviert die Gefühle im Leben und im Sterben. Die alte Tradition, den Mund edel zu schließen, setzt sich fort. Doch gibt es viele Anlässe, mit der edlen Zurückhaltung zu brechen: Die Menschen leiden unter Zahnschmerzen; Genrebilder zeigen den Schmerz und die Unfähigkeit der Dentisten. Die Erotik fasziniert, und Künstler deuten über ein Öffnen des Mundes zu den Zähnen sexuelle Bereitwilligkeit ebenso an wie einen Mangel an sexueller Zurückhaltung. Karikaturen demaskieren Verfehlungen edler wie niederer Personen; verzerrte Mienen machen Zähne sichtbar. Die Menschen suchen Hilfe bei den Heiligen, und die Heiligen präsentieren Zähne in himmlischem Kontext (das ist die stärkste Aufwertung der Zähne in unserer Zeit). Der Tod ist allgegenwärtig, und die Kunst benutzt Zähne zur Symbolik der „vanitas“. So ist die Barockzeit sehr reich an Perspektiven, und keine dieser Perspektiven ist neutral. Zähne transportieren Bedeutungen.

(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: 180–196)

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ORIGINALARBEITEN
Ausgabe: 04/2018 Khaled Hamadi - Alexandra Paschka - Roland Göbel - Florentine Jahn
Verbundfestigkeit von 4 Glasfaserstiftsystemen bei Verwendung verschiedener Befestigungsmaterialien – eine In-vitro-Studie

Einführung: Der adhäsive Verbund von Glasfaserstiften zum Dentin ist ein wissenschaftlich gut belegtes Thema. Untersuchungen zum Verbund des Befestigungsmateriales mit dem Stift selbst sind allerdings rar. Ziel dieser Studie war es, die Verbundfestigkeit von 6 verschiedenen Befestigungsmaterialien mit 4 verschiedenen Glaserfaserstiftsystemen unter Laborbedingungen zu untersuchen.

Methode: Für die vorliegende Studie wurden die Stiftsysteme ER DentinPost Coated (ER), X-Post (XP), FRC Postec Plus (FRC) und Panavia Post (PP) sowie die Befestigungskomposite DentinBuild Evo (DB), Core X-Flow (CXF), Multilink Automix (ML), Panavia F 2.0 (PF), Variolink II (VL) und Rely X Unicem (RX) verwendet. Die Stifte und adhäsiven Befestigungssysteme wurden in allen möglichen Kombinationen einschließlich der jeweils vom Hersteller empfohlenen korrespondierenden Adhäsivsysteme getestet. Es ergaben sich 24Versuchsgruppen. Für jede der 24Gruppen wurden 16Probekörper hergestellt, wobei die Hälfte der jeweiligen Probekörper vor dem Abzugsversuch einer Thermowechsellast mit 25.000Zyklen zwischen 5°C und 55°C unterzogen wurden (n=192), während bei der anderen Hälfte der Abzugsversuch ohne vorherige Thermowechsellast durchgeführt wurde (n=192).

Ergebnisse: Das ER-Stiftsystem erzielte in Kombination mit dem Befestigungsmaterial CXF die höchsten Haftkraftwerte (39,3MPa). Die signifikant geringsten Werte wurden für das ER-System bei Verwendung des vom Hersteller empfohlenen Komposites DB beobachtet (p=0,001). Interessanterweise zeigten die Kombinationen der Stiftsysteme mit dem vom jeweiligen Hersteller empfohlenen Befestigungssystemen nie die bestmögliche Verbundfestigkeit. Unter den Befestigungsmaterialen wies RelyX mit durchschnittlich 27,2±9,2MPa die höchsten Haftwerte auf. Die der Thermowechsellast ausgesetzten Proben zeigten im Durchschnitt niedrigere Verbundfestigkeiten als jene ohne Thermowechsellast. Die Rangfolge im Hinblick auf die Verbundfestigkeiten der Stift-Befestigungsmaterial-Kombinationen blieb auch nach Thermowechsellast unverändert.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse dieser In-vitro-Studie zeigen, dass signifikante Unterschiede der Verbundfestigkeiten zwischen den verschiedenen Stift-Befestigungsmaterial-Kombinationen vorliegen. Dabei verfügte das ER-Stiftsystem in Kombination mit CXF über die höchste Verbundfestigkeit und sollte daher Anwendung in der klinischen Routine finden. Des Weiteren zeigte RelyX bei allen Stiftsystemen eine verlässliche Verbundfestigkeit (22,5–36,5MPa) und kann aufgrund seiner einfachen und zeitsparenden Verarbeitung ebenfalls für die klinische Anwendung empfohlen werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: 262–269)

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Ausgabe: 01/2018 Monika Daubländer - Claudia Welte-Jzyk - Gerlinde Uslu
Anwendung von Phentolaminmesilat in zahnmedizinischen Praxen in Deutschland

Einführung: Für die meisten zahnmedizinischen Routinebehandlungen werden Lokalanästhesielösungen verwendet, die Adrenalin als Vasokonstriktor enthalten. Ein häufig als störend empfundener Nebeneffekt der Lokalanästhesie ist die über die Dauer der eigentlichen Behandlung hinaus anhaltende Betäubung der Oropharyngealregion, was mit Problemen beim Essen, Trinken und Sprechen sowie einem erhöhten Risiko der Selbstverletzung durch Bisse in Lippe oder Zunge einhergeht. OraVerse (Phentolaminmesilat) ist seit 2011 in Deutschland zur Aufhebung der Lokalanästhesie nach zahnmedizinischen Routineeingriffen zugelassen. Bislang liegen allerdings nur wenige Daten über die Anwendung von OraVerse bei zahnärztlichen Routineeingriffen in Deutschland vor. In Abstimmung mit der Zulassungsbehörde wurde der vorliegende „Prescription Survey“ durchgeführt, um weitere Daten zur Anwendung in der Routine zu gewinnen.

Methode: In dieser nicht-interventionellen Studie wurden bundesweit von niedergelassenen Zahnärzten retrospektiv die Anzahl der innerhalb von 3Monaten mit OraVerse behandelten Patienten sowie die jeweiligen Behandlungsumstände für max. 6Patienten pro Zentrum dokumentiert.

Ergebnisse: OraVerse wurde in 91Zentren mit einer Gesamtzahl von 523Patienten im Alter zwischen 6 und 97Jahren verabreicht; die Mehrzahl (96,6%) war ?18Jahre alt. Den meisten dieser Patienten (68,3%) wurde OraVerse im Zusammenhang mit der Präparation von Kavitäten zum Einsetzen von Füllungen oder Kronen verabreicht. Im Durchschnitt wurde eine Menge von 474±246?g (entspricht 2,01±1,05ml) OraVerse injiziert. Die Compliance mit der Fachinformation betrug 100% hinsichtlich des Alters der Patienten und 99,8% hinsichtlich der verabreichten Lokalanästhetika; bezüglich der empfohlenen Dosis von OraVerse im Verhältnis zum verwendeten Lokalanästhetikum wurde zwar eine etwas niedrigere Compliance beobachtet (77,9%), wobei aber in den meisten Fällen eine geringere Menge injiziert wurde, als in der Fachinformation empfohlen.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die Querschnittsstudie vermittelt einen Überblick über die Anwendung von OraVerse bei Routinebehandlungen im zahnmedizinischen Praxisalltag in Deutschland. Die Ergebnisse spiegeln insbesondere die Behandlung erwachsener Patienten wider. Die Ergebnisse deuten auf eine hohe Compliance mit der Fachinformation für OraVerse in zahnärztlichen Routinebehandlungen in Deutschland hin.

(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: 38–44)

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Ausgabe: 01/2018 Marcus Stoetzer - Valeh Mirzabayli - Andreas Kampmann - Juliane Lemound - Nils-Claudius Gellrich - Constantin von See
Auswirkung eines piezo- gesteuerten Periost- präparationsinstrumentes auf die Expression von BMP-2 und VEGF-A165 unter begleitender Bisphosphonattherapie an der Ratte

Einleitung: Das Periost spielt eine wesentliche Rolle bei der Knochenregeneration. Die Piezotechnologie ist besonders schonend bei chirurgischen Eingriffen am Knochen. Bei Patienten mit einer begleitenden Therapie mit Bisphosphonaten, kommt es leider oftmals zu den Bisphosphonat-assoziierten Nekrosen des Kiefers, wenn ein chirurgischer Eingriff am Kiefer notwendig ist. Dabei ist der Mechanismus der Bisphosphonat-assoziierten Kiefernekrose bis heute noch nicht hinreichend geklärt. Inwieweit die piezogesteuerte Periostdissektion die Faktoren BMP-2 und VEGF-A165 beeinflusst, soll in dieser Studie geklärt werden.

Material und Methode: Adulte Lewis-Ratten wurden randomisiert in 5Gruppen eingeteilt. Zwei Gruppen wurden mit Zolendronsäure über 6Wochen angereichert, die anderen 3Gruppen erhielten keine Zolendronsäure. Nach den 6Wochen wurde im Oberkiefer ein Defekt gesetzt und dieser mittels eines Mukoperiostlappens, entweder konventionell mit dem Raspatorium oder mittels der Piezotechnologie präpariert, verschlossen. Nach 4Wochen erfolgte die Bestimmung des BMP-2 und VEGF-A165 mittels der qRT-PCR.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Die qRT-PCR Auswertung zeigt, dass die BMP-2-Expression in den Gruppen Piezoinstrument mit Bisphosphonaten, Raspatorium mit und ohne Bisphosphonate und in der Kontrollgruppe annähernd vergleichbar sind. Ein signifikanter Unterschied zeigt sich in der Gruppe Piezoinstrument ohne Bisphosphonate. Betrachtet man die Freisetzung von VEGF-A165, so zeigt sich, dass die Kontrollgruppe vergleichbar mit den Gruppen Raspatorium und Piezoinstrument mit Bisphosphonaten ist. Ein signifikanter Unterschied besteht in der Gruppe Piezoinstrument ohne Bisphosphonate mit dem höchsten Ausschlag. Eine etwas höhere Freisetzung an VEGF-A165 zeigt sich in der Gruppe Raspatorium ohne Bisphosphonate. Die Ergebnisse zeigen, dass sich zwar unter der Therapie mit Bisphosphonaten kein Periostpräparationsinstrument durchsetzen konnte; hier gibt es keinen Vorteil, allerdings konnte gezeigt werden, dass die Freisetzung der Faktoren BMP-2 und VEGF-A165 in der Anwendung der Piezotechnologie deutlich gesteigert wird. Dieses könnte einen positiven Effekt bei ausgedehnten Eingriffen bewirken, sei es bei der Augmentation oder bei ausgedehnten Rekonstruktionen in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie.

(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: 29–37)

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Ausgabe: 04/2018 Moritz Zimmermann - Christina Koller - Albert Mehl - Jan Kühnisch - Reinhard Hickel
CAD/CAM-Restaurationen aus hochgefülltem Komposit: erste klinische Ergebnisse nach 12 Monaten

Einführung: Indirekte Restaurationen, die mit der CAD/CAM-Technologie hergestellt wurden, weisen eine hohe klinische Erfolgsrate auf. Diese Studie untersucht das klinische Verhalten von indirekten Lava Ultimate-Restaurationen nach 12Monaten in Form einer einarmigen Kohortenstudie.

Methode: Die Restaurationen wurden mit dem indirekten CEREC-Verfahren (ACBluecam, MCXL) hergestellt. 60 indirekte Restaurationen wurden adhäsiv befestigt (Syntac, Variolink II). Nach 12Monaten konnten 55 indirekte Restaurationen ausgewertet werden (22Teilkronen, 18Endocrowns, 6Inlays, 7Kronen). Als Bewertungskriterien wurden modifizierte FDI-Kriterien angewandt. Die statistische Analyse zwischen Baseline- und Follow-up-Kriterien wurde mit dem Wilcoxon-Test (p0,05) durchgeführt.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Die Erfolgsrate der indirekten Lava Ultimate-Restaurationen nach 12Monaten betrug 96,4%. Zwei Restaurationen scheiterten klinisch in Folge von Debonding (Ausfallrate 3,6%). Diese Studie zeigt, dass indirekte Restaurationen aus Lava Ultimate eine hohe klinische Erfolgsrate aufweisen. Ein längerer klinischer Bewertungszeitraum scheint notwendig, um weitere Schlussfolgerungen zu ziehen.

(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: 270–275)

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Ausgabe: 02/2018 Jörg Marcel Rietschel - Kerstin Steiding - Christian Hannig - Ruth Strasser
Die Anwendung von Saugzahnbürsten in der Intensivmedizin

Einführung: Ziel der Untersuchung war es, bei intubierten Patienten in der Intensivmedizin die Auswirkung der Reduktion des oralen Biofilms mithilfe von Saugzahnbürsten auf das Auftreten beatmungsassoziierter nosokomialer Pneumonien (VAP) zu evaluieren.

Methode: In die Studie wurden 24Patienten (Alter 59,5±15,1Jahre) des Herzzentrums der Universitätsklinik an der Technischen Universität Dresden eingeschlossen, die für 7Tage beatmet wurden und mindestens 2natürliche Zähne (Mittellwert 17,5±9,2) aufwiesen. In Gruppe1 (n=12) wurde alle 8h eine Mundpflege (Zahn-, Schleimhaut- und Zungenreinigung) mit Saugzahnbürsten Toothette (TapMed GmbH, Schauenburg-Hoof) vorgenommen und eine Kontrolle mittels Plaque- und Zungenbelagindex durchgeführt (Tag1, 3 und 7). In der zweiten Gruppe (n=12) wurde zusätzlich zur mechanischen Pflege die Zahnpaste Meridol verwendet.

Ergebnisse: Der Zungenbelagindex und der Plaque-Index wurden in beiden Gruppen signifikant reduziert, die additive Anwendung von Zahnpasta ergab keinen zusätzlichen Effekt. VAP trat in jeweils 3Fällen auf. Die durchschnittliche Häufigkeit der VAP entsprach dem Durchschnitt der Surveillance klinischer Infektionen im Universitätsklinikum Dresden.

Schlussfolgerung: Einfache mechanische Mundpflegemaßnahmen tragen maßgeblich zum Biofilmmanagement in der Mundhöhle bei. Durch die zusätzliche Anwendung einer fluoridierten Zahnpasta ließ sich das Ergebnis gegenüber der Gruppe1 in Bezug auf die untersuchte Fragestellung nicht weiter verbessern. Das nosokomiale Infektionsrisiko wird durch die Pflegemaßnahmen potenziell gesenkt.

(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: 94–99)

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Ausgabe: 02/2018 Hüsamettin Günay - Maren Brückner - Kerstin Böhm - Alina Beyer - Marco Tiede - Karen Meyer-Wübbold
Effekt des doppelten Putzens auf die Wurzelkaries-Inzidenz und den parodontalen Zustand bei Senioren

Einführung: Die Prävalenz von Wurzel- und Kronenrandkaries sowie marginaler Parodontitis steigen mit dem Alter an. Wurzeloberflächenkaries und Parodontitis sind die Hauptgründe für Zahnverlust, was wiederum negative Auswirkungen auf die Lebensqualität hat. Um Zahnverluste zu vermeiden und eine hohe Lebensqualität im Alter zu erhalten, ist neben professionellen Maßnahmen eine optimale effektive häusliche Mundhygiene notwendig. Das Ziel der vorliegenden Studie war es deshalb zu untersuchen, ob eine Modifikation bei der häuslichen Mundhygiene (doppeltes Zähneputzen) effizient bezüglich der parodontalen Gesundheit und der Verhinderung von Wurzeloberflächen- und Kronenrandkaries bei älteren Menschen während der unterstützenden Parodontitistherapie ist.

Methode: Es wurden insgesamt 56Teilnehmer unseres Recall-Systems (unterstützende Parodontitistherapie) in die Studie einbezogen und diese zufällig 2Gruppen zugeordnet (Test-Gruppe [„Doppelputzer“ – DP]; Kontroll-Gruppe [„Einfachputzer“ – EP]). Beide Gruppen sollten im Rahmen ihrer häuslichen Mundhygiene ihre Zähne systematisch putzen (alle Zahnflächen, anschließend gesondert die Zahnzwischenräume und den Zungenrücken). Die Teilnehmer der DP wurden instruiert, abends nach der Reinigung noch einmal gesondert mit einer erbsengroßen Menge fluoridierter Zahnpasta mindestens eine Minute lang die bereits gereinigten Zahnoberflächen und das Zahnfleisch systematisch in kleinen kreisenden Bewegungen zu putzen. Alle Patienten wurden zu Beginn und nach 3Jahren untersucht. Es wurden folgende Parameter erhoben und statistisch ausgewertet: DMF-T, Hygiene-Index (HI), Periodontal Screening Index (PSI), Quigley-Hein-Index (QHI), Approximalraum-Plaque-Index (API), Root-Caries-Index (RCI), Neubildung von Wurzeloberflächen- und Kronenrandkaries nach Zahnanzahl und Fläche.

Ergebnisse: Die DP setzte sich aus 27 (16männlich; 11weiblich, durchschnittliches Alter 66,1±5,5Jahre) und die EP aus 29Teilnehmern (18männlich; 11weiblich; durchschnittliches Alter 66,0±6,2Jahre) zusammen. Nach 3Jahren zeigte sich in der DP eine signifikante Verbesserung des PSI im Vergleich zum Projektbeginn. In der EP gab es nach 3Jahren eine leichte, jedoch nicht statistisch signifikante Verbesserung des PSI. Die Teilnehmer der DP entwickelten signifikant weniger kariöse Läsionen als die Probanden der EP. In der DP zeigten sich nach 3Jahren im Mittel an 0,2±0,5Zähnen eine Kronenrand- und an 0,4±0,8Zähnen eine Wurzeloberflächenkaries. In der EP war dies dagegen an 0,9±1,3 bzw. an 2,3±2,2Zähnen der Fall.

Schlussfolgerung: Durch eine Modifikation der häuslichen Mundhygiene in Form eines zweimaligen Auftragens fluoridhaltiger Zahnpasta kombiniert mit einer effizienten regelmäßigen parodontalprophylaktischen Nachsorge kann die Neubildung von Wurzeloberflächen- und Kronenrandkaries bei älteren Menschen deutlich verringert werden, die parodontalen Verhältnisse lassen sich stabilisieren bzw. verbessern.

(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: 86–93)

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Ausgabe: 03/2018 Hüsamettin Günay - Karen Meyer-Wübbold
Effekt des zweimaligen Zähneputzens auf die dentale Plaqueentfernung bei jungen Senioren

Einführung: Bei der Prävention von Karies und Parodontitis spielt die effiziente Entfernung des Biofilms eine große Rolle, welche neben professionellen zahnärztlichen Maßnahmen durch eine effektive häusliche Mundhygiene erfolgen sollte. Die Qualität der häuslichen Plaqueentfernung ist jedoch in weiten Teilen der Bevölkerung unzureichend. Das Ziel der vorliegenden Pilotstudie war es zu untersuchen, ob eine einfache Modifikation bei der häuslichen Mundhygiene (zweimaliges Zähneputzen) unter Einhaltung einer Systematik effizient bezüglich der Plaqueentfernung bei älteren Menschen mit parodontal saniertem Gebiss ist.

Methode: Es wurden insgesamt 36Teilnehmer unseres Recall-Systems (unterstützende Parodontitistherapie) in die Studie einbezogen und diese wurden in 2Gruppen (Gruppe 1: 24Teilnehmer; 13männlich, 11weiblich; durchschnittliches Alter: 69,67±5,58Jahre; Gruppe 2: 12Teilnehmer; 10männlich, 2weiblich; durchschnittliches Alter: 71,17±5,81Jahre) aufgeteilt. Bei den Patienten wurde zu Beginn der Untersuchung (t0) der Approximalraumplaqueindex (API) und der modifizierte Quigley-Hein-Plaqueindex (QHI) erhoben. Anschließend wurden die Teilnehmer gebeten, mit ihren eigenen mitgebrachten Mundhygieneartikeln ihre übliche häusliche Mundhygiene nach einer speziellen Systematik (KIAZZ) durchzuführen. Daraufhin wurde erneut bei allen Teilnehmern der API und QHI erhoben (t1). Danach wurden die Teilnehmer beider Gruppen instruiert, sich noch einmal gesondert mit einer erbsengroßen Menge fluoridierter Zahnpasta mindestens eine Minute lang die bereits gereinigten Zahnoberflächen und das Zahnfleisch systematisch in kleinen kreisenden Bewegungen zu putzen (KIAZZPlus). Die Teilnehmer der Gruppe 2 sollten zusätzlich nach diesem Vorgang die Zahnzwischenräume nach vorheriger Instruktion mit einer elastischen, metallfreien Interdentalbürste mit Gummiborsten reinigen. Danach wurde wiederum bei allen Teilnehmern der API und QHI erhoben (t2).

Ergebnisse: In beiden Gruppen reduzierte sich der durchschnittliche API und QHI nach dem ersten Putzdurchgang im Vergleich zum Ausgangswert, was sich jedoch als nicht statistisch signifikant herausstellte (Gruppe 1 APIt0–t1: 3,95±7,63%; QHIt0–t1: 22,64%; Gruppe 2 APIt0–t1: 7,32±9,47%; QHIt0–t1: 25,00%). Nach dem zweiten Putzvorgang (t2) wurde der API und QHI in beiden Gruppen weiter verringert, was sich im Vergleich zum Zeitpunkt t1 als statistisch signifikant herausstellte (Gruppe 1 APIt1–t2: 24,69±20,26%; QHIt1–t2: 54,72%; Gruppe 2 APIt1–t2: 32,67±19,57%; QHIt1–t2: 48,57%). In Gruppe 2 konnte zu t2 im Vergleich zu Gruppe 1 eine höhere Reduktion des API erreicht werden, was sich jedoch nicht statistisch signifikant darstellte.

Schlussfolgerung: Durch eine Modifikation der häuslichen Mundhygiene in Form eines zweimaligen Zähneputzens unter Einhaltung einer Systematik wird im Vergleich zum einmaligen Zähneputzen eine höhere Reduktion der Plaqueindexwerte erreicht.

(Dtsch Zahnärztl Z 2018; 73: 153–163)

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