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ORIGINALARBEITEN
Ausgabe: 04/2014
Die klinische Bewährung metallkeramischer Front- und Seitenzahnadhäsivbrücken

Einführung: Ziel dieser retrospektiven Untersuchung war es, die klinischen Überlebens- und Erfolgsraten von drei- und viergliedrigen, metallkeramischen Front- und Seitenzahnadhäsivbrücken mit retentivem Präparationsdesign zu ermitteln. Darüber hinaus sollte die Patientenzufriedenheit in Bezug auf die Ästhetik und Funktion der Restaurationen analysiert werden.

Material und Methode: Anhand der formulierten Ein- und Ausschlusskriterien konnten 89 Restaurationen, die bei 84 Patienten (48 [57%] männlich, mittleres Alter 51, 2 Jahre) eingegliedert waren, ausgewertet werden. Fünf der Patienten besaßen 2 Klebebrücken. 45 (50,6%) der 89 Klebe-brücken befanden sich im Frontzahnbereich. In 33 (37%) Fällen wurde zur Verankerung der Restauration ein Adhäsivflügel mit einem Teilkronen- (n=10), einem Inlay- (n=1) oder einem Kronenbrückenanker (n=22) kombiniert. Die Mehrheit der Klebebrücken (n=75, 84,3%) war dreigliedrig. Behandlung, Dokumentation und eingesetzte Materialien waren standardisiert. Patienten bewerteten die Ästhetik und die Funktion ihrer Restaurationen anhand einer numerischen Analogskala. Die Überlebens- und Erfolgswahrscheinlichkeiten wurden anhand der Kaplan-Meier-Methode berechnet und die Erfolgswahrscheinlichkeiten von Front- und Seitenzahnrestaurationen miteinander verglichen (Log-rank-Test, p=0,05).

Ergebnisse: Während der mittleren Beobachtungszeit von 3,9 Jahren (Standardabweichung [SD] 2,5 Jahre, Minimum 0,4 Jahre, Maximum 8,5 Jahre) traten 11 Komplikationen auf, von denen 3 eine Neuanfertigung der betroffenen Restaurationen notwendig machten. Die 5-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit aller Restaurationen lag bei 98,4% (95% Konfidenzintervall [CI] 88,9–99,8%). Die 5-Jahres-Erfolgswahrscheinlichkeit lag bei 87,5% (CI 74,1–94,2%) und war für Front- und Seitenzahnrestaurationen vergleichbar (p=0,8483). Die Patientenzufriedenheit bezüglich Ästhetik und Funktion war für Front- und Seitenzahnbrücken gleichermaßen hoch.

Diskussion: Auf Basis der Ergebnisse und unter Berücksichtigung der Limitationen dieser retrospektiven Untersuchung können Klebebrücken mit einer guten mittelfristigen Prognose, verbunden mit einer hohen Patientenzufriedenheit bezüglich Ästhetik und Funktion, alternativ zum konventionellen Brückenzahnersatz im Front- und Seitenzahnbereich verwendet werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2014, 69: 208–219)

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Ausgabe: 01/2014 - N. Ünlü1, K. Meyer2, A. Müller-Heine3, N. Adaskina3, W. Geurtsen2, H. Günay2
Mundgesundheit bei Frauen im Alter von 16 bis 34 Jahren mit Migrationshintergrund sowie ihrer Lebenspartner

Einleitung: Menschen mit Migrationshintergrund, besonders Kinder und Jugendliche, weisen eine schlechtere Zahn- und Mundgesundheit auf als die deutsche Bevölkerung. Ziel dieser Studie war es, die Mundgesundheit bei Migrantinnen im gebärfähigen Alter und deren (Ehe-)Partnern zu bestimmen und nach Mundgesundheitsverhalten und sozialem Status zu beurteilen.

Material und Methode: 150 Teilnehmer mit türkisch-sprachigem Migrationshintergrund (98 Frauen, 52 Männer) im Alter zwischen 16 bis 34 Jahren, wurden befragt und anschließend gemäß WHO-Kriterien untersucht. Folgende klinische Parameter wurden erhoben: DMF-T, HI, PBI und PSI.

Ergebnisse: Der DMF-T-Wert für alle Teilnehmer betrug im Mittel 9,3±5,1. Die Migranten im Alter von 16 bis 24 Jahren wiesen eine geringere Karieserfahrung auf als die Mi-granten im Alter von 25 bis 34 Jahren. Der mediane PSI lag bei 2. Eine parodontale Behandlungsbedürftigkeit (PSI-Code 3 und 4) wurde bei 26,7% aller Teilnehmer aufgezeigt.

Schlussfolgerung: Aufgrund des hohen Behandlungsbedarfs und der Notwendigkeit einer sozial- und kulturspezifischen Betreuung der Migranten sollte die zahnärztliche Gesundheitsfrühförderung zielgerichtet für Familien mit Migrationshintergrund weiterentwickelt und insbesondere bereits vor der Schwangerschaft beginnen.

(Dtsch Zahnärztl Z 2014; 69: 25–34)

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Ausgabe: 02/2014 - S. Nöthling1, F. Nöthling1, B. Kordass2
Gesundheitsökonomische Evaluation von restaurativen Versorgungen

Einleitung: Strenge Budgetvorgaben, die Einführung immer mehr marktwirtschaftlicher Elemente im Gesundheitswesen sowie der enorme Anstieg der Selbstbeteiligung der Patienten lassen das Interesse an Ergebnissen gesundheitsökonomischer Evaluationsforschung in der (Zahn-)Medizin immer mehr steigen. Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über die Behandlungsnotwendigkeit und die Kostenverteilung bei zahnmedizinischen Versorgungen in einer bevölkerungsrepräsentativen Probandenpopulation und ermittelt mögliche Einflussfaktoren.

Material und Methode: Die von der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald iniziierte regionale Basisstudie „Study of Health in Pomerania“ (SHIP 0) erfasste umfangreiche Daten nach medizinischer und zahnmedizinischer Untersu-chung und Befragung von über 4.000 Probanden. Mithilfe der Leistungskataloge für zahnärztliche und zahntechnische Leistungen (BEMA, GOZ, BEL II, BEB) wurden mit dem Statistikprogramm SPSS 10.1 für jeden Probanden die Kosten für seine zahnärztliche Versorgung ermittelt, auf Korrelationen zu soziodemografischen Parametern, insbesondere dem Sozialindex nach Winkler [16], untersucht und abschließend in Relation zu theoretisch anfallenden lebenslangen Kosten für Prophylaxemaßnahmen gesetzt.

Ergebnisse: Die mit dem Alter zunehmende Anzahl fehlender Zähne macht zahnärztliche Versorgungen mit Zahnersatz notwendig und lässt die Kosten stetig steigen. Besonders im Alter zwischen 40 und 59 Jahren sind die ermittelten Kosten für zahnärztliche Versorgungen auffällig hoch, da häufig umfangreicher hochwertiger Zahnersatz mit Kronen, Brücken, ggf. Implantaten und in Kombination mit herausnehmbarem Ersatz notwendig ist. Eine Betrachtung der Ergebnisse in Abhängigkeit vom sozioökonomischen Status zeigt, dass Probanden aus der sozialen Unterschicht durch eine höhere Prävalenz von Karies und Zahnverlust einen größeren Versorgungsbedarf haben, aber einen verhältnismäßig geringeren Sanierungsgrad und weniger hochwertige zahnärztliche Versorgungen als Probanden mit einem hohen sozioökonomischen Status. In dieser Arbeit konnte gezeigt werden, dass die Prophylaxekosten langfristig deutlich unter den Kosten für zahnärztliche Versorgungen liegen.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse dieser Arbeit machen deutlich, dass der Aufbau qualitativ gesicherter Präventionsprogramme für die „Volkskrankheiten“ Karies und Parodon-titis langfristig Kosten für zahnärztliche Versorgungen senken und dazu beitragen kann, das hohe Versorgungsniveau des deutschen Gesundheitssystems weiterhin zu gewährleisten. Die Entwicklung schichtspezifischer Präventionsprogramme in der Zahnmedizin spielt eine wichtige Rolle dabei, da ein deutliches Schichtgefälle in der Kariesprävalenz und für Zahnverlust aufgezeigt und bestätigt werden kann.

(Dtsch Zahnärztl Z 2014; 69: 98–104)

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Ausgabe: 02/2014 - R.J. Hussein1, U. Walter1, Th. Schneller2
Einstellungen der Zahnärzte hinsichtlich der Prävention

Einführung: Dieser Beitrag gibt einen Einblick in die Einstellungen niedergelassener Zahnärzte gegenüber Prävention und vergleicht die Ergebnisse der vorliegenden Studie (2009) mit denen einer früheren Studie von dem Institut der Deutschen Zahnärzte und der Medizinischen Hochschule Hannover (2000).

Methode: Einstellungen der Zahnärzte bezüglich des Stellenwertes der Prävention wurden anhand von geschlossenen Fragen (n=16) untersucht und Veränderungen in beiden Studien verglichen. Ein Fragebogen wurde an 2.075 Zahnärzte in Niedersachsen und Bremen verschickt. An der früheren Befragung vom Jahr 2000 nahmen 577 niedergelassene Zahnärzte in ganz Deutschland teil (n=1.181, Rücklauf=52,6%).

Ergebnisse: In 2009 betrug der Rücklauf 33% (n=685). 660 Fragebögen konnten ausgewertet werden. Die Zahnärzte (66,8%) sehen Änderungsbedarf bei den Abrechnungsregelungen für gesetzlich versicherte Erwachsene und bezüglich der jetzigen gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen, die eine Weiteretablierung der Präventionsorientierung in den Zahnarztpraxen erschweren (67,3%). Die Zahnärzte der aktuellen Studie zeigen positivere Einstellungen gegenüber Prävention als vor einem Jahrzehnt. Sie sehen die Patientenaufklärung und Motivierung zur Prophylaxe in ihrer Verantwortung (97,9% vs. 94,5%; p=0,002) und zeigen weniger Befürchtungen vor Arbeitslosigkeit durch Kariesfreiheit bei Kindern und Jugendlichen als die Teilnehmer der früheren Studie (4,3% vs. 15,6%; p0,001). 90,1% der Zahnärzte sehen durch die Prophylaxe die Imagebildung des Zahnarztes und seiner Praxis gefördert (76,1% in 2000; p0,001). Nur noch 15,1% der Zahnärzte sehen ein Desinteresse seitens der Patienten an der Prophylaxe (24,1% in 2000; p0,001).

Schlussfolgerung: Die Zahnärzte der aktuellen Studie zeigen positive Einstellungen gegenüber der Prävention hinsichtlich des Bildes vom Patienten und der Bedeutung von Prävention in der modernen zahnärztlichen Praxis und Ausbildung. Die Zahnärzte erkennen vermehrt die Gewinne durch Prävention: finanzielle und ideelle Vorteile durch die Verbreitung von positivem Image und gutem Ruf der Zahnarztpraxis.

(Dtsch Zahnärztl Z 2014; 69: 90–96)

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ÜBERSICHTEN
Ausgabe: 12/2014 G. Iglhaut - A. Kolk - R. Smeets - D. Rothamel - M. Gosau - H. Hanken - O. Jung - P. Hartjen - A. Al Dam - A. Gröbe - M. Heiland - M. Schlee
Was können regenerative Materialien in der Zahn- medizin leisten – und wo sind die Grenzen?

Einleitung: Der menschliche Knochen kann personenbezogen physiologisch sowie aufgrund verschiedener exogener Einflussfaktoren beispielsweise Krankheiten oder auch degenerativ bedingt nur eingeschränkt in der Lage sein, größere Knochendefekte zu heilen. Dabei kann das regenerative Potenzial des menschlichen Knochens durch verschiedene Gruppen von Knochenersatzmaterialien als Suppositorium in unterschiedlichem Maße unterstützt werden.

Material und Methoden: Die heute verfügbaren Materialien können vom Grundsatz her in zwei Gruppen unterteilt werden: natürliche und synthetische Knochenersatzmaterialien (KEM). Die Gruppe der natürlichen KEMs umfasst neben autologen Substanzen auch die der allogenen, xenogenen und phytogenen Materialien. Zu den synthetischen KEMs zählen Metalle, Zemente, Keramiken, Polymere und Komposite. Dabei sind die verschiedenen Produktklassen bereits mehr oder weniger in der alltäglichen Praxis integriert und akzeptiert. Die Vorteile und Risiken der verfügbaren Materialien müssen bekannt sein, um diese bei den entsprechenden Indikationen richtig einsetzen zu können.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: In diesem Artikel werden neben aktuell verfügbaren zahnmedizinischen regenerativen Materialien auch solche vorgestellt, welche zukünftig vermehrt Zugang in den praktischen Alltag erhalten könnten. Neben der Ausführung von interdisziplinären Anwendungscharakteristiken werden experimentelle wie auch klinische Studien zu den jeweiligen Materialien thematisiert.

(Dtsch Zahnärztl Z 2014; 69: 708–721)

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Ausgabe: 12/2014 R. Frankenberger - D. Heidemann - H. J. Staehle - R. Hickel - E. Hellwig - U. Blunck
Neue Begriffe in der restaurativen Zahnerhaltung

Die Adhäsivtechnik ist heute Standard in der modernen Zahnerhaltung, Prothetik und Kieferorthopädie. Gerade im Zusammenhang mit der GOZ von 2012 wurden wiederholt Begriffe verwendet, die eine mehrdeutige Interpretation zulassen. Ziel dieser Übersicht ist es, heutige Begrifflichkeiten der Adhäsivtechnik incl. aktueller Modifikationen vorzustellen und gegeneinander abzugrenzen. Neben konventionellen Begriffen z.B. Konditionieren betrifft dies heute auch Reparaturen von Metall, Keramik und Komposit sowie die Infiltration von Schmelz- und Dentinkaries.

(Dtsch Zahnärztl Z 2014, 69: 722–734)

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Ausgabe: 11/2014 M. Hannig - C. Hannig - S. Rupf - D. Wolff - A. Kensche
Der orale Biofilm – neue Perspektiven zu einem alten Thema?

Einleitung: Der kariespathogene Biofilm ist Gegenstand umfassender Studien mit modernen biowissenschaftlichen Techniken.

Material und Methode: Dazu zählen molekularbiologische Verfahren zur Identifizierung des Mikrobioms ebenso wie Untersuchungen zum Metabolom und zur Funktion, Komposition und Ultrastruktur der extrazellulären Matrix. Prinzipiell können mit den teilweise sehr aufwendigen Methoden umfassende Informationen und Daten generiert werden.

Ergebnisse: Für einen tatsächlichen Erkenntnisgewinn zu den Pathomechanismen von Kariesinitiation und Kariesprogression ist es jedoch erforderlich, die Daten adäquat statistisch aufzubereiten und die Ergebnisse der verschiedenen Methoden vernetzt zu interpretieren. Auf diese Weise können neue Strategien zur Früherkennung kariesgefährdeter Individuen aber auch neue Ansätze für die Kariesprävention und für das Biofilmmanagement entwickelt werden.

Schlussfolgerung: Die aktuellen Entwicklungen belegen die Relevanz von biowissenschaftlicher Grundlagenforschung in der Zahnmedizin zu den Hintergründen der häufigsten Infektionskrankheit – der Karies. Der vorliegende Übersichtsartikel gibt einen Überblick über aktuelle Studien und methodische Ansätze.

(Dtsch Zahnärztl Z 2014; 69: 658–673)

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Ausgabe: 10/2014 M. Hannig - C. Hannig - S. Rupf
Kariesprophylaxe – aktueller Stand und zukünftige Herausforderungen

Einleitung: Karies ist eine opportunistische Infektionserkrankung, die durch Biofilme auf den „non-shedding“ Oberflächen der Zähne ausgelöst wird. Kariesinitiation und -progression werden entscheidend durch individuelles Verhalten beeinflusst. Die Karies kann durch präventive Maßnahmen verhindert und in Frühstadien non- und minimalinvasiv gestoppt werden. Obwohl Prävalenz und Schweregrad der Karies in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gesunken sind, ist in Zukunft eine Reihe von Herausforderungen zu erwarten. Demografische Veränderungen lassen vermuten, dass es zu einer Verlagerung des Problems Karies in höhere Altersgruppen kommen wird. In allen Altersgruppen vom Kleinkind bis in das hohe Erwachsenenalter sind Risikogruppen vorhanden. Die Prävention der Erkrankung Karies muss somit lebenslang erfolgen.

Methoden: Da mikrobielle Biofilme Ursache der Kariesentstehung sind, ist die Biofilmkontrolle der entscheidende Ansatzpunkt für die Kariesprävention. Für die Kariesprophylaxe bieten verfügbare Leitlinien zu Fluoridierungsmaßnahmen, zu Fissuren- und Grübchenversiegelung sowie die wissenschaftliche Mitteilung „Grundlegende Empfehlungen zur Kariesprophylaxe im bleibenden Gebiss“ wichtige Handlungsempfehlungen. Für alle Altersgruppen sind Gesamtkonzepte kariespräventiv, die den adaptierten Einsatz unterschiedlicher professioneller Prophylaxemaßnahmen wie Information, Instruktion, professionelle Zahnreinigung, Fluoridierung und Versiegelungen beinhalten. Die Teilnahme an strukturierten Prophylaxeprogrammen wird besonders bei Patienten mit erhöhtem Kariesrisiko empfohlen.

Ergebnisse: Fluoride spielen nach wie vor eine entscheidende Rolle bei der Kariesprävention. Während in der Altersgruppe der Kleinkinder ein frühzeitiger Kontakt zur zahnärztlichen Praxis und eine effektive Mundhygiene etabliert werden sollten, treten bei Kindern in der Wechselgebissperiode weitere Risiken wie die komplexe Fissurenmorphologie permanenter Molaren, die temporäre Infraposition der permanenten Zähne und die schließlich einsetzende Pubertät neu auf. Für die Gruppe der Erwachsenen müssen Prophylaxemaßnahmen individuell angepasst und nicht kariesbedingte Defekte der Zahnhartsubstanzen bei der Empfehlung von Prophylaxemaßnahmen berücksichtigt werden. Restaurationen müssen im Sinne der Tertiärprävention eine lange Funktionsperiode aufweisen. Zusätzlich gilt es, Übertherapie zu vermeiden, um in folgenden Jahrzehnten noch Therapieoptionen zur Verfügung zu haben. In den kommenden Dekaden wird sich der Anteil der Senioren an der Gesamtpopulation erhöhen. Mehr Zähne bei Patienten im Seniorenalter werden dem Kariesprozess ausgesetzt sein. Ältere Patienten bedürfen einer sorgfältigen Kontrolle. Im Segment der Tertiärprävention treten palliative Behandlungskonzepte hinzu.

Schlussfolgerung: Die Zahnmedizin steht der Herausforderung gegenüber, das Wissen um die Kariesentwicklung für alle Lebensperioden ihrer Patienten bereitzustellen und gleichzeitig therapeutische Optionen für all diese Situationen vorzuhalten.

(Dtsch Zahnärztl Z 2014; 69: 594–606)

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Ausgabe: 10/2014 S. Sälzer - C. Graetz - C. E. Dörfer
Parodontalprophylaxe – Wie lässt sich die Entstehung einer Parodontitis beeinflussen?

Trotz des zunehmenden Bewusstseins für die Notwendigkeit einer guten Mundhygiene scheint die Prävalenz parodontaler Erkrankungen in Deutschland nicht deutlich abzunehmen. Somit stellt sich die Frage, inwieweit ein Zusammenhang besteht und eine Vorsorge sinnvoll ist. Fraglich ist zudem, welche Bedeutung die verbesserte häusliche Mundhygiene und welche die professionelle Zahnreinigung hat oder ob die Kombination von beiden erforderlich ist?

Neben diesen Fragen soll im folgenden Artikel die Auswirkung der Prophylaxe auf das Risiko von Bakteriämien diskutiert sowie Empfehlungen zur Durchführung der häuslichen Mundhygiene gegeben werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2014; 69: 608–615)

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Ausgabe: 06/2014 E. Piehslinger - G. Krennmair - M. Weinländer
Verankerungselemente bei herausnehmbaren implantatgetragenen Restaurationen

Einführung: Ziel dieses Beitrags ist es, verschiedene Retentionselemente, die zur abnehmbaren implantatprothetischen Rehabilitation des zahnlosen Unter- und Oberkiefers verwendet werden, im Hinblick auf die Patientenzufriedenheit und den prothetischen Nachsorgeaufwand darzustellen.

Material und Methode: Obwohl die Evidenzlage zur Beurteilung des Konzeptes einer implantatunterstützten Deckprothese auf 2 Implantaten im Unterkiefer und 4 Implantaten im Oberkiefer am besten ist, liegen über die Zufriedenheit und den Nachsorgeaufwand nur wenige randomisierte Studien vor. Unabhängig von der verwendeten Anzahl der Implantate (2 oder 4) und den verwendeten Retentionselementen (Kugelkopf/Locatoren/Teleskope/Stege) sind dabei die Patienten mit einem implantatunterstützten Zahnersatz im Unterkiefer immer zufriedener als mit einer herkömmlicher Totalprothese. Sehr hohe Zufriedenheitswerte werden für die 4-Implantatversorgung mit rigider Verankerung angegeben. Auch der Nachsorgaufwand lässt bei den 2-Implantatversorgungen (Kugelkopf/Locatoren/Teleskope/Stege) keine Präferenzen eines Systems erkennen. Lediglich bei der 4-Implantat-Lösung zeigt die rigide Verankerung weniger Nachsorgeaufwand als eine resiliente Verankerung. Für den zahnlosen Oberkiefer liegen nur wenige Studien über Patientenzufriedenheit und Nachsorge vor. Der Großteil der Studien beschränkt sich hier auf Stegverankerungen, wobei von guten Ergebnissen berichtet wird. Untersuchungen über Einzelattachments sind selten beziehungsweise fehlen ganz. Rigide Verankerungen auf Stegen oder Teleskopkronen zeigen Vorteile gegenüber resilienten Verankerungsarten sowohl in der Nachsorge als auch in der Überlebensrate der Implantate.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Zur Beurteilung der Patientenzufriedenheit und der Evaluierung der prothetischen Nachsorge müssen zusätzlich patientenbezogene individuelle relevante Aspekte wie etwa Gegenkiefer, Atrophiegrad, Schleimhautresilienz etc. mitberücksichtigt werden. Aus diesem Grund kann keine evidenzbasierte Aussage bezüglich der Vor- und Nachteile eines bestimmten Retentionselementes getroffen werden. Von Seiten der Materialienkunde hat sich aus zahlreichen Untersuchungen die Anwendung gebräuchlicher Materialen wie edelmetallfreien Legierungen, Titan, Gold als erfolgreich bewährt. Über die Anwendung moderner Techniken und/oder Materialien (Galvano-Gold/Zirkonoxid) gibt es nur vereinzelte Fallberichte. Vergleichende randomisierte Studien diesbezüglich fehlen.

(Dtsch Zahnärztl Z 2014; 69: 326–335)

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