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ÜBERSICHTEN
Ausgabe: 06/2014 D. Edelhoff - F. Beuer - M. Stimmelmayr - J.-F. Güth - J. Schweiger - J. Hey
Das Münchener Implantatkonzept (MIC): Eine praxisreife Kombination von Intraoralscanner und digitaler Fertigung

Einführung: Die digitale Herstellung von implantatgetragenen Restaurationen hat sich in den letzten 10 Jahren als Standard etabliert. Behandlungskonzepte, die auf einen Abutment- oder Sulkusformerwechsel verzichten, haben sich dem traditionellen Protokoll als biologisch überlegen erwiesen. Im vorliegenden Fallbericht soll der modellfreie Weg zur implantatgestützten Einzelzahnkrone in zwei Behandlungssitzungen gezeigt werden.

Behandlungsmethode: Einem 54-jährigen männlichen Patienten wurde ein enossales Implantat an der Position des ersten linken Unterkiefermolaren eingesetzt. Bevor das Implantat gedeckt einheilen konnte, wurde die Implantatposition mit einem puderfreien Intraoralscanner erfasst. Nach erfolgter Knochenheilung konnte bei der Freilegungsoperation bereits eine modellfrei erstellte verschraubte definitive Krone eingegliedert werden.

Ergebnisse: Dadurch fand die Heilung der Weichgewebe bereits an der definitiven Restauration statt und es konnte auf einen Sulkusformer- oder Abutmentwechsel komplett verzichtet werden. Dies führte zu stabilen Weichgewebeverhältnissen mit einem Minimum an Chirurgie.

Schlussfolgerung: Durch die Möglichkeit, die Implantatposition bereits während der Implantatinsertionsoperation mit einem Intraoralscanner zu erfassen, erhält man zur Restauration noch den Vorteil des „one-abutment one-time“ Konzeptes. Für diesen wirtschaftlich interessanten Ansatz bieten sich monolithische verschraubte Kronen oder zementierte Versorgungen auf individuellen Abutments an.

(Dtsch Zahnärztl Z 2014; 69: 336–342)

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ORIGINALARBEITEN
Ausgabe: 05/2014 M. A. Petrou - A. Welk - F. Alhaddad Alhamoui - M. B. Altarabulsi - M. Alkilzy - C. H. Splieth
Indirekte Pulpatherapie im Milchgebiss: Kalziumhydroxid, Portland-Zement oder MTA?

Einführung: Ziel dieser In-vivo-Studie ist der Vergleich von Kalziumhydroxid, medizinischem Portland-Zement und MTA in der indirekten Pulpatherapie (IPT) von Milchzähnen.

Materialien und Methoden: 38 Patienten (50,0% männlich; Alter: 6,5±1,9) wurden in der ZZMK der Universitätsmedizin Greifswald in die Studie aufgenommen. Die Patienten wurden randomisiert den 3 Überkappungsmaterial-Gruppen zugeordnet (14 Kalziumhydroxid, 13 Portland-Zement, 11 MTA). Von jedem Zahn wurden Farbe, Feuchtigkeit, Konsistenz des Dentins und Menge von Lactobacillus bzw. Streptococcus mutans nach der Kariesexkavation in der ersten Behandlung und nach der Wiedereröffnung der Kavität in der zweiten Behandlungssitzung (nach 6 ±0,9 Monaten) bestimmt.

Ergebnisse: Die indirekte Pulpatherapie erzielte unabhängig von den verwendeten Materialien (MTA: 88,9%; Portland-Zement: 88,9%; Kalziumhydroxide: 90,0%; p=0,99) bezüglich der Vitalerhaltung der Pulpa einen hohen Erfolg. Das in der ersten Behandlung belassene noch leicht „weiche“ Dentin war in der Nachkontrolle dunkler, trockener, härter und mit weniger Bakterien infiziert.

Schlussfolgerung: Die in dieser Studie von MTA und Portland-Zement gezeigten klinischen und mikrobiologischen Effekte gleichen denen von Kalziumhydroxid und weisen auf die Möglichkeit hin, diese stabileren Materialien in der indirekten Pulpatherapie von tiefen kariösen Läsionen an Milchzähnen ggf. auch einzeitig einzusetzen.

(Dtsch Zahnärztl Z 2014, 69: 272–275)

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Ausgabe: 05/2014 C. Schwahn - R. Biffar - T. Mundt - F. Heinemann - T. Stark
Verlustanalyse von Mini- Implantaten zur Fixierung totaler Prothesen

Einleitung: Ziel der Studie war es, mögliche Einflussfaktoren für Verluste von Mini-Implantaten mit Durchmessern von 1,8 bis 2,4mm zur Stabilisierung totaler Prothesen zu analysieren.

Methode: Insgesamt 79 Frauen und 54 Männer (Altersdurchschnitt 71,2±9,8 Jahre) wurden in 9 Zahnarztpraxen untersucht und anamnestisch befragt. Es erfolgte eine retrospektive Karteikartenanalyse. Kaplan-Meier-Kurven beschreiben das kumulative Implantatüberleben. Gruppenvergleiche erfolgen mit Log-Rank Tests. Potenzielle Risikofaktoren werden mittels Cox Regressionsanalysen multivariat überprüft (P0,05).

Ergebnisse: Von 336 Mini-Implantaten in 54 Oberkiefer gab es 15 Verluste und von 402 Mini-Implantaten in 95 Unterkiefer 11 Verluste wegen fehlender oder verloren gegangener Osseointegration. Im Unterkiefer frakturierten 2 Mini-Implantate während der Insertion und zwei weitere nach 4 bzw. 32 Monaten. Das kumulative 4-Jahres-Implantatüberleben betrug im anterioren Oberkiefer 95,4%, im posterioren Oberkiefer 91,8%, im anterioren Unterkiefer 97,0% und im posterioren Unterkiefer 91,1%. Ohne Berücksichtigung der Implantatfrakturen im Unterkiefer betrug das kumulative Implantatüberleben im anterioren Unterkiefer 97,6% und im posterioren Unterkiefer 95,1% mit signifikanten Unterschieden zwischen anteriorer und posteriorer Region (P=0,039) jedoch nicht zwischen Ober- und Unterkiefer (P=0,188). Die Überlebensrate der 10mm langen Implantate war mit 90,7% geringer als die der längeren Implantate mit 95% (P=0,044). Die untersuchten Faktoren Geschlecht, Alter und Rauchgewohnheiten waren nicht signifikant. In Cox Regressionsmodellen zeigten nach Adjustierung weder Region noch Implantatlänge eine signifikante Hazard Ratio.

Schlussfolgerung: Die 4-Jahres-Überlebensraten der Mini-Implantate zur Prothesenstabilisierung sind in beiden Kiefern akzeptabel mit einem Trend zu mehr Verlusten im Seitenzahnbereich und von kürzeren Implantaten.

(Dtsch Zahnärztl Z 2014; 69: 262–270)

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Ausgabe: 05/2014 M. Rädel - S. T. Jacoby - K. W. Böning
Biologische Komplikationen an unterschiedlichen Verankerungselementen von abnehmbarem Zahnersatz

Einführung: Zur Verankerung von abnehmbarem Zahnersatz am Restgebiss werden unterschiedliche Elemente verwendet. Da Versorgungsformen wie Doppelkronen und Präzisionsattachments überwiegend im deutschsprachigen Raum Verwendung finden, ist die Datenlage bezüglich vergleichender Komplikationsraten spärlich.

Methode: Die Datengewinnung erfolgte retrospektiv über die Patientendokumentationen der Universitätsklinik Dresden. Randomisiert wurden 105 Patienten ausgewählt, die mit 131 Prothesen versorgt wurden. Es entfielen auf die Versorgung doppelkronenverankerter Zahnersatz 152 Pfeiler, attachmentverankerter Zahnersatz 101 Pfeiler, Krone mit Gussklammer 73 Pfeiler und rein gussklammerverankerter Zahnersatz 133 Pfeiler. Es sollte für diese Zähne die Häufigkeit der Komplikationen: Trepanation, Sekundärkaries, Pfeilerfraktur, schwere parodontale Komplikation und Extraktion des Pfeilers untersucht werden. Die Daten wurden mithilfe einer Kaplan-Meier-Analyse ausgewertet.

Ergebnisse: Die Versorgungsformen unterscheiden sich nicht hinsichtlich der Trepanationsraten. Sekundärkaries und schwere parodontale Komplikationen waren signifikant am häufigsten bei nicht überkronten Zähnen, die ausschließlich mit einer Gussklammer versorgt waren, festzustellen. Frakturen konnten überwiegend bei Doppelkronen und Präzisionsattachments beobachtet werden. Nach 10 Jahren waren jeweils 14% (Krone mit Gussklammer), 22 % (Präzisionsattachment), 24 % (Doppelkrone) und 37 % (nicht überkronter Zahn mit Gussklammer) aller Pfeilerzähne extrahiert.

Schlussfolgerung: Es ist eine Tendenz abzuleiten, dass das Verbindungselement Krone mit Modellgussklammer verhältnismäßig gering komplikationsbehaftet ist. Die Präsenz von Gussklammern kann nicht unreflektiert mit einem erhöhten Risiko parodontaler Komplikationen in Verbindung gebracht werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2014, 69: 277–284)

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Ausgabe: 11/2014 T. Beikler - M. A. Petrou - C. H. Splieth - M. Giraki - A.-R. Bissar - C. Wempe - M. Schäfer - U. Schiffner - A. G. Schulte
Molaren-Inzisiven-Hypo-mineralisation (MIH): Prävalenz und Therapie- bedarf in Deutschland

Einführung: Die Behandlung von hypomineralisierten Zähnen kann im Zusammenhang mit Übersensibilitäten und erschwerter Füllungsbefestigung besondere Herausforderungen darstellen. Ziel dieser Studie war die Abschätzung eines möglichen Therapiebedarfes von Kindern mit MIH in Deutschland auf Grundlage einer Prävalenzerhebung in 4Städten.

Methode: Für die epidemiologische Studie wurden während der gesetzlich vorgeschriebenen Vorsorgeuntersuchungen in 20 Grundschulen von 4 deutschen Städten (West: Düsseldorf, Ost: Greifswald, Nord: Hamburg/Bezirk Eimsbüttel, Süd: Heidelberg) die ersten permanenten Molaren und Inzisiven von insgesamt 2.395 Kindern (2.–4. Klasse) gemäß den MIH-Kriterien der EAPD untersucht. Die Erfassung von MIH-Defekten und Hypersensibilitäten aufgrund MIH erfolgte durch 5 kalibrierte Zahnärzte (K=0,9) an gesäuberten Zähnen.

Ergebnisse: Die Prävalenz der MIH betrug in der gesamten Stichprobe 10,1% (n=242) und variierte in der Stichprobe der einzelnen Städte zwischen 4,3 und 14,6 % (p0,01). Die durchschnittliche Anzahl der von MIH betroffenen permanenten Zähne pro Kind betrug 2,8±1,7, wobei 26,4% der Kinder nur einen betroffenen Zahn aufwiesen. Die meisten Zähne zeigten dabei umschriebene Opazitäten (82,8%), wobei gut die Hälfte der Kinder mit MIH (52,1%) aufgrund von Schmelzeinbrüchen oder Hypersensibilitäten eine Therapie der MIH-Zähne benötigte.

Schlussfolgerung: MIH stellt ein epidemiologisch und klinisch relevantes Thema der Zahnmedizin dar, das sowohl in der allgemeinen zahnärztlichen Ausbildung, in der Fortbildung als auch bei der Spezialisierung von Kinderzahnärzten stärkere Berücksichtigung finden sollte.

(Dtsch Zahnärztl Z 2014; 69: 647–650)

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Ausgabe: 11/2014 D. Groß - M. Jacob
Fallstricke und dilemmatische Aspekte in der zahnärztlichen Behandlung von Angehörigen und (emotional) Verwandten

Einleitung: Ziel des vorliegenden Beitrages ist es, schwierige bzw. dilemmatische Aspekte in der zahnärztlichen Behandlung von Angehörigen und (emotional) Verwandten systematisch zu analysieren und die Umstände und möglichen Folgen dieser Problematik professionsethisch zu hinterfragen.

Methode: Der Beitrag fußt methodisch (1) auf einer prototypischen Fallanalyse und (2) einer professionstheoretischen Analyse der Arzt-Patient-Beziehung.

Ergebnisse: Im Fall der Behandlung von (emotional) Verwandten und Angehörigen ist das Risiko erhöht, dass eine übermäßige Bedeutung der Beziehung zwischen Behandler und Patient das distanzierte Expertenhandeln in so großen Teilen lahmlegt, dass verlässlich funktionierende Routinen verlassen werden. Dies kann zu Behandlungsentscheidungen führen, die mit technischer Riskanz und Unsicherheit verbunden sind.

Schlussfolgerungen: Der Zahnarzt als professioneller Experte muss kritisch überprüfen, ob seinem nahestehenden Patienten ein autonomer Entscheidungsraum zugänglich ist und dieser darauf zugreift, ob die gewählte Therapieentscheidung das Patientenwohl sicherstellt (Benefizienz-Prinzip) und gleichzeitig berücksichtigt, dass diesem kein oder nur der geringstmögliche Schaden im Zuge der Behandlung erwächst (Non-Malefizienz-Prinzip), und schließlich, ob dem Prinzip der Gleichberechtigung entsprochen wird. Dies bedeutet, dass der Angehörige im Grundsatz behandelt wird wie jeder andere gedachte Patient.

(Dtsch Zahnärztl Z 2014; 69: 652–657)

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Ausgabe: 10/2014 C. Ganß - N. Schlüter - C. Gressbach - C. Ziemann - T. Winterfeld
Kompositbasierte Beschichtungen zur Prävention von Dentinerosionen

Einleitung: Fluoride in Kombination mit Zinn-Ionen haben sich in der Therapie von Schmelzläsionen als effektiv erwiesen, sind jedoch zur Behandlung von Dentinläsionen weniger wirkungsvoll. Als Alternative kommen daher Beschichtungen mit kompositbasierten Materialien in Frage, über deren Effektivität jedoch wenig bekannt ist. Im vorliegenden In-vitro-Experiment wurde daher untersucht, ob sich Beschichtungen mit 3 unterschiedlich charakterisierten selbst-ätzenden Produkten (Clearfil SE, Kuraray Dental, Chiyoda, TKY, Japan; SealProtect, Dentsply DeTrey GmbH, Konstanz, Deutschland; Admira Protect, Voco GmbH, Cuxhaven, Deutschland) in Bezug auf ihre protektiven Eigenschaften unterscheiden.

Methode: Proben von humanem Dentin wurden nach Herstellerangaben mit Clearfil SE, SealProtect oder Admira Protect beschichtet (n=16 pro Gruppe) und einem Erosions/Abrasions-Modell mit Thermocycling (0,5% Zitronensäure, pH 2,5 für 2 min alternierend 5 oder 55 °C, nach jeder Säureeinwirkung automatisierte Bürstabrasion für 15 sec mit einer NaF-Zahnpastenslurry; insgesamt 1.020 Zyklen) ausgesetzt. Beschichtungsdicke, Verschleiß und Zahnhartsubs-tanzverlust wurden profilometrisch quantifiziert.

Ergebnisse: Beschichtungen mit Clearfil SE zeigten zwar einen kontinuierlichen Verschleiß, waren jedoch auch nach 1.020 Zyklen noch auf nahezu allen Probenoberflächen nachweisbar. SealProtect erwies sich als deutlich weniger stabil, bereits nach 120 Zyklen fanden sich erste Verluste und nach 420 Zyklen waren 64% der Beschichtungen verloren gegangen. Admira Protect zeigte zunächst deutliche Quelleffekte, nach 180 Zyklen zeigten sich erst Verluste, nach 420Zyklen waren 54% und nach 1.020 Zyklen 93% der Beschichtungen verloren gegangen. Entsprechend war ein deutlicher Zahnhartsubstanzverlust messbar.

Schlussfolgerung: Selbstätzende kompositbasierte Materialien zeigen offenbar deutliche Unterschiede in ihren protektiven Eigenschaften. Die Studie gibt erste Hinweise darauf, dass Clearfil SE möglicherweise ein geeignetes Material zur Beschichtung erodierenden Dentins sein könnte.

(Dtsch Zahnärztl Z 2014; 69: 564–572)

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Ausgabe: 10/2014 H. Günay - A. Rahman - K. Meyer - P. Herrmann - M. Sandner - T. Jungmann - W. Geurtsen
Zahnärztliche Gesundheits- frühförderung in der Frühen Hilfe – Eine randomisierte Kontrollgruppenstudie

Einleitung: Familien mit niedrigem sozioökonomischen Status oder Migrationshintergrund sind eine wichtige Zielgruppe präventiver Strategien zur Vermeidung der frühkindlichen Karies (ECC). Da zahnmedizinische Präventionsangebote oft auf einer „Komm-Struktur“ basieren, werden sie gerade von diesen Familien nicht in Anspruch genommen.

Material und Methode: In Niedersachsen und Bremen wurden 505 schwangere, erstgebärende Frauen in das Modellprojekt „Pro Kind“ aufgenommen und einer Begleit (BG)- oder Kontrollgruppe (KG) zugewiesen. Die Frauen der BG wurden bei Hausbesuchen über schwangerschaftsbedingte Veränderungen in der Mundhöhle informiert und zum Zahnarztbesuch motiviert. Von den 260 für eine Evaluation der Zahn- und Mundgesundheit zur Verfügung stehenden Projektteilnehmerinnen nahmen 113 Mütter und Kinder (BG: 57, KG: 56) an der schriftlichen Befragung und der zahnärztlichen Untersuchung im Kindesalter von 24 Monaten teil. Die erhobenen klinischen Parameter waren zur Messung der Kariesinzidenz der dmf-t/DMF-T-Index, der Hygieneindex (HI), der Papillenblutungsindex (PBI), der Periodontal-Screening-Index (PSI) sowie der Kariessanierungsgrad.

Ergebnisse: Die Teilnehmerinnen in der BG verfügten über ein höheres Wissen und nahmen häufiger zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch als die der KG. Darüber hinaus waren sie häufiger kariesfrei und wiesen einen besseren Kariessanierungsgrad auf, dagegen unterschieden sich die Indices zur Mundhygiene zwischen den Gruppen kaum. Der Anteil von Kindern mit frühkindlicher Karies betrug in der BG 8,8% und in der KG 12,5%.

Schlussfolgerung: Die positiven Befunde sprechen für eine Regelimplementierung des Konzeptes zahnärztlicher Gesundheitsfrühförderung in die Frühen Hilfen. Dabei sollten die Prophylaxestrategien für die Risikogruppe ebenso wie die interdisziplinäre Vernetzung zwischen sozialem und medizinischem Sektor ausgebaut werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2014; 69: 573–583)

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Ausgabe: 10/2014 S. Zimmer - L. Lieding
Gewohnheiten und Kenntnisse zur Mund- hygiene in Deutsch- land – Ergebnisse einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung

Einleitung: Über die aktuellen Mundhygienegewohnheiten und -kenntnisse der deutschen Bevölkerung ist wenig bekannt. Daher wurde eine entsprechende Befragung an einer bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe mit 1.025 Probanden (forsa.omninet Panel) durchgeführt.

Material und Methode: In einem strukturierten Online-Interview wurden 11 Fragen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten zur Mundhygiene gestellt. Gefragt wurde nach der Häufigkeit, dem Zeitpunkt, der Dauer, der Technik und der Systematik des Zähneputzens sowie nach der Art der verwendeten Zahnbürste (manuell oder elektrisch, Borstenhärte). Darüber hinaus wurde nach besonderen Maßnahmen für die Reinigung der Zahnzwischenräume gefragt, den dabei gegebenenfalls eingesetzten Hilfsmitteln sowie der Häufigkeit ihrer Anwendung. Schließlich wurde nach weiteren verwendeten Mundhygiene-Produkten gefragt. Die 1.025 Probanden verteilten sich auf folgende Altersklassen: 14–29Jahre: n=260, 30–50Jahre: n=408, über 50Jahre: n=357. 516 waren männlich, 508 weiblich (1 fehlende Angabe).

Ergebnisse: Eine deutliche Mehrheit von 65% gab an, zweimal täglich die Zähne zu putzen. Als Zeitpunkt des Zähneputzens wurden „vor dem Zubettgehen“ (67%), „nach dem Frühstück“ (51%) und „vor dem Frühstück“ (42%) angegeben. Als Putzzeit wurden am häufigsten zwei (44%) bzw. drei (32%) Minuten genannt. Von den Befragten benutzten 53% eine manuelle und 38% eine elektrische Zahnbürste. 76% verwendeten eine mittelharte und jeweils 9% eine harte oder weiche Zahnbürste. 56% gaben an, immer in der gleichen Reihenfolge die Zähne zu putzen, während 43% nicht auf eine solche Reihenfolge achteten. Auf die Frage nach der Putztechnik wurden am häufigsten kreisende (57%), gefolgt von schrubbenden (33%) und fegenden (28%) Bewegungen genannt. Nur 4% gaben die bei der Bass- bzw. der modifizierten Bass-Technik geforderten rüttelnden Bewegungen an. Insgesamt erklärten 59% der Befragten, für die Reinigung der Interdentalräume bestimmte Hilfsmittel zu verwenden, davon nannten 75% die Zahnseide, 39% Interdentalbürsten, 35% Zahnhölzer oder Zahnpicks und 9% die Munddusche. Zahnseide wurde überwiegend einmal (23%) oder mehrmals in der Woche (28%) sowie einmal täglich (16%) angewendet; Interdentalbürsten einmal (21%) oder mehrmals in der Woche (22%) bzw. einmal (28%) oder mindestens zweimal täglich (15%). Zahnhölzer/Zahnpicks verwendeten die Befragten nach eigenen Angaben hauptsächlich „mehrmals in der Woche“ (25%). Weitere Produkte für die Mundhygiene verwendeten 67% der Befragten: 35% eine Mundspüllösung, 25% Zahnpflegekaugummis, weitere 25% ein spezielles Gel/Zahnpaste zur Fluoridierung, 11% einen Zungenreiniger, 6% eine Munddusche und 3% Zahnpflegebonbons.

Schlussfolgerung: Die in der vorliegenden Studie gewonnenen Informationen zur den Mundgewohnheiten können eine hilfreiche Grundlage für die Suche nach Ansätzen für die Verbesserung der Mundhygiene der deutschen Bevölkerung sein.

(Dtsch Zahnärztl Z 2014; 69: 584–593)

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