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ÜBERSICHTEN
Ausgabe: 06/2016 Gordon John - Frank Schwarz
Oberflächendekontamination an Titanimplantaten in der nichtchirurgischen und chirurgischen Periimplantitistherapie

Zusammenfassung: Der Oberflächendekontamination kommt im Rahmen der Mukositistherapie, der nichtchirurgischen und der chirurgischen Periimplantitistherapie eine zentrale Rolle zu. Bei der Anwendung von Küretten, gleich welchen Werkstoffs, können nur unzureichende Ergebnisse bezüglich der Biofilmentfernung von rauen Implantatoberflächen erreicht werden. Ihr alleiniger Einsatz ohne entsprechende Adjuvantien sollte hinterfragt werden. Metallküretten erzeugen starke Artefakte auf den entsprechenden Titanoberflächen und sollten daher keine Anwendung an Titanimplantaten finden. Die Datenlage zu Ultraschallsystemen ist im Vergleich zu anderen Anwendungen dünn. Sie weisen hohe Restbiofilmanteile auf und erzeugen bei der Verwendung von Stahlspitzen deutliche Oberflächenartefakte beziehungsweise hinterlassen aufgrund des hohen Abriebes von Plastikspitzen viel Fremdmaterial auf den Oberflächen und sollten daher ebenfalls zurückhaltend betrachtet werden. Pulverstrahlgeräte und Dentallaser entfernen Biofilme sehr effektiv und können sowohl in der nichtchirurgischen Therapie als auch in der chirurgischen Therapie eingesetzt werden. Allerdings ist ihre Wirkungsweise in schmalen klinischen Defekten und an schraubenförmigen Implantaten eingeschränkt. Den besten Kompromiss liefert hier der Er:YAG-Laser mit einer Spitze, die eine seitliche Lichtemission ermöglicht. Titanbürsten erlauben ebenfalls eine sehr effektive Biofilmentfernung, sind allerdings lediglich ihm Rahmen offener chirurgischer Vorgehen anwendbar. Bürsten mit radiär angeordneten Borsten können sehr gut zur Dekontamination von rauen Implantatoberflächen vor augmentativen Verfahren eingesetzt werden, währenddessen Bürsten mit axial angeordneten Borsten, ebenso wie die Durchführung einer Implantatplastik, Mittel der Wahl bei resektiven Verfahren sind. Hierbei ist eine Oberflächenbehandlung mit axialen Bürsten substanzschonender im Vergleich zu einer Implantatplastik, diese ist allerdings bauartbedingt eher für kleinere Defekte geeignet. Auch in klinischen Untersuchungen konnten Dekontaminationen die mit Er:YAG-Lasern oder Pulverstrahlgeräten durchgeführt wurden, die Blutungsparameter signifikant senken und somit gute klinische Ergebnisse erreichen. Die Implantatplastik als Teil der resektiven Therapie konnte ebenfalls sehr gute klinische Ergebnisse liefern.

(Dtsch Zahnärztl Z 2016; 71: 424–430)

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Ausgabe: 06/2016 Michael Stiller - Barbara Peleska
Die gezielte Weichgewebstransplantation zur Behandlung periimplantärer Infektionen – ein neuer Denkansatz

Einführung: Das Ziel des Beitrages ist es, bei Patienten mit periimplantären Infektionen die chirurgische Behandlung mit Weichgewebstransplantaten zu demonstrieren. Die Sinnhaftigkeit einer solchen Therapie wird aus der morphologischen und strukturellen Komplexität des periimplantären knöchernen Defektes hergeleitet und an Daten einer retrospektiven klinischen Studie dargestellt. Zwei klinische Patientenfälle mit periimplantären Infektionen verdeutlichen die Effekte der Weichgewebstransplantation.

Methode: Implantate mit periimplantären Infektionen und einer bukkalen befestigten Mucosa von ?2mm wurden mittels weichgewebschirurgischer Eingriffe behandelt. Nach Inititialtherapie und Dekontamination wurden Onlay- und Inlay-Onlay-Transplantate vom Gaumen periimplantär positioniert.

Ergebnisse: Nach Weichgewebstransplantation verbreiterte sich signifikant die keratinisierte periimplantäre Mukosa. Die Sondierungstiefen reduzierten sich signifikant, auch war ein signifikanter Rückgang der Blutung nach Sondierung feststellbar. Alle Patienten gaben bei der Nachuntersuchung eine klinische Besserung der Beschwerden an.

Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse zeigen, dass Weichgewebstransplantationen bei entsprechender Defektmorphologie mit Erfolg in der chirurgischen Therapie periimplantärer Infektionen eingesetzt werden können.

(Dtsch Zahnärztl Z 2016; 71: 432–438)

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ORIGINALARBEITEN
Ausgabe: 03/2016 Daniel R. Reißmann - Annika J. Wilcke - Marina Buchmann - Nadine Pohontsch - Ghazal Aarabi - Guido Heydecke
„Feminisierung“ der Zahnmedizin: Herausforderungen an einen Wandel des Berufsbildes

Einführung: Der Frauenanteil an zahnärztlichen Approbationen steigt seit Jahren kontinuierlich an. Dem gegenüber sind die Rahmenbedingungen des Zahnarztberufes, z.B. die bis vor Kurzem nur mögliche Tätigkeitsform der selbstständigen Niederlassung, ursprünglich primär auf die Ansprüche von Männern ausgelegt. Unklar ist bisher, welche Herausforderungen der Geschlechterwandel mit sich bringt. Es war Ziel dieser Untersuchung herauszufinden, welche Wünsche Zahnärztinnen an den Beruf haben, welchen Anforderungen sie sich gegenübersehen und ob es spezielle Schwierigkeiten oder Barrieren gibt, die es Frauen erschweren, diesen Beruf auszuüben.

Methode: In dieser qualitativen Studie wurden bei 13Zahnärztinnen aus Hamburg problemzentrierte Interviews durchgeführt. Es gab 4Themenblöcke: geschlechtsbezogene Aspekte bei der zahnärztlichen Ausübung, Einstellung zum Beruf, berufspolitische Einschätzung, persönliche Situation. Die Datenauswertung erfolgte nach den Prinzipien der Grounded Theory. Es wurden Kategorien identifiziert, welche die Berufsausübung besonders beeinflussen. Daraus wurden Handlungs- und Interaktionsmuster der Zahnärztinnen abgeleitet.

Ergebnisse: Es war eine ambivalente Geschlechtsrollenvorstellung erkennbar. Die Zahnärztinnen wollten ihr erlerntes Wissen im Beruf anwenden und waren ebenso für die Familienorganisation zuständig. Barrieren für die Familienplanung waren Angst um die eigene Praxis, Sorgen um finanzielle Absicherung und das sofortige Berufsverbot bei angestellten Zahnärztinnen. Die Selbstständigkeit wurde von den Zahnärztinnen als größtes Ziel angesehen, da dies mit Selbstbestimmung und Selbstgestaltung verbunden wurde. Bevorzugt wurde die Niederlassung in einer Mehr-Behandler-Praxis. Die psychische Verfassung spielte bei der Bewältigung beruflicher und familiärer Organisation eine große Rolle und die Balance zwischen Berufs- und Privatleben wurde individuell ausgelegt. Gemeinsam war den Zahnärztinnen ein pragmatischer Charakter.

Schlussfolgerung: Als Expertin ihrer eigenen Situation können Zahnärztinnen viele Anregungen zu Verbesserungen geben. So könnte in einer frühzeitigen Aufklärung über die Rahmenbedingung einer Niederlassung angesetzt werden. Ebenfalls ist eine zentrale Stelle denkbar, in der den Belangen der Zahnärztinnen Raum gegeben werden kann, wie z. B. Kinderbetreuung oder Praxisvertretung.

(Dtsch Zahnärztl Z 2016; 71: 217–224)

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Ausgabe: 03/2016 Andrea-Maria Schmidt-Westhausen - Luisa Daniel - Harald Ebhardt
Die Bürstenbiopsie in der Diagnostik – Eine retrospektive Studie basierend auf der S2k-Leitlinie der DGZMK

Einleitung: Im Jahr 2010 veröffentlichte die DGZMK eine Leitlinie zu Diagnostik und Management von Vorläuferläsionen des oralen Plattenepithelkarzinoms. Darin wird der Gebrauch der Bürstenbiopsie auf die Diagnostik homogener Leukoplakien begrenzt. Es wurde empfohlen, Patienten mit inhomogenen Leukoplakien oder Läsionen mit Karzinomverdacht an eine kieferchirurgische Fachklinik für eine weiterführende Diagnostik zu überweisen.

Fragestellung der Studie: Wurde durch die Einführung der S2k-Leitlinie der DGZMK die Arbeitsroutine deutscher Zahnärzte im Umgang mit der Bürstenbiopsie vor und nach Veröffentlichung der Leitlinie verändert?

Patienten und Methode: Im Rahmen dieser Studie konnten 1499Einsendungen deutscher Zahnärzte im Zeitraum vom 2. Quartal 2009 bis zum 1. Quartal 2012 von einem Oralpathologen ausgewertet werden. Die auf dem Einsendeschein angegeben Verdachtsdiagnosen wurden hinsichtlich der klinischen Indikation bewertet und in Bezug zu den Forderungen der Leitlinie und den zytologischen Befunden evaluiert.

Ergebnisse: Von den untersuchten 1499Fällen zeigten 38,5% der Patienten klinische Anzeichen einer homogenen Leukoplakie, 14,2% eines oralen Lichen planus, 11,6% der Patienten hatten klinische Symptome einer Candidiasis, bei weiteren 6% wurde ein orales Plattenepithelkarzinom vermutet und bei 14,3% sind andere Verdachtsdiagnosen gestellt worden (z.B. Fibrom, Zungenbrennen, Gingivitis und andere). Bei 13,8% der Begleitscheine wurde keine klinische Verdachtsdiagnose vermerkt. In der zytologischen Auswertung konnten Hyperortho- und Parakeratosen in 63,3% nachgewiesen werden. 16,8% der Patienten hatten eine orale Candidiasis und 5,7% der Präparate enthielten atypische oder dysplastische Zellen. Insgesamt wurde die Indikation in 59,7% der Einsendungen leitliniengerecht gestellt. Dieser Prozentsatz blieb in dem untersuchten Zeitraum nahezu unverändert.

Diskussion und Schlussfolgerung: 40,3% der Zahnärzte wenden die Bürstenbiopsie nicht entsprechend der Leitlinie an. Die häufigste Fehlerquelle stellte hierbei der Versuch dar, repräsentatives Zellmaterial von submukösen Krankheitsprozessen zu sammeln, die nur durch eine Skalpellbiopsie vom Pathologen hinreichend verifiziert werden können. Die vorliegende Studie zeigt, dass die Aus- und Fortbildung deutscher Zahnärzte zur Diagnostik von Mundschleimhauterkrankungen und leitliniengerechter Anwendung von Diagnosehilfsmittel verbessert werden muss. Wird die Bürstenbiopsie korrekt angewendet, stellt sie eine sinnvolle Ergänzung zur klinischen Kontrolle suspekter Mundschleimhautläsionen, die primär nicht durch eine chirurgische Biopsie untersucht werden müssen, dar.

(Dtsch Zahnärztl Z 2016; 71: 226–232)

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Ausgabe: 03/2016 Nora Buhrow - Jutta Margraf-Stiksrud - Nina Heinrichs
Ängstliche Patienten im zahnärztlichen Praxisalltag – Eine Fragebogenuntersuchung

Einführung: Zahnärzte sind im Praxisalltag einer Reihe von Beanspruchungsfaktoren ausgesetzt. Dazu gehören physische Belastungen, z.B. Körperhaltung, ebenso wie psychische, beispielsweise die Behandlung von ängstlichen Patienten. Ängstliche Patienten treten im Berufsalltag vergleichsweise häufig auf. Daher wurden in der vorliegenden Studie die affektiven Reaktionen von Zahnärzten auf diese Patientengruppe (z.B. Sympathie, Scham) sowie der Einsatz von Strategien im Umgang mit ängstlichen Patienten untersucht.

Material und Methode: Ein Fragebogen zur Beanspruchung von Zahnärzten im Berufsalltag wurde entwickelt, in dem sowohl die Häufigkeit als auch die Beanspruchung durch die eigenen affektiven Reaktionen auf ängstliche Patienten sowie die eingesetzten Strategien im Umgang mit solchen Patienten erfasst wurden.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Die Zahnärzte berichteten über ein signifikant häufigeres Auftreten von ausgelösten positiven Gefühlen durch ängstliche Patienten im Vergleich zu ausgelösten negativen Gefühlen. Im Umgang mit ängstlichen Patienten ist die Vielfalt der eingesetzten Strategien eingeschränkt. Die Befunde zeigen, dass Zahnärzte, die an dieser Befragung teilgenommen haben, trotz der empfundenen Beanspruchung durch ängstliche Patienten diesen positiv affektiv zugewandt bleiben, was möglicherweise ein Hinweis auf ihre professionelle Haltung ist. Die positive Grundeinstellung gegenüber den Patienten ist offenbar nicht durch berufsbezogene Stressoren beeinträchtigt. Allerdings könnten auch eher positiv eingestellte Zahnärzte bereitwilliger an dieser Befragung teilgenommen haben (Selbstselektion). Der eingeschränkte Einsatz von Strategien im Umgang mit ängstlichen Patienten könnte darauf hinweisen, dass spezielle Trainingsangebote zum Umgang mit ängstlichen Patienten sowohl die Effektivität der Behandlung fördern als auch die Belastung für Zahnärzte abmildern könnten.

(Dtsch Zahnärztl Z 2016; 71: 207–216)

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Ausgabe: 02/2016 Jan Schmickler - Florian Widmer - Anne Kauffels - Otto Kollmar - Rainer F. Mausberg - Dirk Ziebolz
Mundgesundheitszustand und zahnärztlicher Behandlungsbedarf von organtransplantierten Patienten

Einführung: Organtransplantierte sind aufgrund der dauerhaften Immunsuppression und der damit verbundenen Infektionsgefahr in der zahnärztlichen Praxis als Risikopatienten einzustufen und zu behandeln. Daher ist eine frühzeitige Infektionsprophylaxe, schon vor Transplantation, im Sinne einer zahnärztlichen Sanierung anzustreben. Demnach müsste der Mundgesundheitszustand bei Transplantationspatienten im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung bessere Verhältnisse aufweisen. Ziel dieser monozentrischen Querschnittstudie war es daher, Informationen über den Mundgesundheitszustand und zahnärztlichen Behandlungsbedarf von Patienten nach Organtransplantation (Tx) zu eruieren.

Material und Methoden: In die klinische Untersuchung wurden ausschließlich Patienten nach Nieren- (NTx) oder Lebertransplantation (LTx) eines Transplantationszentrums einbezogen. Ein Fragebogen eruierte u.a.: Informationen zur zahnärztlichen Sanierung, Aufklärung und zahnärztliches Verhalten der Patienten. Die zahnärztliche Untersuchung beinhaltete: Mundschleimhautinspektion, zahnärztlichen Befund (DMF-T) und Parodontalstatus (Sondierungstiefen [ST], Attachmentverlust [AV], Sondierungsbluten [BOP]). Anhand von ST und/oder AV erfolgte die Einteilung der Parodontalerkrankung: keine/milde, moderate oder schwere Parodontitis. Zudem wurden der konservierende/prothetische Sanierungsgrad sowie der zahn- und/oder parodontalbezogene Behandlungsbedarf ermittelt.

Ergebnisse: 110Tx-Patienten (NTx: n=35, LTx: n=75) mit einem Durchschnittsalter von 56,4±11,9Jahren (m=68) wurden einbezogen. Die durchschnittliche Zeit nach Tx betrug 7,7±6,8 Jahre. Mundschleimhautveränderungen im Sinne einer Gingivahyperplasie wurden bei 7Patienten festgestellt. Der mittlere DMF-T lag bei 20,5±5,7. Dabei war der Anteil an fehlenden Zähnen (M-T) mit 10,8±8,3 am höchsten; kariöse Zähne (D-T) waren hingegen am wenigsten festzustellen (0,9±1,5). Der durchschnittliche Sanierungsgrad (konservierend/prothetisch) betrug 91%; lediglich 61% der Tx-Patienten waren vollständig saniert. 69% der Tx-Patienten wiesen eine moderate bis schwere Parodontitis auf (moderat: 48%, schwer: 21%). Zudem wurde bei 85% (n=93) der untersuchten Patienten ein aktueller Behandlungsbedarf (zahn/parodontal) festgestellt.

Schlussfolgerung: Die hier untersuchten Tx-Patienten zeigten neben einer verhältnismäßig geringen Kariesprävalenz einen Großteil an Parodontalerkrankung auf. Im Vergleich zur deutschen „Allgemeinbevölkerung“ (repräsentative Daten der DMS IV) zeigte sich, entgegen den Erwartungen, kein besserer Mundgesundheitszustand und Sanierungsgrad. Der zahnärztliche Behandlungsbedarf war insgesamt hoch. Bereits vor Tx sollte eine Gebisssanierung mit Schaffung gesunder oraler Verhältnisse und optimale Mundhygiene angestrebt und langfristig sichergestellt werden. Die Erarbeitung verbindlicher Richtlinien erscheint notwendig.

(Dtsch Zahnärztl Z 2016; 71: 114–123)

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Ausgabe: 02/2016 Jochen Jackowski - Vinzenz Oji - Marisa Dietz - Korbinian Benz
Chronisch rezidivierende Aphthen vom Major-Typ oder M. Behçet? Ein Fallbericht mit Literaturübersicht

Zusammenfassung: Da aphthöse Läsionen multifaktorieller Genese sind, steht der Ausschluss systemischer Erkrankungen und der Malnutrition im Vordergrund, ebenso die Abklärung „unechter“ Aphthen durch Gewebetraumatisierung und die Einleitung einer kausal ausgerichteten Therapie. Die Therapie chronisch rezidivierender idiopathischer Aphthen ist symptomatisch und zunächst topisch ausgerichtet (chlorhexidinhaltiges Gel, kortikoidhaltige Salbe, Kombination aus beiden). Bei bestehenden, schwerwiegenden Verläufen ist eine systemische Behandlung mit Colchicin, Pentoxyfyllin oder Prednisolon oder eine Kombinationstherapie in Erwägung zu ziehen. Andere systemische Therapien mit Immunsuppressiva sind schwersten Aphthosen vorbehalten. Ergänzend kann eine psychologische Betreuung erfolgen. Unter Berücksichtigung der S2k-Leitlinie „Diagnostik und Management von Vorläuferläsionen des oralen Plattenepithelkarzinoms in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde“ (AWMF-Register Nr. 007/092) hat bei persistierenden Aphthen der Ausschluss einer Vorläuferläsion durch chirurgische Biopsie oberste Priorität.

(Dtsch Zahnärztl Z 2016; 71: 124–128)

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Ausgabe: 02/2016 Susanne Gerhardt-Szép - Silvia Brandt - Sebastian H. Hoefer - Lars Kandsperger - Constantin Landes - Tobias Locher - Sabine Sacha - Beate Schacher - Britta Schwalm - Jan Tent - Alexander Uhse
Interdisziplinäre Curri- culumskartierung der Frankfurter zahnmedi- zinischen Ausbildung anlehnend an den NKLZ

Einleitung: Ziel der Studie war es, die Frankfurter zahnmedizinische Ausbildung unter Berücksichtigung der vom Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalog Zahnmedizin (NKLZ) abgeleiteten Lernziele interdisziplinär zu validieren.

Material und Methode: 1.408Lernziele wurden einem interdisziplinären Team, das aus Mitgliedern aller zahnmedizinischer Polikliniken (Lehrende) und der studentischen Fachgruppe (Lernende) bestand, vorgelegt. Die Validierung erfolgte auf Basis definierter Parameter.

Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen, dass die Frankfurter zahnmedizinische Ausbildung aus Sicht der Lehrenden 71,5% aller NKLZ-Lernziele abdeckt. Die Lernenden konnten in 875Lernzielen (62,1%) eine Übereinstimmung feststellen. Bei 53Lernzielen wurde als Konsequenz vor Ort ein Arbeitsauftrag an einzelne zahnmedizinische Fachdisziplinen, bei 67Lernzielen an Fachdisziplinen außer Haus (Innere Medizin, Dermatologie, Neurologie, u.a.) erarbeitet. Zudem sind insgesamt 11 verschiedene Arbeitsaufträge für interdisziplinäre Veranstaltungen abgeleitet worden. Aus den erarbeiteten Inhalten entstand für jede zahnärztliche Poliklinik ein eigener kompetenzorientierter Lernzielkatalog.

Schlussfolgerung: Der Abgleich der Frankfurter zahnmedizinischen Ausbildung mit den NKLZ-Vorgaben eröffnet Möglichkeiten für die Weiterentwicklung des fakultätsinternen Curriculums und damit auch des NKLZ.

(Dtsch Zahnärztl Z 2016; 71: 129–135)

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Ausgabe: 01/2016 Susanne Gerhardt-Szép - Michael Kastratovic - Tugba Zahn - Bernhard Zahn - Peter Ottl - Karin Ronge
Zelluläre Verträglichkeit xylometazolinhydro- chloridhaltiger gingivaler Retraktionsmedien

Einleitung: In der Zahnmedizin werden zur gingivalen Retraktion Adstringenzien (ACGRA) und Vasokonstringenzien (VEGRA) verwendet. Während ACGRAs lokale Effekte aufweisen, gehören zu den VEGRAs Sympathomimetica, die entweder selektiv an den alpha(?)-beziehungsweise an ?- und beta(?)-Adenorezeptoren angreifen. ?VEGRAs aus der Gruppe der xylometazolinhydrochloridhaltigen (XYLO-)Präparate werden aktuell wegen ihrer im Vergleich zu ACGRAs verbesserten blutstillenden Eigenschaften als Retraktionsmedien empfohlen, doch liegen bis dato keine Studien über deren Zytotoxizität vor.

Material und Methode: Ziel der vorliegenden Studie war es, die zelluläre Verträglichkeit von 2 unterschiedlichen XYLO-Präparaten (Otriven und MAOT aus der Eigenherstellung), die sich in ihrer chemischen Zusammensetzung unterscheiden, unter Verwendung von Primärzellkulturen humaner Gingiva, die bei chirurgischen Eingriffen entnommen wurden, in 4 verschiedenen Kontrollinterventionsgruppen vergleichend zu untersuchen. Für die Studie wurden Fibroblasten (4,5×10–5proml) verwendet, die sich zwischen der 11.und 14.Passage befanden. Die Inkubationszeit mit den Präparaten betrug 10min. Reaktionen auf die zur Anwendung gekommenen Präparate wurden angelehnt an die EN ISO-Norm 7405:1997 im Hinblick auf pathologische Zellveränderungen 24und 48h nach Inkubation der Versuchsansätze im Begasungsbrutschrank bei 37°C und einer Luftfeuchtigkeit von ~95% sowie bei einem 4,0%igen CO2-Luftgehalt ermittelt. Dabei wurden 4 verschiedene Präparate-Konzentrationen mit direktem Gewebekontakt histomorphologisch und metrisch hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Parameter der normalen, veränderten und toten Zellen untersucht und der Zellkontrolle gegenübergestellt. Die Anzahl der untersuchten Proben betrug n=160, die statistische Auswertung erfolgte mittels des Kruskal-Wallis Multiple-Comparison Z-Value Tests bei einem p-Wert 0,05.

Ergebnisse: Zwischen den untersuchten XYLO-Präparaten konnte kein signifikanter Unterschied festgestellt werden. Sie wiesen jedoch signifikant mehr normale und weniger veränderte Zellen auf, als das untersuchte ??VEGRA-Präparat (Gingival Retraktionsflüssigkeit). MAOT als Kombinationspräparat (?VEGRA und ACGRA) schnitt zuzüglich beim Parameter tote Zellen signifikant besser ab, als das untersuchte ??VEGRA-Retraktionsmedium. Die histomorphologischen Befunde untermauern die Ergebnisse.

Schlussfolgerung: Unter der Limitation der vorliegenden Studie scheinen beide XYLO-Präparate hinsichtlich der ermittelten Toxizitätsparameter prinzipiell als Retraktionsmedien geeignet. Weitere zukünftige Untersuchungen, die beispielsweise die physiologischen Leistungen der Zellen, Darreichungsformen ohne Konservierungsmittel, welche mit protektiven Zusatzstoffen versehen sind, und verschiedene Einwirkzeiten der Präparate thematisieren, sind jedoch entscheidend für eine definitive Beurteilung.

(Dtsch Zahnärztl Z 2016; 71: 38–50)

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Ausgabe: 01/2016 Alexander Rahman - Karen Meyer - Katrin Oehler-Rahman - Christane Schwarz - Bernhard Vaske - Hüsamettin Günay
Wahrnehmung von zahnmedizinischen Frühpräventionskonzepten – welche Rolle kann die Hebamme übernehmen? Eine empirische Studie

Einleitung: Hebammen sind in Deutschland in die Gesundheitsförderung und -prävention von Schwangeren eingebunden. Ihr Informationsstand sowie ihr Aus- und Weiterbildungsbedarf bezüglich oraler Gesundheit sind bislang nicht systematisch erfasst worden. Um den Informationsstand der Hebammen zur Mundgesundheit prä- und postnatal zu erheben und um zu evaluieren, ob in den letzten Jahren ein Zuwachs an Informationen stattgefunden hat, wurde eine Befragung durchgeführt.

Material und Methoden: 2009 erfolgte eine schriftliche Befragung von 539Hebammen auf der niedersächsischen Hebammentagung in Hannover. Auf dem 2.Kongress der Deutschen Hebammen Zeitschrift (DHZ Congress) 2014, der ebenfalls in Hannover stattfand, wurden 800Hebammen wieder mithilfe eines Fragebogens befragt. Die Fragebögen beinhalteten Fragen über Veränderungen von oralen Strukturen in der Schwangerschaft, Möglichkeiten zur Fluoridprophylaxe und zu zahnärztlichen Frühpräventionskonzepten. Um den Zuwachs an Informationen zu evaluieren, wurden die Antworten beider Fragebögen unter Verwendung des Statistikprogramms SPSS 21 miteinander verglichen.

Ergebnisse: 2009 konnten 149 und 2014 338Fragebögen ausgewertet werden. In einigen Bereichen konnte ein Zuwachs an Informationen beobachtet werden. Verglichen mit 2009 hatten 2014 deutlich mehr Hebammen von zahnärztlichen Frühpräventionskonzepten (2009: 35,6%; 2014: 71,6%) und dem zahnärztlichen Kinderpass (2009: 24,2%; 2014: 42,0%) gehört. Allerdings würden aktuell weniger als die Hälfte der Befragten (45,6%) das Kind bereits mit dem Zahndurchbruch zahnärztlich vorstellen und es zeigten sich Unsicherheiten bezüglich Fluoridierungsempfehlungen, der Übertragbarkeit von Karies und Parodontitis und den Auswirkungen dieser Erkrankungen auf das Kind.

Schlussfolgerung: Die Daten zeigen, dass ein Großteil der Hebammen über zahnärztliche Präventionsprogramme nur teilweise informiert ist. Dies unterstreicht die Notwendigkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit, um die Mundgesundheit vor, während und nach der Schwangerschaft zu fördern.

(Dtsch Zahnärztl Z 2016; 71: 51–58)

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