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ÜBERSICHTEN
Ausgabe: 02/2016
Historischer Rückblick der Entwicklung und Indikationsstellungen von Aufbissbehelfen/Schienen in der Zahnheilkunde

Einführung: Publikationen zur Geschichte von Aufbissbehelfen und historische Publikationen über Aufbissbehelfe wurden anhand einer strukturierten Literatursuche recherchiert.

Methode: Es wurden eine breite Auswahl an Datenbanken, Katalogen und Bibliographien elektronisch und per Hand Recherche herangezogen. Insgesamt wurden 181 Literaturstellen ausgewertet.

Ergebnisse: Zunächst wurden Schienen aus Holz oder Metall im Wesentlichen nur zur Frakturbehandlung eingesetzt. Später kamen Kautschukschienen dazu, die auch schon die Zahnreihen umfassten. Erst ab der Jahrhundertwende, ab ca. 1901, wurden Aufbissbehelfe gezielt zur Therapie von Dysfunktionen eingegliedert. Eine fehlerhafte Okklusion wurde in der Folgezeit als entscheidende Ursache von Zahnverlust (Alveolar Pyorrhöe, Karolyi-Effekt) sowie in den 20er und 30er Jahren als Ursache für Störungen der Funktion von Tuben, Hörminderung sowie Schwindel angesehen (Costen Syndrom). Nach 1945 rückten Okklusionsstörungen in Kombination mit Stressphänomenen in den Vordergrund der Therapiekonzepte sowie Therapien von Dysfunktionen des Kiefergelenks wie Diskusverlagerungen. Da Kunststoff statt Kautschuk zur Schienenherstellung genutzt werden konnte, eröffneten sich vielseitige Gestaltungsmöglichkeiten von Aufbissbehelfen. Neben Schienen, die die gesamte Zahnreihe bedeckten (z.B. Michiganschiene) wurden Konzepte mit im Aufbiss reduzierten Kontaktflächen im Front- (z.B. Jig-Schienen) wie auch im Seitenzahngebiet (z.B. Pivot-Schienen) entwickelt.

Schlussfolgerungen: Der Nachweis der Effizienz einer Schienentherapie ist aber bei vielen Konzepten unbefriedigend. Werden Schienen als temporäreres Hilfsmittel zur Therapie kraniomandibulärer Störungen verstanden und eingesetzt, können sie, im Sinne einer „Krücke“, dem Patienten helfen über den akuten Beschwerdeschub hinweg zu kommen. Inwieweit sich durch Schienen die neuromuskulären Funktionsmuster des Patienten nachhaltig verändern, ist zurzeit Gegenstand intensiver Forschung. Es gibt Belege, dass sich auch kurative Wirkungen durch Aufbissbehelfe erzielen lassen.

(Dtsch Zahnärztl Z 2016; 71: 146–155)

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Ausgabe: 03/2016 Martin Karrer
Zähne – eine Kultur- und Kunstgeschichte

Zusammenfassung: Das europäische Mittelalter verwandelt die antike Tradition der Ästhetik ins Christliche. Römische und byzantinische Motive verbinden sich mit Ornamentik germanischer Herkunft und lokalen Einflüssen. Doch eine Konstante bleibt: Edel ist der geschlossene Mund; der zu den Zähnen geöffnete Mund dagegen zeigt Niedrigkeit, Gewalt und Dämonie. In der Blüte des Mittelalters vom 10. bis zum 14.Jahrhundert verschärfen sich diese Konturen. Denn die christliche Kunst setzt der Härte des Lebens Gegenbilder entgegen. Gottesdienst und Kirchenraum durchbrechen den Alltag, und die Bilder Christi, Marias und der Heiligen verweisen mit edel geschlossenen Lippen auf eine andere, größere Wirklichkeit. Der Himmel scheint durch diese Bilder hindurch. Im Pendant dazu entfernt sich das Heilige himmelweit von aller Bosheit und irdischen Niedrigkeit. Neue Bildtypen entstehen um die Grimassen des Bösen, die Zähne der Hölle und den niedrigen Menschen mit seinem hässlichen Gebiss, dem bissigen, schiefen, steilen oder bösen Zahn. Diese Welt ist aber nicht in sich geschlossen. Lachen, Leiden und die Suche nach Vergebung sorgen für Traditionsbrüche, die auf künftige Zeiten vorausweisen.

(Dtsch Zahnärztl Z 2016; 71: 233–245)

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Ausgabe: 04/2016 Dennis Rottke
Das digitale Röntgensystem und dessen Einbindung in die Praxisinfrastruktur

Zusammenfassung: Die Digitalisierung in der zahnärztlichen Praxis ist in vollem Gange. Zugleich ist ein Mangel an IT-Grundkenntnissen nicht zu unterschätzen. Der vorliegende Beitrag soll kurz skizzieren, welche Dinge bei der Integration eines digitalen Röntgensystems in die zahnärztliche Praxis zu bedenken sind. Hierbei wird auf Begriffe wie PACS und DICOM eingegangen, ohne dass tiefere IT-Kenntnisse des Lesers von Nöten wären. Weiterhin werden Themen wie Netzwerkplanung, Datenarchivierung und Bildwiedergabegeräte diskutiert. Abschließend werden Vor- und Nachteile des digitalen Datenversandes erörtert. Hierzu werden unter anderem die Vorteile, aber auch die Probleme einer cloudbasierten Open-Source-Lösung dargestellt. Ziel ist es, dem Leser einen Überblick darüber zu vermitteln, was vor und nach der Anschaffung eines digitalen Röntgensystems bezüglich der IT zu beachten ist.

(Dtsch Zahnärztl Z 2016; 71: 297–302)

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Ausgabe: 01/2016 Harald Tschernitschek - Franziska Ulmer - Philipp-Cornelius Pott
Diagnostik der Psoriatrischen Arthritis im Kiefergelenk – Literaturübersicht mit Falldarstellung

Einleitung: Die Diagnostik und Therapie von chronischen Kiefergelenkbeschwerden ist eine außergewöhnliche medizinische/zahnmedizinische Herausforderung. Vor allem Gelenkbeschwerden, die in Kombination mit anderen Erkrankungen auftreten oder zu den Initialsymptomen solcher Krankheitsbilder zählen, sind in diesem Zusammenhang von besonderer Bedeutung. Die Psoriatrische Arthritis ist eine Erkrankung, die in diesem Kontext zu nennen ist. Neben dem Auftreten von dermatologischen Befunden im Sinne einer Psoriasis vulgaris treten auch arthritische Veränderung in benachbarten Gelenken auf. In einigen seltenen Fällen ist dabei auch das Kiefergelenk betroffen. Ein Zusammenhang zwischen CMD-Symptomatiken und Psoriatrischer Arthritis ist jedoch oft nicht sofort erkennbar. Aus diesem Grund ist es Ziel dieses Beitrages, für das Krankheitsbild der Psoriatischen Arthritis mit Kiefergelenkbeteiligung zu sensibilisieren sowie die diagnostischen und therapeutischen Methoden und Möglichkeiten zu beschreiben und anhand eines Patientenfalles zu erläutern.

Methode: Anhand des Suchterms („psoriatic“ AND „arthritis“ AND „TMJ“) wurde die Datenbank PubMed durchsucht. Alle Ergebnisse wurden von 2Personen unabhängig voneinander bewertet und ausgewertet. Anhand der Literaturauswertung wurden Daten zur Prävalenz, Diagnostik und Therapie gesammelt und zusammengestellt. Der ergänzende Fallbericht zeigt exemplarisch die Diagnostik und den funktionstherapeutischen Therapieansatz der Psoriatrischen Arthritis mit Kiefergelenkbeteiligung bei einer 51-jährigen Patientin.

Schlussfolgerung: Ziel der Therapie der Psoriatrischen Arthritis mit Kiefergelenkbeteiligung ist die Aufrechterhaltung der Funktion des Kausystems bei weitestgehender Beschwerdefreiheit. Eine restitutio ad integrum ist nicht möglich. Eine interdisziplinäre Therapie mit Orthopäden, Rheumatologen, Physiotherapeuten und weiteren Spezialisten ist unbedingt erforderlich.

(Dtsch Zahnärztl Z 2016; 71: 59–69)

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Ausgabe: 06/2016 Michael Stiller - Barbara Peleska
Die gezielte Weichgewebstransplantation zur Behandlung periimplantärer Infektionen – ein neuer Denkansatz

Einführung: Das Ziel des Beitrages ist es, bei Patienten mit periimplantären Infektionen die chirurgische Behandlung mit Weichgewebstransplantaten zu demonstrieren. Die Sinnhaftigkeit einer solchen Therapie wird aus der morphologischen und strukturellen Komplexität des periimplantären knöchernen Defektes hergeleitet und an Daten einer retrospektiven klinischen Studie dargestellt. Zwei klinische Patientenfälle mit periimplantären Infektionen verdeutlichen die Effekte der Weichgewebstransplantation.

Methode: Implantate mit periimplantären Infektionen und einer bukkalen befestigten Mucosa von ?2mm wurden mittels weichgewebschirurgischer Eingriffe behandelt. Nach Inititialtherapie und Dekontamination wurden Onlay- und Inlay-Onlay-Transplantate vom Gaumen periimplantär positioniert.

Ergebnisse: Nach Weichgewebstransplantation verbreiterte sich signifikant die keratinisierte periimplantäre Mukosa. Die Sondierungstiefen reduzierten sich signifikant, auch war ein signifikanter Rückgang der Blutung nach Sondierung feststellbar. Alle Patienten gaben bei der Nachuntersuchung eine klinische Besserung der Beschwerden an.

Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse zeigen, dass Weichgewebstransplantationen bei entsprechender Defektmorphologie mit Erfolg in der chirurgischen Therapie periimplantärer Infektionen eingesetzt werden können.

(Dtsch Zahnärztl Z 2016; 71: 432–438)

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Ausgabe: 02/2016 Marc Prothmann - Lothar Taubenheim - Christoph Benz
Die intraligamentäre Anästhesie in der zahnärztlichen Praxis – Metaanalyse der klinischen Erfahrungen von 1976 bis 2014

Einführung: In dieser Metaanalyse wurden die täglich angewandten Lokalanästhesie-Methoden Leitungsanästhesie des N. alveolaris inferior (LA), Infiltrationsanästhesie (IA) und intraligamentäre Anästhesie (IL-A) verglichen, mit Fokus auf die dadurch generierten Komplikationen und die methodenimmanenten unerwünschten Effekte bei erwachsenen Personen.

Material und Methode: Nur prospektive Studien mit klinischen Vergleichsdaten der Injektionstechniken zur lokalen Schmerzausschaltung von 1976 bis 2014 wurden inkludiert. Die Resultate des medizintechnischen Fortschritts, die gewonnenen histologischen Erkenntnisse und die Ergebnisse der klinischen Studien während dieser Zeit wurden ausgewertet. Ein spezifisches Tool (Programm) für die klinische Relevanz jeder inkludierten Studie wurde adaptiert.

Ergebnisse: 16 Studien wurden einbezogen (Evidenzgrad IIb [n=8], III [n=8]). Die Ergebnisse aller evaluierten Parameter zeigen signifikante Unterschiede zwischen den 3 verglichenen Lokalanästhesie-Methoden, d.h. Anästhesie-Erfolg, Anästhesie-Effekt und -Dauer sowie Latenz. Kardiovaskuläre Störungen (cardiovascular disturbances (CVD)), unerwünschte Effekte, Injektionsschmerz wurden signifikant weniger oft nach einer IL-A festgestellt. Die Menge des applizierten Anästhetikums war signifikant geringer bei der IL-A.

Schlussfolgerung: Die seit Ende des letzten Jahrhunderts verfügbaren sensiblen Injektionssysteme für intraligamentale Injektionen ermöglichen es dem zahnmedizinischen Anwender, wenn er mit der Anwendung dieser Instrumentarien vertraut ist, die intraligamentale Injektion präzise abgestimmt auf die individuelle anatomische Situation des Patienten zu applizieren und so eine punktgenaue minimalinvasive Lokalanästhesie zu erreichen. Die LA und die IA als „Goldstandard“ sollten komplettiert werden durch die IL-A als eine primäre Methode der Schmerzausschaltung in der Zahnheilkunde.

(Dtsch Zahnärztl Z 2016; 71: 136–145)

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Ausgabe: 05/2016 Jens C. Türp - Markus R. Fussnegger
Kraniomandibuläre Dysfunktionen und orofaziale Schmerzen: pharmakologische Therapie

Zusammenfassung: Die pharmakologische Therapie kraniomandibulärer Dysfunktionen bietet Möglichkeiten, die Schmerzen des Patienten zu verringern und gegebenenfalls andere Therapien zu ermöglichen. Ein weiteres Ziel besteht darin, einer Chronifizierung von Schmerzen entgegenzuwirken. Handelt es sich um einen bereits chronifizierten Schmerz, so ist die Pharmakotherapie oftmals die einzige Möglichkeit, dem Patienten Linderung zu verschaffen. Vorrangige Bedeutung hat jedoch die eingehende Aufklärung des Patienten über die Diagnose, die häufig bereits eine Entlastung des Patienten bewirkt und zusammen mit einer wertschätzenden und empathischen Grundeinstellung gegenüber dem Patienten mit seinem Schmerzproblem zu einer guten Arzt-Patienten-Beziehung führt.

(Dtsch Zahnärztl Z 2016; 71: 354–360)

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Ausgabe: 06/2016 Gordon John - Frank Schwarz
Oberflächendekontamination an Titanimplantaten in der nichtchirurgischen und chirurgischen Periimplantitistherapie

Zusammenfassung: Der Oberflächendekontamination kommt im Rahmen der Mukositistherapie, der nichtchirurgischen und der chirurgischen Periimplantitistherapie eine zentrale Rolle zu. Bei der Anwendung von Küretten, gleich welchen Werkstoffs, können nur unzureichende Ergebnisse bezüglich der Biofilmentfernung von rauen Implantatoberflächen erreicht werden. Ihr alleiniger Einsatz ohne entsprechende Adjuvantien sollte hinterfragt werden. Metallküretten erzeugen starke Artefakte auf den entsprechenden Titanoberflächen und sollten daher keine Anwendung an Titanimplantaten finden. Die Datenlage zu Ultraschallsystemen ist im Vergleich zu anderen Anwendungen dünn. Sie weisen hohe Restbiofilmanteile auf und erzeugen bei der Verwendung von Stahlspitzen deutliche Oberflächenartefakte beziehungsweise hinterlassen aufgrund des hohen Abriebes von Plastikspitzen viel Fremdmaterial auf den Oberflächen und sollten daher ebenfalls zurückhaltend betrachtet werden. Pulverstrahlgeräte und Dentallaser entfernen Biofilme sehr effektiv und können sowohl in der nichtchirurgischen Therapie als auch in der chirurgischen Therapie eingesetzt werden. Allerdings ist ihre Wirkungsweise in schmalen klinischen Defekten und an schraubenförmigen Implantaten eingeschränkt. Den besten Kompromiss liefert hier der Er:YAG-Laser mit einer Spitze, die eine seitliche Lichtemission ermöglicht. Titanbürsten erlauben ebenfalls eine sehr effektive Biofilmentfernung, sind allerdings lediglich ihm Rahmen offener chirurgischer Vorgehen anwendbar. Bürsten mit radiär angeordneten Borsten können sehr gut zur Dekontamination von rauen Implantatoberflächen vor augmentativen Verfahren eingesetzt werden, währenddessen Bürsten mit axial angeordneten Borsten, ebenso wie die Durchführung einer Implantatplastik, Mittel der Wahl bei resektiven Verfahren sind. Hierbei ist eine Oberflächenbehandlung mit axialen Bürsten substanzschonender im Vergleich zu einer Implantatplastik, diese ist allerdings bauartbedingt eher für kleinere Defekte geeignet. Auch in klinischen Untersuchungen konnten Dekontaminationen die mit Er:YAG-Lasern oder Pulverstrahlgeräten durchgeführt wurden, die Blutungsparameter signifikant senken und somit gute klinische Ergebnisse erreichen. Die Implantatplastik als Teil der resektiven Therapie konnte ebenfalls sehr gute klinische Ergebnisse liefern.

(Dtsch Zahnärztl Z 2016; 71: 424–430)

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Ausgabe: 05/2016 Markus R. Fussnegger
Plädoyer für einen Paradigmenwechsel in der Behandlung von Patienten mit orofazialen Schmerzen ? ein personzentrierter, narrativer Ansatz

Zusammenfassung: Chronische Schmerzen stellen für die betroffenen Menschen, für die behandelnden Therapeuten, aber auch für die Gesellschaft als Ganzes ein enormes Problem dar. Dass es im Bereich der Zahnmedizin ebenfalls eine nicht zu unterschätzende Zahl an Patienten gibt, die unter chronischen Schmerzen und damit unter allen für allgemeine Schmerzpatienten zutreffenden Symptomen und Problemen leiden, ist jedoch immer noch weithin unbekannt. Für die betroffenen Menschen hat die Erkrankung meist mehr Dimensionen als nur die körperliche. Dies sind oft vor allem soziale Faktoren, die erst zu einer psychischen Belastung führen und damit sowohl zur Entstehung als auch zur Aufrechterhaltung der Problematik beitragen können. Auch spirituelle Faktoren beeinflussen vielfach bewusst oder unbewusst die Belastung durch die Schmerzerkrankung. Im (zahn-)medizinischen Alltag wird diesen für den Patienten wichtigen Aspekten der Schmerzerkrankung jedoch im Allgemeinen viel zu wenig Beachtung geschenkt. Der vorliegende Artikel plädiert daher für einen Paradigmenwechsel bei Patienten mit chronischen orofazialen Schmerzen: weg von einer therapeutenzentrierten, instrumentalisierten und auf somatische Befunde fokussierten Herangehensweise, hin zu einem personzentrierten, narrativen Ansatz. Er ermöglicht, die Person mit ihrer Schmerzerkrankung und ihren körperlichen, psychischen, sozialen und spirituellen Dimensionen anzunehmen und ihr als Partner zur Seite zu stehen.

(Dtsch Zahnärztl Z 2016; 71: 371–377)

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Ausgabe: 05/2016 Bruno Imhoff - Nikolaos Nikitas Giannakopoulos - Carolina Roldán-Barraza - Hans J. Schindler
Repräsentieren die Ergebnisse aus CMD-Therapiestudien die Realität in den zahnärztlichen Praxen?

Einführung: Ziel dieser Übersichtsarbeit ist die kritische Überprüfung der Generalisierbarkeit von Therapiestudien aus dem Bereich der CMD.

Methode: Die Autoren haben erste Ergebnisse eines laufenden systematischen Reviews mit den Ergebnissen aus Praxen niedergelassener Zahnärzte verglichen.

Ergebnisse: Die meisten (98,1%) der in die Literaturübersicht eingeschlossenen Studien wurden in Kliniken der dritten Versorgungsstufe (spezialisierte Kliniken) durchgeführt. In der überwiegenden Zahl der Untersuchungen werden entweder kein Kriterium (61,7% der Studien) oder nur die Dauer der Schmerzen als Parameter für die Schmerzchroni-fizierung angegeben. Die Ergebnisse aus den Praxen zeigen, dass sich die Patienten mit schmerzhafter CMD grundsätzlich gut behandeln lassen (moderate bis große Schmerzreduktion bei 72% der Stichproben), selbst unter dem Aspekt eines vorangegangenen therapeutischen Misserfolgs (überwiesene Patienten).

Diskussion: Die Mischung von Patienten mit dysfunktionalen chronischen Schmerzen und solchen mit akut persistierenden funktionalen Schmerzen, die in den meisten Studien zu finden ist, sorgt für eine grundlegende Heterogenität der Stichproben und kann keine validen und generalisierbaren Ergebnisse liefern. Die schlechte Übereinstimmung der Studienergebnisse aus Kliniken mit den Ergebnissen aus Praxen liegt möglicherweise an den unterschiedlichen Anteilen von Patienten mit dysfunktionalen chronischen Schmerzen, die alle unter dem Begriff der „chronischen CMD“ subsumiert werden.

Schlussfolgerung: Die Generalisierbarkeit der bisherigen CMD-Therapiestudien sollte systematisch hinterfragt werden.

(Dtsch Zahnärztl Z 2016; 71: 367–370)

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