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ORIGINALARBEITEN
Ausgabe: 03/2015 M. Kern - P. Pospiech - G. Heydecke - W. Gernet - H. Stark - B. Wöstmann - R. G. Luthardt - S. Wolfart - T. Mundt - B. Marré - F. Jahn - W. Hannak - E. Busche - M. H. Walter - J. Huppertz - S. Hartmann - J. R. Strub - J. Brückner
Randomisierte Studie zur verkürzten Zahnreihe: Zahnverlust nach 8 Jahren

Einleitung: Dem Ersatz endständiger Zähne durch herausnehmbare Prothesen steht das Konzept der verkürzten Zahnreihe gegenüber, das eine Prämolarenokklusion als akzeptables Funktionsniveau beschreibt. Ziel der Studie war die Untersuchung der Outcomes von Therapieformen mit und ohne Molarenersatz.

Material und Methode: Die Einschlusskriterien umfassten das Fehlen aller Molaren in einem Kiefer, wobei mindestens der Eckzahn und ein Prämolar auf jeder Seite erhalten sein mussten. In einem multizentrischen Studiendesign wurden 215 Patienten randomisiert zwei Therapieformen zugeordnet. Es erfolgte entweder eine Wiederherstellung der Zahnreihe durch eine geschiebeverankerte herausnehmbare Prothese (Prothesengruppe) oder die Beibehaltung oder Wiederherstellung einer Prämolarenokklusion (Verkürzte-Zahnreihe-Gruppe). In der Verkürzte-Zahnreihe-Gruppe wurde bei entsprechender Indikation festsitzender Zahnersatz in Form von Endpfeiler- oder Extensionsbrücken eingegliedert. Hauptzielgröße war die Zeit bis zum Auftreten eines Zahnverlustes nach Versorgung.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Die 8-Jahres-Untersuchung erreichten 91 Patienten. Für Zahnverlust wurden keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen gefunden. Der Zahnverlust im Studienkiefer scheint in der Prothesengruppe jedoch etwas später einzutreten.

(Dtsch Zahnärztl Z 2015; 70: 185–192)

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Ausgabe: 03/2015 P. Rammelsberg - S. Kappel - L. Eberhard - N. N. Giannakopoulos - C. Eiffler
Sofortbelastung zweier Implantate im zahnlosen Unterkiefer mittels Locator-Attachments oder Dolder-Steg: Ein-Jahres-Ergebnisse einer prospektiv randomisierten klinischen Studie

Ziel: Untersuchung der Überlebens- und Komplikationsraten zweier sofort belasteter Implantate im zahnlosen Unterkiefer mit Locator- oder Steg-getragener Totalprothese.

Material und Methode: 46 Patienten (Durchschnittsalter 69,4 Jahre; 73,9% Männer) mit zahnlosem Unterkiefer erhielten interforaminär jeweils 2 Implantate. Binnen 72Stunden nach Implantation wurden randomisiert entweder 2 Locator-Attachments oder konfektionierte Dolder-Steggelenke, sowie in jedem Fall eine metallverstärkte Basis in die Prothese eingearbeitet, und die Implantate wurden sofort belastet.

Ergebnisse: Während des mittleren Beobachtungszeitraumes von 12 Monaten (Maximum 28 Monate, Standardabweichung 0,48) gingen 8 Implantate von 5 Patienten verloren. Die Überlebensraten betrugen 93,5% in der Locator- und 89,1% in der Steg-Gruppe. Die Mundhygiene-Parameter (modifizierter Gingiva und Plaque Index) waren in der Locator-Gruppe bereits nach durchschnittlich 6 Monaten signifikant besser. Während des Beobachtungszeitraumes traten 26 prothetische Komplikationen und Nachsorgemaßnahmen auf. Keine Prothese ging aufgrund technischer Komplikationen verloren, doch 5 Prothesen mussten in Folge der Implantatverluste umgearbeitet werden. Die Überlebensraten der ursprünglichen Prothesen lagen daher bei 95,7% in der Locator- und bei 93,5% in der Steg-Gruppe.

Schlussfolgerung: Die Sofortbelastung von interforaminären Implantaten im zahnlosen Unterkiefer mit Locator-Aufbauten scheint vergleichbare Ergebnisse zu dem bekannten Stegsystem zu liefern und könnte insbesondere für den älteren Patienten eine gute Behandlungsalternative darstellen. Patienten sollten im Rahmen der Implantatberatung jedoch über ein mögliches höheres Verlustrisiko durch die Sofortbelastung aufgeklärt werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2015; 70: 177–184)

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Ausgabe: 06/2015 Frank Halling
Verbrauch dentaler Lokalanästhetika in Deutschland und im internationalen Vergleich

Einleitung: Lokalanästhesie als reversible Schmerzunter-drückung ist eine der wichtigsten Hilfsmittel der modernen Zahnmedizin. In Deutschland werden pro Jahr 70Millionen Karpulen für die zahnärztliche Lokalanästhesie verwendet. Die Häufigkeit von Komplikationen ist insgesamt sehr gering. Obwohl der Dentalmarkt eine Vielzahl verschiedener Produkte anbietet, existieren nur wenige aktuelle Daten zu den Marktanteilen der verschiedenen Lokalanästhesielösungen. Das Ziel dieser Studie war es, einen Überblick über den zahnmedizinischen Lokalanästhesieverbrauch in Deutschland und weltweit zu geben.

Methode: Auf Basis einer repräsentativen Stichprobe von 770 deutschen Zahnärzten, die von der Gesellschaft für Konsumforschung (GFK, Nürnberg) erhoben wurde, wurde eine Strukturanalyse des Verbrauchs an Lokalanästhetika vorgenommen. Die Analyse beinhaltete die Verbrauchsdaten der Jahre 2011 bis 2013 jedes Zahnarztes. Zusätzlich wurde im Rahmen einer Literaturrecherche ein Überblick der Verbrauchsdaten dentaler Lokalanästhetika in verschiedenen Ländern erstellt. Die Literaturdaten wurden mit den deutschen Verbrauchszahlen verglichen.

Ergebnisse: In Deutschland entfallen mehr als 97% aller Lokalanästhesien auf Articain. In anderen Ländern unterscheiden sich die Marktanteile der Anästhesiewirkstoffe zum Teil erheblich. Beispielsweise ist Lidocain mit 81% bzw. 54% der meistverbreitete Lokalanästhesiewirkstoff in Großbritannien bzw. den Vereinigten Staaten. Mepivacain und Prilocain spielen fast überall nur eine untergeordnete Rolle. In Deutschland und weltweit ist Adrenalin der meistbenutzte dentale Vasokonstriktor. Adrenalinfreie Lösungen oder solche mit reduzierten Adrenalinanteil werden überall nur selten angewendet (Marktanteil unter 10%).

Schlussfolgerungen: Weltweit sind Articain und Lidocain die meistgebrauchten anästhetischen Wirkstoffe in der Zahnmedizin. In allen Ländern außer Brasilien beläuft sich der Anteil der Lokalanästhetika mit dem Vasokonstriktor Adrenalin auf über 90% des gesamten Verbrauchs. Als Folge der Veränderungen der demografischen Struktur und der zunehmenden Zahl von Risikopatienten in der Bevölkerung müssen Zahnärzte besonders auf Arzneimittelnebenwirkungen achten. Deshalb ist es für Zahnärzte wichtig, diejenige Anästhesielösung auszuwählen, die am besten zur klinischen Situation und zu den spezifischen Bedürfnissen und Erfordernissen des Patienten passt.

(Dtsch Zahnärztl Z 2015; 7: 426–432)

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Ausgabe: 06/2015 Stefan Hörster
Einstellungen von Konsumenten gegenüber zahnärztlicher Werbung in der Bundesrepublik Deutschland

Einleitung: Werbung von Zahnärzten ist seit mehr als einem Jahrzehnt in Deutschland erlaubt.

Material und Methoden: Erstmalig wurden in einer bundesweiten Befragung nun die Einstellungen der Konsumenten (n=969) gegenüber zahnärztlicher Werbung umfassend erhoben und mit Erkenntnissen aus den USA verglichen, um so Empfehlungen für den effizienten Einsatz dieses Marketinginstruments hierzulande abzuleiten.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Gut ein Viertel der Konsumenten hatte zahnärztliche Werbung schon einmal bewusst wahrgenommen und knapp 10% haben bei der Zahnarztsuche darauf auch schon einmal aktiv zurückgegriffen. Im Gegensatz zu den USA sind die Konsumenten in Deutschland sehr zurückhaltend gegenüber zahnärztlicher Werbung eingestellt, insbesondere männliche und ältere Konsumenten. Weibliche und jüngere Konsumenten zeigen sich jedoch durchaus aufgeschlossen. Als interessante Zielgruppe gelten zudem Konsumenten, die gerade umgezogen oder mit ihrer zahnärztlichen Betreuung unzufrieden sind. Neben den Basisangaben zur Praxis und zum Leistungsangebot wird insbesondere die zahnärztliche Qualifikation als wichtige Werbeinformation angesehen. Das Internet gilt als das bedeutendste Werbemedium für Zahnärzte überhaupt, wobei das Praxisschild und andere Außenwerbung in Praxisnähe nicht vernachlässigt werden sollten. Zwar ist das Potenzial von Werbung zur Neupatientengewinnung in Deutschland als begrenzt zu bewerten, da die Patienten nicht nur mit ihrer derzeitigen zahnärztlichen Betreuung sehr zufrieden sind, sondern bei Bedarf vor allem auf persönliche Empfehlungen bei der Zahnarztsuche zurückgreifen. Dennoch sollten in Zeiten des intensiven Wettbewerbs die Möglichkeiten dieses Instruments – im Rahmen eines integrierten Praxismarketings – auf keinen Fall ungenutzt bleiben.

(Dtsch Zahnärztl Z 2015; 70: 434–447)

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Ausgabe: 05/2015 Sebastian Werner - Johanna Köhnlein - Monika Kasper-Sonnenberg - Friedrich von Rheinbaben - Oliver Riebe
Sicherung der Qualität der Aufbereitung von Medizinprodukten im zahnärztlichen Bereich

Einleitung: Bei zahnärztlichem Instrumentarium stellen Hand- und Winkelstücke eine besondere Herausforderung zur Aufbereitung dar. Daher gibt es inzwischen Routineverfahren, um die Zuverlässigkeit der Aufbereitung zu überprüfen. Insbesondere bieten Testkits für die Ermittlung des Proteinrestgehaltes die Möglichkeit, sich einen Einblick zur Qualität des durchgeführten Aufbereitungsverfahrens zu verschaffen. Die Testsets bestehen aus einer Elutionsflüssigkeit und den Hilfsmitteln zu deren Applikation. Nach dem Durchspülen der Instrumente wird die Flüssigkeit aufgefangen und zur Analyse der eluierten Proteine an ein dafür akkreditiertes Prüflabor gesendet.

Material und Methode: Ziel der hier vorgestellten Studie war es zu überprüfen, ob sich die Testsets auch im Praxisalltag bewähren und gleichzeitig einen Einblick in die Qualität der praktizierten Aufbereitungsverfahren zu erhalten. Dazu wurden Prüfsets an 50Zahnarztpraxen in Deutschland versandt. Die Prüfanleitung enthielt genaue Angaben zur Durchführung der Untersuchung. Nach Rücksendung der Eluate erfolgte die Analyse des Proteingehaltes mittels modifizierter OPA-Methode in einem dafür akkreditierten Prüflabor.

Ergebnisse: Von den 50 teilnehmenden Zahnarztpraxen gaben 13 an maschinelle Verfahren anzuwenden. Die übrigen 37Praxen bereiteten ihre Hand- und Winkelstücke dagegen manuell auf. Nach maschineller Aufbereitung waren die Ergebnisse bei 5 (38%) der 13Zahnarztpraxen zu beanstanden. Bei den 37Zahnarztpraxen mit manueller Aufbereitung lag die Rate der zu beanstandenden Hand- und Winkelstücke bei 73%. Im Mittel lag die Proteinbelastung bei 90,01µg, im Extremfall konnte ein Proteinwert von 578,93µg gemessen werden.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse der Studie machen deutlich, dass die manuelle Aufbereitung hinter den Ergebnissen der maschinellen zurücksteht. Dennoch erwies sich auch eine manuelle Aufbereitung unter Einhaltung der Grenzwerte als generell durchführbar, insbesondere wenn strikt nach einer Standardarbeitsanweisung vorgegangen wird. Daher zeigten sich die geprüften Testsets als sehr geeignet die praktische Situation der Aufbereitung diskriminierend abzubilden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2015: 70: 355–361)

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Ausgabe: 01/2015 H. Böhm - P. Meyer-Marcotty - T. Schweitzer - C. Linz - F. Kunz - A. Stellzig-Eisenhauer - A. C. Kübler - R. I. Ernestus
Die interdisziplinäre Therapie von lagebedingten Schädelasymmetrien innerhalb des ersten Lebensjahres*

Einführung: Lagerungsbedingte Asymmetrien des Säuglingsschädels (Plagio-/Brachyzephalus) sind charakterisiert durch eine Deformation des Neurokraniums mit ausgeprägter ein- oder beidseitiger Abflachung des Hinterkopfes. Dabei kann sich die neurokranielle Asymmetrie bis auf das Viszerokranium auswirken. Die wachstumssteuernde Therapie mittels Kopforthese innerhalb des ersten Lebensjahres kann zu einem Ausgleich der Asymmetrie führen. Das Ziel dieser Studie war die Auswirkung eines Lagerungsplagiozephalus auf das Viszerokranium zu analysieren und die Therapie durch wachstumsbeeinflussende Kopforthesen zu evaluieren.

Patienten und Methode: In die Studie wurden insgesamt 85 Säuglinge im sechsten Lebensmonat einbezogen (48 Patienten mit einer lagebedingten Asymmetrie des Kopfes; 37 Säuglinge ohne Asymmetrie als Kontrollgruppe). Die Patienten wurden mit einer Kopforthese im interdisziplinären kraniofazialen Zentrum behandelt. Es wurden 3D-Scans der gesamten Kopfoberfläche vor und direkt nach der Therapie angefertigt und die Kopfasymmetrie dreidimensional ausgewertet.

Ergebnisse: Die Säuglinge mit Lagerungsplagiozephalus wiesen eine um bis zu dreifach vergrößerte neurokranielle Asymmetrie auf, die sich bis auf die Ebene des Mittelge-sichtes fortsetzte. Die Therapie mittels Kopforthese über 4,5 Monate zeigte eine insgesamt deutliche Reduktion der Asymmetrie bei den Patienten, wobei auch nach Therapieabschluss noch ein Unterschied zwischen Patienten- und Kontrollgruppe festzustellen war.

Schlussfolgerung: Säuglinge mit einem Lagerungsplagiozephalus zeichnen sich durch eine neurokranielle Asymmetrie aus, die sich durch Fortleitung der Wachstumsstörung („Top-Down-Development“) bis auf das Mittelgesicht bzw. den Unterkiefer auswirken kann. Somit kann die Kopf-asymmetrie schon in den ersten Lebensmonaten in der weiteren Entwicklung zu Wachstumsstörungen führen.

(Dtsch Zahnärztl Z 2015; 70: 25–32)

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Ausgabe: 01/2015 P. Gängler - T. Retzlaff
Funktionszeit von initialen Amalgamfüllungen nach zehn und mehr Jahren

Einleitung: Ziel dieser Untersuchung war die Darstellung der Haltbarkeit von initialen Amalgamfüllungen, d.h. der Erstversorgung von Kariesläsionen mit Amalgam ohne andere vorherige Füllungstherapie, im Seitenzahnbereich in einer allgemeinen Zahnarztpraxis im Rahmen eines Versorgungsforschungsprojektes. Im klinischen Teil dieser Studie erfolgte die Qualitätsbeurteilung dieser initialen Amalgamrestaurationen.

Methode: Es handelte sich um eine retrospektive Querschnittsstudie auf Grundlage der medizinischen Dokumentation mit Einbeziehung der klinischen Kontrolldaten anlässlich routinemäßiger Wiedervorstellungen der Patienten. Die Daten der Dokumentation gingen bis ins Jahr 1982 zurück. Es wurden 120 Patientenakten per Handsuche nach initialen Amalgamfüllungen, mit einer Liegedauer von 10 Jahren oder länger, durchgesehen. Die Auswertung der Daten erfolgte mit dem Life-Table-Verfahren nach Kaplan und Meier für die Darstellung der Funktionszeiten. Im Rahmen der klinischen Kontrolle von 120 Patienten mit den 10 oder mehr Jahre alten initialen Amalgamfüllungen wurden die Restaurationen bewertet, zum Teil fotografiert und die klinische Akzeptanz beurteilt mit dem modifizierten CPM-Index.

Ergebnisse: Es wurden 901 initiale Amalgamfüllungen an den Seitenzähnen dokumentiert. Amalgamrestaurationen an Prämolaren und Molaren hatten mit 13 Jahren die gleiche Funktionszeit. Nach 5 Jahren waren noch 86,5% der gesamten initialen Füllungen vorhanden. Nach 10 Jahren überlebten 63,3% und sogar nach 20 Jahren waren 25,1% der dokumentierten Restaurationen in situ. Die Füllungsqualität der 169 überlebten initialen Amalgamfüllungen wurde mit dem C-Kriterium des CPMIndex bewertet. Abschließend wurde festgestellt, dass 70%, bestehend aus korrekten und korrigierbaren initialen Füllungen bei der Untersuchung klinisch akzeptabel waren. 30% der Restaurationen waren nicht mehr ausreichend und müssen aus diversen Gründen ersetzt werden.

Schlussfolgerung: In einer allgemeinen Zahnarztpraxis zeigte sich bei initialen Amalgamfüllungen nach 5 Jahren Liegezeit kaum ein Unterschied zwischen den prozentualen Überlebensraten an Prämolaren und Molaren. Ähnliches ließ sich für die Restaurationsgröße bestimmen. Erst die Daten der 10-Jahres-Überlebensrate ließen erkennen, dass je kleiner eine Restauration mit Amalgam war, umso höher die zu erwartende Funktionszeit war. Die überlebten Amalgamfüllungen waren zu ca. 70% klinisch akzeptabel. Die Daten zeigten, dass bei regelmäßigen Kontrollen in der Praxis die jeweils notwendigen Korrekturen vorgenommen werden müssten, um die Qualität der Restaurationen lange zu erhalten.

(Dtsch Zahnärztl Z 2015; 70: 33–42)

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TAGUNGSBEITRAG
Ausgabe: 03/2015 B. Thonemann - M. Federlin
Komplikationsmanage-ment in der Endodontie

Zusammenfassung: In der Endodontie stehen heute vielfältige, moderne Möglichkeiten zur Diagnostik, Desinfektion und Aufbereitung des Wurzelkanalsystems sowie zur Obturation zur Verfügung.

So kann heute bei sorgfältiger Diagnostik und Therapieentscheidung sowie adäquater Therapie in den meisten Fällen – abhängig von der Ausgangssituation (mit vs. ohne apikale Parodontitis/Erst- vs. Revisionsbehandlung) – mit Erfolg dem Wunsch des Patienten nach dem Erhalt des eigenen Zahnes entsprochen werden.

Dies berücksichtigt jedoch nicht, dass sich der endodontisch tätige Zahnarzt immer wieder mit Komplikationen im Rahmen endodontischer Behandlungen und mit Misserfolgen der Therapie auseinandersetzen muss, die bereits entweder im Rahmen der Erstbehandlung an sich oder bei der Revision auftreten. Die Ursachen für einen endodontischen Misserfolg sind vielfältig, und es gilt in erster Linie, bereits im Rahmen der Diagnostik und Behandlungsplanung aber auch während der Therapie mögliche Komplikationen zu erkennen und Misserfolgen vorzubeugen. Diese Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt jedoch unter Berücksichtigung der aktuellen Literatur Aspekte hervor, denen im Vorfeld, während und nach der Behandlung in Hinblick auf die Vermeidung von „Stolpersteinen“ bei der Therapie besondere Beachtung geschenkt werden muss.

(Dtsch Zahnärztl Z 2015; 70: 193–208)

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Ausgabe: 01/2015 A. Mikeli - S. A. Rau - M. H. Walter
Verblendkeramikfrakturen bei festsitzendem, implantatgetragenem Zahnersatz – retrospektive klinische Studie

Einführung: Technische Komplikationen bei festsitzenden implantatgetragenen Restaurationen treten oft auf, obwohl dentale Biomaterialien sich ständig weiterentwickeln. Unter den technischen Komplikationen zählen Verblendkeramikfrakturen zu den häufigsten. Ziel der vorliegenden klinischen retrospektiven Studie war die Bestimmung der Prävalenz von Verblendkeramikfrakturen und entsprechender Risikoindikatoren in der Klientel einer Universitätszahnklinik.

Methode: Patienten (Alter ?18 Jahre) mit festsitzenden implantatgetragenen metall- oder vollkeramischen Restaurationen wurden nachuntersucht, sowie demografische und klinische Parameter erhoben. Alle Restaurationen wurden systematisch auf Verblendkeramikfrakturen untersucht und in vier Gruppen je nach Ausmaß und Reparierbarkeit eingeteilt. Die Analyse der Daten erfolgte deskriptiv. Weiterhin erfolgte eine Kontingenztafelanalyse der Beziehungen zwischen den demografischen/klinischen Parametern und Verblendkeramikfrakturen auf Patienten-, Restaurations- und Einheitenebene.

Ergebnisse: Eine Gesamtzahl von 144 Patienten wurde untersucht; 45,8% waren männlich und 54,2% weiblich. Es lagen 507 Einheiten vor, 483 metallkeramische (MK) und 24vollkeramische (VK). Dies entsprach 291 implantatgetragenen Einzelkronen/verblockten Kronen (278MK, 13VK), 28 implantatgetragenen Brücken (28MK, 0VK), 16 Verbundbrücken (14MK, 2VK) und 14 implantatgetragenen Extensionsbrücken (13MK, 1VK). Knapp ein Viertel der Patienten (23,6%) wies mindestens eine Verblendkeramikfraktur auf, wobei 16,4% der MK Brücken, 12,2% der MK Kronen und 9,5% der MK Einzeleinheiten betroffen waren. Die entsprechenden Ergebnisse für die VK-Restaurationen waren 33,3%, 0,0% und 4,2%. Es konnten Zusammenhänge zwischen Verblendkeramikfrakturen und demografischen und klinischen Parametern ermittelt werden. Dabei stellte sich Bruxismus als wichtigster Risikoindikator dar. Weitere Risikoindikatoren waren männliches Geschlecht, Alter 60Jahre, ?20natürliche Zähne, ?3Implantate, hohe Anzahl implantatgetragener Brücken, nicht verblockte Einzelkronen und vorangegangene technische Komplikationen.

Schlussfolgerung: Verblendkeramikfrakturen bei festsitzenden implantatgetragenen Restaurationen sind als häufiges multikausales Geschehen anzusehen. Durch die Studie wurden wichtige Risikoindikatoren ermittelt. Die Ergebnisse lassen weitere prospektive klinische Studien sinnvoll erscheinen.

(Dtsch Zahnärztl Z 2015; 70: 43–51)

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